322 research outputs found
sj-tiff-1-pmj-10.1177_02692163211059690 – Supplemental material for Implementation of an acute palliative care unit for COVID-19 patients in a tertiary hospital: Qualitative data on clinician perspectives
Supplemental material, sj-tiff-1-pmj-10.1177_02692163211059690 for Implementation of an acute palliative care unit for COVID-19 patients in a tertiary hospital: Qualitative data on clinician perspectives by Katharina Seibel, Bettina Couné, Michael Mueller, Christopher Boehlke, Steffen T Simon, Claudia Bausewein and Gerhild Becker in Palliative Medicine</p
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Supplemental material, sj-pdf-3-pmj-10.1177_02692163211059690 for Implementation of an acute palliative care unit for COVID-19 patients in a tertiary hospital: Qualitative data on clinician perspectives by Katharina Seibel, Bettina Couné, Michael Mueller, Christopher Boehlke, Steffen T Simon, Claudia Bausewein and Gerhild Becker in Palliative Medicine</p
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Supplemental material, sj-jpg-2-pmj-10.1177_02692163211059690 for Implementation of an acute palliative care unit for COVID-19 patients in a tertiary hospital: Qualitative data on clinician perspectives by Katharina Seibel, Bettina Couné, Michael Mueller, Christopher Boehlke, Steffen T Simon, Claudia Bausewein and Gerhild Becker in Palliative Medicine</p
Gerhild Drüe: ADHS kontrovers. Betroffene Familien im Blickfeld von Fachwelt und Öffentlichkeit. Stuttgart: Kohlhammer 2006 (266 S.) [...] [Sammelrezension]
Rezension von: 1. Gerhild Drüe: ADHS kontrovers. Betroffene Familien im Blickfeld von Fachwelt und Öffentlichkeit. Stuttgart: Kohlhammer 2006 (266 S.; ISBN 978-3-17-019086-3; 24,80 EUR); 2. Cordula Neuhaus: ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Symptome, Ursachen, Diagnosen und Behandlungen. Stuttgart: Kohlhammer 2007 (178 S.; ISBN 978-3-17-019743-5; 17,00 EUR); 3. Bernd Ahrbeck (Hrsg.): Hyperaktivität. Kulturtheorie, Pädagogik, Therapie. Stuttgart: Kohlhammer 2007 (192 S.; ISBN 978-3-17-018445-9; 24,00 EUR); 4. Miriam Stiehler: Konzentrationserziehung statt AD(H)S-Therapie. Ein Modell nach Paul Moor. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2007 (323 S.; ISBN 978-3-7815-1555-0; 32,00 EUR)
Methylnaltrexone for opioid-induced constipation: review and meta-analyses for objective plus subjective efficacy and safety outcomes
Waldemar Siemens, Gerhild Becker Clinic for Palliative Care, Medical Center, University of Freiburg, Faculty of Medicine, University of Freiburg, Freiburg, Germany Introduction: Opioid-induced constipation (OIC) is a frequent adverse event that impairs patients’ quality of life. This article evaluates the objective plus subjective efficacy and the safety of methylnaltrexone (MNTX) in OIC patients.Methods: Randomized controlled trials from a recent systematic review were included. In addition, a PubMed search was conducted for January 2014 to December 21, 2015. We included randomized controlled trials with adult OIC patients, MNTX as study drug, and OIC as primary outcome. Results were categorized in three outcome types: objective outcome measures (eg, time to laxation), patient-reported outcomes (eg, straining), and global burden measures (eg, constipation distress). Dichotomous meta-analyses with risk ratios (RRs) and 95% confidence intervals (CIs) were calculated using RevMan 5.3. Only comparisons between MNTX and placebo were made.Results: We included seven studies with 1,860 patients. A meta-analysis revealed that patients under MNTX had considerably more rescue-free bowel movement within 4 hours after the first dose (RR 3.74, 95% CI 2.87 to 4.86; five studies, n=938; I2=0). Results of the review indicated that patients under MNTX had a higher stool frequency and needed less time to laxation compared with placebo. Moreover, patients receiving MNTX tended to have better values in patient-reported outcomes and global burden measures. Meta-analyses on safety revealed that patients under MNTX experienced more abdominal pain (RR 2.38, 95% CI 1.75 to 3.23; six studies, n=1,412; I2=60%) but showed a nonsignificant tendency in nausea (RR 1.27, 95% CI 0.90 to 1.78; six studies, n=1,412; I2=12%) and diarrhea (RR 1.45, 95% CI 0.94 to 2.24; five studies, n=1,258; I2=45%). The incidence of MNTX-related serious adverse events was 0.2% (4/1,860).Conclusion: MNTX has been shown to be effective and safe. Future randomized controlled trials should consequently incorporate objective outcome measures, patient-reported outcomes, and global burden measures, and research the efficacy of MNTX in other populations, for example, patients under opioids after surgical procedures. Keywords: opioid-induced constipation, methylnaltrexone, patient-reported outcomes, review, meta-analysi
Posttraumatic Growth bei Palliativpatient*innen. Ein systematischer Review mit Metaanalyse und eine Studie zu Posttraumatic Growth und Bindung bei Palliativpatient*innen und ihren An- und Zugehörigen
Theoretischer Hintergrund: Traumata und Lebenskrisen können nicht nur zu psychischen Belastungen und Folgestörungen wie der Posttraumatischen Belastungsstörung führen, sondern auch zu mentaler Reifung. Das Konzept des Posttraumatic Growth (PTG) beschreibt derartige Erfahrungen und fokussiert sich auf fünf Faktoren: Eine verbesserte Beziehung zu anderen Menschen, die Wahrnehmung neuer Möglichkeiten, das Empfinden persönlicher Stärke, eine höhere Wertschätzung des Lebens sowie religiöse Veränderungen. Für die Ent-wicklung von PTG scheint ein gewisses Ausmaß an posttraumatischem Stress hilfreich, wenn nicht sogar nötig zu sein. Palliativpatient*innen erfüllen die Voraussetzung für das Erleben von PTG; gleichzeitig liegt bisher wenig Forschung zu PTG in dieser Population vor.Ziele: Zunächst soll der aktuelle Forschungsstand zur Ausprägung von PTG bei Palliativ-patient*innen, zu assoziierten Faktoren und zum Verlauf über die Zeit in einem systematischen Review erfasst und diskutiert werden. Dabei sollen auch Forschungslücken zu mit PTG assoziierten Variablen in dieser Population identifiziert werden. In einer empirischen Studie soll eine weitere relevante Variable, Bindung, und ihr Zusammenhang mit PTG bei Palliativpatient*innen und Angehörigen untersucht werden.Methode: Zunächst wurde ein systematischer Review mit Metaanalyse durchgeführt (Prospero: CRD42017057807). In fünf Datenbanken (PsycInfo, Medline, CINAHL, Web of Science und PTSDPubs) und in Literaturverzeichnissen wurden bis September 2020 Studien gesucht, in denen PTG quantitativ bei Palliativpatient*innen (definiert als Patient*innen mit einer 5-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit ≤40%) erfasst wurde. Die Studienqualität wurde mithilfe des QualSyst tool for quantitative studies beurteilt.Anschließend wurden Patient*innen und, wenn möglich, jeweils der*die am nächsten stehende Angehörige in einer querschnittlichen empirischen Studie zu ihrem PTG-Erleben sowie zu Bindungserfahrungen befragt. Zusätzlich wurden krankheitsbezogene und demo-graphische Variablen erfasst.Ergebnisse: In dem systematischen Review wurden insgesamt 2339 Studien identifiziert, von denen 33 in die qualitative Synthese und 26 in die Metaanalyse eingeschlossen wurden. In den Studien wurden zwei Fragebögen angewandt; in beiden Fällen ergab die Metaanalyse PTG-Mittelwerte leicht oberhalb des Skalenmittelwertes (PTGI, Range: 0-105, n = 23: M = 55.96, 95% KI: 51.79 bis 60.14; BFS, Range: 17-85, n = 5: M = 53.22, 95% KI: 38.43 bis 68.01). Die Ergebnisse zu assoziierten Faktoren waren in den meisten Fällen inkonsistent. Lediglich posttraumatischer Stress war konsistent positiv mit PTG assoziiert. Über die Zeit hinweg blieb PTG in den meisten Fällen stabil.In der empirischen Studie lag der PTG-Mittelwert, erfasst mit dem PTGI, bei Patient*innen (n = 46, M = 47.19, SD = 25.65) und Angehörigen (n = 19, M = 48.08, SD = 19.60) etwas niedriger als in der Metaanalyse. PTG von Patient*innen und Angehörigen korrelierte nicht signifikant und die Werte beider Gruppen unterschieden sich nicht voneinander. Auch fanden sich keine Geschlechtsunterschiede im PTG-Erleben. Die Bindungsunsicherheit, erfasst mit der ECR-M16-G, korrelierte nicht, wie erwartet, negativ, sondern für manche Subskalen marginal positiv mit PTG. Weitere Analysen zeigten eine ähnliche Verteilung der Bindungsstile bei Patient*innen und Angehörigen. Bindungsangst und Bindungsvermeidung, Subskalen der Bindungsunsicherheit, waren ebenfalls nicht, bzw. in manchen Fällen (marginal) signifikant positiv mit PTG assoziiert. Angehörige wiesen signifikant höhere Werte in Bindungsangst und marginal höhere Werte in Bindungsunsicherheit auf als Patient*innen. Krankheitsbezogene und demographische Variablen hingen in den meisten Fällen nicht mit PTG zusammen; jedoch korrelierte die Symptomstärke positiv mit Bindungsvermeidung und -unsicherheit und die Beziehungsdauer mit dem*der Angehörigen negativ mit der Bindungsangst und -unsicherheit von Patient*innen. Bei Patient*innen und Angehörigen erfuhr das PTGI-Item Ich habe neue Vorstellungen darüber, was im Leben wichtig und vorrangig ist die höchste Zustimmung.Diskussion: Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen selbst in einer existenziell bedrohlichen Situation PTG erleben können, wenngleich sich konzeptuelle Fragen stellen. Die Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen PTG und posttraumatischem Stress stimmen mit bisheriger Theorie und Forschung überein und deuten darauf hin, dass tatsächlich ein gewisses Stresserleben nötig zu sein scheint, um mental zu reifen. Die mangelnde Assoziation zwischen PTG und Bindung, Geschlecht und Rolle (Patient*in vs. Angehörige*r) steht teilweise im Widerspruch zu bisheriger Forschung und zeigt, dass bisherige Erkenntnisse nicht zwangsläufig auf Palliativpatient*innen übertragen werden können. Weitere Einsichten könnten qualitative Studien oder eine Replikation der aktuellen Studie mit einer größeren Stichprobe liefern.Background: Life-limiting diseases may not only lead to debilitating symptoms, but also to the experience of positive mental changes. The concept of posttraumatic growth (PTG) refers to such experiences and promotes five factors of PTG: improved relationships to others, the perception of new possibilities in life, the experience of personal strength, a higher appreciation of life and spiritual change. A certain degree of stress seems to be helpful if not necessary to develop PTG. Palliative care patients fulfil the preconditions necessary to experience PTG; at the same time, research in this population is scarce.Aims: First, a systematic review with meta-analysis will provide an up-to-date overview of relevant research on PTG in palliative care patients, on associated factors and on PTG change over time.In a second step, an empirical study will be conducted in order to bridge one of the research gaps, the relationship between PTG and attachment, identified in the systematic review.Methods: First, a systematic review with meta-analysis was conducted (Prospero: CRD42017057807). Five databases (PsycInfo, Medline, CINAHL, Web of Science and PTSDPubs) were searched to identify studies until September 2020. References of included studies and previous reviews were hand-searched. Studies reporting posttraumatic growth means in adult patients with an expected 5-year-survival of ≤40% were included. Study quality was assessed via the QualSyst tool for quantitative studies.In a next step, PTG and attachment were measured in palliative care patients and, if possible, in the most relevant caregiver. Additionally, disease-related and demographic variables were collected.Results: In the systematic review, 2339 articles were identified; 33 studies were included in the qualitative synthesis and 26 in the meta-analysis. Studies applied two questionnaires, in both of which posttraumatic growth slightly outranked the scale mean (PTGI, range: 0-105, n = 23: M = 55.96, 95% KI: 51.79 to 60.14; Benefit Finding Scale, range: 17-85, n = 5: M = 53.22, 95% KI: 38.43 bis 68.01). Results regarding associated factors were mostly inconsistent. Posttraumatic stress was the only variable positively related to posttraumatic growth in several studies. Over time, posttraumatic growth mostly remained stable.In the empirical study, PTGI means of both patients (n = 46, M = 47.19, SD = 25.65) and caregivers (n = 19, M = 48.08, SD = 19.60) were slightly lower than in the meta-analysis. PTG of patients and caregivers did not correlate significantly and did not differ between both groups. Also, no gender differences in PTG were found. Attachment insecurity, measured with the ECR-M16-G, did not, as expected, correlate negatively with PTG. Instead, correlations of some subscales were marginally significant positive. Further analyses showed that attachment styles were distributed similarly in patients and caregivers. Attachment anxiety and attachment avoidance, subscales of attachment insecurity, did in most cases not correlate and in some cases correlate (marginally) significantly positive with PTG. Caregivers reported higher values in attachment anxiety and marginally higher values in attachment insecurity than patients. Disease-related and demographic variables were in most cases not associated with PTG; however, symptom strength correlated positively with patients’ attachment avoidance and attachment insecurity. Relationship duration correlated negatively with patients’ attachment anxiety and attachment insecurity. Analyses regarding the different PTGI items revealed that both patients and caregivers approved of the item I changed my priorities about what is important in life most frequently.Discussion: The results suggest that PTG can be experienced even in the face of death, although conceptual questions arise. The association between PTG and posttraumatic stress is in accordance with previous theory and research assuming that a certain degree of stress facilitates the development of PTG. The lacking association between PTG and attachment, gender and role (patient vs. caregiver) partly contradicts previous research and indicates that results of prior studies cannot necessarily be generalised and projected onto the population of palliative care patients. Qualitative studies or a replication of the present study with a larger sample size might reveal further insights
Biopsychosoziale Bedürfnisse von Krebspatienten und ihren Angehörigen und deren Bedarf an spezialisierter palliativer Mitversorgung innerhalb der Krebstherapie an den Comprehensive Cancer Centern in Baden-Württemberg
„Frühe Integration palliativer Versorgungsstrukturen an den Comprehensive Cancer Centern in Baden-Württemberg“ – eine qualitative Exploration der Sichtweisen von Krebsspezialist*innen und Palliativmediziner*innen
Hintergrund: Onkologische und palliativmedizinische Versorgung sollte integrativ gedacht werden – und dies routinemäßig bereits zu einem frühen Zeitpunkt einer nicht-heilbaren Krebserkrankung. Diese Entwicklung ist seit den 2010er Jahren als ‚Early Palliative Care‘ oder in Deutschland als ‘frühe Integration‘ bekannt geworden. Trotz der Weiterentwicklung von Early Palliative Care über die letzten 20 Jahre hinweg gilt sie immer noch als abstrakt und komplex. Auch für Deutschland stellt sich die Frage nach einer bestmöglichen Umsetzung von Early Palliative Care in die klinische Praxis. Fragestellung/en: In der vorliegenden Arbeit wird deshalb erstmals für Deutschland, und genauer für Baden-Württemberg, die Forschungsfrage verfolgt, wie Krebsspezialist*innen und Palliativmediziner*innen an Comprehensive Cancer Centern das Konzept Early Palliative Care im Rahmen der ambulanten Versorgung von schwer krebskranken Patient*innen bewerten und welche Wünsche sie bzgl. der Zusammenarbeit äußern. Als Teilaspekt wird zudem untersucht, wie die Krebsspezialist*innen bestehende palliative und psychosoziale Versorgungsstrukturen der onkologischen Routineversorgung beschreiben und welche offenen Versorgungsbedarfe sich daraus ableiten lassen. Methodik: Anhand von semi-strukturierten Expert*innen-Interviews wurde das Prozess- und Deutungswissen von 39 Krebsspezialist*innen und 10 Palliativmediziner*innen exploriert sowie mittels der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse – ergänzt durch das integrative Basisverfahren – ausgewertet.Hauptergebnisse: Innerhalb der interdisziplinär ausgerichteten ambulanten Routineversorgung von schwer krebskranken Patient*innen findet eine allgemeine Palliativversorgung und psychosoziale Betreuung durch die Krebsspezialist*innen statt – auch zu einem frühen Zeitpunkt. Dies erfolgt jedoch wenig systematisch in der Umsetzung bzw. unterscheidet sich stark je nach Zentrum, Abteilung und Krebsspezialist*in. Die befragten Krebsspezialist*innen und Palliativmediziner*innen nehmen diesbezüglich diverse hinderliche Faktoren wahr, die sowohl auf struktureller Ebene, im Rahmen der Interaktionen wie auch bei Patient*innen und Ärzt*innen zu verorten sind. Das Konzept der Frühintegration spezialisierter Palliativmedizin wird zudem von beiden befragten Ärzt*innengruppen als wichtig bewertet. Eine zukünftige Umsetzung derselben an den CCCs ist jedoch mit vielen Fragen belegt, besonders was die Finanzierung, die Frage nach dem Zeitpunkt, den Triggern der Überweisung und konkreten Modellen betrifft. In der Folge wird eine notwendige konzeptuelle Weiterentwicklung von Early Palliative Care thematisiert.Zudem wird durch die Arbeit zum ersten Mal in der Form für Deutschland deutlich: Es gibt nicht nur inhaltliche Fragen zur zukünftigen frühen Zusammenarbeit von Krebsspezialist*innen mit der spezialisierten Palliativmedizin, sondern auch interprofessionelle Auseinandersetzungen, Rollenzuweisungen und Selbstpositionierungen der spezialisierten Palliativmedizin, welche die konkrete Ausgestaltung der Zusammenarbeit beeinflussen. Schlussfolgerungen: Viel Potential liegt in einer zukünftigen Zusammenarbeit beider Fächer, um eine tiefgreifendere Patient*innenzentrierung tumor- und lebensqualitätsorientiert zu erreichen. Durch eine fortschreitende Systematisierung der fachgebietsübergreifenden Kooperation können schwer krebskranke Menschen auch in ihrem letzten Lebensabschnitt möglichst individualisiert und dennoch ganzheitlich orientiert begleitet werden
Patienten nach kurativer Lungenkarzinombehandlung und ihre Angehörigen: Bedeutung und psychosoziale Auswirkungen von Nachsorgeuntersuchungen und Krankheit – die Angehörigenperspektive. Eine qualitative Studie.
Nach Abschluss der Primärtherapie sind regelmäßig stattfindende Nachsorgeuntersuchungen für Patienten mit kurativ behandeltem Lungenkarzinom wesentlicher Bestandteil des onkologischen Versorgungskonzeptes. Trotz weitgehend einheitlicher Leitlinien-Empfehlungen bezüglich Art, Ablauf und Umfang der Untersuchungen ist aber – aufgrund einer geringen Studienlage – aktuell noch nicht identifiziert, was als optimale Nachsorgestrategie anzusehen ist. Vor dem Hintergrund einer relevanten psychosozialen Belastung von kurativ behandelten Lungenkarzinompatienten und im Sinne einer systemischen Betrachtungsweise besteht dabei ein hoher Forschungsbedarf im Besonderen hinsichtlich der Frage, welche Folgen die Nachsorgeuntersuchungen auf die subjektiv empfundene Lebensqualität von Patienten und deren Angehörigen haben.Die vorliegende Arbeit befasst sich deshalb mit folgenden Forschungsfragen aus Angehörigensicht:• Welche psychosozialen Auswirkungen haben Nachsorgeuntersuchungen nach einer kurativen Lungenkarzinomerkrankung auf den Alltag von Patienten/Angehörigen? Wie erleben Patienten/Angehörige die Nachsorge und welche Bedeutung hat diese?Im Rahmen einer qualitativen Untersuchung wurden 17 semistrukturierte Leitfaden-Interviews mit Angehörigen von kurativ behandelten Lungenkarzinompatienten geführt. Die Interviews wurden aufgezeichnet, wörtlich transkribiert und mittels inhaltlich strukturierender Inhaltsanalyse ausgewertet.Die Ergebnisse zeigen erstmals, dass auch Angehörige von kurativ behandelten Lungenkarzinompatienten langfristig einer hohen psychosozialen Belastung ausgesetzt sein können, was für sie auf Dauer ein erhebliches psychisches und somatisches Gesundheitsrisiko darstellen kann. Hinsichtlich des Nachsorgeerlebens machen die Ergebnisse deutlich, dass beinahe alle Betroffenen unter Ängsten vor einer anstehenden Untersuchung leiden. Besonders stark sind diese Ängste, wenn die Erkrankung des Patienten auch gegenwärtig im Alltag noch einen großen Einfluss hat. Trotz dieser unangenehmen Ängste bewerten jedoch durchweg alle Betroffenen Nachsorgeuntersuchungen primär als positiv und wichtig, da ihnen ein ‚gutes‘ Ergebnis die Sicherheit vermittelt, noch immer geheilt zu sein. Weiterhin weisen die Ergebnisse darauf hin, dass ein optimierter Versorgungsprozess im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen neben dem Aspekt einer ‚leitliniengerechten‘ Kontrolluntersuchung auch eine individuelle psychosoziale Betreuung von Patienten und Angehörigen gewährleistet. Hierbei zeigt die vorliegende Arbeit Möglichkeiten auf, wie eine solche psychosoziale Betreuung gelingen kann und dadurch kurativ behandelten Lungenkarzinompatienten und deren Angehörigen langfristig zu einer besseren Lebensqualität verholfen werden könnte. Vorschläge hierfür sind bspw. eine regelmäßige Erfassung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patient und Angehörigem mit Hilfe geeigneter Fragebögen und gegebenenfalls eine Überweisung zur psychoonkologischen Mitbehandlung. Weiterhin bspw. aber auch eine Optimierung der strukturellen Rahmenbedingungen, die einen konstanten Arzt-Patienten-Angehörigen-Kontakt und eine daraus gewachsene Vertrauensbeziehung ermöglichen
Palliativ- und Supportivbedarf bei ambulanten Strahlentherapie-Patienten – eine prospektive Querschnittsuntersuchung
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