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Die IEC 62443 aus Planer- und Betreibersicht
Die IT-Sicherheit in Produktionsanlagen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Statistiken bestätigen eine verschärfende Bedrohungslage auch im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik.
Die Europäische Union fordert künftig bestimmte Mindeststandards für Anlagen im Bereich der kritischen Infrastruktur über die NIS-2-Richtlinie. Planer und Betreiber von Produktionsanlagen sind demnach gefordert, die IT-Sicherheit ihrer Produktionsanlagen (im Weiteren OT-Security genannt) zu adressieren und systematisch in ihre Prozesse zu integrieren.
Die Normreihe IEC 62443 wurde speziell auf die Anwendung in Produktionsanlagen konzipiert und berücksichtigt daher die Anforderungen, welche sich aus einer industriellen Echtzeitumgebung ableiten. Die Norm definiert neben Anforderungen an die Hersteller von Automatisierungskomponenten auch Anforderungen an Planer und Betreiber von Automatisierungssystemen. Dieses Dokument widmet sich im Schwerpunkt der Rolle der Planer und Betreiber im OT-Security-Prozess.
Nach einer Abgrenzung der OT-Security und der IT-Security in Kapitel 2 folgt in Kapitel 3 zunächst eine Einführung in die Norm IEC 62443. Kapitel 4 beschreibt dann die Aufgaben des Anlagenplaners. Hier wird unter anderem auf die Aufgaben des Anlagenplaners wie z. B. die Erstellung einer Risiko- und Bedrohungsanalyse sowie die Definition eines Defense-in-Depth-Konzeptes eingegangen. In Kapitel 5 folgen dann die Aufgaben des Anlagenbetreibers (engl. Asset Owner). Zu diesen Aufgaben gehören z. B. der Aufbau eines Information-Security-Management-Systems (ISMS), Erstellung und Wartung eines Asset-Inventories und das Einspielen von Software-Aktualisierungen (Patch-Management)
JSXGraph-Based Exercises in Moodle STACK
Digital assessments in graph theory often resort to static images, offering neither interactivity nor variation between students. This thesis closes that gap by extending Moodle’s STACK plugin with JSXGraph visualisation and Maxima-based evaluation to deliver fully interactive, randomised exercises for Depth-First Search, Breadth-First Search, Dijkstra’s, and Kruskal’s algorithms.
The system operates in five steps: (1) teachers specify controllable random-seed parameters; (2) Maxima constructs a tailored graph; (3) the graph is rendered live in the browser via JSXGraph; (4) students manipulate nodes and edges to express their solution; and (5) STACK evaluates the submission with algorithm-aware Maxima scripts, returning immediate feedback.
A unifying input-capture layer means the same workflow supports all four algorithms, and a custom evaluation engine simulates each student’s logic to verify correctness. Pilottests with dozens of randomly generated instances confirm reliable grading and highlight the framework’s scalability. The work demonstrates how symbolic computation and client-side interactivity can be combined to raise both pedagogical value and assessment fidelity in digital learning environments
Verdeckte Rationierung in der Pflege: Ursachen und Konsequenzen von unerledigten Pflegeleistungen : Ethische Reflexion und Empfehlungen
Hintergrund: Verdeckte Rationierung—nicht erbrachte oder unvollständige pflegerische Leistungen unter ökonomischem Druck und Fachkräftemangel—stellt eine wachsende Herausforderung im Gesundheitswesen dar.
Ziel: Die Empfehlung der PEK-NDS identifiziert Ursachen, Folgen und ethische Herausforderungen verdeckter Rationierung und entwickelt evidenzbasierte sowie ethisch fundierte Handlungsempfehlungen.
Methoden: Aufbauend auf realitätsnahen Fallszenarien, einem Überblick über nationale und internationale Studien zur missed nursing care und einer ethischen Reflexion anhand etablierter Standards (z. B. ICN-Ethikkodex) werden strukturelle, organisationale und individuelle Einflussfaktoren analysiert.
Ergebnisse: Pflegefachpersonen sind in hohem Maße betroffen und erleben regelmäßig Situationen, in denen notwendige Pflegeleistungen nicht erbracht werden können. Dies führt zu moralischem Stress, gesundheitlichen Belastungen und Risiko einer Deprofessionalisierung. Strukturelle Rahmenbedingungen – ökonomische Steuerung, Personalmangel – begünstigen verdeckte Rationierung. Die Verantwortung darf nicht einseitig bei Pflegekräften verbleiben.
Schlussfolgerung: Notwendig ist eine multi-levelethische Strategie: Transparenz schaffen, organisationsethische Verantwortung stärken und Aus- bzw. Weiterbildung fördern. Nur so lässt sich eine fachlich angemessene, faire und ethisch reflektierte Pflegepraxis unter knappen Ressourcen sichern
Nachtraining eines Tesseract-Modells für die Digitalisierung der „Zeitung für Norddeutschland“ an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek
Zur Volltexterstellung historischer Drucke haben Bibliotheken lange Zeit auf den kommerziellen OCR-Anbieter ABBYY zurückgegriffen. Durch den Einsatz neuronaler Netze bei der automatischen Texterkennung können Open-Source-Programme wie Tesseract ebenso gute und sogar bessere Erkennungsraten erzielen. Dafür werden Schriftmodelle benötigt, die auf die typografischen Eigenarten historischer Drucke spezialisiert sind. Die Universitätsbibliothek Mannheim hat das Modell german_print_20 entwickelt, das für Drucke des 15. bis frühen 20. Jahrhunderts konzipiert ist. Im Rahmen der Digitalisierung der Zeitung für Norddeutschland an der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek wird untersucht, ob dessen Texterkennungsrate durch ein werkspezifisches Nachtraining signifikant verbessert werden kann. Dafür werden verschiedene Modellvarianten erzeugt sowie ein Wörterbuch zusammengestellt und in die Modelle integriert. Für die Erstellung der benötigten Ground-Truth-Dateien wird ein universeller Workflow entwickelt, um german_print_20 für zukünftige Digitalisierungsprojekte effizient modifizieren zu können. Bei der anschließenden Evaluation der OCR-Ergebnisse werden die Metriken zur Bewertung der Text- und Layoutqualität hinsichtlich ihrer Aussagekraft bewertet. Es zeigt sich, dass Tesseract in Kombination mit german_print_20 eine adäquate Alternative zu ABBYY darstellt. Ein spezielles Nachtraining zur Erweiterung des Zeichenvorrats ist einem Training zur allgemeinen Verbesserung der Texterkennung vorzuziehen. Die bessere Textqualität und die kostenfreie Nutzung wiegen Schwächen in der Layouterkennung auf
Ethical challenges in research involving children affected by armed conflict
Studies examining the impact of armed conflict on children's lives must confront a variety of ethical challenges, which may arise at any point in the research process and often in unexpected ways. Procedural ethics is therefore not sufficient, needing to be complemented by ethics in practice. Drawing on a critical analysis of power inequities in research carried out with conflict-affected children, this article proposes a reflexive, care-ethical approach to dealing with “ethically important moments” in research practice. It discusses how core principles of research ethics—such as informed consent, harm prevention and reciprocity—can be implemented when working with children in conflict settings as well as the respective challenges this may imply. It is argued that reflexivity based on care ethics is a collective practice involving not only researchers but also participants and other relevant actors alike
Collecting, Sifting, Sorting : The Contribution of Reflective Film to Attitude Formation in Social Work Studies
Für die Bildung einer professionellen Haltung im Studium der Sozialen Arbeit sind neben der Vermittlung von Wissen und Können Räume der Reflexion und des Dialogs zu schaffen. Das neu entwickelte Konzept des reflective film bietet ein hierfür geeignetes Lehr-Lern-Konzept, das an die digitale Transformation und die alltägliche Medienpraxis Studierender anknüpft und auf dem kunstpädagogischen Konzept der Ästhetischen Forschung aufbaut. Der Dreischritt des Sammelns, Sichtens und Sortierens von Material ist die in der Erstellung von Kurzfilmen angewendete Grundbewegung. Diese Art der Filmpraxis zeichnet sich durch Niedrigschwelligkeit aus und ist daher für den Einsatz an der Hochschule gut geeignet. Der reflective film ermöglicht auf besondere Weise die für die Haltungsbildung notwendige Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Überzeugungen und Werten und die Reflexion derselben. Der vollzogene dialogische Reflexionsprozess selbst kann im reflective film auf eine künstlerische Art dargestellt werden und so im Ergebnis auch andere zur Auseinandersetzung anregen. Der Beitrag stellt beispielhaft die gewinnbringende Verknüpfung von ästhetischen mit empirischen Forschungsmethoden in einem Praxisforschungsprojekt zur Hospizarbeit an der Hochschule Hannover dar und erläutert weitere Implikationen für die Lehre der Sozialen Arbeit.In addition to imparting knowledge and skills, spaces must be created for prospective social workers to develop a professional attitude during their studies. These should be characterised by reflection and dialogue. The newly developed concept of reflective film offers a suitable teaching-learning concept which ties in with digital transformation and the everyday media practice of students. It is based on the art education concept of aesthetic research. The three-step process of collecting, sifting and sorting material is the basic movement used in this kind of short films. This type of film practice is characterised by its low threshold and is therefore well suited for use at the university. In a special way, reflective film makes it possible to engage with and reflect on one's own and others' convictions and values, which is necessary for attitude formation. The dialogue-based reflection process itself can be presented in the reflective film and thus also inspire others to engage with it. The article presents an example of the profitable combination of aesthetic and empirical research methods in a practical research project on hospice work at Hannover University of Applied Sciences and Arts and explains further implications for the teaching of social work
Performative Integrität : Wie Studierende akademische Authentizität durch KI-Aneignungsrituale konstruieren
Diese qualitative Studie untersucht, wie Studierende im Spannungsfeld zwischen technologischer Effizienz und akademischer Integrität navigieren. Auf Grundlage der Grounded-Theory-Methodologie wurden fünf leitfadengestützte Interviews analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Studierende eine „performative Integrität“ entwickeln – akademische Authentizität wird nicht mehr durch Regelbefolgung, sondern durch individuelle Aneignungsrituale konstruiert. Der identifizierte „Ambivalenz-Zyklus“ (Effizienzdruck → Identitätskrise → ethische Reparatur → neue Normalität) erklärt die persistente emotionale Spannung, die mit der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Hochschulkontext einhergeht. Drei zentrale Erkenntnisse emergieren: (1) Authentizität wird als prozessuale Auseinandersetzung verstanden, (2) Integrität erscheint als graduell abstufbares Spektrum, (3) Transparenz wird performativ praktiziert. Die Theorie bietet Hochschulen empirisch fundierte Impulse für eine differenzierte Integration generativer KI – jenseits binärer Verbots-/Erlaubnis-Logiken
A Strategy for Anonymizing Free-Text Medical Reports Using LLM-Aix
To develop a decision support system for pediatric cardiology case conferences, the anonymization of 4,000 freetext medical case reports is required. This paper presents an anonymization strategy using LLM-AIx, a tool for structured information extraction based on large language models (LLM). The three-step process involves automatic extraction of personally identifiable information (PII) from the reports, evaluation of the results against a manually annotated ground truth, and replacement of identified PII with surrogate values, including controlled date shifting. Initial tests with six example reports revealed challenges regarding handling multiple attribute occurrences and consistent replacements. Future work will focus on full pipeline implementation and mapping clinical information to standardized terminologies such as SNOMED CT
Proceedings of the 4th OPU-HsH Japanese-German Symposium 2025 : An experimental learning program that merges cutting-edge technology with traditional craftsmanship
Proceedings of the OPU-HsH symposium on Industry 4.0 and Society 5.0. The symposium was held on February 14th 2025 in Okayama, Japan with members of the Okayama Prefectual University and the Hochschule Hannover. It was sponsored by the Sakura Science Program of Japan
Abschlussbericht zum Forschungssemester "Nachhaltigkeitsorientierte Produktgestaltung mit der Unterstützung von PDM"
Der vorliegende Abschlussbericht entstand im Rahmen von zwei halben Forschungssemestern (WS 23/24 & SS24).
Zunächst wird die Definitionshistorie des Begriffs „Nachhaltigkeit“ vorgestellt. Einen zentralen rechtlichen Rahmen bildet der „European Green Deal“. Dieser beinhaltet eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, welche den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft regulatorisch begleiten sollen (z.B. Ecodesign for sustainable products regulation, ESPR). In Deutschland wurde die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedet, die u.a. die Produktgestaltung für Zirkularität und Langlebigkeit beinhaltet.
Unter Berücksichtigung der Kreislaufwirtschaft werden recyclinggerechte Gestaltungsrichtlinien vorgestellt, wobei die Modulbauweise und die Werkstoffwahl zwei wesentliche Beeinflussungsaspekte darstellen. Am Beispiel von Fahrrädern werden exemplarisch die Werkstoffe des Rahmens und der Reifen analysiert.
Die bei der Produktgestaltung entstehenden Daten müssen zentral verwaltet werden. Hierfür bieten sich Produkt Daten Management (PDM)-Systeme an, bei denen der Anwendungsbereich auf der Organisation, Zentralisierung, Synchronisierung und Verwaltung von Produktdaten, insbesondere in der Konstruktions- und Entwicklungsphase liegt. Auch hier werden am Beispiel von Fahrrädern Unterstützungsmöglichkeiten für eine nachhaltigkeitsorientierte Gestaltung durchleuchtet und anschließend in Teilbereichen umgesetzt. Es wurde mit dem System Teamcenter von Siemens gearbeitet. Die genutzte digitale Repräsentanz des Fahrrads besteht aus Standard-Modulen, varianten und optionalen Modulen, in Form einer 150%-Stückliste.
Es hat sich gezeigt, dass PDM-Systeme (innerhalb einer PLM-Strategie) die nachhaltigkeitsorientierte Produktgestaltung unterstützen können. Das zentrale Datenmanagement kann mit nachhaltigkeitsrelevanten Anwendungen wie der Stücklistenverwaltung und dem Materialmanagement verknüpft werden. Darüber hinaus existieren „Sustainable Costing“-Lösungen, die es ermöglichen, Informationen aus Lieferantennetzwerken sowie Umweltdatenbanken zu nutzen.
Sowohl in der europäischen Ökodesign-Verordnung als auch in der NKWS wird der digitale Produktpass (DPP) als zentrales Element der Zukunft aufgeführt. Hierbei handelt es sich um einen Datensatz, der die Komponenten, Materialien und chemische Substanzen oder auch Informationen zu Reparierbarkeit, Ersatzteilen oder fachgerechter Entsorgung für ein Produkt zusammenfasst. Durch den DPP gewinnen PDM-Systeme weiter an Bedeutung, da die Stücklistenverwaltung als Träger aller relevanten Komponenteninformationen zusammen mit dem Materialdatenmanagement ein wesentlicher Baustein für den DPP ist.
Im Ausblick wird u.a. ein unternehmensübergreifender Technologie-Demonstrator von Siemens mit Partnern vorgestellt