208 research outputs found
Self-Other Differences in der Einschätzung des Einflusses von Implicit Bias auf angehende Lehrkräfte
Zahlreiche Studien belegen, dass die Implicit Bias von Lehrkräften die Schüler*innenbeurteilung und -leistung verzerren. So erhalten Schüler*innen abhängig von leistungsfremden askriptiven Merkmalen (sozioökonomischer Status, Geschlecht, Migrationshintergrund) bei gleicher Leistung schlechtere Leistungsbeurteilungen (Tobisch & Dresel, 2017; Kuhl & Hannover, 2012;Bonefeld & Dickhäuser, 2018). Um den Einfluss von Implicit Bias zu reduzieren, ist es notwendig, dass die Lehrkräfte ein Bewusstsein für jene entwickeln (bias awareness, Perry et al., 2015). Bislang gibt es insbesondere im deutschen Kontext wenige Studien zur bias awareness in der Schule. Diese zeigen auf, dass die bias awareness angehender Lehrkräfte eher moderat ausgeprägt ist (Bonefeld, 2022). Ein weiterer wichtiger Aspekt hierbei ist der Vergleich der Selbstund Fremdeinschätzung des Einflusses von Implicit Bias angehender Lehrkräfte. Im Rahmen einer Sekundäranalyse untersuchen wir in einem komplementären Mixed Methods Design die Selbst- und Fremdeinschätzung bei angehenden Lehrkräften (N = 71) bezüglich Implicit Bias. Ergebnisse eines t-Tests für abhängige Stichproben zeigten, dass angehende Lehrkräfte den Einfluss von Implicit Bias auf sich selbst (M = 3.20, SD = 1.46) signifikant geringer (t(70)=-9.09, p bias awareness auf die Selbst- und Fremdeinschätzung nachgewiesen werden: Je höher die bias awareness, desto höher die Selbst- und Fremdeinschätzung. Die Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung spiegelte sich in den Befunden der qualitativ orientierten kategoriengeleiteten Textanalyse von zusätzlich erhobenen Erläuterungen der Selbst- und Fremdeinschätzungen wider
Bias Awareness als Kurzintervention : Reflexion von Bias gegenüber Schüler*innen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status
Schüler*innen erhalten abhängig von ihrem sozio-ökonomischen Status bei gleicher Leistung schlechtere Leistungsbeurteilungen (Tobisch & Dresel, 2017). Außerdem nehmen (angehende) Lehrkräfte Schüler*innen mit hohem sozio-ökonomischen Status als signifikant ehrgeiziger, fleißiger, intelligenter, konzentrierter und motivierter wahr als Schüler*innen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status (Tobisch & Dresel, 2020). Des Weiteren assoziieren angehende Lehrkräfte Schüler*innen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status weniger mit Sprachkompetenz, Fähigkeiten und guten Arbeitsgewohnheiten. Zudem haben sie mehr negative implizite Einstellungen gegenüber Schüler*innen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status als gegenüber Schüler*innen hohem sozio-ökonomischen Status und (Glock & Kleen, 2020). Zahlreiche Studien belegen, dass implizite Einstellungen (angehender) Lehrkräfte eine Ursache dafür sein können, dass (angehende) Lehrkräfte Schüler*innen abhängig von leistungsfremden askriptiven Merkmalen unterschiedlich beurteilen (Bonefeld & Dickhäuser, 2018; Glock 2016 et al.; Glock 2018; Nürnberger et al. 2015; Quinn 2020).Um den Einfluss von impliziten Einstellungen auf die Schüler*innenbeurteilung zu reduzieren, ist es erforderlich, dass (angehende) Lehrkräfte zunächst ein Bewusstsein für ihre eigenen impliziten Einstellungen entwickeln (bias awareness, Perry et al., 2015). Bislang existieren insbesondere im deutschen Kontext nur wenige Studien zur bias awareness im Allgemeinen sowie insbesondere zur bias awareness im schulischen Kontext. Die wenigen bestehenden Studien zeigen auf, dass die bias awareness angehender Lehrkräfte eher moderat ausgeprägt ist (Bonefeld 2022). Es konnte ebenfalls nachgewiesen werden, dass sich die bias awareness angehender Lehrkräfte und deren Bewusstsein für die eigenen impliziten Einstellungen gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund sowie Frauen und Männern durch eine Kurzintervention in Form eines 90-minütigen Workshops signifikant erhöhen lässt (Bonefeld, 2022). Noch nicht untersucht wurde die bias awareness (angehender) Lehrkräfte in Bezug auf Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status. Im Rahmen einer Interventionsstudie wird die Bias Awareness (angehender) Lehrkräfte in Bezug auf Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status sowie die Veränderbarkeit dieser durch den Einsatz einer adaptierten Version der Kurzintervention von Bonefeld (2022) untersucht.Es wurde eine a-priori Poweranalyse mit G*Power Version 3.1.9.7 (Mayr et al., 2007) durchgeführt, um die Mindeststichprobengröße zu bestimmen, die zur Prüfung der Wirksamkeit der Intervention erforderlich ist. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass eine Stichprobengröße von N = 45 erforderlich ist, um eine Power von 95% für den Nachweis eines mittleren Effekts bei einem Signifikanzkriterium von α = .05 zu erreichen. Die deskriptiven Daten einer vorläufigen Datenanalyse (N = 16) weisen darauf hin, dass die Intervention die Bias Awareness angehender Lehrkräfte in Bezug auf Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status erhöht (t1: M = 3.83, SD = 1.42; t2: M = 4.27, SD = 1.47; t3: M = 4.06, SD = 1.46). Eine Messwiederholungs-ANOVA ergab keine signifikanten Effekte der Intervention auf die bias awareness der Teilnehmenden. Dies ist vermutlich auf die zu geringe Stichprobengröße zurückzuführen. Es ist zu erwarten, dass bei Erreichen der Mindeststichprobe (Abschluss der Erhebung 08/2024) die Wirksamkeit der Intervention nachgewiesen werden kann. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der bisherigen Befunde zu impliziten Einstellungen bezüglich des sozio-ökonomischen Status diskutiert
Stereotype und Differenzkonstruktionen von Lehramtsstudierenden bezüglich verschiedener Armutsformen
Studien zeigen, dass (angehende) Lehrkräfte (LK) negativere Stereotype über Schüler*innen (SuS) eines niedrigen sozioökonomischen Status (SES) haben als über SuS eines höheren SES. Bisher existieren keine Studien, die Stereotype und Differenzkonstruktionen angehender LK in Bezug auf unterschiedliche niedrige SES untersuchen. Dabei zeigen außerschulische Studien, dass Transferleistungsempfangende (bspw. „Hartz-4“) kälter und inkompetenter eingeschätzt werden als Einkommensarme. Negative Stereotype begünstigen bei LK negativere Leistungserwartungen. Im Beitrag wird daher eine Mixed-Methods-Studie präsentiert, in der untersucht wurde, inwiefern Lehramtsstudierende zwischen beiden Armutsformen unterscheiden. Aus problemzentrierten Interviews (n=10) wurden Differenzkonstruktionen analysiert (Grounded Theory). Angelehnt an Bonefeld & Karst (2020) wurde zudem geprüft, welche Stereotype sie beiden Gruppen zuschreiben (n=196). Es zeigen sich Unterscheidungen in Bezug auf die Leistungsbereitschaft sowie die Selbstverschuldung für gesellschaftliche Desintegration zum Nachteil von Transferleistungsempfangenden. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund von Erwartungseffekten diskutiert.
Literatur:
Bonefeld, M. & Karst, K. (2020). Döner vs. Schweinebraten – Stereotype von (angehenden) Lehr-kräften über Personen deutscher und türkischer Herkunft im Vergleich. In S. Glock, & H. Kleen (Eds.), Stereotype in der Schule (pp. 159–190). Wiesbaden: Springer Fachmedien Wiesbaden
Der Einfluss des Migrationshintergrundes auf die Beurteilung von Schülerleistungen durch Lehrkräfte : Untersuchungen zu Urteilen und Urteilsakkuratheit
Deutschland ; Schüler ; Migrationshintergrund ; Chancengleichheit ; Schulleistung ; Lehrer ; Beurteilun
Emancipation in the net : theatre spectators and the "agency" of network
In a lecture given during the 49th Counterpoint Review of Small Theatrical Forms in Szczecin, Meike Wagner focuses on the emancipation of the theater viewer and the “agency of the Web.” The author's point of departure are some of Jacques Rancière's theses concerning the viewer as a “storyteller” and a “translator,” as well as a theory of the Internet by Bruno Latour. Using these concepts, Wagner performs an insightful analysis of the audience protests at Covent Garden in 1809 (the Old Price Riots) and the Situation Rooms project (2013) by the Rimini Protokoll group. The author considers the course and efficiency of the emancipation process in institutionalized theaters open to this sort of initiative, or the contrary, those which block the viewers' striving toward freedom
Stereotype, Urteile und Urteilsakkuratheit von Lehrkräften: Eine Zusammenschau im Rahmen des Heterogenitätsdiskurses
Döner vs. Schweinebraten - Stereotype von (angehenden) Lehrkräften über Personen deutscher und türkischer Herkunft im Vergleich
(Biased) Grading of Students’ Performance: Students’ Names, Performance Level, and Implicit Attitudes
Biases in pre-service teachers’ evaluations of students’ performance may arise due to stereotypes (e.g., the assumption that students with a migrant background have lower potential). This study examines the effects of a migrant background, performance level, and implicit attitudes toward individuals with a migrant background on performance assessment (assigned grades and number of errors counted in a dictation). Pre-service teachers (N = 203) graded the performance of a student who appeared to have a migrant background statistically significantly worse than that of a student without a migrant background. The differences were more pronounced when the performance level was low and when the pre-service teachers held relatively positive implicit attitudes toward individuals with a migrant background. Interestingly, only performance level had an effect on the number of counted errors. Our results support the assumption that pre-service teachers exhibit bias when grading students with a migrant background in a third-grade level dictation assignment
Linguistic Intergroup Bias in German teachers language
We aim to investigate applicability of LCM by Semin and Fielder to German teachers language and Linguistic Intergroup Bias in teachers language
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