OPEN FAU Online-Publikationssystem der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
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    Continuous-wave electrically pumped multi-quantum-well laser based on group-IV semiconductors

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    Over the last 30 years, group-IV semiconductors have been intensely investigated in the quest for a fundamental direct bandgap semiconductor that could yield the last missing piece of the Si Photonics toolbox: a continuous-wave Si-based laser. Along this path, it has been demonstrated that the electronic band structure of the GeSn/SiGeSn heterostructures can be tuned into a direct bandgap quantum structure providing optical gain for lasing. In this paper, we present a versatile electrically pumped, continuous-wave laser emitting at a near-infrared wavelength of 2.32 µm with a low threshold current of 4 mA. It is based on a 6-periods SiGeSn/GeSn multiple quantum-well heterostructure. Operation of the micro-disk laser at liquid nitrogen temperature is possible by changing to pulsed operation and reducing the heat load. The demonstration of a continuous-wave, electrically pumped, all-group-IV laser is a major breakthrough towards a complete group-IV photonics technology platform.The authors demonstrate electrically pumped continuous-wave operation of a SiGeSn/GeSn lasers. The devices are based on a multi-quantum-well design in a small footprint micro-disk cavity resulting in driving parameters compatible with on-chip operation.Deutsche Forschungsgemeinschaft (German Research Foundation)https://doi.org/10.13039/501100001659European Commission (EC)https://doi.org/10.13039/50110000078

    Kitaev honeycomb antiferromagnet in a field: quantum phase diagram for general spin

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    We use tensor-network methods and high-order linked-cluster expansions to explore the quantum phase diagram of the antiferromagnetic Kitaev honeycomb model in a magnetic field for general spin S values. Tensor network calculations for the pure Kitaev model confirm the absence of fluxes and spin-spin correlations beyond nearest neighbors, while revealing discrete orientational symmetry breaking for S  ∈ 1, 3/2, 2, consistent with the semiclassical limit. An intermediate region between Kitaev phases and the high-field polarized phase is identified for all considered spin values, showing a sequence of potential phases characterized by distinct local magnetization patterns while the total magnetization increases smoothly as a function of the field. Linked-cluster expansions for the high-field zero-momentum gap and spectral weight indicate a quantum critical breakdown of the polarized phase, suggesting exotic physics at intermediate Kitaev couplings.The antiferromagnetic spin 1/2 Kitaev model is known to have an intermediate phase under a magnetic field before transitioning to a fully polarized state. However, the nature of this phase for higher spins remained unclear. This paper explores the quantum phase diagram of the antiferromagnetic Kitaev honeycomb model in a magnetic field using tensor-network methods and high-order linked cluster expansions, uncovering an intermediate phase with distinct local magnetization patterns across different spin values

    Charakterisierung der physiologischen Rolle der neuronalen Regulatoren SOX21 und alpha-Synuclein in der melanozytären Entwicklung

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    Melanozyten sind die pigmentgebenden Zellen der Haut. Sie sitzen in der Basalzellschicht und synthetisieren Melanin innerhalb vesikulärer Strukturen, den sogenannten Melanosomen, die an die umliegenden Keratinozyten abgegeben werden können. Dadurch wird die Haut natürlich vor UV-Strahlung und der Ausbildung eines Melanoms geschützt. Von embryologischer Seite betrachtet, entwickeln sich Melanozyten ähnlich wie neuronale Zellen aus der Neuralleiste. Für die spezifische Entwicklung wandern sie auf definierten Wegen aus der Neuralleiste aus. Neben der Migration über den dorsolateralen Weg, der zur Bildung von unpigmentierten Vorläufer-zellen, den Melanoblasten, führt, können sich Melanozyten, wie auch die peripheren Glia-Vorläuferzellen, über den ventralen Migrationsweg aus Schwannzell-Vorläuferzellen entwickeln. Damit sind neuronale Zellen und Melanozyten in ihrer Abstammungslinie bereits in der frühen Entwicklung miteinander verbunden. Bei der Auswertung von Genexpressions-analysen mit Fokus auf Differenzierungsfaktoren, kristallisierten sich SOX21 und alpha-Synuclein, überschneidend in neuronalen und epidermalen Zellen, als differentiell regulierte Gene heraus, weshalb ihre Rolle im epidermalen System weiterführend charakterisiert wurde. Zu Beginn der Dissertation wurde SOX21 zunächst als Modellgen verwendet, um einen methodischen Vergleich verschiedener Transkriptom-Analysen (cDNA Microarray, RNA Sequenzierung und quantitativer Echtzeit-PCR) durchzuführen. In der dazugehörigen Publikation wurden eigene und von anderen Arbeitsgruppen publizierte Datensätze zu cDNA Microarrays und RNA-Seq Analysen verwendet und die Genexpression von SOX21 und der zugehörigen Familie der SOX-Transkriptionsfaktoren miteinander verglichen. Die Ergebnisse wurden zusätzlich mit den Expressionsdaten aus der quantitativen Echtzeit-PCR von Melanom-Zelllinien abgeglichen. Dabei konnte deutlich gemacht werden, dass es trotz der vielen Vorteile, die neuartige Methoden wie die RNA-Seq bieten, wichtig ist, die experimentellen Settings genau zu kennen. Diese können gerade für die Detektion von gering exprimierten Genen, wie hier anhand von SOX21 veranschaulicht wurde, von besonderer Bedeutung sein. Als wichtige Einflussfaktoren wurden hier neben der Sequenzierungstiefe auch die Zugänglichkeit der RNA basierend auf der Faltung und der damit in Verbindung stehenden freien Energie der Sekundärstruktur identifiziert. Weiterführend wurde die Bedeutung von SOX21 auf molekularer Ebene untersucht. Während für den Transkriptionsfaktor bereits eine wichtige Rolle in der neuronalen Differenzierung und als Tumorsuppressor im Glioblastom beschrieben wurde, konnte in dieser Forschungsarbeit erstmalig die Rolle von SOX21 im melanozytären System charakterisiert werden. SOX21 folgt hier ebenfalls dem zellulären Differenzierungsstatus und wird durch den zentralen Transkriptionsfaktor MITF, der die Differenzierung von Melanozyten reguliert, beeinflusst. Zudem konnte anhand von viralen Transduktionen von SOX21 eine duale Rolle in Melanozyten und Melanomzellen aufgezeigt werden. Während die Induktion von SOX21 in seneszenten Melanozyten zur Aufhebung der Onkogen-induzierten Seneszenz führt und somit eine pro-tumorigene Eigenschaft besitzt, konnte in Melanomzellen eine negative Regulation der Zellproliferation und damit eine anti-tumorigene Wirkung nachgewiesen werden. Somit ähnelt die Funktion von SOX21 im Melanom der Funktion, die im Glioblastom beschrieben wurde. Zudem konnte gezeigt werden, dass die SOX21 Expression in Melanomzellen durch die epigenetischen Modifikationen der Methylierung und Acetylierung unterdrückt wird, was die vorherigen Daten der anti-tumorigenen Wirkung und tumor-supprimierende Rolle von SOX21 unterstützt. Insgesamt konnte in dieser Arbeit für SOX21 eine wichtige Rolle im Verlauf der melanozytären Differenzierung nachgewiesen und eine duale Funktion von SOX21 im epidermalen System identifiziert werden. Neben SOX21 wurde auch alpha-Synuclein als differenziell reguliertes Gen in der neuronalen Differenzierung beschrieben und folglich in dieser Arbeit im melanozytären System charakterisiert. Hier konnte eine Kongruenz der alpha-Synuclein Expression mit der zellulären Differenzierung, der MITF Expression und der BRAFV600E-induzierten Seneszenz nachgewiesen werden. Des Weiteren konnte mittels Immunfluoreszenzfärbungen in der vorliegenden Dissertation gezeigt werden, dass der Knockdown von alpha-Synuclein zu einer maßgeblichen Veränderung der Morphologie der Melanozyten führt und zudem den Transport von reifen Melanosomen in die dendritischen Ausläufer der Primärzellen reguliert. Anhand weiterführender Analysen der Lichtstreuungsmessung, durchflusszytometrischer Analysen und Co-Kulturen aus Melanozyten und Keratinozyten konnte deutlich gemacht werden, dass neben dem Transport auch der Transfer von Melanosomen zu umliegenden Keratinozyten durch den alpha-Synuclein Knockdown herunterreguliert wird. Zusammenfassend konnte mit der dazugehörigen Publikation erstmals die Rolle von alpha-Synuclein beim Transport und Transfer von Melanosomen beschrieben werden, womit offensichtlich ist, dass alpha-Synuclein eine essentielle Funktion im natürlichen Schutz gegen die UV-Strahlung und bei der Melanom-Entstehung einnimmt. In einer abschließenden komparativen Analyse von SOX21 und alpha-Synuclein konnte weiterführend gezeigt werden, dass beide Moleküle nicht nur in vielen melanozytären Prozessen ähnlich reguliert sind, sondern auch eine Regulation von alpha-Synuclein durch SOX21 vorliegt. Zusammenfassend konnten in dieser Dissertation durch die molekulare Charakterisierung von SOX21 und alpha-Synuclein zwei bislang unbeachtete Moleküle im epidermalen System identifiziert werden, die in melanozytären Prozessen wie beispielsweise der Differenzierung und Seneszenz und auch bei der Entstehung des malignen Melanoms eine zentrale Rolle einnehmen

    Authorized or Off-Label Use? A Structured Analysis of Summaries of Product Characteristics with Regard to Authorization in Pediatrics

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    Purpose The Summary of Product Characteristics (SmPC) is required to provide unambiguous information on the authorized use of a medicinal product. Therefore, we performed a structured analysis of the information provided for pediatric patients in current SmPCs. Methods In the German SmPC of the medicinal products of 452 active substances, we analyzed for each of the listed indications whether information on pediatric use was available in Sects. 4.1–4.4 of the SmPC and, if so, whether it was unambiguous. Information was considered unambiguous if it indicated an exact age- or weight-related specification. The analysis also considered the type of marketing authorization and the date of marketing authorization, either before or after the Pediatric Regulation 2007 came into force. Results Among the 30,354 identified indications in 8464 SmPCs, unambiguous information was found for 72.4% (21,974/30,354) of the indications. Of these, 45.4% (9967/21,974) disclosed a contraindication for the entire population under 18 years of age. The proportion of unambiguous information was higher for medicinal products with centralized marketing authorization (86.5% [1449/1676]) than for those with a national one (71.6% [20,525/28,678]; p  < 0.001). A higher proportion of unambiguous information was found for the marketing authorization period 2007–2021 compared with 1996–2006 (1996–2006: 63.8% [7466/11,694]; 2007–2021: 82.1% [12,349/15,040]; p  < 0.001). Conclusion For about a quarter of all indications, no or only ambiguous information was available for pediatric patients. The measures initiated in recent years to increase pediatric-specific information in SmPCs should be intensified in order to improve drug safety in children and adolescents.Open Access funding enabled and organized by Projekt DEAL.Universität Leipzig (1039

    Interventions to modify the habituation of biological responses to repeated stress in healthy adults: a randomized controlled trial

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    Background Changes in response patterns of biological stress systems, including responses of the sympathetic nervous system (SNS) and the hypothalamus–pituitary–adrenal (HPA) axis to repeated stress, can promote the development and progression of chronic diseases via changes in downstream inflammatory processes. The aim of this project is thus to investigate, whether habituation of biological stress system activity including responses of the inflammatory system can be modified. Aiming to test for possible paths of action, a randomized controlled study with two intervention programs designed to manipulate cognitive coping strategies will be carried out. By increasing either ruminative or self-compassionate thoughts among healthy young adults, the intervention programs are expected to affect the regulation of occurring emotions as expressed by the responsiveness of biological systems during repeated stress exposure. Methods In this study, a total of 120 healthy adults will complete the Trier Social Stress Test (TSST) on two consecutive days. Immediately after the first stress induction, participants will be randomly assigned to two experimental conditions designed to manipulate cognitive coping strategies (rumination vs. self-compassion) or a control condition. Measures of HPA axis (salivary cortisol) and autonomic activity (salivary alpha amylase, heart rate, heart rate variability) as well as inflammatory markers (plasma interleukin(IL)-6, expression rates of pro- and anti-inflammatory cytokine genes) will be repeatedly assessed throughout the experimental sessions. Response and habituation indices of these measures will be calculated and compared between the experimental conditions and the control condition. Discussion The results should provide insight into whether modifying response patterns of biological stress systems could reverse a significant biological mechanism in the development of stress-related diseases. Trial registration German Clinical Trials Register (DKRS), DRKS00034790. Registered on August 12, 2024,  https://www.drks.de/DRKS00034790 .Open Access funding enabled and organized by Projekt DEAL.Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1041

    Suspend-to-NVRAM: Providing a Responsive Zero-Power Mode as an Integrated Operating-System Feature

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    ISSN:2191-5008More aggressive and responsive energy management concepts are needed to further reduce the energy requirements and carbon footprint of data centres. This is necessary to quickly adapt power consumption to fluctuations in the power grid due to the volatile availability of renewable energy. While power management is already present at all levels of the data centre, simply powering down entire systems is so far a less exploited measure. Root cause are shutdown, reboot, and system warm-up times which make temporarily underutilized systems unavailable for too long. In this paper, we present suspend-to-NVRAM enabling S3½, a new responsive near zero-power mode that takes advantage of NVRAM-only systems that replace conventional main memory with non-volatile memory. Similar to suspend-to-RAM, S3½ provides fast recovery to normal execution and is even more power efficient than suspend-to-Disk due to its short transition time. In addition, S3½ can be used to quickly react to power outages without data loss. We show that S3½ can be implemented as a new power management mode in FreeBSD, a general-purpose Unix system. At the architectural level, this requires the rapid saving and restoring of volatile CPU state and making drivers of peripheral devices aware of mode changes. Our measurements show that stateful workloads on a multi-socket server can enter and exit S3½ in less than 2s each

    Germline variants of homology‐directed repair or mismatch repair genes in cervical cancer

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    While cervical cancer is associated with a persistent human papillomavirus (HPV) infection, the progression to cancer is influenced by genomic risk factors that have remained largely obscure. Pathogenic variants in genes of the homology‐directed repair (HDR) or mismatch repair (MMR) are known to predispose to diverse tumour entities including breast and ovarian cancer (HDR) or colon and endometrial cancer (MMR). We here investigate the spectrum of HDR and MMR germline variants in cervical cancer, with particular focus on the HPV status and histological subgroups. We performed targeted next‐generation sequencing for 5 MMR genes and 12 HDR genes on 728 German patients with cervical dysplasia or invasive cancer. In total, 4% of our patients carried a pathogenic germline variant, based on ClinVar classifications and additional ESM1b and AlphaMissense predictions. These included 15 patients with truncating variants in HDR genes ( BARD1 , BRCA1 , BRCA2 , BRIP1 , FANCM , RAD51D and SLX4 ). MMR‐related gene variants were less prevalent and mainly of the missense type. While MMR‐related gene variants tended to associate with adenocarcinomas, HDR gene variants were commonly observed in squamous cancers. While one patient with HPV‐negative cancer carried a pathogenic MMR gene variant (in MSH6 ), the HDR germline variants were found in patients with HPV‐positive cancers and tended to associate with HPV18. Taken together, our study supports a potentially risk‐modifying role of MMR and HDR germline variants in cervical cancer but no association with HPV‐negative status. These variants may be exploitable in future therapeutic managements.What's new? Pathogenic variants in genes associated with DNA repair may influence the progression of cervical cancer. Here, the authors analysed 12 homology‐directed repair (HDR) and 5 mismatch repair (MMR) genes in 728 patients with cervical dysplasia or invasive cancer. They performed targeted sequencing and found that 4% of patients carried germline variants with known or predicted pathogenicity in these genes. The variants did not contribute significantly to HPV‐negative cervical cancer, but HDR variants were associated with HPV18‐positive cervical cancer and MMR variants were associated with adenocarcinomas. imageBruno and Helene Jöster FoundationTumorstiftun

    Anatomy’s role in mechanistic explanations of organism behaviour

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    Explanations in behavioural neuroscience are often said to be mechanistic in the sense that they explain an organism’s behaviour by describing the activities and organisation of the organism’s parts that are “constitutively relevant” to organism behaviour. Much has been said about the constitutive relevance of working parts (in debates about the so-called “mutual manipulability criterion”), but relatively little has been said about the constitutive relevance of the organising relations between working parts. Some New Mechanists seem to endorse a simple causal-linking account: organising relations are constitutively relevant to organism behaviour if and only if (and because) they are causal relations that link the working parts that are constitutively relevant to organism behaviour. In this paper, I argue that the causal-linking account is inadequate because it neglects the constitutive relevance of anatomical relations that organise the working parts of a behaving organism. I demonstrate this by considering a case study where the anatomical organisation of the barn owl ( Tyto alba ) is constitutively relevant to their mechanism for sound localization. The anatomical organisation of this mechanism is best understood as the back-and-forth flow of task information across 7 “levels of anatomy” (a notion that I distinguish from levels of mechanism). A further implication, I conclude, is that at least some of the interlevel structure of neuroscientific explanation is accounted for by levels of anatomy, not levels of mechanism.Open Access funding enabled and organized by Projekt DEAL.Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1041

    Über den Einfluss selektiver A-Faserblockade auf nichthistaminergen Juckreiz

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    Zusammenfassung: Hintergrund und Ziele Jucken ist ein häufiges klinisches Symptom und kann gerade in seiner chronischen Form mit einem hohen Leidensdruck und einer Vielzahl an Folgeerkrankungen einhergehen. Die Pathogenese des nicht histaminergen chronischen Pruritus ist komplex und in vielen Punkten noch nicht abschließend verstanden, genauso die Rolle der Schmerzwahrnehmung in der Genese von Juckreiz. Obwohl unser Verständnis der Differenzierung zwischen Schmerz und Juckreiz durch verschiedene Tiermodelle und Experimente mit Zellkulturen vorangebracht werden konnte, bleiben der genaue Modus der Reizweiterleitung und der zentralen Verarbeitung im Menschen offen und eine spezifische Therapie des Symptoms existiert zu diesem Zeitpunkt nicht. Verschiedene konkurrierende Theorien versuchen zu erklären, wie die Empfindung Jucken zustande kommt und wo die Unterschiede zu der Empfindung Schmerz liegen. Die labeled-line theory von Johannes Müller (1826) postuliert, dass die Qualität, der durch eine beliebige Reizmodalität hervorgerufenen Wahrnehmung, von der spezifischen neuronalen Bahn abhängt, welche durch den Stimulus aktiviert wird. Es wird also angenommen, dass eine juckreizspezifische neuronale Bahn existiert. Eine solche labeled-line scheint für den histaminergen Juckreiz wahrscheinlich, nachdem histamin-responsible C-Fasern mit einem spezifischen neuronalen Weg in den Thalamus von Primaten gefunden wurden, welche auch Juckreiz in Menschen hervorrufen können. Einen anderen Ansatz verfolgt die spatial contrast theory of pain and itch (Greaves and Wall 1996) welche behauptet, dass ein starker Kontrast von aktivierten und nicht aktivierten Nozizeptoren zu der Empfindung Jucken führt. In der peripheren Reizweiterleitung von Schmerz spielen myelinisierte A-Fasern und die langsameren C-Fasern eine wichtige Rolle. In Versuchen mit einem selektiven Druckblock der A-Fasern konnte gezeigt werden, dass das Wegfallen der A-Fasern keinen relevanten Einfluss auf den wahrgenommenen Juckreiz nach Applikation von Histamin hatte und histaminerger Juckreiz hauptsächlich durch C-Fasern vermittelt wird (Koltzenburg, Handwerker et al. 1993). Vor diesem Hintergrund führten wir einen selektiven A-Faser Block an Menschen durch und untersuchten die Wirkung des Blocks auf den wahrgenommenen Juckreiz nach Applikation der nicht-histaminergen Juckreizmediatoren β-Alanin, BAM8-22 und Cowhage. Material und Methoden In diesem Versuch wurde an 19 gesunden Proband:innen getestet, inwiefern der selektive Druckblock von A-Fasern die Juck- und Schmerzempfindung von nicht-histaminergen Juckreizmediatoren beeinflusst. Als Testsubstanzen wurden β-Alanin, BAM8-22 und Cowhage verwendet. Hierzu erfolgte die Testung mit Applikation der Substanzen vor und nach Nervblock. β-Alanin und BAM8-22 wurden mittels intradermaler Injektion appliziert, Cowhage wurde fokal mithilfe winziger Härchen der tropischen Juckbohne Mucuna pruriens in die Haut eingebracht. Unter Benutzung einer numerischen Ratingskala (NRS) von 0 bis 10 konnten alle 10 Sekunden über 10 Minuten quantitative Daten über die subjektive Juck- und Schmerzwahrnehmung der Proband:innen gewonnen werden. Gleichzeitig wurde mit Hilfe von Laserdoppler-Imagings (LDI) die Hautdurchblutung im Testareal gemessen, um die neurogene Reaktion zu quantifizieren. Die statistische Auswertung erfolgte mittels SPSS. Zunächst wurden die Daten mit dem Shapiro-Wilks Test auf Normalverteilung getestet. Lag eine Normalverteilung vor, wurde mit dem Student´s T Test für abhängige Variablen auf signifikante Unterschiede getestet. Waren die Daten nicht normalverteilt, wurde der Wilcoxon-Vorzeichenrangtest bei verbundenen Stichproben verwendet. Die Daten wurden Bonferroni korrigiert. Um die Kurvenverläufe vor und nach Nervblock zu vergleichen wurde in SPSS eine multivariate Varianzanalyse (MANOVA) durchgeführt. Als Post-Hoc-Test wurde auf die geringste signifikante Differenz getestet (Fisher-LSD). Ergebnisse Folgende Ergebnisse konnten in der Versuchsreihe festgehalten werden: Die psychophysikalische Testung von β-Alanin, BAM8-22 und Cowhage vor und nach Anlegen eines selektiven A-Faser Nervblocks führte bei allen Proband:innen zu Schmerz- und Juckreiz. β-Alanin verursachte nach Nervblock signifikant weniger Juckreiz. Bei BAM8-22 und Cowhage führte der Nervblock nicht zu einer signifikanten Veränderung des empfundenen Juckreizes. Auf den wahrgenommenen Schmerz hatte der Nervblock bei keinem Pruritogen einen signifikanten Einfluss. BAM8-22 führte in einem Subset der Proband:innen nach Nervblock zu einer signifikanten Zunahme des Juckens (BAMHIGH, n=8), während es in einem anderen Subset (BAMLOW, n=11) zu einer signifikanten Abnahme des Juckens führte. BAMHIGH und BAMLOW unterschieden sich vor Nervblock nicht signifikant, nach Nervblock gab es einen signifikanten Unterschied der AUC des Juckens der ersten 180 Sekunden sowie des maximalen Juckratings. Die mithilfe des LDI gemessene Hautdurchblutung unterschied sich nach Nervblock bei keinem der getesteten Pruritogene signifikant. Nach Unterteilung in BAMHIGH und BAMLOW unterschied sich jedoch die Veränderung der Fläche nach Nervblock zwischen den beiden Gruppen signifikant. Die Zunahme des Juckreizes in der BAMHIGH Gruppe geht demnach mit einer signifikanten Zunahme des Axonreflex-Erythems einher. Diskussion Nach Erlanger und Gasser werden die primären Afferenzen der Haut in drei Kategorien unterteilt: Aβ-Fasern, Aδ-Fasern und C-Fasern. Ziel dieser Studie war es, die Rolle der A-Fasern in der Vermittlung des nicht histaminergen Juckreizes zu untersuchen. Kommt es nach selektivem A-Faser Block zu einer Abnahme des empfundenen Juckreizes, spricht dies für eine Beteiligung der A-Fasern an dieser Empfindung. Der Block der A-Fasern führte zu einer signifikanten Reduktion des kumulativen Juckratings nach Applikation von β-Alanin, jedoch nicht nach Applikation von BAM8-22 oder Cowhage. A-Fasern scheinen also eine Rolle bei der Vermittlung von β-Alanin-induziertem Juckreiz zu spielen und weniger bei Juckreiz, welcher durch BAM8-22 oder Cowhage erzeugt wird. In dem Subset der Proband:innen, welches nach Nervblock eine signifikante Zunahme des Juckens als Reaktion auf BAM8-22 zeigte, wurde durch Laserdoppler Imaging eine signifikante Zunahme der Fläche des Axonreflex-Erythems gemessen. Das lässt vermuten, dass BAM8-22 in der Lage ist, in manchen Fällen Mastzellen zu degranulieren. Dadurch ließe sich über eine histaminerge Aktivierung von C-Fasern die Zunahme des Juckreizes sowie des Axonreflex Erythems erklären. Dabei würde nicht der Nervblock zu den Unterschieden zwischen den Gruppen führen, sondern die Tatsache, dass nur in manchen Fällen eine Mastzelldegranulation durch BAM8-22 ausgelöst wird. (Teil-)Ergebnisse der vorliegenden Arbeit wurden veröffentlicht. (Peripheral signaling pathways contributing to non-histaminergic itch in humans, doi: 10.1186/s12967-023-04698-z

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