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Zeitliche und räumliche Trends von Inzidenz und Mortalität des invasiven und in situ Brustkrebs –eine Analyse auf Basis von bevölkerungsbezogenen Krebsregisterdaten
Das übergeordnete Projekt "Zeitliche Trends und räumliche Trends von Inzidenz und Mortalität des invasiven und in situ Brustkrebs –eine Analyse auf Basis von bevölkerungsbezogenen Krebsregisterdaten" umfasst zwei Teilprojekte. Im ersten Teilprojekt steht die zeitliche Entwicklung von Inzidenz und Mortalität des Brustkrebs in insbesondere bei jungen Frauen ("early onset breast cancer") und im zweiten Teilprojekt stehen die potentiellen Auswirkungen des Mammographie-Screenings auf die Inzidenz und Mortalität des Brustkrebs mit einem besonderen Fokus auf die Frühstadien ("early stage breast cancer") im Fokus des wissenschaftlichen Interesses.
Teilprojekt 1: In diesem Teilprojekt sollen die zeitlichen Trends der Inzidenz und der Mortalität von Brustkrebs insgesamt und getrennt nach in situ und invasiv (gesamt und nach Stadien) für den Zeitraum von 2001 bis 2020 beschrieben werden. Zudem sollen Prognosen und Projektionen der Fallzahlen und der Mortalität von Brustkrebs auf Basis von drei unterschiedlichen Bevölkerungsvorausberechnungen bis zum Jahr 2040 durchgeführt werden.
Teilprojekt 2: In diesem Teilprojekt soll untersucht werden, ob in Kreisen mit höherer Screeningaktivität die Brustkrebs Mortalität stärker zurückgegangen ist. Die Screeningaktivität wird dabei über die Inzidenz der Frühstadien-Brustkrebsfälle operationalisiert
Schätzung der Anzahl der HIV-Neuinfektionen in den Jahren 2022 und 2023 sowie der Gesamtzahl der Menschen, die Ende 2023 mit HIV in Deutschland leben
Kommentar der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zum indikationsgerechten Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe im Gesundheitswesen
Introduction: When using disposable medical gloves, the indications for their use are not always clear in practice, so that they are often worn even in cases where this is neither necessary for the protection of the patient nor for self-protection. This can not only lead to neglect of adequate hand hygiene, but is also ecologically critical in terms of glove consumption and the resources used.
Method: German and international recommendations, including WHO guidelines and information, statements and separate publications on indications and non-indications of disposable medical gloves were evaluated as the basis for deriving the indications for wearing disposable medical gloves.
Results: Typical indications for disposable medical gloves for direct and indirect patient contact, laboratory work and other medical activities are summarized in a table. Situations in which the use of disposable medical gloves is not indicated are also shown separately in tabular form.
Discussion: Further situations are discussed in which the wearing of disposable medical gloves is currently recommended from an infection prevention or occupational health and safety perspective, but should be re-evaluated in the future.
In addition to other aspects for reducing glove consumption, such as glove disinfection, guidelines for implementing the use of gloves according to indication are also presented, emphasizing the special role-model function of hygiene staff.
Conclusion: By avoiding the use of disposable medical gloves where there is no indication and by selecting suitable glove material where there is an indication, not only can sustainability be increased, but costs can also be saved without jeopardizing patient and occupational safety.Einleitung: Beim Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe sind die Indikationen für ihren Einsatz in praxi nicht immer klar, so dass sie häufig getragen werden, obwohl das weder für den Schutz des Patienten noch für den Selbstschutz erforderlich ist. Das kann nicht nur zur Vernachlässigung adäquater Händehygiene führen, sondern ist in Hinblick auf den Handschuhverbrauch und die damit aufgewendeten Ressourcen auch ökologisch kritisch zu betrachten.
Methode: Als Grundlage für die Ableitung der Indikationen zum Tragen von medizinischen Einmalhandschuhen wurden deutsche und internationale Empfehlungen einschließlich Richtlinien und Informationen der WHO, Stellungnahmen sowie Einzelveröffentlichungen zu Indikationen und Nichtindikationen von medizinischen Einmalhandschuhen ausgewertet.
Ergebnisse: Tabellarisch werden typische Indikationen für medizinische Einmalhandschuhe bei direktem und indirektem Patientenkontakt, bei Labortätigkeit und bei anderen medizinischen Tätigkeiten zusammengefasst. Separat werden ebenfalls tabellarisch Situationen dargestellt, in denen das Tragen medizinischer Einmalhandschuhe nicht indiziert ist.
Diskussion: Weiterführend werden Situationen diskutiert, in denen das Tragen medizinischer Einmalhandschuhe aus infektionspräventiver bzw. arbeitsschutzrechtlicher Sicht derzeit empfohlen wird, aber zukünftig reevaluiert werden sollte.
Neben weiteren Aspekten zur Reduktion des Handschuhverbrauchs wie der Handschuhdesinfektion werden auch Orientierungshilfen für die Implementierung für einen indikationsgerechten Handschuheinsatz unter Hervorhebung der besonderen Vorbildfunktion der Hygienebeauftragten aufgezeigt.
Schlussfolgerung: Durch den Verzicht auf medizinische Einmalhandschuhe bei fehlender Indikation und die Auswahl geeigneten Handschuhmaterials bei gegebener Indikation können nicht nur die Nachhaltigkeit gesteigert, sondern zugleich Kosten gespart werden, ohne dass die Patienten- und Arbeitssicherheit gefährdet wird.Peer Reviewe
Abwassersurveillance zu SARS-CoV-2
In Deutschland wird das Abwasser von ausgewählten Kläranlagen auf SARS-CoV-2 untersucht. Das erfolgt im Rahmen des Vorhabens „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ (AMELAG). Insgesamt werden. Insgesamt werden 168 Kläranlagen auf SARS-CoV-2 beprobt. Für die Kalenderwoche 40 liegen Daten aus 84 Kläranlagen vor. Daten weiterer Kläranlagen werden nachgeliefert.
In den letzten zwei Wochen ist ein starker Anstieg der aggregierten SARS-CoV-2-Viruslast zu beobachten. Die Entwicklung der letzten Wochen kann sich aufgrund von Nachmeldungen jedoch noch verändern, insbesondere, wenn Kläranlagen mit einer hohen Anzahl an angeschlossenen Einwohnern nachmelden
ARE-Wochenbericht KW 46
Die ARE-Aktivität liegt weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegsinfektionen ist aktuell niedrig und liegt teilweise unter dem Niveau der Vorjahre. Das ARE-Geschehen wurde seit Juli 2024 hauptsächlich durch Rhinoviren und SARS-CoV-2 bestimmt. In den letzten Wochen ist die SARS-CoV-2-Aktivität in den verschiedenen Surveillancesystemen jedoch rückläufig.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 46. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche gestiegen.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 46. KW im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken.
Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 46. KW 2024 in insgesamt 74 der 150 eingesandten Proben aus dem ARE-Praxis-Sentinel respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (30 %), mit größerem Abstand gefolgt von Parainfluenzaviren (PIV; 9 %), SARS-CoV-2 (6 %), humanen saisonalen Coronaviren (hCoV; 5 %), Adenoviren (4 %), Influenza A- oder B-Viren (1 %) und Respiratorischen Synzytialviren (RSV; 1 %).
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) ist die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 46. KW 2024 leicht gesunken. Der Anteil der COVID-19-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten ist in den letzten Wochen zurückgegangen. Es wurden in der 46. KW bei 15 % der SARI-Fälle eine COVID-19-Diagnose und bei jeweils weniger als 1 % der Fälle eine RSV- bzw. eine Influenza-Diagnose vergeben. In der virologischen SARI-Surveillance des NRZ für Influenzaviren wurden in 18 der 48 eingesandten Proben respiratorische Viren nachgewiesen, darunter hauptsächlich Rhinoviren (15 %), SARS-CoV-2 (13 %), Adenoviren und hCoV (je 4 %). RSV und PIV wurden mit jeweils 2 % nachgewiesen.
Die Zahl der an das RKI übermittelten COVID-19-Fälle gemäß IfSG ist in der 46. Meldewoche (MW) im Vergleich zur 45. MW gesunken. Die Zahl der übermittelten Influenza- und RSV-Fälle ist dagegen leicht gestiegen.
In der 44. KW 2024 wurde im Rahmen der Integrierten Genomischen Surveillance von SARS-CoV-2 die rekombinante Sublinie XEC mit einem zunehmenden Anteil von 54 % am häufigsten und die Sublinie KP.3.1.1 mit einem abnehmenden Anteil von 38 % nachgewiesen.
Im Abwassermonitoring ist seit der 42. KW ein leichter Rückgang der aggregierten SARS-CoV-2-Viruslast zu beobachten. Die Viruslast von Influenza A- und B-Viren befindet sich in der 46. KW weiterhin auf einem niedrigen Niveau
Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten – Importierte Infektionskrankheiten 2023
Der Bericht basiert auf den Meldedaten gemäß Infektionsschutzgesetz, die dem Robert Koch-Institut mit Datenstand 1. März 2024 (für Malaria: 15. Mai 2024) übermittelt wurden. Dabei wird das Auftreten von Erkrankungen wie z. B. Malaria, Shigellose, Hepatitis A, Typhus abdominalis, Paratyphus und weiteren mit den Vorjahren verglichen. Durch die Meldepflicht werden nur Erkrankungen erfasst, die in Deutschland diagnostiziert werden. Nicht berücksichtigt werden in der Regel im Ausland erworbene Erkrankungen, bei denen sich die Betroffenen nach ihrer Rückkehr in Deutschland nicht mehr in ärztliche Behandlung begeben. Nach dem deutlichen Rückgang in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der Reisebeschränkungen während der COVID-19-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2022 haben sich die Fallzahlen 2023 wieder dem Niveau von 2019 genähert. Im Jahr 2023 wurden keine Fälle von Fleckfieber, Läuserückfallfieber, Pest, Poliomyelitis oder Tollwut übermittelt.Peer Reviewe
Wastewater-based Surveillance on SARS-CoV-2
The SARS-CoV-2 viral load in wastewater is being tested at selected wastewater treatment plants (WWTP) in Germany as part of AMELAG (“Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung”, German for wastewater monitoring for epidemiological situation assessment). Data from 167 WWTP are currently included in the analyses. For the calendar week 41 data from 123 WWTP were available. Data from other WWTP are provided continuously.
A steep increase in the aggregated SARS-CoV-2 viral load can be observed since calendar week 38. The development observed over the last few weeks may still change due to late notifications, especially from WWTP with large population coverage
Utilisation of medical services in Germany and Europe – Results of the European Health Interview Survey (EHIS 3, 2018 – 2020)
Background: Needs-based care is a central concern of healthcare policy. A European comparison of the utilisation of medical services can help to assess national data and identify the need for action.
Methods: This article describes indicators on the utilisation of outpatient and inpatient services, medical examinations and the use of medicines from the third wave of the European Health Interview Survey (EHIS 3) and compares the results from Germany with the European averages.
Results: Age-standardised, the utilisation of medical services in Germany was above the European average without exception, whereby demographic and social differences were similar. Almost all services were utilised more frequently by women and in older age groups. Exceptions are inpatient services and colonoscopy, where there was no difference between the sexes, and more frequent use of psychiatric and psychotherapeutic services and non-prescription medication among younger adults. Specialist medical and dental services were used more frequently in the high education group, psychiatric and psychotherapeutic services as well as inpatient services and prescription medication in the low education group.
Conclusions: The European comparison requires a differentiated categorisation of the findings. While the high utilisation in Germany for some evidence-based services (e.g. colonoscopy, dentistry) indicates good access to care, the high inpatient utilisation, for example, is also the subject of critical discussion.Peer Reviewe
Validation of the Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale for the Mental Health Surveillance (MHS) of German adults
Background: Mental health encompasses more than just the absence of mental disorders. Thus, a Mental Health Surveillance (MHS) and reporting system for Germany should monitor mental well-being in addition to psychopathology to capture a more complete picture of population mental health. The Warwick-Edinburgh Mental Well-Being Scale (WEMWBS) is an internationally established inventory for the integrated assessment of different aspects of mental well-being (i.e., hedonic and eudaimonic) in population samples that has not yet been validated for Germany. Methods: Using data from a cross-sectional online survey of a convenience sample of N = 1.048 adults aged 18–79 years (51% female) living in Germany, the factorial structure, measurement invariance (age, sex) and psychometric properties of the WEMWBS in its long (14 items) and short (7 items) versions were analyzed. Additionally, correlations to relevant factors (e.g., health-related quality of life, psychological distress) were investigated as indicators of criterion validity. Results: Means of model fit indices did not confirm a unidimensional factor structure for either version. The three-factor-correlative models showed moderate to good fit while the bifactor model with one general mental well-being factor and three grouping factors fitted the data best. The full range of possible responses was used for all items, and the distribution of both scales was approximately normal. Moreover, the results revealed measurement invariance across sex and age groups. Initial evidence of criterion validity was obtained. Internal consistencies were α = 0.95 and α = 0.89, respectively. Average mental well-being was comparable to that of other European countries at 3.74 for the long version and 3.84 for the short version. While there were no differences by sex, comparisons between age groups revealed higher mental well-being among the older age groups. Conclusions: Both versions of the WEMWBS showed sound psychometric characteristics in the present German sample. The findings indicate that the instrument is suitable for measuring mental well-being at the population level due to its distributional properties. These results are promising, suggesting that the scale is suitable for use in a national MHS that aims to capture positive mental health in the population as a foundation for prevention and promotion efforts within public mental health.Peer Reviewe