Zeitschriftenserver von Hamburg University Press Verlag der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
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Once Again on ʾbk wdm in Ethiopian Sabaic
In an article published in this journal in 2010, Norbert Nebes argued that ʾbk wdm is an apotropaic formula, which can be translated, for instance in the case of RIÉ 9, as ‘und Waddum ist dein (göttlicher) Vater als Schutz vor einem Widersacher’ (wʾbk wdm [b]n ʿtkm). In contrast, it is proposed here that ʾbk wdm continues the previous list of deity names, as already suggested in 1976 by Roger Schneider. Key to this argument is the distribution of the concluding prepositional phrases bn kl mrʿm, ‘from everyone who is malicious’, and bn ʿtkm, ‘from an adversary’, which only occur in inscriptions that have b-s¹qt, ‘by the protection of’. Thus, the following formula is proposed: b-s¹qt DN(s) bn X, ‘by the protection of divine name(s) from X’
Design-Based Research (DBR) als Research Through Design (RTD): Qualitätsstandards für RTD in der Hochschuldidaktik
Der Fokus des Beitrags liegt auf der Deutung von Design-Based Research (DBR) als eigenes Forschungsparadigma. Ich möchte zeigen, inwiefern DBR als Research Through Design (RTD) paradigmatischen Charakter hat und sich in dieser Form besonders für hochschuldidaktische Forschung eignet. Darauf aufbauend werde ich Qualitätsstandards vorschlagen, die spezifisch für DBR als RTD sind[1]. In meinem Vorgehen hin zu diesem Ziel spielt die designwissenschaftliche Forschung und deren Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen des Forschens einschließlich Fragen der Qualität eine zentrale Rolle. Auch in den Designwissenschaften existieren verschiedene Vorstellungen davon, welche Rolle Design in der Forschung spielen kann; RTD ist hier ebenfalls nur eine davon. In Verbindung mit der Auffassung, dass das Lehren (an Hochschulen) als Design bzw. Entwurfshandeln verstanden werden kann, hat die designwissenschaftliche Debatte um RTD, so die diesem Text zugrundeliegende These, nicht nur analoge, sondern auch direkte Relevanz für DBR in der Hochschuldidaktik. Mit dem resultierenden Vorschlag spezifizierter Qualitätsstandards für DBR als RTD in der Hochschuldidaktik möchte ich dazu beitragen, DBR in der Hochschulbildungsforschung zu etablieren, Forschenden in diesem Bereich eine Orientierung zu geben und DBR für den Kontext Hochschullehre besser lehrbar zu machen.Der Beitrag setzt sich mit Design-Based Research (DBR) als Research Through Design (RTD) auseinander. Unter Rückgriff auf designwissenschaftliche Literatur wird herausgearbeitet, inwiefern dies eine spezielle Deutung von DBR ist, die sich nicht ausschließlich, aber besonders für hochschuldidaktische Forschung eignet. Vorgeschlagen wird, DBR als RDT nicht als Variante der empirischen Bildungsforschung zu verstehen, sondern einen eigenen paradigmatischen Status zu geben. Folgt man diesem Vorschlag, ist es sinnvoll, eigene Qualitätsstandards für RTD zu bestimmen, was der Text für den Kontext der Hochschuldidaktik versucht. Der Beitrag führt die Arbeiten aus dem Special Issue von EDeR „Standards für DBR!? Eine Diskussion“ fort und postuliert fünf konsensfähige Kriterien für Wissenschaftlichkeit, die auf drei Dimensionen von RTD angewandt werden: die praktisch-verändernde, die empirisch-untersuchende und die theoretisch-ordnende Dimension.
Design-Based Research (DBR) as Research Through Design (RTD) is the subject of this article. With reference to the literature on design research, it is argued that this is a special interpretation of DBR. It is not exclusively, but particularly, appropriate for research in higher education. It is suggested that DBR as RDT should not be understood as a variant of empirical educational research but should be recognized as a paradigm in its own right. Following this suggestion, it makes sense to establish separate quality standards for DBR. The text attempts to do this for the context of higher education. The article continues the work of the special issue of EDeR "Standards for DBR! A Discussion" and postulates five consensual criteria for research, applied to three dimensions of RTD: the practical-changing, the empirical-examining, and the theoretical-ordering dimension
Einleitung: Unterlegene greifen zur Feder: Bauern als Schriftsteller (20./21. Jahrhundert)
Einleitung zum DossierIntroductio
Strukturieren, Dokumentieren, (Ab‑)Sichern. Effekte von Forschungsdatenmanagement in der ethnografischen Forschung
Der Beitrag thematisiert, wie Forschungsdatenmanagement die ethnografische (Feld-)Forschung verändern könnte. Im Mittelpunkt stehen dabei Verfahren der informierten Einwilligung und der Anonymisierung im Schnittfeld von Recht und Forschungsethik sowie neue Dokumentationsanforderungen vor allem im Zusammenhang mit der Aufbereitung von Forschungsmaterialien für die Nachnutzung.This article addresses how research data management could change ethnographic field research. It focuses on procedures of anonymization and informed consent as part of legal regulations and research ethics, as well as new documentation requirements, especially with regard to processing research materials for subsequent use
Mit Franz Kafka im Wachsfigurenkabinett des Dr. Caligari: Ein cinephiler Fancomic von SeSar und seine Funktion als Gedächtnisraum
Der vorliegende Text setzt sich mit den Comics von SeSar auseinander, in denen er cinephile Interessen mit Praktiken verbindet, die klassischerweise mit der Fankultur assoziiert werden. Anhand seiner Comics lassen sich deshalb bis heute in der wissenschaftlichen Wahrnehmung dominierende Unterschiede zwischen Cinephilen und Fans hinterfragen. Im Zentrum steht zu diesem Zweck das Fallbeispiel FK e il Dr. Caligari (1986), welches darüber hinaus auf seine Gedächtnis- beziehungsweise Archivfunktion hin untersucht wird und von einer im Zentrum der Cinephilie verorteten Erinnerungsarbeit zeugt.This paper explores the work of the Italian artist SeSar who combines in his comics cinephile interests with practices typically associated with fan culture. In doing so, he implicitly questions differences between cinephiles and fans that have dominated the scholarly perception so far. The focus is on FK e il Dr. Caligari (1986), which is discussed as a cinephilic fan comic. It functions as an externalised film memory or archive and, thus, highlights the specific kind of memory work that is located at the centre of cinephilia
Bilder, Musik und Lyrik in kolumbianischen Familiengedächtnissen: Die Verwobenheit intermedialer Erinnerungsfiguren bei H. Abad und T. González
Die kolumbianischen Schriftsteller Héctor Abad Faciolince und Tomás González inszenieren in ihrer Literatur bevorzugt die komplexen Prozesse des Erinnerns anhand von Familiengedächtnissen, wobei der Austausch der Erfahrungen von verschiedenen Medien und Erinnerungsfiguren abhängt. In ausgewählten Erzähltexten beider Autoren wird untersucht, inwieweit Kunstwerke anderer Gattungen, wie Gedichte, Bilder oder Lieder die Funktionen von Erinnerungsfiguren übernehmen. Da die Gedächtnisse der Familien über eine Vielzahl intermedialer Verweise im Spiel mit lyrischen, visuellen und auditiven Elementen vermittelt werden, ist schlusszufolgern, dass die Inhalte der dargestellten Gedächtnisse zwar in einem sozialen Nahhorizont verortet sind, durch diese Bezüge jedoch in eine kulturelle Dimension übertragen und als paradigmatisch für eine größere Gemeinschaft gesehen werden können.In their literature, Colombian writers Héctor Abad Faciolince and Tomás González preferably stage the complex processes of remembering through family memories, with the exchange of experiences depending on different media and memory figures. Selected narrative texts by both authors are examined to what extent artworks of other genres, such as poems, paintings, or songs, take on the functions of memory figures. Since the families\u27 memories are mediated through a multitude of intermedial references in the interplay of lyrical, visual and auditory elements, it can be concluded that the contents of the represented memories are located in a social near horizon, but through these references they can be transferred into a cultural dimension and seen as paradigmatic for a larger collective
Künste des Dazwischen als Künste der Transgression: Text-Bild-Relationen in Diana Salus cartas para ninguém
Diana Salus Text cartas para ninguém (2019) verbindet Lyrik, Comic, Autobiografie und Skizzenbuch. Das transversale Kreuzen gesellschaftlicher Rahmungen steht in besonderer Weise mit der Identität der Autorin als lesbischer trans* Frau in Verbindung. Die vorliegende Untersuchung analysiert das Zusammenspiel zwischen Genre und Gender in Salus Text und stellt die These auf, dass dieser als ein Text im Werden zu verstehen ist, als ein unentwegtes Anschreiben gegen Zuschreibungsprozesse. Gerade die gezielte Verschiebung der Aufmerksamkeit auf die freien Flächen, die leeren Stellen und die Stille machen Salus Werk zu einem Werk des Dazwischen, das die Leser*innen dazu auffordert, sich einerseits mit den eigenen Sehgewohnheiten auseinanderzusetzen und andererseits in Beziehung zu treten und darüber handlungswirksam zu werden.Diana Salu’s text cartas para ninguém (2019) combines poetry, comic, autobiography and sketchbook. The transversal crossing of social framings is particularly related to the author’s identity as a lesbian trans* woman. The present study analyses the interplay between genre and gender in Salu’s text and argues that it should be understood as a work in progress, as an ongoing effort to write against external attributions. It is precisely the deliberate shifting of attention to the open spaces, the empty spots and the silent moments that make Salu’s work a work of the in-between, which invites readers not only to confront their own viewing habits, but also to relate with others and, through this, to assume agency
Emotive Suffigierung im spanischsprachigen Comic: Zu pragmatischen Funktionen der Diminutivsuffixe in Quinos Mafalda
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit pragmatischen Funktionen von Diminutivsuffixen im argentinischen Comic Mafalda des Zeichners Joaquín Salvador Lavado Tejón (Quino). Als Zeichen der gesprochenen Umgangssprache finden sich Diminutive häufig in der Nähesprache bzw. im schriftsprachlichen Bereich in der sog. fingierten Mündlichkeit. Besonders in Comics begegnet man dieser besonderen Form der graphischen Realisierung konzeptioneller Mündlichkeit (Koch & Oesterreicher 22011). Aus Perspektive der Diminutivforschung sprechen zudem diverse soziolinguistische Aspekte für die Auswahl von Mafalda als Analysegegenstand. Hinzu kommt, dass bislang nur wenige Untersuchungen zur fingierten Mündlichkeit in spanischsprachigen Comics vorliegen. Aus diesem Grund befasst sich der vorliegende Beitrag eingehend mit der Analyse der einzelnen Lesarten der Suffixe. Die textnahe Interpretation der Diminutive zeigt eine Mehrzahl meliorativer Verwendungsweisen, was mit dem ausschließlichen Gebrauch des in Argentinien präferierten und vorwiegend positiv konnotierten Suffixes ‑ito im Einklang steht. I.d.R. besteht eine Kombination aus objektiv diminuierender und affektiver Lesart, was sich v.a. durch außersprachliche Faktoren ergibt. Zu einer typischen Sprechweise im Umgang mit Kindern fügt sich auch die Feststellung einer dominierenden Verwendung der Suffixe zum Ausdruck von Zuneigung bzw. Vertrautheit.This article examines the pragmatic functions of diminutive suffixes in the Argentinean comic Mafalda by Joaquín Salvador Lavado Tejón (Quino). As a sign of spoken colloquial language, diminutives are often found in the language of proximity or in the written language in the so-called fictional orality. Especially comics contain this particular form of graphical realization of conceptual orality (Koch & Oesterreicher 22011). From the perspective of diminutive research, various sociolinguistic aspects support the decision of choosing Mafalda as the subject of analysis. In addition, so far only a few studies have been dedicated to fictional orality in Spanish comic books. For this reason, the present paper deals with the analysis of the different readings of the suffixes. The close-to-text interpretation of the diminutives shows a majority of meliorative uses, which is consistent with the exclusive use of the suffix ‑ito, preferred in Argentina and predominantly positively connoted. Usually, there is a combination of objectively diminishing and affective reading, which happens mainly due to extra-linguistic factors. The dominant use of suffixes to express affection or familiarity also fits well into the typical way of speaking with children
Computergestützte ethnografische Datenanalyse (CEDA): Potenziale und methodische Affordanzen von QDA-Software in der ethnografischen Forschung
Der Beitrag diskutiert die Potenziale einer ›Computergestützten ethnografischen Datenanalyse‹ (CEDA), insbesondere mit Blick auf die Empirische Kulturwissenschaft / Kulturanthropologie. Er argumentiert, dass aus Qualitative Data Analysis Software (QDA-Software) spezifische methodische Affordanzen hervorgehen, die sich auf sowohl produktive als auch problematische Weise in den ethnografischen Forschungsprozess einschreiben können. Neben einer Diskussion verschiedener Dimensionen der computergestützten ethnografischen Datenanalyse spricht sich der Beitrag deshalb für eine breite Methodendebatte in diesem Feld aus, die eine Entwicklung kritisch-reflexiver Kompetenzen für den Umgang mit QDA-Software ermöglicht.This paper elaborates upon the potentials of ›computer-assisted ethnographic data analysis‹ (CEDA), paying particular attention to the discipline of Empirische Kulturwissenschaft / Cultural Anthropology. It argues that specific methodological affordances emerge from Qualitative Data Analysis Software (QDA software) that can inscribe themselves into the ethnographic research process in both productive and problematic ways. In addition to a discussion of various dimensions of computer-assisted ethnographic data analysis, the paper therefore argues for a broad methodological debate in the field that allows for the development of critical-reflexive competencies for using QDA software