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Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität KW 38
Hitzeperioden führen in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Mortalität. Um über die aktuelle Lage in Deutschland zu informieren, wird dieser Bericht während des Sommers 2025 (Juni-September) wöchentlich aktualisiert. Der aktuelle Bericht umfasst Schätzungen der hitzebedingten Sterbefälle im Zeitraum der Kalenderwochen (KW) 15 bis 38/2025
Barrieren der Inanspruchnahme psychotherapeutischer Versorgung junger Erwachsener: Individuelle und regionale Einflussfaktoren
Hintergrund: Psychische Belastungen sind unter jungen Erwachsenen in Deutschland weit verbreitet. Im Vergleich dazu bleibt die Inanspruchnahme professioneller Hilfe gering. Ziel der vorliegenden Studie ist es, die Häufigkeit spezifischer Barrieren zu identifizieren und zu prüfen, welche individuellen sowie regionalen Faktoren mit einem unerfüllten Hilfebedarf assoziiert sind.
Methode: 3.051 ehemalige Teilnehmende der KiGGS-Studie (16 bis 25 Jahre) nahmen an einer Online-Befragung teil. Mittels Gruppenvergleichen und Regressionsanalysen wurden Zusammenhänge mit unerfülltem Hilfebedarf untersucht.
Ergebnisse: 42,6 % der Befragten berichteten, trotz angeratenem oder selbst wahrgenommenem Bedarf keine professionelle Hilfe in Anspruch genommen zu haben. Am häufigsten genannt wurden Barrieren im Umgang mit dem eigenen Hilfebedarf (Problemleugnung) sowie negative Einstellungen gegenüber der Inanspruchnahme professioneller Hilfe (Hilfesuchstigma). Innerhalb dieser Gruppe wurde unerfüllter Hilfebedarf häufiger von Frauen, Personen mit niedrigem subjektivem sozialen Status, depressiven oder Angstsymptomen, geringerer psychischer Lebensqualität oder unzureichender Gesundheitskompetenz genannt. Regionale Merkmale wie die Versorgungsdichte oder sozioökonomische Deprivation zeigten keinen Zusammenhang.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse betonen die Bedeutung subjektiver Hürden im Hilfesuchverhalten. Niedrigschwellige Angebote können dabei helfen, Selbstwahrnehmung, Bewertungskompetenz und Offenheit im Umgang mit psychischen Belastungen zu fördern und das Risiko für psychische Störungen zu mindern.Peer Reviewe
Placing smoking prevalence in the context of tobacco control measures in Europe
Background: The World Health Organization’s Framework Convention on Tobacco Control recommends tobacco control measures. The implementation of these measures in Europe is assessed using the Tobacco Control Scale. The aim of this analysis is to examine smoking behaviour in European countries in the context of national measures to curb tobacco consumption.
Methods: In addition to analysing current tobacco consumption, the relationship between the 2019 Tobacco Control Scale results, including policy areas, and smoking prevalence in 29 European countries was examined based on data from the third wave of the European Health Interview Survey (EHIS 3). This was visualised using scatter plots and analysed using Pearson’s correlation coefficients.
Results: On average, 24.4 % of adults in Europe smoke, with substantial differences between countries. There are also some clear differences between the sexes, with a higher proportion of men than women smoking in all countries studied. A higher overall score on the Tobacco Control Scale is associated with a lower smoking prevalence among both women and men. Negative correlations are also evident between smoking prevalence and the policy areas of smoking cessation support and advertising bans.
Conclusions: Consistent implementation of tobacco control measures is associated with lower smoking prevalence in Europe. This highlights the importance of comprehensive tobacco control strategies to reduce tobacco consumption.Peer Reviewe
Reassessment of alcohol consumption in Germany – Which population groups are at increased risk of disease?
Background: According to the new position statement of the German Nutrition Society, there is no level of alcohol consumption that is risk-free to health. One to two alcoholic drinks per week are associated with a low risk of negative health consequences, three to six with a moderate risk, and more than six with a high risk. Alcohol consumption in Germany was assessed according to these categories.
Methods: The analyses are based on the survey German Health Update (GEDA 2019/2020-EHIS) conducted by the Robert Koch Institute with data from 22,708 adults. The frequency and amount of alcohol consumption were asked in a telephone interview.
Results: 21.1 % of adults stated that they did not drink alcohol. 46.3 % had an alcohol consumption with a low risk of negative health consequences. 32.5 % of adults reported moderate or high-risk consumption, with significantly more men (44.3 %) than women (21.4 %) doing so. This consumption pattern was most prevalent among men aged 45 to 64 and 65 and over (almost one in two in both groups), as well as among women aged 45 to 64 (about one in four), and increased in both sexes in higher education groups.
Conclusions: Almost one in three adults consume three or more alcoholic drinks per week, which is associated with a moderate to high risk of disease. Therefore, measures proven to reduce alcohol consumption, such as advertising bans, higher taxation and restrictions on availability, should be implemented.Peer Reviewe
ARE-Wochenbericht des RKI KW43
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen liegt aktuell auf niedrigem bis moderatem Niveau. Das ARE-Geschehen wird momentan hauptsächlich durch Rhinoviren und SARS-CoV 2 sowie Parainfluenzaviren bestimmt. Der in den letzten Wochen beobachtete Anstieg der SARS-CoV-2-Aktivität hat sich zunächst nicht fortgesetzt. Die SARS-CoV-2 Aktivität ist weiterhin deutlich geringer als im Vorjahr um diese Zeit. Die Zahl schwer verlaufender Atemwegserkrankungen bleibt insgesamt niedrig.
Durch die Herbstferien können die Werte stärker schwanken und sich nachträglich noch verändern.
Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 43. KW 2025 im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen weiter gesunken und lag auf einem niedrigen Niveau.
Im ambulanten Bereich ist die Zahl der Arztbesuche wegen ARE in der 43. KW im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben und befand sich auf einem moderaten Niveau.
Im Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren wurden in der 43. KW 2025 in insgesamt 45 der 72 eingesandten Sentinelproben respiratorische Viren identifiziert, darunter hauptsächlich Rhinoviren (38 %), gefolgt von SARS-CoV 2 (14 %) und Parainfluenzaviren (PIV; 8 %).
Im Rahmen der ICD-10-Code basierten Krankenhaussurveillance (ICOSARI) blieb die Zahl schwerer akuter respiratorischer Infektionen (SARI) in der 43. KW 2025 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Der Anteil der COVID-19-Diagnosen bei SARI-Patientinnen und -Patienten lag in der 43. KW bei insgesamt 13 %. RSV-Diagnosen wurden bei 2 % und Influenza-Diagnosen bei 1 % aller SARI-Fälle vergeben.
In der virologischen SARI-Surveillance des NRZ für Influenzaviren wurden in der 43. KW 2025 in sieben der 18 eingesandten Proben respiratorische Viren nachgewiesen, darunter PIV (22 %), Rhinoviren (11 %), SARS-CoV-2 und Adenoviren (je 6 %).
Die Zahl der an das RKI gemäß IfSG übermittelten COVID-19-Fälle ist in der 43. Meldewoche (MW) 2025 im Vergleich zur 42. MW leicht gesunken. Die Zahl der RSV-Infektionen blieb in der 43. MW weiter niedrig. Die Zahl der übermittelten Fälle mit Influenzavirusinfektion blieb zur Vorwoche stabil.
Die rekombinante SARS-CoV-2-Linie XFG wurde in der 41. KW 2025 mit einem Anteil von 64 % weiterhin am häufigsten unter den zirkulierenden SARS-CoV-2-Linien nachgewiesen.
Der in den letzten Wochen beobachtete Anstieg der aggregierten Viruslast von SARS-CoV-2 im Abwasser hat sich abgeschwächt
Bericht des Nationalen Referenzzentrums für gramnegative Krankenhauserreger – Zeitraum 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
GrippeWeb-Wochenbericht KW 51 ff.
Die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Inzidenz) in der Bevölkerung ist wie in den meisten
Vorjahren zum Jahreswechsel gesunken und lag in der 1. KW 2025 insgesamt bei rund 6.300 ARE pro 100.000
Einw. (Vorwoche: 7.900). Dabei sind die Werte sowohl bei den Erwachsenen, aber besonders deutlich bei den
Kindern gesunken. Die Inzidenz der grippeähnlichen Erkrankungen (ILI) ist im Berichtszeitraum ebenfalls
gesunken und lag in der 1. KW bei rund 1.200 ILI pro 100.000 Einw. (Vorwoche: 1.500). Die aktuelle AREInzidenz
befindet sich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau, die ILI-Inzidenz liegt im Bereich der
vorpandemischen Jahre. Die geschätzte COVID-19-Inzidenz in der Bevölkerung basierend auf Angaben der
GrippeWeb-Teilnehmenden war seit dem Herbst gesunken und lag in der 1. KW bei rund 200 COVID-19-
Erkrankungen pro 100.000 Einw. In der virologischen Überwachung in der Bevölkerung (GrippeWeb-Plus)
wurde im Dezember 2024 eine Vielzahl an unterschiedlichen Atemwegserregern nachgewiesen, wobei Rhino-
/Enteroviren, gefolgt von humanen saisonalen Coronaviren hauptsächlich detektiert wurden.
Die für die Bevölkerung in Deutschland geschätzten Inzidenzen beruhen auf den Selbstauskünften von
Personen, die sich bei GrippeWeb registriert haben. Für die 51. und 52. KW lagen 11.643 bzw. 11.032 Wochenmeldungen
vor, für die 1. KW 2025 haben bisher 8.825 GrippeWeb-Teilnehmende eine Meldung abgegeben, von
diesen hatten 550 eine ARE und 106 eine ILI (Datenstand: 7.1.2025, 0:00 Uhr). Durch Nachmeldungen, die bis
zu vier Wochen lang möglich sind, können sich noch Änderungen ergeben. Aktuell können durch die Nachmeldungen
rund 11.000 Meldungen pro Woche für die Auswertungen berücksichtigt werden. Neue
Teilnehmende sind herzlich willkommen. Mehr Informationen zu GrippeWeb finden Sie hier. Eine Registrierung
ist jederzeit und in wenigen Schritten möglich
Unite for Action: Der Weg zu einer leprafreien Welt
Der diesjährige internationale Welt-Lepra-Tag steht unter dem Motto „Unite for Action: End Leprosy Now“. Es ist ein dringender Aufruf zum Handeln und knüpft an die globale Lepra- Strategie „Towards Zero Leprosy“ (2021 – 2030) an. Ziel dieser Strategie ist die Lepra-Eliminierung im Sinne einer Unterbrechung der Übertragung. Dies allein reicht jedoch nicht aus. Vielmehr ist ein holistischer Ansatz erforderlich, der die häufig miteinander verwobenen politischen, ökonomischen, soziokulturellen und medizinischen Aspekten der Lepra berücksichtigt und insbesondere auch die allzu oft vernachlässigten psychosozialen Aspekte in den Fokus rückt.The motto of this year's International World Leprosy Day is “Unite for Action: End Leprosy Now”. It is an urgent call to action and ties in with the global leprosy strategy “Towards Zero Leprosy” (2021 - 2030). The aim of this strategy is to eliminate leprosy by interrupting transmission. However, this alone is not enough. Instead, a holistic approach is required that takes into account the often interwoven political, economic, socio-cultural and medical aspects of leprosy and also focuses in particular on the psychosocial aspects that are all too often neglected
Krankheitslast akuter Atemwegserkrankungen im ambulanten Bereich nach dem Ende der COVID-19-Pandemie
Akute respiratorische Erkrankungen (ARE) haben oft einen leichten Verlauf, können aber auch je nach Krankheitserreger, Alter oder Vorerkrankungen schwere Komplikationen verursachen und zum Tod führen. Mit dem Sentinel zur elektronischen Erfassung von Diagnosecodes akuter respiratorischer Erkrankungen (SEEDARE) werden dem Robert Koch-Institut jede Woche die Zahl der
ARE-Patientinnen und -Patienten in haus- und kinderärztlichen Praxen übermittelt. Im Beitrag werden die Sentineldaten der Saison 2024/2025 mit der Vorsaison sowie die Krankheitslast in den einzelnen Altersgruppen über die letzten zwölf Saisons verglichen. Außerdem werden die jeweiligen Anteile von Influenza, RSV-bedingten Erkrankungen und COVID-19 an der gesamten ARE-Konsultationsinzidenz analysiert.Burden of acute respiratory diseases in outpatient care after the COVID-19 pandemic
Acute respiratory diseases (ARE) often have a mild course but they can also lead to severe complications and death, depending on the pathogen, age, or pre-existing conditions. The number of patients with ARE is recorded by general and pediatric sentinel practices on the basis of diagnosis codes for acute respiratory diseases and transmitted to the Robert Koch Institute every week. This article compares the sentinel data for the 2024/2025 season with the previous season, as well as the burden of disease in individual age groups over the past twelve seasons. Furthermore, the respective proportions of influenza, RSV-related diseases, and COVID-19 in the total ARE consultation incidence are analyzed.Peer Reviewe