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Abschätzung von Unterschieden von Diagnoseprävalenzen nichtübertragbarer Erkrankungen in der vertragsärztlichen Versorgung gegenüber vollständigen Daten einer gesetzlichen Krankenversicherung
Charakteristika des Peniskarzinoms und Auswirkung auf das onkologische Ergebnis in Deutschland
Wissenschaftliche Fragenstellung:
Epidemiologisch:
1. Wie haben sich die Inzidenz, das Überleben und der Metastasierungsstatus des Peniskarzinoms in den letzten Jahren entwickelt?
2. Welche prognostischen Faktoren, u.a. der Differenzierungsgrad (Grading), beeinflussen das Überleben von Patienten mit Peniskarzinom?
Klinisch:
1. Wie wirken sich unterschiedliche Behandlungsmodalitäten auf das kurzfristige onkologische Outcome aus?
2. Welche Charakteristika des Peniskarzinoms beeinflussen das onkologische Ergebnis?
3. Wie stimmen die durchgeführten Behandlungen mit den aktuellen Leitlinienempfehlungen überein?
Im Hinblick auf analytische Endpunkte
Das Ziel dieser Studie ist es, ein umfassendes Verständnis der epidemiologischen, klinischen und therapeutischen Charakteristika des Peniskarzinoms in Deutschland zu erlangen sowie deren Auswirkungen auf die onkologischen Ergebnisse von 2020 bis 2022 zu analysieren.
Analytische Endpunkte:
1. Gesamtüberlebensrate und relatives Überleben: Ermittlung der 3-, 5- und 10-Jahres Überlebensraten basierend auf verschiedenen tumorspezifischen und demographischen Parametern (epidemiologisches Register)
a. Gesamtüberlebensrate und relatives Überleben: Ermittlung der 3-Jahres Überlebensraten basierend auf verschiedenen klinischen und therapeutischen Parametern.
2. Rezidivraten und Metastasierungsverhalten: Ermittlung der 3-, 5- und 10-Jahres Rezidiv- und Metastasierungsraten stratifiziert nach tumorspezifischen und demographischen Parametern (epidemiologisches Register)
a. Rezidivraten und Metastasierungsverhalten: Ermittlung der 3-Jahres Rezidiv- und Metastasierungsraten stratifiziert nach klinischen und therapeutischen Parametern.
3. Umsetzung der Leitlinienempfehlungen: Deskriptive Analyse zur Übereinstimmung der durchgeführten Behandlungen mit den aktuellen Leitlinienempfehlungen zur Behandlung von Peniskarzinomen, z.B. Anteil der Patienten, die keine Lymphadenektomie erhalten haben, obwohl diese indiziert war
GrippeWeb-Wochenbericht KW 39
Der deutliche Anstieg der Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung, der in
den letzten zwei Wochen beobachtet wurde, hat sich aktuell nicht fortgesetzt. Die ARE-Inzidenz lag in der 39.
KW 2024 insgesamt bei rund 8.600 ARE pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 9.100). Die Inzidenz der grippeähnlichen
Erkrankungen (ILI) zeigt eine ähnliche Entwicklung und ist im Vergleich zur Vorwoche ebenfalls
gesunken und lag bei rund 1.700 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 2.100). Wenngleich ein frühherbstlicher,
rascher Anstieg mit zum Teil überschießender Dynamik regelmäßig beobachtet werden, liegen die ARE- und
ILI-Inzidenz auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung
basierend auf Angaben der GrippeWeb-Teilnehmenden ist nach dem deutlichen Anstieg in der Vorwoche leicht
gesunken und lag bei rund 1.200 COVID-19-Erkrankungen pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 1.400). In der
virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus) wurden seit der 37. KW 2024 hauptsächlich
Rhino-/Enteroviren nachgewiesen, mit Abstand gefolgt von SARS-CoV-2 sowie vereinzelt von anderen Viren
oder Bakterien des Erregerpanels
Impfquoten in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus dem RKI-Impfquotenmonitoring
Impfquoten sind essenziell für die Erfolgsbewertung von Impfprogrammen. Das RKI publiziert regelmäßig die Impfquoten zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Impfungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Bei Kleinkindern liegen die Impfquoten insgesamt auf hohem Niveau, in vielen Fällen werden Impfserien aber zu spät oder gar nicht abgeschlossen. Bei Jugendlichen konnten die HPV-Impfquoten in den vergangenen Jahren gesteigert werden, sie scheinen nun aber auf mittlerem Niveau zu stagnieren. Die Impfungen für Erwachsene ab 60 Jahren werden überwiegend nicht in Anspruch genommen. Bei Schwangeren ist zumindest die Impfquote für die Impfungen gegen Pertussis (Keuchhusten) gestiegen. Demzufolge sind Menschen in Deutschland in allen Altersgruppen unzureichend geschützt. Daher bleibt es wichtig, Impflücken zu schließen und auf einen raschen Abschluss von Impfserien zu achten. Ärztinnen und Ärzte und anderes medizinisches Personal sollten jeden Kontakt mit ihren Patientinnen und Patienten nutzen, um den Impfstatus zu überprüfen und ggf. Impfungen nachzuholen oder aufzufrischen.Peer Reviewe
RKI-Ratgeber Masern
Das Masernvirus ist ein humanpathogenes behülltes RNA-Virus, das zur Gattung der Morbilliviren (Familie der Paramyxoviren) gehört. Die Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten des Menschen überhaupt und werden durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen (z. B. beim Sprechen, Husten, Niesen) oder aerogen sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen. Bereits eine kurze Exposition führt zur Infektion und löst bei fast allen ungeschützten Infizierten eine klinische Symptomatik aus. Kennzeichnend ist der zweiphasige Krankheitsverlauf mit einem katarrhalischen Stadium (Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen und Husten) und Enanthem der Mundschleimhaut sowie einem charakteristischen fleckig-knotigen Masernexanthem der Haut, welches am 2. bis 4. Tag nach Auftreten der initialen Symptome entsteht. Eine Masernerkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität. Der RKI-Ratgeber gibt einen detaillierten Überblick über die Erregereigenschaften, Krankheitszeichen, Diagnostik und Therapie sowie verschiedene Präventionsmaßnahmen
Änderungen der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) auf der 77. Weltgesundheitsversammlung 2024 beschlossen
Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005) (IGV) sind das zentrale völkerrechtlich bindende Instrument im Bereich der internationalen Kooperation zur Bewältigung von Gesundheitskrisen. Die IGV-Vertragsstaaten einigten sich am 1.6.2024 auf Änderungen der IGV (2005). Diese umfassen u. a. die Einführung einer „pandemischen Notlage“ als Untergruppe einer PHEIC, die Aufnahme von „Gerechtigkeit und Solidarität“ in die Grundprinzipien, Regelungen für einen gerechteren Zugang zu maßgeblichen Gesundheitsprodukten, Transparenzverbesserung in unklaren Ausbruchssituationen, die Stärkung von „Preparedness“ und die verbesserte Erfassung von Häufungen schwerer akuter Atemwegserkrankungen unbekannter oder neuer Ursache im Entscheidungsschema für die Meldung an die WHO
Keuchhusten: Die aktuelle Epidemiologie in Deutschland
Im Jahr 2024 wurden dem RKI bislang 22.379 Keuchhustenfälle übermittelt und damit jetzt schon die höchste jährliche Fallzahl seit Einführung der bundesweiten Meldepflicht 2013. Dieser Fallzahlanstieg folgt auf einen relativ langen Zeitraum von vier Jahren mit im Vergleich zum präpandemischen Zeitraum niedrigen Fallzahlen. Der Rückgang der Keuchhustenfallzahlen, insbesondere in den Jahren 2020 und 2021, kann wahrscheinlich größtenteils auf die Infektionsschutzmaßnahmen im Rahmen der COVID-19-Pandemie zurückgeführt werden. Die übermittelten Fälle werden fast ausschließlich durch Bordetella pertussis (98 %) verursacht, welche im Vergleich zu den seltener vorkommenden B. parapertussis zumeist mit einem ausgeprägteren klinischen Verlauf einhergehen. Gegen B. pertussis steht eine wirksame Impfung zur Verfügung, deren Schutzdauer jedoch mit der Zeit nachlässt. Wie vor der COVID-19-Pandemie ist auch 2024 mit bisher 121,7 übermittelten Fällen pro 100.000 Einwohner die Altersgruppe der Säuglinge im Alter von unter einem Jahr am stärksten betroffen. Es erfolgen eine weitere Einordnung der Situation und Empfehlungen zur Prävention
The development of working life expectancy without musculoskeletal diseases against the backdrop of extended working lives
Musculoskeletal diseases (MSDs) are a major predictor of early retirement. Against the backdrop of the extension of working life, we investigated time trends and educational inequalities in years spent in the labour market free of MSD. Based on German statutory health insurance data (N = 3,405,673), total life years free of MSD (Healthy Life Expectancy, HLE) and years spent in the labour force free of MSD (Healthy Working Life Expectancy, HWLE) were estimated for three periods (2006–2008, 2011–2013, 2016–2018) using multistate analyses. Educational inequalities (8 to 11 vs. 12 or more years of schooling) are reported for 2011–2013. HLE decreased slightly over time in all genders. HWLE in women increased, while it remained rather constant in men. Over time, the share of years in the labour force spent free of MSD declined continuously. People with lower education had lower HLE and HWLE than individuals with higher education. With respect to musculoskeletal diseases, the increase in disease-free working life years cannot keep pace with the extension of working life, resulting in an increasing proportion of years spent in impaired musculoskeletal health in the labour market. Effective prevention strategies are needed, focusing especially on individuals with lower educational attainment.Peer Reviewe