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Regional differences in incidence, mortality, and long-term survival of ovarian cancer and their trends in Germany. Evidence from the German Centre for Cancer Registry data
What are current regional socioeconomic differences in incidence, mortality, and long-term survival of ovarian cancer and their time trends in Germany?
Ovarian cancer has a lower prevalence compared to breast cancer, but is three times more fatal because the majority of cases are diagnosed at an advanced stage, resulting in a poor prognosis. This is due to the asymptomatic and latent growth of the tumor, the atypical and delayed onset of symptoms, and the lack of appropriate screening, leading to diagnosis at advanced stages. Over the last two decades, the incidence and mortality rate of ovarian cancer in Germany has continued to decrease significantly. However, there are regional differences in cancer incidence. Previous studies have shown that between 2010 and 2013, 7.3% more men in socioeconomically weaker regions of Germany developed cancer than in more wealthy regions (Hoebel et al., 2018). Specific evidence on the variation in trends by socioeconomic deprivation and whether these trends have led to narrowing and widening socioeconomic inequalities in ovarian cancer incidence and mortality in Germany is lacking. The aim of the present study is to describe and understand these socioeconomic differences in key epidemiologic indicators of ovarian cancer in Germany. For this purpose, we will link cancer registry data with the German Index of Socioeconomic Deprivation (GISD), an index measuring relative area-based socioeconomic deprivation.
1. To describe the characteristics of women affected by ovarian cancer.
2. To determine the regional socioeconomic differences of ovarian cancer incidence, mortality, and long-term survival of women with ovarian cancer and their trends in Germany using the German Index of Socioeconomic Deprivation (GISD).
3. To describe the regional differences of ovarian cancer by age and stages of diagnosis of ovarian cancer
Die Rolle von Sentinel-Lymphknotenbiopsien in der Behandlung von cN0 Plattenepthelkarzinomen der Lippe: eine retrospektive Registerstudie
Bei dieser Studie handelt es sich um eine Registerstudie mit dem Ziel, verschiedene, aktuell verwendete Ansätze zum Halsmanagement bei cN0 Plattenepithelkarzinomen der Lippen zu vergleichen. Das Resultat der Studie soll dazu dienen, eine prospektive, klinische Studie zu planen, um verschiedenen Behandlungsoptionen systematisch zu vergleichen. Nach bestem Wissen handelt es sich um die erste Studie, die in dieser Dimension deutschlandweit Patient*innendaten sammelt, um verschiedene Ansätze zur Lymphknotenbehandlung bei Patient*innen mit einem Plattenepithelkarzinom der Lippen zu vergleichen.
Das Ziel dieser Studie ist eine Bestandsaufnahme der aktuellen Behandlungen der Lymphabflusswege bei Plattenepithelkarzinomen der Lippe, um das Lymphknotenmanagement in Deutschland zu standardisieren und evidenzbasiert zu verbessern.
Primäres Projektziel:
Klärung der Frage: „Verbessert eine chirurgische Versorgung der Lymphknoten bei primärem cN0 Plattenepithelkarzinom der Lippe das Outcome (im Sinne des rezidivfreien Überlebens) im Vergleich zu einer „watch-and-wait“ Strategie?“
1. Primärer Endpunkt: Rezidivfreies Überleben
Sekundäre Projektziele/Endpunkte:
1. Ist eine Sentinel Lymphknotenbiopsie (SLNB) zur Diagnostik okkulter Lymphknotenmetastasen bei cN0-Stats ausreichend in Bezug auf zur Minimierung von sekundären Lymphknotenmetastasen?
- Okkulte Metastasen im chirurgischen Präparat (SLNB, selektive ND, elektive ND)
- neu aufgetretenes Lymphknotenrezidiv bis Ende des follow-ups (SLNB, selektive ND, elektive ND)
2. Hat eine bilaterale ND bei positivem Lymphknotenstatus (cN+) einen positiven Einfluss auf das rezidivfreie Überleben?
- Anzahl kontra-/bilaterale Lymphknotenmetastasen in den histologischen Präparaten nach bilateraler ND
- Rezidivfreies Überleben nach uni- und bilateraler ND bei cN+
3. Ist eine selektive ND einer modifiziert radikalen ND bei cN+-Status gleichwertig in Bezug auf das rezidivfreie Überleben?
- Anzahl okkulter Metastasen in klinisch unauffälligen Lymphknotenleveln
- Rezidivfreies Überleben (SND, MRND) bei cN+-Status bis Ende des follow-ups
4. Ist eine interstitielle Brachytherapie bei T1/T2 (ohne Bestrahlung der Abflusswege) gleichwertig mit einer chirurgischen Therapie des Primarius in Bezug auf das rezidivfreie Überleben?
- Anzahl neu aufgetretenes Lymphknotenrezidiv bis Ende des follow-ups (Brachytherapie, chirurgische Versorgung)
- Anzahl Lokalrezidiv bis Ende des follow-ups (Brachytherapie, chirurgischen Versorgung
Strahlentherapeutische Behandlungsmuster von Patienten mit Schilddrüsenkarzinomen in Deutschland
Schilddrüsenkarzinome sind mit einer Inzidenz von etwa 3-5 Neuerkrankungen pro 100 000 Einwohnern in Deutschland seltene Tumore. Sie bilden eine heterogene Gruppe verschiedener Histologien (papillär, follikulär, medullär, anaplastisch, etc.) mit stark unterschiedlicher Prognose (5-Jahresüberlebensrate >90% bei papillären Schilddrüsenkarzinomen versus <10% bei anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen). Hinsichtlich der Rolle der perkutanen Radiotherapie gibt es einige kontroverse Fragestellungen und daher divergierende Behandlungskonzepte. Aufgrund der Seltenheit der Tumore sind unizentrische Analysen mit oftmals statistisch unzureichender Power insuffizient zur umfangreichen Beantwortung kontroverser Punkte. Kontroversen hinsichtlich der Rolle der perkutanen Strahlentherapie bestehen u.a. a) bei der postoperativen Radiotherapie von pT4 R0-resezierten differenzierten Schilddrüsenkarzinomen, b) postoperative Radiotherapie (versus Radioiodtherapie) von R1/R2-resezierten differenzierten Schilddrüsenkarzinomen, c) Radiotherapie von pT4 R0-resezierten medullären Schilddrüsenkarzinomen, d) Auswahl der Chemotherapie-Protokolle im Rahmen einer Radiochemotherapie bei cM0 anaplastischen Schilddrüsenkarzinomen.
Es ist relevant, die aktuellen Behandlungsmuster in Deutschland bei diesen kontroversen Punkten zu erfassen, um darauf basierend in Zukunft gegebenenfalls prospektive Studien durchzuführen und die Therapie zu homogenisieren.
Mittels deskriptiver Statistik soll die Häufigkeit einer perkutanen Radiotherapie in ausgewählten Konstellationen (pT4 papilläres Schilddrüsenkarzinom, pT4 follikuläres Schilddrüsenkarzinom, pT4 medulläres Schilddrüsenkarzinom) festgestellt werden. Zudem soll beim nicht fernmetastasierten anaplastischen Schilddrüsenkarzinom die Häufigkeit einer additiven Radiochemotherapie nach Resektion sowie der zeitliche Abstand zur Operation deskriptiv beschrieben werden. Die Auswahl der konkomitanten Chemotherapie (Carboplatin/Paclitaxel, Docetaxel, Paclitaxel, Cisplatin, Docetaxel/Doxorubicin) parallel zur Radiotherapie beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom soll erhoben werden, um die aktuellen Behandlungsmuster in Deutschland zu quantifizieren. Aufgrund der kurzen Nachbeobachtungszeit der behandelten Patienten (Einschluss 2020/21) sollen lediglich beim anaplastischen Schilddrüsenkarzinom Überlebensanalysen (Kaplan-Meier-Methodik, Cox-Regressionen, Fine-Gray-Competing-Risk-Analysen) erfolgen
ARE-Wochenbericht KW 22
Das ARE-Geschehen wird durch Erkältungsviren wie Rhinoviren bestimmt. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegsinfektionen bleibt weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 22. KW 2024 im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 22. KW im Vergleich zur Vorwoche insgesamt leicht gesunken.
Im NRZ für Influenzaviren wurden in der 22. KW 2024 in insgesamt 26 der 73 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (16 %), gefolgt von Parainfluenzaviren (PIV; 10 %), humanen Metapneumoviren (hMPV; 7 %) sowie Adenoviren, Influenzaviren, SARS-CoV-2 und humanen saisonale Coronaviren (hCoV) mit jeweils 1 %. Respiratorische Synzytialviren (RSV) wurden in der 22. KW nicht nachgewiesen.
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) blieb die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 22. KW 2024 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der Influenza-, RSV- bzw. COVID-19-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten liegt bereits seit einigen Wochen unter 5 %. In der 22. KW wurde bei weniger als 1 % der SARI-Fälle eine COVID-19-Diagnose bzw. eine Influenza-Diagnose vergeben. RSV-Infektionen wurden in der 22. KW 2024 nicht diagnostiziert.
Im Meldewesen werden weiterhin auch Influenza-, COVID-19- und RSV-Fälle an das RKI übermittelt. Im Abwassermonitoring lag die aggregierte SARS-CoV-2-Viruslast bei leicht steigendem Trend auf einem niedrigen Niveau.
In den letzten Wochen kam es in den Surveillancesystemen von Woche zu Woche teilweise zu wechselnden Trendverläufen, die u.a. durch Ferien / Feiertage und dem daraus veränderten Kontakt- und Konsultationsverhalten erklärt werden können
Zunahme von Candida auris in Deutschland im Jahr 2023
Nach der erstmaligen Beschreibung von Candida auris in Japan 2009 wurde weltweit ein kontinuierlicher Anstieg der Fallzahlen beobachtet. Anders als bei anderen Candida-Arten kann es insbesondere in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu Ausbruchsgeschehen kommen. 2023 kam es in Deutschland zu einer Zunahme von C. auris-Fällen (zumeist Kolonisationen, aber auch Infektionen). Ob es in Deutschland zu einem weiteren Anstieg der Fallzahlen kommt, sollte genau beobachtet werden. Denn aus anderen Regionen der Welt ist bekannt, dass C. auris andere Candida spp. als Erreger nosokomialer Infektionen verdrängt hat. Für eine generelle Implementierung von Screenings bei Patienten aus Hochrisikoregionen kann nach Einschätzung des NRZMyk aufgrund der nach wie vor niedrigen Fallzahlen aktuell noch keine allgemeine Empfehlung ausgesprochen werden. Jedoch könnte ein Screening in definierten Bereichen sinnvoll sein. Alle Isolate sollten an das NRZMyk eingesandt werden. Durch die Typisierung können epidemiologische Zusammenhänge bestätigt oder verworfen werden.Peer Reviewe
Health literacy of students in Germany – Results of the HBSC study 2022
Background: Health literacy (HL) encompasses knowledge and skills for dealing critically and confidently with health information in individual and social contexts. Current studies show that a high proportion of children and adolescents have limited health literacy, depending on aspects of their social background. Health literacy is considered an important factor influencing health. Little is known about the development of health literacy over time and its connection with psychosomatic complaints in young people.
Methods: Based on the results of the Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) study, this article focusses on the level of HL in 11-, 13-, and 15-year-old students (N = 6,475) over time and taking social differences into account. Finally, the relationship between HL and psychosomatic complaints is analysed. Univariate, bivariate, and multivariate analyses were carried out for this purpose.
Results: At 24.4 %, slightly more students have low HL in 2022 than in 2017/18 (21.4 %). There are differences in HL according to gender, age, type of school, and family affluence. Low HL is associated with a high psychosomatic burden.
Conclusions: The results highlight the need for target group-specific measures to promote young people's HL, which address individual and organisational aspects of HL
PrEP-Surveillance in Deutschland – Ergebnisse der dritten halbjährlichen Befragung in HIV-Schwerpunkteinrichtungen
Im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekts „Surveillance der Versorgung mit der HIV-Präexpositionsprophylaxe innerhalb der GKV in Deutschland“ (PrEP-Surv) werden halbjährliche Befragungen zu Gebrauch und Versorgung mit der HIV-Präexposi-tionsprophylaxe (PrEP) in HIV-Schwerpunktzentren durchgeführt. In der dritten halbjährlichen Befragung ging es u. a. um die Anzahl der Personen in der HIV-Schwerpunktversorgung, eine Einschätzung der Zentren zum Anteil der PrEP-Nutzenden mit Nebenwirkungen sowie um das Meinungsbild zur Doxycyclin-basierten Antibiotika-Präexpositionsprophylaxe und zur Doxycyclin-basierten Antibiotika-Postexpositionsprophylaxe
Parvovirus B19-Infektion und Schwangerschaft
Das Konsiliarlabor für Parvoviren beobachtet seit Ende 2023 einen starken Anstieg von Infektionen mit dem Parvovirus B19 (B19V) bei Schwangeren. B19V ist der Erreger der Ringelröteln, nach durchgemachter Infektion besteht eine lebenslange Immunität. B19V-Infektionen treten ganzjährig mit saisonaler Häufung zwischen März und Juni auf, größere epidemische Ausbrüche wurden in Regionen mit gemäßigtem Klima alle 4 – 5 Jahre beschrie¬ben. Während der COVID-19-Pandemie gingen die B19V-Fallzahlen vermutlich aufgrund der Kontaktbeschränkungen und strikten Hygienemaßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern deutlich zurück. Es kann daher davon ausgegangenen werden, dass nun die Anzahl der empfänglichen Personen wieder substanziell angestiegen ist und möglicherweise die Voraussetzung für größere B19V-Epidemien geschaffen wurde. Angesichts der Hinweise auf eine erhöhte B19V-Zirkulation gibt der vorliegende Beitrag eine Übersicht zu B19V-Infektionen unter besonderer Berücksichtigung von Schwangeren als Risikogruppe
Kommentar der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) zum indikationsgerechten Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe im Gesundheitswesen
Der Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe im Gesundheitswesen wird in verschiedenen Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) thematisiert. Bei der Umsetzung der Empfehlungen wird jedoch häufig beobachtet, dass die Indikationen für den Einsatz medizinischer Einmalhandschuhe nicht immer klar sind und medizinische Einmalhandschuhe z. B. auch dann getragen werden, wenn das für den Schutz der Patientinnen und Patienten und/oder den Selbstschutz nicht erforderlich wäre. Das ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus infektionspräventiver Sicht kritisch zu betrachten. Daher kommentiert die KRINKO die Indikationen für das Tragen von medizinischen Einmalhandschuhen mit dem Ziel, für Situationen zu sensibilisieren, in denen medizinische Einmalhandschuhe zu tragen sind bzw. in denen ihr Tragen aus infektionspräventiver Sicht nicht zwingend notwendig ist