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„Wir sprachen babylonisch kunterbunt“: literarische Kreativität bei Ilma Rakusa
This article examines the creative use of the German language in the works of Ilma Rakusa, a writer born in Slovakia and currently living in Zurich, Switzerland. In particular, the analysis deals with the collection of poems Impressum: Langsames Licht. Gedichte (2016) and the literary creativity of the author who mixes with great skill multilingual play on words, sounds, voices and alliterations, rendered through a creative manipulation of the German language. Chinese words, Hebrew names as well as entire English and French sentences can be found in Ilma Rakusa’s poems, which lead to a rhythmic, multilingual and partly rhymed texture
„ja ich deutsche mich sehr“ - Deutsch-italienische Übersetzung als (inter)kultureller und didaktischer Prozess am Beispiel von Gino Chiellinos Gedichten
„Übersetzen ist ein komplexes interkulturelles Verhandeln, das ständig zwischen und unter verschiedenen Kulturen vor sich geht“ (Chitre 2005: 127) – dies gilt v.a. beim Übersetzen von Gedichten der Autoren und Autorinnen der interkulturellen Literatur wie bei Gino Chiellino, der seine Migrationserfahrung in Deutschland in seinem literarischen Schreiben umsetzt. Dieser Beitrag erörtert zunächst Ansätze einer theoretischen Konzeption der Übersetzungsdidaktik in interkultureller Perspektive sowie theoretische Ansätze zur Übersetzung als kultureller Prozess, anschließend werden diese im Hinblick auf die in einem universitären Übersetzungsworkshop ins Italienische übersetzten Gedichte Chiellinos aus "Die Sehnsucht der Seerose nach der Libelle" (2017) diskutiert. Es wird aufgezeigt, welche didaktisch-methodischen Maßnahmen sich in der Übersetzungsarbeit mit Chiellinos Gedichten bei DaF-Studierenden bewähren können. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Übersetzung der polysemen Wörter, Ad-hoc-Bildungen und Komposita in Chiellinos Gedichten ins Italienische. Weiterhin wird aufgezeigt, wie sich die Mittelmeerlandschaft Kalabriens im Schreibstil des Autors auf semantischer Ebene darstellt
«Bist du Jugoslawe oder was? Ich bin das Oder Was». Topographie der Traumata in Vladimir Vertlibs Zwischenstationen
War, migration and violence are all traumatic events that can trigger mental or physical trauma, especially in childhood and adolescence. There are many ways to overcome trauma. When writing down personal traumas some German authors have tried to bring their emotional and physical wounds on to paper as a method of coping with them. This way of "healing" was also chosen by the Austrian writer of Russian Jewish origin, Vladimir Vertlib, who tells of the odyssey of a Soviet-Jewish immigrant family on their way to the West in his book Zwischenstationen. This paper discusses concepts of trauma research in literature, then moves to a broad outline of trauma in relation to contemporary German migration literature considered and their prortrayal of cities as places of memory. The paper later focuses on the topics and motives readers find in Vertlib’s novels in order to demonstrate the relevance of his work for the portrayal of trauma, its relation with the city as a place of traumatic processes, and the healing power of writing for collective memory
Chamisso-Literatur. Ihr didaktisches Potenzial im universitären DaF-Literaturunterricht in Italien
Chamisso-Literatur – deutschsprachige Literaturerzeugnisse von Autorinnen und Autoren, die nicht deutscher Muttersprache sind – birgt großes didaktisches Potenzial.
Antonella Catone analysiert am Beispiel des Unterrichts von Deutsch als Fremdsprache (DaF) in Italien, wie Chamisso-Literatur gelehrt werden und wie der Lernprozess optimal gestaltet werden kann. Sie offenbart literarische und didaktische Analyseansätze zur Textinterpretation und zur methodischen Umsetzung in der Klasse. Im Zentrum ihrer Untersuchung: mehr- und gemischtsprachige literarische Texte, mit denen kulturelle Grenzen überwunden werden können und die didaktische Reflexion. Anhand von Werken von Yoko Tawada, Ilma Rakusa und Vladimir Vertlib zeigt sie konkret, in welcher Beziehung didaktische Theorie und Praxis zueinander stehen und wie die praktische Umsetzung aussehen könnte, um das interkulturelle, landeskundliche und ästhetische Potenzial der Texte im DaF-Literaturunterricht optimal zu nutzen
Hybride Identitätskonstellationen: Irena Brežnás Die Sammlerin der Seelen. Unterwegs in meinem Europa.
Migration, Integration und der Prozess des „
remapping Europa
“ (Schlögel 2002: 248)
haben dazu geführt, dass sich in den letzten Jahren das Interesse an Eigen
-
und
Fremdwahrnehmu
ng verstärkt hat und sich gleichzeitig die Bedingungen der
Begegnungen mit kultureller Vielfalt verändert haben. In diesem Zusammenhang
gewinnen auch Mehrsprachigkeit, kulturelle Identität und Interkulturalität in der
deutschsprachigen Gegenwartsliteratur
zunehmend an Bedeutung.
Der vorliegende
Beitrag gliedert sich in
zwei Teile
:
Zunächst werden
Ansätze einer theoretischen
Konzeption von mehrsprachiger Literatur im europäischen Rahmen erörtert, sowie
theoretische Ansätze zur Literatur in Bewegung in groben
Züge dargestellt und diese, im
Hinblick auf den
Eastern Turn
bzw.
die Osterweiterung in der deutschsprachigen
Literatur der letzten Jahre, diskutiert.
Anschließend wird das Buch
Die
Sammlerin
der
Seelen.
U
nterwegs in meinem Europa
von
Irena
Bre
ž
ná
vorgestellt
und
die
Relevanz
dieses
Buches
für
die
slawische/deutsche
Literatur
der
Gegenwart
im
Kontext
der
mehrsprachigen Literatur
aufgezeigt.
Dabei soll untersucht werden, inwiefern d
er
(Sprach
-
) Identität der Protagonistin eine zentrale
identit
ätsstiftende Funktion zu
kommt
.
Wenn diese
mit dem Phänomen der
Mehrsprachigkeit verbunden
ist
,
w
ie reflektiert
sie
den Hintergrund von
mehrsprachigen, multiethnischen und multikulturellen Kontexten
zwischen Ost
-
und Westeuropa und
in welcher Weise
kann
sie
den LeserInnen eine neue
Lese
-
und Welterfahrung eröffnen
Interkulturelle Literatur als Weg zur Interkulturalität: Kompetenzen, (didaktische) Möglichkeiten und Perspektiven.
- …
