Zeitschriftenserver von Hamburg University Press Verlag der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Not a member yet
1771 research outputs found
Sort by
Geschlechtliche Vielfalt und Nichtbinarität in wissenschaftlichen Texten
Der Beitrag untersucht, mit welchen forschungsethischen, methodischen sowie sprachlichen Mitteln in Forschungen nichtbinäre und genderqueere Geschlechtlichkeiten sensibel dargestellt werden können, um normativ nicht-intelligible Geschlechter in eine wissenschaftssprachliche Praxis zu überführen.This article examines which research-ethical, methodological and linguistic means can be used to adequately and sensitively represent non-binary and genderqueer genders in scientific research in order to transfer normatively non-intelligible genders into a scientific linguistic practice
Abtreibung in Deutschland als kulturelle Praxis – erste Zugänge
In diesem Beitrag stelle ich meine ersten Berührungspunkte mit dem Feld ›Abtreibungen‹ in Deutschland vor. Neben der kulturanthropologischen Forschung und gesellschaftlichen Relevanz des Themas werden potenzielle Forschungsfragen im Rahmen meiner Masterthesis und weitere Schritte präsentiert.This paper introduces my first points of contact with the research field of abortions in Germany. In addition to the cultural anthropological research and social relevance of the topic, initial research questions in context of my master\u27s thesis and further steps are presented
Die Darstellung homosexueller Männer in der Datingshow ›Prince Charming‹
Mit ›Prince Charming‹ stehen zum ersten Mal homosexuelle Männer im Fokus einer Datingshow in Deutschland und erfahren auf diese Weise mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft. Diese Arbeit untersucht, wie die Community dies online bewertet und welche Kritik an der Serie angebracht wird.The reality show ›Prince Charming‹ is the first show where homosexual men have been the focus of a dating show in Germany and have thus gained more visibility in society. This paper examines how the community views this and what criticism is leveled at the series via online forums
Stilometrische Annäherungen an den italienischen Petrarkismus
Wenige Autoren haben die europäische Lyrik so geprägt wie Francesco Petrarca (1304-1374). Das liegt vor allem an dem poetischen Stil von Petrarcas wichtigstem Text in italienischer Sprache, einer Sammlung von Liebesgedichten mit dem Titel Canzoniere, die über Jahrhunderte zu einem bedeutenden poetischen Modell für die europäische Lyrik wurde. Petrarcas Einfluss auf die europäische Literatur wird in der Forschung oft mit dem Ausdruck „Petrarkismus“ bezeichnet, allerdings ist die genaue Definition des Begriffs nach wie vor umstritten. Ein Grund dafür mag sein, dass nur wenige Untersuchungen zum Petrarkismus ein größeres Textkorpus in den Blick nehmen. Die Analyse eines umfassenden Korpus petrarkistischer Dichtung könnte allerdings nicht nur existierende Definitionen auf breiterer Basis erproben, sondern ferner einen quantitativ fundierten Beitrag zum besseren Verständnis des Petrarkismus leisten.
Der vorliegende Beitrag untersucht ausgehend von bestehenden Erklärungsansätzen des Petrarkismus ein Korpus aus 55 italienischen Gedichtsammlungen mittels digitaler stilometrischer, Kookkurrenz- und Netzwerkanalysen.Few authors have shaped the history of European poetry as much as Petrarch (1304-1374). This is largely due to the poetic style of his most important Italian text, a collection of love poems entitled Canzoniere, which became an important poetic model for centuries. Scholars usually use the word “Petrarchism” to refer to Petrarch’s influence on the literary landscape, although the exact definition of the term continues to be under discussion. One reason for this may be the fact that few studies of Petrarchism focus on a larger corpus of texts. The analysis of a comprehensive corpus of Petrarchan poetry, however, could not only offer the possibility of testing existing definitions on a larger basis, but furthermore make a quantitatively sound contribution to a better understanding of Petrarchism.
Drawing on existing definitions of Petrarchism, this paper examines a corpus of 55 Italian poetry collections using digital stylometric, co-occurrence, and network analyses
Rainer Voigt, ed., Studies in Honour of Enno Littmann: Akten der III. Internationalen Enno-Littmann-Konferenz, 1.–4. April 2009, Berlin
Revie
›Revenge‹ as Affective Assemblages? Emotions, Narratives and Social Relationships from Ethnographic Perspectives
Der Aufsatz basiert auf einer ethnografischen Masterarbeitsforschung aus den Jahren 2020 und 2021, in der über 20 leitfadengestützte Interviews, informelle Gespräche, Zeitungsartikel und Populärkultur (Ratgeberliteratur, Podcasts und Forenbeiträge) analysiert wurden. Anhand ethnografischer Fallbeispiele wird rekonstruiert, wie das Assemblage-Konzept als fruchtbare kulturanalytische Perspektive genutzt werden kann, um die biografischen Rachegeschichten und ihre Argumentations-, Rechtfertigungs- und Plausibilisierungsstrategien zu deuten. Dieser Beitrag fragt also danach, wie sich die affektive Assemblage ›Rache‹ konstituiert und was dieser Forschungszugang für die empirisch-kulturwissenschaftliche Analyse von Emotionen und Affekte in sozialen Nahbeziehungen bieten kann, auch wenn diese beschädigt sind oder gar nicht mehr existieren.This paper is based on an ethnographic master\u27s thesis research from 2020 and 2021 for which more than 20 guided interviews, informal conversations, press material and popular culture such as advice literature, podcasts or blogs were analyzed. Ethnographic case studies are used to reconstruct how the assemblage concept can be utilized as a productive cultural analytical perspective to interpret the biographical revenge stories, narratives and argumentation strategies contained in them. This paper therefore asks how the affective assemblage ›revenge‹ emerges and what this research approach can offer for the analysis of emotions and affects in social relationshops in cultural anthropology even though they have been damaged and no longer exist
Diskussion des Beitrags von Gabi Reinmann „Was macht Design-Based Research zu Forschung? Die Debatte um Standards und die vernachlässigte Rolle des Designs“
XYDer Beitrag nimmt einen Beitrag von Reinmann auf und unterzieht ihn einer kritischen Würdigung. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Bedeutung von Standards zur methodologischen Kennzeichnung eines Paradigmas wie „Design-Based Research“
Der Einfluss der Black Lives Matter-Bewegung auf die frankophone Toponymie: Fallbeispiele aus Belgien, Frankreich, Québec, dem Senegal und der Côte d’Ivoire
Die insbesondere seit 2020 international wirksame Black Lives Matter-Bewegung konnte ohne Zweifel eine kritische Reflexion über rassistische Begebenheiten anregen. Doch nicht nur politisch motivierter Rassismus oder alltägliche rassistische Handlungen stehen im Fokus der Black Lives Matter-Bewegung, sondern auch die sprachliche Manifestierung von Rassismus. Aus onomastischer Perspektive ist nun die Tatsache interessant, dass immer mehr Ortsnamen in den Mittelpunkt der kritischen Debatte rücken. Es handelt sich hierbei um Namen, deren Signifikant für viele Rezipient:innen eine rassistische Konnotation aufweist. Als Beispiele seien der Brüsseler Tunnelname Leopold II Tunnel, der senegalesische Verkehrsplatzname Place de l’Europe oder das Québecer Hydronym Rivière du Nègre genannt. Wie die toponymischen Beispiele verdeutlichen, wird die rassistisch empfundene konnotative Bedeutung über die an die europäische Kolonialzeit assoziierten Namenbestandteile oder über die Transparenz von bestimmten Lexemen wie z.B. nègre transportiert.
Der vorliegende Beitrag setzt sich zum Ziel, eine erste Bestandsaufnahme zur Debatte über rassistisch konnotierte Toponyme in frankophonen Räumen zu präsentieren. Im Mittelpunkt der Darstellungen sollen zunächst die als rassistisch empfundenen Ortsnamen identifiziert werden. Im Anschluss daran werden erfolgte und in der Diskussion stehende Umbenennungsprozesse in der europäischen und außereuropäischen Frankophonie beschrieben. Hierzu werden Fallbeispiele aus Kanada/Québec, Belgien, Frankreich, aus dem Senegal und aus der Côte d’Ivoire berücksichtigt.The Black Lives Matter movement, which has been effective (on an international level) since 2020, has been able to stimulate critical reflection on racist incidents. However, not only politically motivated racism or everyday racist acts are in the focus of the Black Lives Matter movement, but also the linguistic manifestation of racism. As far as onomastic issues are concerned, it is noteworthy that more and more place names are in the focus of critical debates. These are names whose signifier has a racist connotation for many speakers. Examples are the Brussels tunnel name Leopold II Tunnel, the Senegalese street name Place de l’Europe or the Québec hydronym Rivière du Nègre. As the toponymic examples illustrate, the racially perceived connotative meaning is conveyed via the name components associated with the European colonial period or via the transparency of certain lexemes such as nègre.
This article aims to present a first inventory on the debate about toponyms with racist connotations in francophone spaces. The presentations will first focus on the identification of toponyms that are perceived as racist. Subsequently, renaming processes that have taken place and are under discussion in European and non-European Francophonie will be described. For this purpose, case studies from Canada/Québec, Belgium, France, Senegal, and the Côte d’Ivoire will be considered
Editorial: Der Fall Kabuls 2021: Hintergründe, Effekte, Resonanzen. Eine Sonderausgabe (nicht nur) für die interessierte Öffentlichkeit
Nach Jahrzehnten der Instabilität erschütterte Afghanistan im Spätsommer 2021 ein neuerlicher und zugleich tragisch wohlbekannter Umbruch: Die Taliban übernahmen die Macht. Scheinbar brauchten sie dafür nur wenige Tage, tatsächlich kündigte sich der Fall Kabuls aber schon weit vorher an. Um genauer zu verstehen, wie das passieren konnte, braucht es detaillierte und zuverlässige Einblicke: Wie sehen Menschen aus Afghanistan die Situation – vor Ort und im Ausland? In welcher Lebenswirklichkeit fanden und finden die jüngsten Entwicklungen statt? Welche religiösen und sozialen Hintergründe treiben die Taliban an? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die vorliegende Sonderausgabe. Sie versammelt Beiträge, die die Hintergründe, Effekte und Resonanzen des Falls von Kabul 2021 verständlich beschreiben und einordnen.
Die Artikel helfen etwa dabei, „die“ Taliban differenzierter zu verstehen, sie erzählen vom Alltag in afghanischen Kleinstädten, vom Einsatz als Soldat in Afghanistan und von Familien, die seit Generationen auf der Flucht sind. Damit möchte das Heft einerseits dazu beitragen, eines der weltpolitisch wichtigsten Ereignisse der 2020er-Jahre zu verstehen. Andererseits zeigt es, dass jeweils aktuelle ethnologische Arbeiten zu Afghanistan immer auch ein anschauliches Bild davon zeichnen, wo die Ethnologie als gesamtes Fach gerade steht (Monsutti 2013).
Die Sonderausgabe richtet sich nicht etwa nur an Fachkolleg:innen, die relevante und zugleich leserfreundliche Fachartikel schätzen, sondern besonders auch an Nichtethnolog:innen, die sich für Afghanistan interessieren. Der Mittelteil enthält das Kernstück dieses Hefts: Acht Texte verschiedener Afghanistan-Expert:innen. Das Editorial zu Beginn und das Nachwort am Ende des Hefts machen Vorschläge, in welchen Gruppierungen man die Artikel im Mittelteil lesen kann, um sich jeweils über unterschiedliche Haupt- und Querschnittsthemen zu informieren. Im Anhang findet sich ein kurzer Abriss wichtiger historischer Ereignisse in Afghanistan, der hilft, die Kontexte der Artikel zu verstehen
Testimonial Photography and Thinking through Violence – ‘we do not eat fruit because our garden was burnt’
Two weeks prior to the complete withdrawal of the United States/NATO troops from Afghanistan on 30 August 2021, the Taliban took over the country. Focusing on the airport scene, the media presented a picture of chaos and volatility, caused by the failure of the US-trained Afghan military force to protect the people. Barely any mention was made of how women sustain their families and communities in everyday life, a site of my ethnographic research conducted in the fall of 2008 and 2009, respectively. To acknowledge women’s survival strategies, I focus on testimonial photography, a genre that recognises that the past is present and can be collectively recalled through photographs. Photographs have their own language, motivating us to imagine alternative ways of being. Layered reading of images allows unacknowledged violence to come to light. Viewers are then motivated to engage into critical reflection