Publikationsserver des Instituts für Deutsche Sprache
Not a member yet
11061 research outputs found
Sort by
Von Räubern und Beraubten. Wie die Frage nach Schuld und Unschuld Finanzkrisenerzählungen bestimmt
Die Finanzkrise 2007 tritt für die Gesellschaft nur in Erscheinung, insofern Erzählungen, Berichte und Beschreibungen sie als sozial bedeutsames Ereignis konstruieren und wahrnehmbar werden lassen. Die verschiedenen faktualen und fiktionalen Darstellungen des Geschehens operieren latent und explizit mit einer Opposition von Tätern und Opfern, die Schuld stets klar zuweist und funktionale Erklärungen moralischen Erwägungen unterordnet. Am Beispiel der SPIEGEL-Reportage „Der Bankraub“ verdeutlicht der folgende Beitrag, mit welchen Vertextungsstrategien der Artikel die genannte Opposition inszeniert. Während er dem Leser die Möglichkeit bietet, das Handeln der Krisenopfer nachzuvollziehen, verweigert er diese Perspektive für die als Täter markierten Opfer. Damit steht der Text diachron und synchron exemplarisch für Narrative ökonomischer Krisen
Sprachwissenschaft - Theorien und empirische Zugänge
Die Sprachwissenschaft zerfällt in Richtungen, die durch unterschiedliche Erklärungsmodelle und Daten gekennzeichnet sind. In diesem Beitrag sollen wichtige Differenzen dargestellt und erklärt werden. Im Zentrum steht der Zusammenhang zwischen Theorie und Gegenstand und ihrem Verhältnis zur empirischen Basis, die zum Beispiel in Korpora dokumentiert ist.Linguistics breaks down into directions characterized by different explanatory models, subjects under consideration and empirical data. In this paper, important differences will be presented and explained. The focus is on the relationship between theory and subject and their relationship to the empirical basis
Wissensräume von Zeitschriften in Beiträgen, Heften und Heft-Serien. Textorganisation, Multimodalität, Wortgebrauch
Gegenstand dieses Beitrags ist der Zusammenhang von sprachlich-textueller Organisation mit Fragen der Wissensorganisation bzw. der Wissensvermittlung in und mit Zeitschriftenbeiträgen, Zeitschriftenheften und Serien von Heften. Die Aspekte der sprachlichen Gestaltung umfassen: Textorganisation, Text/Bild-Koordination, Multimodalität und Wortgebrauch. Ich formuliere erste Befunde, erläutere ausgewählte Beispiele und umreiße einige Zukunftsaufgaben. Am Rande werden auch Fragen einer Theorie von Texttypen/multimodalen Angeboten diskutiert.This paper examines the connection between linguistic-textual organization and questions of knowledge organization or knowledge transmission within and through journal articles, journal issues, and series of issues. Aspects of linguistic organization include: Text organization, text/image coordination, multimodality, and lexic profile. I shall formulate initial findings, explain selected examples, and outline emerging desiderata. In addition, I will discuss some questions of a theory of text types and multimodal arrangement
„Ich glaub mein Schwein pfeifft“ – Ein Fall für die mobile Communication Database. Oder: Das Possessivpronomen mein aus korpusbasierter Perspektive
Die vorliegende Fallstudie nimmt eine Auswertung des Gebrauchs des Possessivpronomens mein in Messengerchats aus der Mobile Communication Database MoCoDa 2 vor. Dabei wurden quantitative Auswertungen aller dort vorkommenden Belege nach ihrer Funktion vorgenommen sowie exemplarisch anhand von Belegen diese Funktionen illustriert.This short corpus based study analyzes the use of the German possessive pronoun mein in messenger chats archived in the Mobile Communication Database MoCoDa 2. All instances of mein were then grouped according to their functions
Semantische Suche mit Word Embeddings für ein mehrsprachiges Wörterbuchportal
Das Lehnwortportal Deutsch (LWPD) ist ein Online-Informationssystem zu Entlehnungen von Wörtern aus dem Deutschen in andere Sprachen. Es beruht auf einer wachsenden Zahl von lexikographischen Ressourcen zu verschiedenen Sprachen und bietet eine einfache ressourcenübergreifende Suchfunktion an. Das Poster präsentiert eine derzeit in Entwicklung befindliche onomasiologische Suchfunktion für das LWPD
Neoterm or neologism? a closer look at the determinologisation process
This paper arises within the current communication urgency experienced throughout the pandemic. From its onset, several new lexical units have permeated the overall media discourse, as well as social media and other channels. These units convey information to the public regarding the ‘severe acute respiratory syndrome’ namely COVID-19. In addition to its worldwide impact healthwise, the pandemic generates noteworthy influence in the linguistic landscape, and as a result, a significant number of neologisms have emerged. Within the scope of our ongoing research, we identify the neologisms in European Portuguese that are related to the term COVID-19 via form or meaning. However, not all the new lexical units identified in our corpus containing COVID-19 in its formation can unequivocally be regarded as neoterms (terminological neologisms). Accordingly, this article aims not only to reflect on the distinction between neologism and neoterm but also to explore the determinologisation process that several of these new lexical units experience
How can complex graphemes be identified in German?
The question of whether a letter is a grapheme or not is a perennial issue in writing research. The answer depends on which criteria are used to differentiate between letters and graphemes and, ultimately,how the unit ‘grapheme’ is defined. This problem is particularly relevant to complex graphemes, i.e. sequences of letters that behave like a single grapheme in certain respects. Typical for German is the ‹ch›. This paper argues for a scalar concept of graphemes, which compares the grapheme status of each of the units under investigation. For this purpose, new criteria for the identification of complex graphemes are used, which originate from handwriting analysis. There, it is shown that complex graphemes are connected with each other disproportionately often and also have deviating letter forms disproportionately often
Literarische Grammatik. Wie Literatur- und Sprachwissenschaft voneinander profitieren können
Dieser Band versammelt neun Beiträge mit dem Ziel, Sprach- und Literaturwissenschaft aufeinander zu beziehen: Literatur grammatisch zu betrachten und Grammatik für Literatur (neu) zu denken. Jeder Beitrag nimmt mindestens einen grammatischen und einen literarischen Gegenstand zum Ausgangspunkt. Dabei ist die Bandbreite groß; sie reicht von Bodo Kirchhoffs Roman ‚Dämmer und Aufruhr‘ über die Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert bis hin zu Marion Poschmanns Gedichtzyklus ‚Kindergarten Lichtenberg‘ und deckt unterschiedlichste sprachliche Bereiche wie Tempus, semantische Rollen, Interpunktionszeichen oder Metaphern ab. Ist es in der Schule geradezu erwünscht, Grammatik und Literatur integrativ zu unterrichten, verfolgen sie als universitäre Disziplinen oft ganz unterschiedliche Fragestellungen an verschiedenen Sprachwerken. Vor diesem Hintergrund ist dieser Band ein interdisziplinärer Versuch, Anregungen und neue Perspektiven für schulische wie universitäre Bildungskontexte zu geben
Korpora für die lexikographische Beschreibung diatopischer Variation in der deutschen Standardsprache. Das ZDL-Regionalkorpus und das Webmonitor-Korpus
Dieser Beitrag stellt zwei Korpora vor, die als Datengrundlage für die Bestimmung der Regionalangaben im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) fungieren: das ZDL-Regionalkorpus und das Webmonitor-Korpus. Diese Korpora wurden am Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache (ZDL) erstellt und stehen allen registrierten Nutzern der DWDS-Plattform für Recherchen zur Verfügung. Das ZDL-Regionalkorpus enthält Artikel aus Lokal- und Regionalressorts deutscher Tageszeitungen, die mit arealen Metadaten versehen sind. Es wird ergänzt durch regionale Internet-Quellen im Webmonitor-Korpus, die zusätzliche Areale und Ortspunkte aus dem deutschen Sprachraum einbeziehen. Die Benutzerschnittstelle der linguistisch annotierten Korpora erlaubt nicht nur komplexe sprachliche Abfragen, sondern bietet auch statistische Recherchewerkzeuge zur Bestimmung arealer Verteilungen