Zeitschriftenserver von Hamburg University Press Verlag der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
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Was macht Design-Based Research zu Forschung? Die Debatte um Standards und die vernachlässigte Rolle des Designs: Die Debatte um Standards und die vernachlässigte Rolle des Designs
Vorläufiges Abstract:
Zunächst werde ich die zentralen Begriffe beziehungsweise Konzepte klären, die das Thema des Textes ausmachen: Ich stelle in aller Kürze die wichtigsten Charakteristika von DBR vor (Abschnitt 2.1) und beleuchte knapp Herkunft und Bedeutung des Begriffs Standard in der Wissenschaft (Abschnitt 2.2). Daran anschließend werden typische wissenschaftliche Standards erörtert, die ihre Wurzeln im Ideal naturwissenschaftlichen Forschens haben, oft aber disziplinübergreifend eingefordert werden (Abschnitt 3.1). Das führt nicht selten dazu, dass der Diskurs um Standards implizit oder explizit einen Streit um (Definitions-)Macht beinhaltet; exemplarisch lässt sich das an der Qualitativen Sozialforschung zeigen (Abschnitt 3.2). Ein Ausweg aus der typischen Streitspirale könnte die Unterscheidung von zwei Ebenen für die Bestimmung von Standards sein: eine Ebene, auf der man die Wissenschaftlichkeit eines Forschungsansatzes generell feststellt (Abschnitt 4.1), und eine Ebene, auf der man sicherstellt, dass ein Forschungsansatz seiner Spezifität, im Falle von DBR dem Design, gerecht wird (Abschnitt 4.2). Auf beiden Ebenen werde ich einige Vorschläge für DBR zur Diskussion stellen. Dabei bleiben allerdings Spannungsmomenten nicht aus: einerseits zwischen Research und Design, den beiden Begriffen, die DBR konstituieren und die sich in den beiden Ebenen spiegeln (Abschnitt 5.1), andererseits zwischen einzelnen Standards unabhängig von ihrer Ebenen-Zugehörigkeit (Abschnitt 5.2). Ein kurzer Ausblick schließt den Beitrag ab (Abschnitt 6).Design-Based Research (DBR) finden in den Bildungswissenschaften zunehmend Anwendung. Die Frage, welche wissenschaftlichen Standards für DBR geeignet sind, wird vor diesem Hintergrund drängender. Der Beitrag stellt auf den beiden Ebenen Wissenschaftlichkeit und Designangemessenheit Standards zur Diskussion, die den Besonderheiten von DBR gerecht werden wollen. Standards werden hier als Orientierung und Basis für konkrete Regel oder Kriterien verstanden, die unter anderem dazu beitragen, DBR lehrbar und lernbar zu machen. Eine besondere Bedeutung kommt den Spannungsmomenten zwischen verschiedenen Ansprüchen an DBR zu, die allerdings als konstituierend für diesen methodologischen Rahmen verstanden werden. Meta-Standards sind eines der Desiderate des Textes, der eine kritisch-konstruktive Diskussion um Standards für DBR anstoßen möchte
Kommentar zu „Was macht Design-Based Research zu Forschung? Die Debatte um Standards und die vernachlässigte Rolle des Designs“ von Gabi Reinmann
Der Kommentar nimmt Stellung zu einem Beitrag von Gabi Reinmann über Qualitätskriterien des design-based research (DBR) in der Bildungsforschung. Er stellt "iterative Forschungsdesigns" infrage, die häufig als zentrales Merkmal von DBR betrachtet werden. Als charakteristisch für gestaltungsorientierte Bildungsforschung wird dagegen eine bestimmte Akteurskonstallation dargestellt, bei der Bildungsforschung und -praxis - vor dem Hintergrund ihrer eigenen Referenzsysteme - zusammenwirken, um ein lokales Bildungsanliegen mit einem allgemeinen Forschungsinteresse zu koppeln.Der Kommentar nimmt Stellung zu einem Beitrag von Gabi Reinman über Qualitätskriterien des design-based research (DBR) in der Bildungsforschung. Er stellt "iterative Forschungsdesigns" infrage, die häufig als zentrales Merkmal von DBR betrachtet werden. Als charakteristisch für gestaltungsorientierte Bildungsforschung wird dagegen eine bestimmte Akteurskonstallation dargestellt, bei der Bildungsforschung und -praxis - vor dem Hintergrund ihrer eigenen Referenzsysteme - zusammenwirken, um ein lokales Bildungsanliegen mit einem allgemeinen Forschungsinteresse zu koppeln
Mehr Sex an der Uni – ein Plädoyer
Der Beitrag ist ein kurzes Plädoyer für die (kultur-)wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Sexualität und weiteren identitätsstiftenden Praktiken an und in Universitäten.The paper argues in favor of sexuality studies in academia and advocates for more sex at and in universities
Von ›besseren Kindern‹ und pränataldiagnostischen Verunsicherungen – Perspektiven Schwangerer auf den NIPT
In dieser ethnographischen Feldforschung zum nicht-invasiven pränatalen Bluttest (NIPT) kommen Schwangere selbst zu Wort. Die verunsichernden Erfahrungen in der konkreten Entscheidungssituation prägen Vorannahmen zu (womöglich behinderten) Föten sowie einen feldeigenen Begriff von Sicherheit.In this ethnographic field study about non-invasive prenatal testing (NIPT) pregnant women speak for themselves. The unsettling experiences in the direct situation of decision-making shapes biased perspectives on the (potentially disabled) fetus and a field specific understanding of safety
Cruising-Orte. Eine historische Spurensuche
Cruising bezeichnet die Suche nach potenziellen Geschlechtspartner:innen mithilfe von semantischen Codes und nonverbaler Kommunikation in semi-öffentlichen Räumen. Dieser Artikel fragt, wie genau diese Räume aussehen und welche konkreten Umstände und Bedingungen sie zu Cruising-Orten werden lassen.Cruising refers to the search for potential sex partners in semi-public spaces with the help of semantic codes and non-verbal communication. This article explores the question of what exactly these spaces look like and what concrete circumstances and conditions make them cruising places
Novelas originales y americanas: A Digital Analysis of References to Identity in Subtitles of Spanish American 19th Century Novels
In der vorliegenden digitalen Analyse hispanoamerikanischer Romane des 19. Jahrhunderts aus Mexiko, Argentinien und Kuba werden Zusammenhänge zwischen literarischen Texten, Identitätskonstitution und Gattungen untersucht. Berücksichtigt werden die Untergattungen der Texte sowie ihre Funktion für die Herausbildung kollektiver Identitäten. Hierzu werden Identitätsbezüge in den Untertiteln der Romane als Ausgangspunkt herangezogen. Insbesondere werden die Bezeichnung als “novela original” sowie Identitätsbezüge durch die Begriffe “novela americana”, “novela mexicana”, “novela argentina” und “novela cubana” analysiert. Es lässt sich feststellen, dass jede Art von Identitätsroman, d. h. Romane, die sich im Untertitel explizit auf einen sprachlichen, kulturellen oder nationalen Kontext beziehen, spezifische Eigenschaften aufweist. Es gibt keine einheitliche Gattung, Thema oder Stil, um Identität zu repräsentieren oder zu konstituieren; vielmehr weist jeder Fall spezifische Formen auf. Dieses Ergebnis deckt sich mit Ergebnissen aus der Gedächtnisforschung (memory studies) zu identitätsstiftenden Erzählungen.Relationships between literary texts, identity constitution, and genre are explored in this digital analysis of 19th century Spanish American novels from Mexico, Argentina, and Cuba, of their subgenres, and their function in the formation of collective identities, starting from references to identity which were found in the subtitles of the novels. In particular, the label “novela original”, as well as identity references that can be subsumed under the terms “novela americana”, “novela mexicana”, “novela argentina”, and “novela cubana” are analyzed. It is found that each type of identity novel, that is, novels with explicit references to a linguistic, cultural, or national context in their subtitle, has its own characteristics. There is not the one genre, theme, or style that serves to represent and constitute identity, but there are forms that are specific for each case, a result which corresponds with findings from memory studies on group-defining stories
La transformación digital en la investigación y en las bibliotecas especializadas en América Latina y el Caribe: Retrodigitalización, objetos de origen digital, datos de investigación
The digital transformation of content, working methods and tools in research is presenting libraries with ever new challenges. They have to meet the different needs of researchers with specific electronic information and new digital services.
In the context of research focused on Latin America and the Caribbean, the supply of digital information resources can be realized thanks to numerous platforms from and about the region that provide information either in open access or for a fee. The management and securing of digital research data, on the other hand, is still more complicated, since the producers of research data have to choose between the repositories of the respective institutions or countries and the disciplinary repositories in the international field. Therefore, a central organization and provision of research data on Latin America and the Caribbean until now does not exist.
Against this background, it is the task of researchers and librarians in a joint exchange to coordinate the supply of information and sustainable research data management with the specific needs of the scientists and to develop new digital services.La transformación digital de los contenidos, los métodos de trabajo y las herramientas de la investigación plantea a las bibliotecas retos cada vez más importantes. Tienen que satisfacer las diferentes necesidades de los investigadores con información electrónica específica y nuevos servicios digitales.
En el contexto de la investigación centrada en América Latina y el Caribe, la oferta de recursos de información digital puede realizarse gracias a numerosas plataformas de y sobre la región que proporcionan información en acceso abierto o de pago. Por otro lado, la gestión y la seguridad de los datos digitales de investigación es aún más complicada, ya que los productores de datos de investigación tienen que elegir entre los repositorios de las respectivas instituciones o países y los repositorios disciplinarios en el ámbito internacional. Por lo tanto, hasta ahora no existe una organización y provisión central de datos de investigación sobre América Latina y el Caribe.
Por eso, es tarea de investigadores y bibliotecarios en un intercambio conjunto coordinar la oferta de información y la gestión sostenible de los datos de investigación con las necesidades específicas de los científicos y desarrollar nuevos servicios digitales.
En el proceso de desarrollo de las últimas décadas cada vez es más evidente la importancia del intercambio entre investigadores y bibliotecarios, coordinando y desarrollando requisitos y servicios de información.
Partiendo de las plataformas de publicación electrónica, los sistemas de información de revistas y las bibliotecas (digitales) alemanas e internacionales especializadas en América Latina y el Caribe, se presentarán diversas ofertas de información relevantes para la investigación sobre esta región y se contrastarán y discutirán estrategias y desafíos para estas ofertas
Porno im Wiederaufbau. Die Rezeption des Films »Die Sünderin« (1951) in Österreich
Willi Forsts Die Sünderin wurde 1951 in Österreich zum großen Filmskandal und von Kritiker:innen als Pornographie bekämpft – ohne Darstellung von Geschlechtsverkehr und mit nur einer kurzen Nacktszene. Was verstanden die Zeitgenoss:innen also unter Pornographie und wie interpretierten sie den Film?In 1951, Willi Forst’s The Sinner became a huge film scandal in Austria and was denounced as pornographic by critics – without showing sexual intercourse and with only one brief nude scene. What, then, did the contemporaries understand as pornography and how did they interpret the film
Ein Nachwort der DGEKW‑Studierendenvertretung
Der folgende Beitrag ist ein Nachwort der Studierendentagung.This paper functions as an epilogue