Hochschulschriftenserver der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
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Risk management in hospitals: a postmodern perspective
Die Arbeit entwirft eine breite organisationstheoretische Sicht auf Risikomanagement im Krankenhaus. Es werden neue kritische Stimmen berücksichtigt, um einer reflexiven Praxis von Risikomanagement als täglichem Handeln Vorschub zu leisten. Es bedarf konkreter Veränderungen, um ein Organisationsverständnis aufzubauen, in dem eine gemeinsame und offene Auswertung von Fehlern gefördert und Risikomanagement als alltägliche kommunikative Praktik gesehen wird. Dazu werden einige Grundlagen zum Organisieren gelegt. Es werden neuere Strömungen in der Organisationsforschung aufgegriffen und mit ihnen eine kritische Analyse der Praxis des Risikomanagements im Krankenhaus verfolgt. Es wird eine Handlungstheorie vorgestellt, die erläutern kann, wie der Umgang mit Risiken organisatorisch einzuordnen ist, die berücksichtigt, wie Verständnis erzeugt und wie sprachliche und soziale Aspekte Einfluss auf die Umsetzung nehmen. Es wird eine breitere Sicht auf den Begriff „Risiko“ eröffnet, um zu zeigen, wie vielfältig Vorfälle, Informationen und Ansichten „interpretiert“ werden, bis hieraus eine Beschreibung von Risiken „entsteht“. Es werden einige erfahrungsbasierte Theorien über die Entstehung und die Verhinderung von Risiken und Unfällen in Organisationen eingeführt. Es wird deutlich, dass Risikomanagement ein fortwährender Prozess ist, der kontinuierlich durchgeführt werden muss. Anschließend wird ein allgemeiner Prozessablauf dargestellt. Einige Instrumente werden vorgestellt und kritisch hinterfragt bzw. dekonstruiert. Es wird gezeigt, wie sehr Instrumente eine Interpretation und Inhalte formen, sowie korrekte und effektive Lösungen implizieren. Methodisch werden mit einer kritischen Diskursanalyse verschiedene Zwischenfallberichte untersucht. Es wird möglich, Rückschlüsse auf die Erstellung, die erzählerische Wirkung und den organisatorischen Rahmen zu ziehen. Eine diskursanalytische Aufbereitung einer Root Cause Analyse rundet die Darstellung ab. Es wird deutlich, dass Risiken und die Anwendung von Instrumenten im Krankenhaus sprachlich bestimmt und erreicht werden. Um organisatorischen Wandel zu ermöglichen, wird es notwendig dies kritisch zu reflektieren. Eine Rekonstruktion erlaubt den Aufbau eines Verständnisrahmens, der als „Schablone“ für gemeinsames Handeln genutzt werden kann. Die gewonnenen Einsichten werden in einen postmodernen Rahmen von Risikomanagement im Krankenhaus zusammengeführt und praktische Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Mit diesem Verständnis kann man die organisatorische Seite von klinischem Risikomanagement beschreiben und reflektieren. Risikomanagement im Krankenhaus aus dieser postmodernen Sicht ist weniger ein regulierter bürokratischer Ablauf, sondern ein sozialer und sprachlicher Prozess, der fortwährend betrieben werden muss. Versteht man Lernen auf diese Weise, werden organisatorische und persönliche Veränderungen möglich.The work is about a description of risk management in hospitals. It contains a broad organizational conception that follows various new critical voices and directions to further a reflexive practice of risk management as every-day practice in hospitals. What is needed today, are concrete changes to establish an understanding of organizations and organizing, where a shared and open inquiry about critical incidents is valued and risk management is perceived as every-day communicational practice. This necessitates establishing a few foundations about organizing. For this, newer and critical accounts of organization theory are evoked to guide a critical analysis of the practice of risk management in hospitals. A theory of organizing is laid out that can explain how the engagement with risk is organizationally achieved, how understanding is created and how linguistic and social aspects shape and constitute the process. A wider understanding of risk is opened up, to show how critical incidents, information and perceptions are interpreted multifariously, until a description of risk is created. Several empirically based theories over the creation and prevention of risk in organizations are compared. It becomes apparent that risk management is a continuous process that has to be achieved perpetually. Subsequently, a generic risk management process is described. Several instruments are presented and critically analyzed, i.e. deconstructed. It is shown how markedly the instruments guide a process of interpretation and how most instruments assume to achieve correct and effective outcomes. Afterwards, a critical discourse analysis is employed to engage various critical incident reports. It becomes possible to interpret formation, narrative effects and organizational context. A discourse-analytic treatment of root cause analysis material rounds up the account. We see that risks and the usage of risk management instruments are achieved and determined linguistically. To make organizational change possible, it is necessary to reflect these circumstances critically. A reconstruction allows the creation of a framework that can guide shared action. The previous insights are therefore brought together in a postmodern framework for risk management in hospitals. Practical advice is laid out. With this understanding it becomes possible to reflect on the organizational side of clinical risk management. Risk management in hospitals from this postmodern perspective is to a lesser extent a regulated bureaucratic process, but much more a social and linguistic activity that has to be conducted continuously. If you perceive learning in these realms, organizational and personal changes become possible
Recognition of emotion in dance sequences
Vorliegende Studie untersucht die Beziehung zwischen Tanzerfahrung, Emotionserkennung im Tanz und Emotionaler Intelligenz, gemessen anhand des Mayer-Salovey-Caruso-Tests zur Emotionalen Intelligenz (MSCEIT). Der MSCEIT erhebt die vier Fähigkeitsbereiche Emotionswahrnehmung in Gesichtern und Bildern, Emotionsnutzung, Emotionswissen und Emotionsregulation. 74 Teilnehmer, die eine Hälfte Tänzer, die andere Nichttänzer, bearbeiteten den MSCEIT und erhielten die Aufgabe, Gefühlszustände in Tanzsequenzen zu identifizieren. Die Tänzer waren den Nichttänzern in der Emotionsdekodierung im Tanz sowie in Gesichtern und Bildern signifikant überlegen, wiesen aber keinen höheren Gesamtwert der Emotionalen Intelligenz auf als die tanzunerfahrenen Personen. Neben einem signifikanten Effekt von Tanzexpertise resultierte auch ein signifikanter Effekt von Emotionaler Intelligenz bei der Emotionserkennung im Tanz. Signifikante Korrelationen zwischen der Fähigkeit, Gefühlszustände in Tanzbewegungen erfassen zu können, und Emotionaler Intelligenz bestätigen eine Verbindung zwischen beiden Bereichen.This study examines the relationship between dance experience, the recognition of emotions in dance, and emotional intelligence as measured by the Mayer-Salovey-Caruso Emotional Intelligence Test (MSCEIT). The MSCEIT assesses one’s ability to perceive emotions in facial expressions and in pictures, as well as to use, understand, and manage emotions. Participants (N = 74), equally divided between dancers and non-dancers, completed the MSCEIT and were asked to observe dance sequences and identify four basic emotions, depicted by the performers. Based on a review of the results it was determined that dancers were significantly better than non-dancers in decoding emotions in dance movements, as well as in facial expressions and pictures, but had no greater overall emotional intelligence. In addition, both dance experience and emotional intelligence had a significant effect on the identification of emotion in dance. Significant correlations between the ability to recognize emotions in dance sequences and emotional intelligence confirmed a connection between both areas
Learning in projects: andragogy-based characteristics of individual learning in economic projects
Betriebliche Projektaufgaben zeichnen sich durch interdisziplinäre, ressourciell begrenzte und zielorientierte Zusammenarbeit aus. Sie bieten neben individuellen Lernchancen auch strategische Innovationspotentiale, die in der Praxis des Projektmanagements allerdings kaum genutzt werden. Die gängigen, oftmals betriebswirtschaftlich orientierten Ansätze zur Ermöglichung individuellen Lernens im Rahmen ökonomischer Projekte greifen aus pädagogischer Sicht zu kurz und bleiben oftmals hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurück. Nach der Analyse vorhandener Ansätze zur Gestaltung individueller Lehr-Lern-Prozesse im Rahmen ökonomischer Projekte wird als Gegenentwurf der Begriff des individuellen Lernens im Kontext der betrieblichen Projektwirtschaft multidimensional differenziert und situationsgerecht neu definiert. Darauf aufbauend wird ein erwachsenbildnerisch fundiertes Metakonzept zur Gestaltung projektspezifischer Lehr-Lern-Arrangements entwickelt. Mit Hilfe operativer Checklisten wird die systematische Integration dieses Metakonzepts in die Methodik des Projektmanagements verdeutlicht. Abschließend werden für Projektleiter und -mitarbeiter die nötigen erwachsen-bildnerischen Kompetenzprofile konkretisiert. Durch die systemische Vernetzung der aufgezeigten Erfolgsfaktoren lassen sich verschiedenste Lehr-Lern-Arrangments in dynamischen Projekten nachhaltig realisieren.Economic projects are characterised by limited resources and goal-oriented interdisciplinary teamwork. Besides offering the chance of an individual learning experience, economic projects provide the possibility of strategic innovation. However, in reality these chances are rarely used. The common, mostly economic, approaches to the managing of individual learning in economic projects do not realise the expectations they raise because from the point of view of science education, they do not account for the complexity of human learning. Accordingly, this thesis starts out with an analysis of established methods of managing individual learning within the scope of economic projects. As a result of these analyses, individual learning will be newly defined in a multidimensional way that takes into consideration the specificities of individual projects. Thus, there are different definitions of learning according to the distinct circumstances of the projects. Further, the thesis provides an andragogy-based meta-conception of organising teaching and (self-)learning within economic projects. A number of operational checklists then clarify the systematic integration of the described meta-conception into the popular theories of project management. In conclusion, the book presents two andragogic qualification profiles for both the project leader him/herself and for the project team. Using this systemic integration of the identified success factors it becomes possible to realize the most varied teaching-learning arrangements even in dynamic projects
How „Valuable“ is employment? - An analysis of value impacts on intentions of German employees
Die öffentlich geführten Diskussionen im Zusammenhang mit der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise sowie zahlreiche Beiträge in populären Zeitschriften belegen ein zunehmendes öffentliches Interesse an Werten wie Vertrauen und Gerechtigkeit. Bemerkenswerterweise werden sozialwissenschaftliche Erkenntnisse in der öffentlichen Wertedebatte kaum nachgefragt. Dafür sind im Wesentlichen zwei Gründe zu nennen: Einerseits existiert in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen ein unterschiedliches Verständnis von Werten. Andererseits erschwert zusätzlich die relativ schmale Datenbasis eine Beteiligung von Wissenschaftlern an den gesellschaftlichen Wertediskursen. Entsprechend mangelt es auch an empirischen Arbeiten zur Ausprägung und Wirksamkeit von Werten in Organisationen. Zudem fehlt bislang eine Integration von organisationspsychologischen Forschungsbefunden mit Ergebnissen der Werteforschung. In diese Lücke stößt die vorliegende empirisch-psychologische Arbeit, indem der Einfluss von Werten auf Engagementbereitschaften und Schädigungsabsichten von Mitarbeitern untersucht wird. Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen die Werte Gerechtigkeit, Vertrauen und Verantwortung in Organisationen. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Werte über Variablen des Eigennutzes hinaus betriebswirtschaftlich relevante Einflussgrößen wie Arbeitszufriedenheit und Identifikation, aber auch Engagementbereitschaften von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Unternehmen erklären können. Welchen Einfluss haben dabei erlebte Emotionen auf Engagementbereitschaften und Schädigungsabsichten von Mitarbeitern? Gibt es eine Gruppe von Werten, die trotz verschiedener Kontextfaktoren universell erlebt werden? Durch die Integration verschiedener theoretischer Modellströmungen und empirischer Einzelbefunde wird ein gerechtigkeitspsychologisches Modell zur Erklärung von Engagementbereitschaften und Schädigungsabsichten entworfen und multimethodal durch eine quasiexperimentelle Vignettenstudie (N=154), halbstrukturierte Interviews (N=10) und eine Fragebogenstudie (N=205) geprüft. Der Arbeit liegt die Auffassung zugrunde, dass Werte empirisch zu fassen und zu konkretisieren sind, wobei deren Kontextsensitivität und Pluralismus beachtet werden muss. In der Folge werden die Wertevariablen der Untersuchung über theoretisch und empirisch fundierte organisationspsychologische Konstrukte ermittelt und mit dem Wertemodell von Schwartz (1992) kontrastiert. Die Untersuchungen bestätigen die zentralen Hypothesen: Arbeitszufriedenheit, Identifikation, Verantwortung aber auch erlebte Emotionen beeinflussen Engagementbereitschaften und Schädigungsabsichten von Mitarbeitern. Darüber hinaus sind weitere Variablen bedeutsam: Gerechtigkeitswahrnehmungen und Vertrauen wirken genauso wie klassische Variablen (Bezahlung, Handlungsspielraum, Strukturmerkmale der Arbeitsaufgabe) über Zwischenkriterien (Arbeitszufriedenheit und Identifikation) auf Engagementbereitschaften und Schädigungsabsichten von Mitarbeitern. Positiv und negativ erlebte Emotionen wiederum beeinflussen extraproduktive und kontraproduktive Verhaltensbereitschaften der Mitarbeiter in der quasiexperimentellen Studie stärker als in der Feldstudie. Interessanterweise ist Vertrauen sowohl für das Erleben positiver als auch negativer Emotionen relevant, während organisationale Gerechtigkeit insbesondere im Hinblick auf negativ erlebte Emotionen bedeutsam zu sein scheint. Hypothesenkonform können die im Schwarz-Modell (1992) postulierten Werteklassen sowohl im privaten, als auch im beruflichen Kontext bestätigt werden. Entsprechend steht einer Klasse von Werten, die eher auf das Allgemeinwohl bezogen ist (universelle Werte), eine Klasse von Werten, die auf das Selbst bezogen ist, gegenüber (egozentrische Werte). Sowohl universelle als auch egozentrische Werte sind handlungsleitend, wie die multivariaten Befunde zeigen. Insgesamt ist das Handeln in Unternehmen nicht nur eigennützig motiviert. Vielmehr können Gerechtigkeitsmotive und andere Wertorientierungen ebenfalls einen wesentlichen Beitrag zur Erklärung arbeitsbezogener Engagements leisten. Denn extra- und kontraproduktives Arbeitsverhalten liegt pluralistischen Motiven zugrunde. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund geltender Limitationen diskutiert und theoretische wie praktische Implikationen werden abgeleitet.Recently, public discussions and articles addressing the global financial crisis depict an increasing interest in values, such as fairness or trust. However, public debate rarely asks for scientific expertise. Therefore, it is possible to identify two main criteria: on the one hand, scientific disciplines researching values offer a wide ranging understanding of what values are. On the other hand, there is a low data base. Accordingly, there is a lack of empirical findings regarding the development and validity of values in organisations. Furthermore, an integration of results of organizational psychology and value research is missing. This gap is filled by the present studies, which investigate the impact of values on employees’ behavior and intentions, such as Organizational Citizenship Behavior (OCB) or counterproductive behavior. The research project focuses on specified values, such as justice, trust and responsibility in profit organizations. How can values, next to variables of self-interest, predict economic relevant parameters (such as job-satisfaction, identification or employees’ behavior)? Which impact do experienced emotions have on the employees’ behavior and intentions? Independent of context, is there a group of values that is universally experienced? In combining theoretical models of job-motivation and empirical research results, a psychological model was developed and empirically tested by a multi-methodological procedure with a scenario experiment (N=154), semi-structured interviews (N=10) and a survey study (N=205). Considering the sensitivity of context and pluralism, values are operationalized by constructs of organizational psychology and contrasted with the Schwartz Value Model (1992). Due to this basic assumption, values appear to be empirically realized and closely substantiated. The results confirm the central hypotheses: job-satisfaction, identification, responsibility as well as experienced emotions influence employees’ behavior intentions (extra productive and counterproductive behavior intentions, intent to quit). Beyond that, justice assessment and trust as well as conventional task characteristic (f.i. payment, freedom of action or autonomy) are significant predictors of employees’ behavior intentions as expected. These variables affect employees’ behavior intentions due to moderator variables (such as job-satisfaction or identification). Again, positively and negatively experienced emotions have a stronger impact on employees’ behavior intentions in the experimental setting than in the conducted field study. Interestingly, in the investigations trust is likewise important for positively and negatively experienced emotions, whereas organizational justice seems to be significant for negatively experienced emotions. Additionally, value categories postulated by Schwartz (1992) are affirmed both in private and job-related contexts. Hence, universal and egocentric values stand vis-à-vis and determine an employee’s action and behavior. In sum, the investigation attests a plurality of motives to explain an employee’s willingness to act and their behavior in profit organisations. In fact, the addition of self-interest justice and other value orientations explain an important part of the variance job-related engagements. However, further research is required to consolidate these results. Respectively, results are discussed and further implications are derived
Valuation and risk measurement of variable rate banking produkts: the analysis of a risk-neutral valuation approach
Variabel verzinsliche Kundengeschäfte repräsentieren einen bedeutenden Teil der Aktiva und Passiva von Banken. Ihre Bewertung und Risikoanalyse ist sowohl für Banken als auch für die Bankenaufsicht anspruchsvoll, da insbesondere das Zusammenspiel zwischen Markt- und Produktzinsen sich als äußerst komplex darstellt. Gegenstand dieser Arbeit ist es, mittels eines großen Datensatzes auf Einzelbank-Ebene eine umfangreiche Analyse zur Bewertung und Zinsrisikomessung dieser Produkte unter Anwendung des risikoneutralen Bewertungsansatzes von Jarrow und van Deventer (1998) durchzuführen. Es werden dazu sechs unterschiedliche Zinsstrukturkurvenmodelle und vier unterschiedliche Pass-through Modelle zu 24 Modellspezifikationen kombiniert um anhand von 13 Produktkategorien von variabel verzinslichen Kundengeschäften von bis zu 400 deutschen Banken den Einfluss auf die Bewertung und die Zinsrisikoanalyse zu untersuchen. Darüber hinaus wird auf der Basis einer exemplarischen Retail-Bank der Frage nachgegangen, welchen Einfluss unterschiedliche Fristentransformationsstrategien und Zinssetzungsstrategien auf das Zinsrisiko einer Bank ausüben um nicht nur den isolierten Blick auf ein einzelnes Produkt darzustellen, sondern das Zusammenspiel aller zinstragenden Produkte auf die gesamte Bank herauszuarbeiten. In der Arbeit gelingt es dabei Effekte deutlich zu machen, die sowohl für das bankinterne Risikocontrolling als auch für die Bankenaufsicht von großer Bedeutung sind. Wenn es um die angemessene Bewertung der Produkte geht, genügt eine bedachte Modellauswahl; der Einfluss unterschiedlicher Zinsstrukturkurvenmodelle und Pass-through Modelle ist zwar erkennbar, aber nicht maßgeblich. Sollen dagegen Banken gemäß dem Zinsrisiko von variabel verzinslichen Produkten verglichen werden, ist die Wahl eines geeigneten Pass-through Modells unerlässlich. Für eine angemessene Messung der absoluten Höhe des Zinsrisikos ist darüber hinaus auch die Modellauswahl des Zinsstrukturkurvenmodells entscheidend. Eine Fehlspezifikation kann zu einer deutlichen Verzerrung führen. Die Szenariountersuchung zur exemplarischen Retail-Bank macht deutlich, dass der Umfang der Fristentransformation nur einen Teilbeitrag zur Zinsrisikobewertung und -steuerung liefern kann. Entscheidend für die Zinsrisikohöhe ist auch die Zinssetzungspolitik bei Kundengeschäften. Es zeigt sich, dass Banken mit einer vergleichbaren Bilanzstruktur und einem vergleichbaren Eigenkapitalwert nicht über das gleiche Zinsrisiko verfügen müssen. Darüber hinaus wird deutlich, dass zu laxe Anforderungen an die Modellausgestaltung zur Zinsrisikobewertung es Banken ermöglicht, eingegangene Zinsrisiken deutlich zu ihrem Vorteil darzustellen.Variable rate banking products represent an important part of a bank’s balance sheet. Its valuation and risk analysis is a challenging task for banks and banking supervisors, especially due to the complex interdependencies between market and product rates. This dissertation analyses the valuation and interest risk measurement of variable rate products on the basis of the risk-neutral valuation approach of Jarrow and van Deventer (1998) by using a comprehensive dataset of bank-individual data. Thirteen categories of variable rate banking products of up to 400 banks are used to evaluate the effect of 6 term-structure models and 4 pass-through models on the valuation and interest rate risk measurement. Additionally, on the basis of an exemplary retail bank, the effects of different maturity transformation and price-setting policies on the interest rate risk of a whole bank are investigated to obtain an all-embracing view of the co-action of different interest rate products, rather than just focusing on an individual product. Comprehensive empirical analysis identifies effects which are important for both the internal risk controlling of a bank and the financial supervision. For the valuation of variable rate banking products a thoughtful model specification is sufficient: different term-structure models and pass-through models have just a minor effect on the calculated value. In contrast, when it comes to ranking banks according to the interest rate risk of their products, it can be shown that the pass-through process is of specific relevance. If the absolute level of the interest rate risk is to be estimated, an advanced term structure model should additionally be chosen. A misspecification can considerably bias the results. Regarding the exemplary retail bank, scenario analysis shows that knowing the level of maturity transformation is far from adequate to rate and control a bank’s total interest rate risk. Different price-setting policies can also have a significant impact on the interest rate risk exposure. Also, banks which have the same balance sheet structure and economic value but follow different price-setting policies can be exposed to truly different interest rate risk. Furthermore, operating under lax interest rate risk evaluation regularities allows a bank to enhance notably its reported risk exposure by just altering slightly model or parameter assumptions
Conveying values in educational training
Die vorliegende Dissertation „Wertevermittlung in der pädagogischen Ausbildung“ beschäftigt sich mit folgender zentralen Frage: „Wie gestaltet sich der Interaktionsprozess zwischen den Werten, die von Schüler/innen eingebracht und jenen, die in der Ausbildung theoretisch vermittelt bzw. praktisch erworben werden?“ Im Mittelpunkt steht dabei die Sozialbetreuungsausbildung in Österreich, die sich zum Ziel gesetzt hat, als Bildungssituation einzelne Sozialbetreuer/innen so zu umfangen und zu professionalisieren, dass diese nach ihrer Ausbildung fähig und kompetent sind, beeinträchtigte Menschen von Werten getragen zu begleiten. Angehende Sozialbetreuer/innen machen vor ihrer Ausbildung vielfältige Erfahrungen (Wertebasis), welche die persönliche Situation an Werten zumeist vorreflexiv fundieren. In der Ausbildungssituation kommen neue Erfahrungen hinzu. Dazu zählt in erster Linie die Begegnung mit beeinträchtigten Menschen und zukünftigen Kollegen/innen in den Praktika wie auch Erfahrungen in Unterricht und Schule. Zu diesen Erfahrungen eignen sich die Schülerinnen und Schüler vielfältiges Wissen an, welches letztlich die Erfahrungen professionalisieren und reflexive Wertbindung ermöglichen soll. Zwischen Theorie und Praxis herrscht ein Spannungsfeld und es geht darum, so auszubilden, dass Schüler/innen mit diesen Polen umgehen lernen und von Werten getragen zu handeln in der Lage sind. So professionalisiert die Praxis den Umgang mit Theorie (Wertschöpfung) wie auch die Theorie die Betroffenheit in der Praxis kultiviert (Wertgewinnung). Nur beide Wege zusammen ermöglichen Professionalität in Form einer Wertsynthese und damit Wertbindung. Die vorliegende Arbeit setzt sich theoretisch wie empirisch mit den beschriebenen Prozessen auseinander. Zum Inhalt der Arbeit: Im Kapitel eins werden die Zielgruppen - alte Menschen mit Beeinträchtigungen und deren Sozialbetreuer/innen - als Subjekte dieser Arbeit vorgestellt. Gegenstand dieser Arbeit ist die Wertevermittlung. Die sich aus dem aktuellen Forschungsstand ergebende Forschungsfrage mündet parallel zum methodischen Vorgehen in Ausgangsthesen sowie Forschungszielen. Ausgangspunkt des Kapitels zwei ist die Schilderung der Situation einer angehenden Sozialbetreuerin vor dem Beginn ihrer Ausbildung. Die beschriebene Situation stellt einen „didaktischen Kniff“ dar, der helfen soll, die theoretischen Annahmen immer wieder - gleich einem roten Faden durch alle Kapitel - mit der konkreten Praxis zu verbinden, um eine gegenseitige Qualifizierung (Synthese) zu erreichen. Die Beschreibung der beispielhaften Situation jener jungen Frau erfolgt anhand eines leibphänomenologischen Menschenbildes. In diesem Zusammenhang sind der Wertbegriff, der Normenbegriff und die Bedeutung von Regeln zu erläutern. Der Ursprung für Werte wird dabei im „Weltganzen“ gesehen. Die kulturell-gesellschaftliche Situation bildet den gemeinschaftlichen Rahmen um und für den Einzelnen. Die Frage nach der Gültigkeit der Werte schließt sich an. Bzgl. der Wertevermittlung – wiederum verstanden als Situation – stehen der Bildungs-, der Erziehungs- und der Lernbegriff wie auch die damit verbundenen Ziele im Mittelpunkt. Dabei lassen sich eine (die) Wertevermittlung „von oben“ von jener „von unten“ unterscheiden. Beide werden aus didaktischer wie aus methodischer Perspektive diskutiert. Der hierbei angestrebte Prozess der Professionalisierung lässt sich als Synthese von Praxis und Theorie mit dem Ziel der Qualifizierung im Hinblick auf Werte auffassen. Das Kapitel drei widmet sich der empirischen Theorie dieser Arbeit. Ausgangspunkt bilden Grundlagen und Theorien qualitativen Forschens wie die begründete Entscheidung für das problemzentrierte Interview als Ausgangsbasis für das methodische Vorgehen. Kapitel vier widmet sich der Weiterführung des empirischen Vorgehens und im Kapitel fünf steht die Darstellung und Auswertung der Interviews im Mittelpunkt. Im Kapitel sechs finden sich pädagogische Konsequenzen und eine Zusammenschau der Ergebnisse. Das letzte Kapitel dieser Arbeit versucht eine Zusammenfassung und einen Ausblick.The present dissertation „Conveying values in educational training“ deals with the following central issue: „How do values that students have acquired in their personal histories interact with those that students gain in their theoretical and practical training?“ Central to that question is that the Austrian education in social services has as its goal to qualify students to accompany people with disabilities in a professional way including conveying values. Prospective social workers have gained various experiences (which we call a basis of values). During their training new experiences are gained, mainly by dealing with disabled people, exchanging views with co-students in practical training periods, as well as experiences gained at college. The gap between theory and practice can only be bridged in educational training by giving students tools to handle these extremes and tools to act according to their acquired values. This dissertation is trying to deal with these processes. Chapter one of this dissertation deals with the target groups – elderly people with disabilities and their social workers – with a view of their corresponding values. This results in a proposition and the corresponding aims. Chapter Two starts out with the description of a prospective social worker before taking up the training for social services. This description becomes a central theme running like a thread through the following chapters. The third chapter is devoted to the empirical theory of this thesis. Theoretical foundations like theories of qualitative research or the writer’s well-founded decision to use problem-centred interviews as the basis for his methodical procedure are clarified here. Chapter Four discusses additional empirical procedures. The fifth chapter centres on the descriptions, the analysis and the evaluation of the interviews. A survey of all the results and consequences for educational theory is given in the sixth chapter. A summary in the final chapter helps to conclude this dissertation permitting an optimistic view of the prospects of the future
Heterogeneous response behavior in Customer Satisfaction Surveys - A Bayesian mixture model approach
Im Marketing und anderen Sozialwissenschaften ist die Anwendung von Strukturgleichungsmodellen zur Analyse von Kausalmodellen gängige Praxis. Ein gleichermaßen flexibler wie beliebter Ansatz zur Modellierung von Strukturgleichungsmodellen stellt das LISREL-Modell dar. Es besteht aus zwei Bestandteilen: 1) der Operationalisierung latenter Konstrukte durch Messmodelle sowie 2) einem Strukturmodell, welches Aussagen zu linearen Beziehungen zwischen endogenen und exogenen latenten Konstrukten abbildet. Beide Bestandteile lassen sich mittels eins Pfadmodells grafisch darstellen. Die Struktur eines solchen Pfadmodells muss dabei durch theoretische Annahmen begründet werden. Bisherige Anwendungen des LISREL-Modells gehen stets von je einer einzigen kausalen Struktur aus. Die Modellierung von Heterogenität beschränkt sich dabei allerdings auf die Parameterausprägungen. Dazu werden beispielsweise hierarchische Modelle oder sogenannte Finite Mixture-Modelle eingesetzt. Die vorliegende Arbeit erweitert die Modellierung von Strukturgleichungsmodellen in zweifacher Hinsicht: Es wird 1) Heterogenität der Skalenverwendung sowie 2) Heterogenität der kausalen Struktur modelliert und am Beispiel der Untersuchung von Kundenzufriedenheitstreibern demonstriert. Die Berücksichtigung konkurrierender Theorien durch die Modellierung heterogener Kausalstrukturen kann großen Einfluss auf die Schlussfolgerungen von Strukturgleichungsmodellen haben. In der betriebswirtschaftlichen Praxis werden sehr häufig Zusammenhänge zwischen Teil- und Gesamtzufriedenheiten untersucht, um relevante Treiber von Zufriedenheit zu identifizieren. Eine Konzentration auf relevante Treiber von Zufriedenheit ermöglicht einen besseren Einsatz knapper Ressourcen. Der Erfolg von Unternehmen hängt daher auch von der Qualität der Analysen ab. Werden Fragebatterien eingesetzt, sodass sich jeweils mehrere Fragen auf eine Teilzufriedenheitsdimension bzw. Domäne beziehen, so bieten sich Strukturgleichungsmodelle zur Analyse der Gesamtzufriedenheitstreiber an. Ziel solcher Modelle ist die Inferenz bezüglich des Strukturmodells – welches in diesem Fall den Zusammenhang von Gesamtzufriedenheit und Teilzufriedenheitsdimensionen beschreibt. Diesem Treibermodell steht das Halo-Modell als konkurrierende Theorie gegenüber. Das Halo-Modell geht davon aus, dass alle Bewertungen sich durch einen Faktor – etwa dem Gesamteindruck bezüglich eines Produktes oder Services – erklären lassen. Die Teilzufriedenheitsdimensionen liefern in diesem Modell keinen eigenständigen Informationsbeitrag. Das Halo-Modell muss jedoch nicht auf alle Teilzufriedenheitsdimensionen zutreffen. Es werden daher folgende Strukturmodelle bei der Untersuchung von Daten einer Zufriedenheitsbefragung berücksichtigt: 1) ein klassisches Treibermodell, 2) ein reines Halo-Modell sowie 3) ein Multiple-Indicator-Multiple-Causes Modell, in dem Treiber als „Causes“ und von der Gesamtzufriedenheit abgeleitete Teilbewertungen als „Indicators“ aufgefasst werden. Die Untersuchung der Zufriedenheitsbewertungen von 283 Kunden bezüglich vier unterschiedlicher Pizzarestaurants legt nahe, dass alle drei untersuchten Kausalmodelle (und somit die zugrundeliegenden Muster des Bewertungsverhaltens) existieren. Ferner ändern sich Schlussfolgerungen über relevante Treiber der Gesamtzufriedenheit im Treibermodell, sodass Pizzarestaurantbetreibern die Investition in andere Aspekte ihres Services nahegelegt werden kann.In marketing and other social sciences, structural equation models are frequently used to analyze causal models. In particular, the flexible LISREL Structural Equation model is a popular tool. It consists of two elements: (1) a measurement model which links latent factors to observed measurement items and (2) a structural model, which describes linear relationships among endogenous and exogenous latent factors. Both elements can be presented using a path model. The structure of this path models always needs to be grounded in theory. Previous applications of the LISREL model assume that there is a single causal structure. Heterogeneity is only addressed with regard to parameters using hierarchical models or finite mixture models. This research extents SEM literature in two ways: 1) Heterogeneity of scale usage and 2) heterogeneity of causal structures is implemented in a SEM. The analysis of customer satisfaction serves as a model case to demonstrate this modeling approach. Accounting for these two new forms of heterogeneity may significantly affect inference in SEMs. Industry practitioners frequently try to learn about the relationship of partial satisfaction dimensions and overall satisfaction in order to identify significant drivers. Focusing on those drivers would allow for more effective allocation of resources within the company. The company's success is therefore also dependent on the quality of such analyses. When a battery of items is used, multiple items may refer to the same partial satisfaction dimensions (or domains). In this case SEMs can be used to identify drivers of overall satisfaction. The main goal is inference about the structural model which in this case related partial satisfaction dimensions and overall satisfaction. A competing alternative theory is the halo model. According to this model, all partial satisfaction dimensions are determined by a single factor, i.e. general impression with a product or service. The partial satisfaction dimensions do not deliver any additional information. However, not all partial dimensions need to be mainly dominated by the overall impression. Therefore three different mixture model components are analyzed: 1) a driver model, 2) a halo model and 3) a Multiple-Indicator-Multiple-Causes model, where “causes” are drivers of overall impression and “indicators” are dimensions dominated by the resulting overall impression. The mixture model is applied to a satisfaction data set which contains rating from 283 customers who evaluate one to four) pizza restaurant chains (depending on the knowledge). Results appear to confirm the existence of the above-mentioned alternative causal models (describing alternative evaluation styles). As a consequence, driver inference in the driver model changes. Therefore conclusions regarding the most important aspects to invest in change for pizza chain managers
Caregivers, support and dementia : familiy caregivers in the context of formal and informal help ; an empiric study
Die Arbeit behandelt die Sichtweise von Angehörigen Demenzkranker und von Personen aus dem "vorpflegerischen" Bereich auf das formelle und informelle Hilfesystem bei Demenz. Auf der Basis einer schriftlichen, standardisierten Befragung werden Erkenntnisse zu Informiertheit, Hilfeinanspruchnahme und Zufriedenheit mit dem Hilfesystem erhoben.The work deals with the perspective of familiy caregivers and non-caregiving persons on the formal and informal support system in case of dementia. A standardized questioning examines knowledge, demand and satisfaction with the support system
On the epistemology in moral realism
Es wird davon ausgegangen, dass es objektive moralische Tatsachen in dem Sinne gibt, dass diese vollständig unabhängig von subjektiven Leistungen sind („starker moralischer Realismus“), und es wird die Auffassung vertreten, dass Aussagen über diese Tatsachen durch Erfahrungskenntnis begründet werden können. Auch im moralischen Realismus sind Wahrheitsansprüche im Sinne eines Bezugs auf objektiv vorliegende Wahrheitsbedingungen zu begründen. Für diese Begründung wird jedoch abweichend von der im moralischen Realismus üblichen Korrespondenztheorie der Wahrheit eine kognitive Konzeption von Wahrheit vorgeschlagen. Für auf Erfahrungskenntnis gegründete Aussagen über moralische Tatsachen ist ein Beobachtungsbegriff notwendig, der als Urteilsprinzip ein unparteiliches evaluatives Interesse eines jeden voraussetzt. Dieses „unparteiliche evaluative Interesse eines jeden“, d.h., die Einnahme des beobachterneutralen Standpunkts, entspringt jedoch nicht der autonomen Dimension des Subjekts, sondern sie muss in jedem Einzelfall der Beobachtung erst durch die moralische Wirklichkeit erweckt werden. Moralische Erfahrung kann dabei nicht als einfache Beobachtung der Wirklichkeit („look and see“), sondern als Begegnung mit ihr, und diese Begegnung wiederum als Antwort des absolut passiven Subjekts auf den Anruf der moralischen Wirklichkeit im Sinne der Philosophie von Emmanuel Lévinas verstanden werden.It is held that there are objective moral facts completely independent of subjective structures (“strong moral realism”) and that statements about these facts can be based on empirical knowledge. Moral realism demands that truth claims are to be based on objectively existing truth conditions. Contrary to the correspondence theory of truth common in moral realism, however, this doctoral dissertation argues for a cognitive conception of truth. In order to make statements on moral facts founded on empirical knowledge, it is necessary to have an observational concept which, as a principle of judgement, presupposes an impartial evaluative interest by everyone. This “impartial evaluative interest by everyone”, i.e., the taking up an objective position does not, however, arise from the autonomous dimension of the subject. Rather, in each particular case of observation, this interest has to be aroused by confrontation with moral reality. In this context, moral experience must not be perceived as a simple observation of reality (“look and see”) but an encounter with it. Furthermore, this encounter must be perceived as an answer on the part of the absolutely passive subject to the impact of moral reality as outlined by the philosophy of Emmanuel Lévinas
Survivorship bias and mutual fund performance : [cumulative dissertation]
Das erste Paper behandelt den Survivorship Bias bei Aktienfonds. Dieser stellt eine systematische Überschätzung der Performance dar, die entsteht wenn in der Fondsgruppe nur die „Überlebenden“ berücksichtigt werden. Dies ist seit Grinblatt und Titman (1989) bekannt und seitdem in vielen Papers (z.B., Brown et al., 1992; Brown and Goetzmann, 1995) behandelt worden; mit dem Ergebnis, dass die Höhe in einem Spektrum zwischen 1 und 270 Basispunkten liegt. Als primären Beitrag entwickelt das Paper eine Systematik der verschiedenen Definitionen des Survivorship Bias sowie verschiedener Methoden zu dessen Berechnung. Anhand eines umfangreichen Datensatzes werden die Unterschiede und Auswirkungen der verschiedenen Methoden innerhalb dieser Systematik bestimmt. Dadurch kann die weite Spanne früherer Ergebnisse plausibilisiert werden. Desweiteren untersucht das Paper den Zusammenhang zwischen Fondsgröße und Performance sowie die Gründe des Fondssterbens. In der empirischen Analyse wird zunächst gezeigt, dass der Survivorship Bias methodenunabhängig existiert und signifikant ist. Darüber hinaus kann gezeigt werden, dass der End-of-Sample Survivorship Bias bei Gleichgewichtung deutlich höher ist als bei Wertgewichtung, was darauf zurückzuführen ist, dass sterbende Fonds meist sehr klein sind. Bei Full-Data Survivorship Bias ist der Unterschied zwischen den Gewichtungen jedoch deutlich kleiner, was daran liegt, dass das Fondssterben nur bei kleinen Fonds maßgeblich von der Performance abhängt, große jedoch performanceunabhängig überleben. Paper 2 beschäftigt sich mit den Determinanten des Fondssterbens bei Bondfonds. Außerdem wird untersucht, ob Survivorship Bias bei diesen ebenso auftritt und falls nicht, was die Unterschiede zu Aktienfonds sind. Motiviert wird die Studie dadurch, dass das Sterben von Bondfonds bis dato kaum in der Literatur behandelt wurde. Außerdem wurde auch der Survivorship Bias bisher nur von einer Studie ausdrücklich untersucht, jedoch aufgrund der geringeren Renditevolatilität im Vergleich zu Aktienfonds als unwichtig bezeichnet (Blake et al., 1993). Auf dieser Aussage basierend wurde seitdem in Bondfonds Studien nicht mehr auf den Survivorship Bias eingegangen. Das Paper ist daher das erste, das die Gründe des Sterbens und Survivorship Bias für Bondfonds ausführlich und anhand der Systematik aus Paper 1 untersucht. Das überraschende Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Performance von Bondfonds im Gegensatz zu Aktienfonds keinen entscheidenden Einfluss auf das Fondssterben hat. Zwar ergeben sich bei einigen Probit-Modellen signifikante Koeffizienten, doch die Erklärungskraft von Returns für das Sterben von Bondfonds ist vernachlässigbar. Trotzdem tritt ein sowohl statistisch signifikanter als auch ökonomisch relevanter Survivorship Bias bei Bondfonds auf. Als zweites Hauptergebnis wird die Fondsgröße und damit zusammenhängend auch die Fund Flows als Hauptgrund für das Fondssterben identifiziert. In den ersten beiden Papers spielen Flows als Determinanten des Fondssterbens im Zusammenspiel mit Performance eine signifikante Rolle. Hinsichtlich der Wirkung von Performance auf Flows gibt es in der Literatur weitgehend Einigkeit. Investoren „jagen Performance“, d.h. sie investieren Geld in Fonds mit guter vergangener Performance. Keine einheitliche Meinung besteht über die Wirkung von Flows auf Performance. Oft jedoch findet man, dass besonders hohe Inflows sowie besonders hohe Outflows kurzfristig zu schlechterer Performance führen. Als Grund dafür gelten Liquiditätskosten. Langfristig jedoch wird zumindest hohen Inflows eine positive Wirkung auf die Performance von Fonds attestiert. Ziel des Papers ist es, die Wirkung von Flows auf die Performance vor dem Hintergrund leicht nachvollziehbarer Strategien zu untersuchen. Als Hinführung beschäftigt sich das Paper zunächst mit der Beziehung zwischen Fondsgröße und Performance um zu untersuchen, ob die Fondsgruppen eher positive oder negative Skaleneffekte aufweisen. Dann widmet es sich der Frage ob Performance persistent ist. Danach wird die Auswirkung vergangener Flows auf Performance direkt untersucht, bevor basierend auf diesen Erkenntnissen einfache Investment Algorithmen getestet werden um die Informationen für Anlageentscheidungen zu nutzen. Es wird festgestellt, dass sowohl positive Skaleneffekte als auch kurzfristig persistente Performance existieren, und zwar vor allem bei Bondfonds und Geldmarktfonds. Zudem findet das Paper signifikante Outperformance von Fonds mit hohen vergangenen Flows. Die Ergebnisse sind für Bondfonds besonders signifikant. Die getesteten Investment Strategien führen zu höheren Renditen als uninformierte Strategien, wobei die Standardabweichungen der Renditen fast unverändert bleiben. Berücksichtigt man allerdings die Gebühren, so kann man mit diesen Algorithmen kein Geld verdienen.The first paper deals with survivorship bias in equity mutual fund performance. This effect overstates performance if only survivors are accounted for in a group of funds. This is known since Grinblatt and Titman (1989) and has been treated in many following papers (e.g., Brown et al., 1992; Brown and Goetzmann, 1995). But, the results range very wide from 1 to 270 basis points per year. The contribution of the paper is that it develops a systematic of methods and definitions from the previous literature and tests its impact based upon a comprehensive dataset, thereby explaining the differences. Survivorship bias is significant independent from the methodology used. Moreover, end-of-sample survivorship bias is larger when equal-weighted because non-survivors are usually very small. For full-data survivorship bias the differences between equal- and value-weighting are smaller due to large funds surviving independent of their performance such that the large full-data survivors include also badly performing funds. Paper 2 deals with the determinants of bond fund disappearance. Also, it analyzes survivorship bias in bond mutual fund performance. It is motivated by the fact that this has not been done comprehensively in the previous literature. Only one study treats survivorship bias but finds that it is of no importance (Blake et al., 1993). Based on this statement most following studies ignore survivorship bias when analyzing bond fund performance. Surprisingly, performance has very little explanatory power for fund disappearance which is in contrast to the findings for equity funds. However, there is statistically significant and economically relevant survivorship bias in bond fund performance. The main determinant of bond fund disappearance is fund size. Also fund flows play an important role. In the first two papers, fund flows in combination with fund performance play an important role for fund disappearance. Concerning the impact of performance on flows, there is consensus in the literature that investors “chase performance”, i.e., they invest in funds with superior prior performance. But, there is discourse on the impact of flows on performance. It is often stated, however, that flows in the short run deteriorate performance while inflows in the long run enhance performance due to economies of scale. In this paper, the effect of flows on performance is analyzed based upon easily implementable investment strategies. Therefore, the paper first assesses the relation between performance and size (economies of scale) and performance persistence. Then the paper investigates directly the impact of flows on performance and implements informed and uninformed investment strategies. The paper finds positive economies of scale and short-term performance persistence, especially for bond and money market funds. Moreover, there is significant outperformance of high inflow funds, again especially for bond funds. The tested investment strategies based upon flow information lead to higher returns than the uniformed strategies, but after accounting for associated load fees the investment strategies are not beneficial anymore