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Real Estate Asset Allocation auf Basis des Black-Litterman-Ansatzes. Ein Modell zur gleichgewichtsorientierten Portfoliodiversifikation an zyklischen Immobilienmärkten
Kern der vorliegenden Arbeit ist die Entwicklung eines Black-Litterman-Modells zur Allokation von Immobilienportfolios. Motiviert durch die global zunehmende Bedeutung des Immobilien-Portfoliomanagements und die begrenzte Eignung der Markowitz´schen Portfolio-Selektionstheorie in der Praxis wird nach einer kurzen Einführung und der Darstellung aktueller Entwicklungen im Immobilien-Investment ein Katalog mit wesentlichen Anforderungen an ein Allokationsmodell erstellt, der als Grundlage weiterer Überlegungen dient. Hiernach erfolgt eine ausführliche Beschreibung des erstmals im Jahre 1991 veröffentlichten Black-Litterman-Ansatzes, der sodann stark modifiziert wird, um eine Übertragung auf die Assetklasse Immobilien zu ermöglichen. Dabei finden die Transparenz von Immobilienmärkten sowie die intertemporale Portfoliosensitivität angesichts hoher Transaktionskosten und geringer Fungibilität von Immobilien besondere Beachtung. Das entworfene, gleichgewichtsorientierte Modell dient der Allokation realisierbarer und effizienter Immobilienportfolios bei variablem Prognosehorizont und gestattet die Abgabe individueller Einschätzungen zu zukünftigen Immobilienmarktentwicklungen, was sich als taktische Asset Allocation im immobilienzyklischen Kontext auffassen lässt. Durch die Parametrisierung der für Immobilienanlageentscheidungen wesentlichen Markttransparenz hat der Investor nun die Möglichkeit, die Sicherheit seiner Einschätzungen an die Verfügbarkeit von Immobilienmarktdaten zu knüpfen: Je intransparenter ein Markt, desto bedeutender sind die individuellen Ansichten des Anlegers und umso größer ist deren Einfluss auf die Portfoliostrukturierung. Des Weiteren ist die intertemporale Robustheit von Immobilienportefeuilles nach Belieben steuerbar, sodass sich nicht nur reagible Portfolios als Ausdruck einer aktiven Anlagepolitik, sondern auch äußerst stabile Allokationen vor dem Hintergrund hoher Transaktionskosten und geringer Fungibilität bilden lassen. Modellgestützt kann jeder Investor somit selbst festlegen, wie stark er ein diversifiziertes Portfolio im Zeitablauf umschichten möchte. Anhand von Renditezeitreihen US-amerikanischer Büroimmobilienmärkte und unter Berücksichtigung der jeweiligen Flächennachfrageentwicklung sowie des Real Estate Transparency Index von Jones Lang LaSalle beziehungsweise LaSalle Investment Management wird das neue Verfahren schließlich empirisch getestet. In Gegenüberstellung mit dem Markowitz- sowie dem Marktportfolio lässt sich zeigen, dass das Black-Litterman-Modell wünschenswerte Ergebnisse liefert und daher auch für den praktischen Einsatz geeignet scheint
The Ethics of peace within the Catholic Church and education for justice and peace as a non-violent solution for conflict and as a prevention of war
Angesichts der einschüchternden vorhandenen Vernichtungskapazität der Waffenarsenale, der unterschiedlichen Kriege, Krisen und Konflikte sowie des so fragilen gefährdeten Friedens stellt sich die Frage, ob Friede möglich und überhaupt realisierbar sei. Diese Studie, die aus drei Teilen besteht, versteht sich als ein Beitrag zur Etablierung einer Kultur des Friedens und als Reflexion über die ethische Problematik von Krieg und Frieden und die pädagogischen Möglichkeiten zur Förderung des Friedens. Der erste Teil zeigt die Situation der heutigen Welt auf; untersucht werden die Tendenzen, den Frieden als Grundbedürfnis des Menschen und die Sehnsucht nach Frieden als Krönung aller Sehnsüchte darzulegen. Es stellt sich die Frage, was der Mensch eigentlich ist. Betrachtet wird dazu auch die Idee des Friedens in den drei größten außerchristlichen Religionen (Hinduismus, Buddhismus, Islam). Die wichtigsten gängigen Friedensvorstellungen, verschiedene Definitionen und Deutungsmodelle werden vorgestellt. Der weitere Teil befasst sich mit Formen, Definitionen, Ursachen und Konsequenzen des Krieges. Auch verschiedene "Gesichter" des Krieges, insbesondere "unblutige" oder "verschwiegene" Kriege, werden betrachtet. Es wird die Frage untersucht, ob Frieden überhaupt möglich ist. Der zweite Teil der Studie widmet sich der Darstellung der Friedensbemühungen der Katholischen Kirche im Laufe der Jahrhunderte von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Untersucht werden die christlichen Vorstellungen zur Problematik des Krieges und Friedens und die Beiträge der Kirche zum Frieden. Die wichtigsten Friedensbemühungen der Päpste Benedikt XV., Pius XI., Pius XII., Johannes XXIII., Paul VI. und Johannes Paul I. werden in den jeweiligen historischen Kontexten beleuchtet. Besondere Aufmerksamkeit gilt Papst Johannes Paul II., der das Christentum bis zur Schwelle des 21. Jahrhunderts führte. Betrachtet wird ferner die Stellungnahme der nationalen deutschen und amerikanischen Bischofskonferenzen sowie der rumänischen Kirche zum Frieden. Die Bemühungen, die der gegenwärtige Papst Benedikt XVI. in Weiterführung der Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils, aber auch seines Vorgängers Papst Johannes Paul II., durch seine Worte und Taten zur Förderung des Weltfriedens gesetzt hat, werden hervorgehoben. Das besondere Charakteristikum dieses Teils ist die Präsentierung der Entwicklung der "Lehre des gerechten Krieges" zur "Lehre des gerechten Friedens". Der dritte Teil der Studie ist dem Thema der Friedenserziehung gewidmet – Education is fundamental to peace-building. Der Friede gilt als das Werk der Gerechtigkeit, im christlichen Kontext aber auch als Gabe Gottes und wichtige Aufgabe. Untersucht werden die Ziele, Prinzipien, Methoden und Grenzen der Friedenserziehung, die wesentlich zu einer Kultur des Friedens beiträgt; ebenso interessant gestaltet sich ein historischer Abriss der Friedenserziehung. Ferner soll Friedenspädagogik bzw. Friedenserziehung auf ihrem Weg zur Etablierung und Entwicklung als eigenständige Wissenschaft betrachtet werden. Verschiedene Initiativen auf interreligiöser, interkultureller und interkonfessioneller Ebene zu einer Friedenspädagogik werden dargelegt. Im Kontext der Etablierung einer Kultur des Friedens und der Gerechtigkeit wird in diesem Rahmen die ignatianische Pädagogik als eine Pädagogik, die sich als christlich-humanistisch und auch praxisorientiert versteht, als ein Modell für Schule und Persönlichkeitsbildung vorgestellt. Dabei werden Entstehung und geschichtliche Entwicklung der ignatianischen Pädagogik, ihre Charakteristika und das Profil der ignatianischen Schulen präsentiert, das sie befähigen soll, am Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit und des Friedens mitzuwirken
Karin Scheiber, Vergebung. Eine systematisch-theologische Untersuchung
Rezension zu Scheiber: Vergebung, erschienen 2006 bei Mohr Siebeck (978-3-16-148893-1
Subjektwerdung des Armen. Zu einem theologisch-ethischen Argument im Zentrum lateinamerikanischer Befreiungstheologie
Das Thema dieser Arbeit begibt sich ins Zentrum der Befreiungstheologie. Es geht um die Befähigung des Armen, sein Subjektsein deuten zu lernen und es so verantwortungsfähig entfalten zu können. Der Arme ist dazu auf Unterstützung angewiesen. Er braucht jemanden, der sich für ihn entscheidet und gegen die Realität der Unterdrückung stellt. Jeder, der das konsequent tut, muss wissen, dass er dabei sein eigenes Leben riskiert. Gerade deswegen ist nach den Gründen solchen Handelns zu fragen.The topic of this work is located at the centre of liberation theology. It is about empowering the poor to interpret their own existence as a subject. To do this, the poor are dependent on support. They need someone who opts for him or her and opposes the reality of oppression. Anyone who does this consistently must realise that they are risking their own life in the process. This is precisely why the reasons for such actions must be asked
Die unbedingte Pflicht der Menschheit zum Dasein. Vor 30 Jahren veröffentlichte Hans Jonas „Das Prinzip Verantwortung“
Der jüdische Philosoph Hans Jonas legte 1979 mit „Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation“ eines der am meisten gelesenen moralphilosophischen Bücher der Nachkriegszeit vor. Er reagiert damit auf die Tatsache, dass „die Verheißung der modernen Technik in Drohung umgeschlagen ist oder diese sich mit jener unlösbar verbunden hat“. Der Beitrag beleuchtet mit dem Abstand von drei Jahrzehnten die zentralen Thesen und die bleibende Bedeutung dieses Entwurfs.In 1979, the Jewish philosopher Hans Jonas published “The Imperative of Responsibility: In Search of Ethics for the Technological Age”, one of the most widely read moral philosophy books of the post-war period. It is his reaction to the fact that the promise of modern technology has turned into a threat or has become inextricably linked with it. The article examines the central theses and the lasting significance of this concept from a distance of three decades
Wenn Menschen Kirche denken. Subjektive Praktische Theologien und subjekt-orientierte Kirchenentwicklung. Eine empirisch-theologische Studie
Dass sich die Kirche in Deutschland weiter in einer Übergangskrise befindet, ist unübersehbar, zu deutlich sind die Anzeichen: Bedeutungsverlust der Kirchen, Kirchenaustritte, Priestermangel, Rückgang der Kirchenbesucher. Vor dem Hintergrund zunehmender Finanzknappheit und der sich auf absehbare Zeit noch verschärfenden Personalnot setzen viele Diözesen Deutschlands auf großräumige Strukturreformen. Dabei scheint es, als spielten in diesen Überlegungen die in den synodalen Prozessen gehobenen Lebens-, Glaubens- und Gemeindeerfahrungen kaum eine Rolle (mehr). Bei diesem Befund ansetzend ist es das Ziel dieser Arbeit, die Glaubens- und Kirchenerfahrungen von Menschen, ihre Vorstellungen für eine Kirche der Zukunft in den Blick zu nehmen und sie mit dem Anliegen der Kirchenentwicklung zu verknüpfen. Ausgehend von der These, dass für die Zukunft der Kirche ein stärkeres Ineinander von Glaubensreflexion des/der Einzelnen und Strukturreflexion der Organisation Kirche notwendig ist, versucht die Arbeit anhand der Schlüsselbegriffe „Subjektive Praktische Theologien“ und „Kirchenentwicklung“ Ansatzpunkte für eine Kirchenentwicklung in der Ich-Wir-Balance herauszuarbeiten. Ausgangspunkt der Überlegungen ist das Axiom von der theologischen Identität aller Gläubigen. Subjektsein wird als unhintergehbare theologische Grundkonstante herausgearbeitet, ohne die es nicht möglich ist, in heutiger Zeit verantwortlich von Gott zu reden. Es bildet das Fundament des religiösen Denkens, Erfahrens und Handelns. Folglich gilt es, die „originäre Theologieproduktion der Leute“ zu respektieren, finden doch darin authentische Glaubenserfahrungen und persönlicher Glauben ihren Ausdruck. Die Auseinandersetzung mit systemtheoretischen Ansätzen von Niklas Luhmann und Udo DiFabio liefert Anknüpfungspunkte für eine Kirchenentwicklung in der Ich-Wir-Balance. Personale wie auch soziale Systeme sind jeweils geschlossen operierende, autopoietische Systeme, die aber komplementär zueinander und auf wechselseitige Resonanzfähigkeit ausgerichtet sind. Die Entwicklung eines sozialen Systems kann nur geschehen, wenn Resonanzpotentiale auf beiden Seiten wahrgenommen und zum Schwingen gebracht werden können. Die Zukunft der Kirche und ihrer Strukturen wird – so der Ertrag der systemtheoretischen Diskussion – davon abhängen, inwiefern es ihr gelingt, die Subjekte als eigenständige autopoietische Systeme, als Basis der Kirchenbildung wahr- und ernst zu nehmen. Kirchenentwicklung kann nicht von oben her organisiert oder „verordnet“ werden. Es lässt sich höchstens horizontal verstören. Plurale Umwelten und ihre hohe „Eigensinnigkeit“ sind zudem notwendige Bedingungen für die kreative Entwicklung des Systems Kirche. Resonanz und Solidarität werden im Übertrag der systemtheoretischen Überlegungen zu Schlüsselbegriffen für Kirchenentwicklung. Die Analyse der synodalen Prozesse in Deutschland bestätigt den systemtheoretischen Befund ebenso wie er auch „positiv“ am Gesprächsprozess „Proposer la foi“ der französischen Bischöfe zu verifizieren ist. Im empirischen Teil der Arbeit werden subjektive Praktische Theologien der Leute aus narrativen Experten-Interviews herausgearbeitet. Organisationsentwicklerisch gesehen sind diese wie „verborgene Landkarten“ der Menschen, deren Freilegung eine wesentliche Grundlage für Organisationsentwicklung darstellt. Die Hebung und Analyse von Leitbildern und Zukunftsvisionen der Menschen wird mit einer Suche nach Resonanzpotentialen für eine zukünftige Kirchenentwicklung identifiziert. Als übereinstimmendes Resonanzpotential der Interviews konnten die Kernbegriffe „Identität“ und „Relevanz“ identifiziert werden. Die christliche Identität, die im Vorbild Jesu gründet, und damit die Kernidentität der Kirche lautet: „um der Menschen willen.“ Dies hat Relevanz für das persönliche und berufliche Handeln aller in der Kirche. Als Ergebnis der Studie plädiert die Autorin für eine subjektorientierte Kirchenentwicklung, basierend auf einer konsequenten Wertschätzung des Subjekts. Kirchenentwicklung kann nur unter der Voraussetzung der intersystemischen Solidarität gelingen. Auf allen Ebenen, in den Bistumsleitungen genauso wie in den Gemeinden, ist verstärkt Vertrauen in die autopoietischen Kräfte der Kirche vonnöten, verbunden mit der Erkenntnis, dass eine Kirchenentwicklung letztlich nicht von oben steuerbar ist. Selbstvergewisserungsprozesse in den Gemeinden vor Ort, der Abschied vom Idealbild der „lebendigen Gemeinde“, die Entwicklung starker Persönlichkeiten sind weitere konkrete Ansatzpunkte, wie auch eine Solidarität der Kirchenleitung mit den Aufbrüchen in den Gemeinden, eine Offenheit für neue Wege und das Zugestehen von Experimentierräumen
Integrative Wirtschaftsethik und Katholische Sozialethik. Ein zukunftsweisender Dialog?
Durch die ständig wachsende Komplexität der gesellschaftlichen Subsysteme sowie durch den immer weniger überschaubaren technisch-wissenschaftlichen Fortschritt steigt der Bedarf an Orientierungs- und Entscheidungskompetenz. Umgekehrt bedingt der Rückgang der gesellschaftlichen Bindekraft des Christentums in gleichem Maße eine abnehmende Wert- und Normorientierung der Menschen. Diese Lücke versuchen nicht nur Kirche und Theologie durch ein aktualisiertes Profil ihrer Sozialverkündigung zu füllen, auch von der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und von den Praktikern in den Unternehmen wurde die Notwendigkeit erkannt, ihre bisherigen Managementmodelle mit wirtschaftsethischen Aspekten zu ergänzen. Eine Stimme in diesem Diskurs um wirtschafts- und unternehmensethische Fragestellungen ist die des Schweizers Peter Ulrich. Dieser zielt durch einen offenen, humanistisch geprägten Zugang auf eine möglichst große Anschlussfähigkeit und stellt sich so dem Dialog sowohl mit religiös verwurzelten als auch mit nicht weltanschaulich geprägten Kreisen. Ihrem interdisziplinären Anspruch will die vorliegende Arbeit gerecht werden, indem sie das Spannungsfeld "Markt und Moral" sozusagen mit einer Gleitsichtbrille betrachtet, die zugleich auf die theologische Ethik und den St. Galler wirtschaftsethischen Ansatz zu fokussieren vermag. Im Sinne einer "Metakritik" der ökonomischen Grundlagenkritik Peter Ulrichs wird die Integrative Wirtschaftsethik hinsichtlich der treffenden Rezeption ihrer geistesgeschichtlichen Grundlagen sowie der Stringenz und Praxisrelevanz ihrer jeweiligen Handlungsfelder beleuchtet. Im ersten Hauptteil, der sich der Darstellung der Integrativen Wirtschaftsethik widmet, führt der Gang der Überlegungen von grundsätzlichen Vorbemerkungen, die einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des St. Galler Instituts für Wirtschaftsethik geben und das Konzept im Kontext der benachbarten Disziplinen verorten, zu einer umfassenden Analyse der geistesgeschichtlichen Quellen, aus denen sich das Proprium der Integrativen Wirtschaftsethik speist. Entlang der Trennlinie zwischen dem Ethos als subjektiver Seite von Moralität und der Ethik als deren normativ-kritischer Reflexion werden die prägenden Moralphilosophen und deren Ansätze vorgestellt: Einerseits aus dem Bereich der "Ideen guten Lebens", die dem Menschen als individuelle Moralkonzepte Orientierung geben, und andererseits als Nachvollzug von Ulrichs Suche nach einem universellen Moralkonzept, durch die er sich der Diskursethik als präferierten "moral point of view" annähert. Im Anschluss daran wird auf das Konzept der Integrativen Wirtschaftsethik im Detail eingegangen und dabei Ulrichs Abgrenzung von einer falsch verstandenen ökonomischen Vernunft nachgezeichnet und als positiver Kontrast dazu dessen eigene "sozialökonomische Rationalitätsidee" entfaltet. Diese konkretisiert sich an drei Orten wirtschaftsethischer Verantwortung, die der Mikro-, Meso- und Makroebene der Marktwirtschaft entsprechen. In einer Gesamtschau wird als Abschluss dieses Hauptteils ein differenziertes Fazit der Integrativen Wirtschaftsethik gezogen. Nach diesem Blick auf den 'externen' Partner der interdisziplinären Begegnung wird im folgenden Teil aus Sicht der Theologie ein knapper Überblick der eigenen gesellschaftsethischen Position gegeben. Die Entwicklungslinien der Sozialethik werden chronologisch entlang der einzelnen kirchlichen Sozialenzykliken abgeschritten, um deren Aussagen anschließend zu systematisieren und in Gestalt der Sozialprinzipien zusammenzufassen. Mit der Darstellung und Würdigung des Gemeinsames Worts der deutschen Kirchen "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" und des im Vorfeld durchgeführten gesamtgesellschaftlichen Konsultationsprozesses rückt die Situation in Deutschland in den Fokus der sozialethischen Analyse. Im letzten Teil ist schließlich die kritische Synthese zwischen den beiden Positionen zu leisten, um daraus den Ertrag des interdisziplinären Dialogs abzuleiten und summarisch festzuhalten. Nach einigen methodologischen Vorbemerkungen wird eine Relecture der Integrativen Wirtschaftsethik durch die Brille der im vorigen Teil zusammen getragenen Sozialprinzipien vorgenommen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten nochmals punktgenau zu benennen. Als Ertrag dieser Analyse werden im folgenden Abschnitt Desiderate der Christlichen Sozialethik benannt und gleichzeitig Wege aufgezeigt, diese durch den Transfer wichtiger Aspekte des St. Galler Ansatzes konstruktiv weiterzuentwickeln. Zur Konkretisierung und als Ausblick auf mögliche Handlungsfelder wird jeweils auf der Mikro-, Meso- und Makroebene ein Beispiel für Module einer spezifisch christlichen Wirtschafts- und Unternehmensethik gegeben
Resilient Anonymity Networks
Unverkettbare Nachrichten sind ein Grundbaustein anonymer Kommunikation. Anonymisierungsnetze schützen mittels Unverkettbarkeit, wer mit wem kommuniziert sowie die Identität der Beteiligten einer Kommunikationsbeziehung. Anonymisierungsnetze benötigen Kooperation, da die Anonymität durch Ressourcen anderer Teilnehmer geschützt wird. Wenn die Kosten und der Nutzen eines Anonymisierungsnetzes transparent sind, ergeben sich Zielkonflikte zwischen rationalen Teilnehmern. Es wird daher untersucht, inwiefern daraus resultierendes egoistisches Verhalten die Widerstandsfähigkeit dieser Netze beeinträchtigt. Störungen werden in einem spieltheoretischen Modell untersucht, um widerstandsfähige Konfigurationen von Anonymisierungsnetzen zu ermitteln. Eine weitere Störquelle sind Überflutungsangriffe mittels unverkettbarer Nachrichten. Es soll sowohl die Verfügbarkeit als auch die Anonymität geschützt werden. Dazu wird Unverkettbarkeit für Nachrichten aufrecht erhalten, außer wenn die Senderate eines Nachrichtenstroms eine Richtlinie überschreitet. Innerhalb verkettbarer Nachrichten können Überflutungsangriffe erkannt werden. Darüber kann die Verfügbarkeit des Netzdienstes geschützt werden
Philip Jenkins, Gottes Kontinent? Über die religiöse Krise Europas und die Zukunft von Islam und Christentum
Rezension zu Jenkins: Gottes Kontinent, erschienen 2008 bei Herder (978-3-451-29828-8
Deutschland in der italienischen Literatur seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs
Das Verhältnis zwischen Deutschland und Italien hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in vielerlei Hinsicht gewandelt. Wirtschaftswunder, Massentourismus oder die Migration von Gastarbeitern beispielsweise haben in den Beziehungen der beiden Länder auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene zu grundlegenden Veränderungen geführt. Wie sich diese in der italienischen Literatur widerspiegeln und auf welche Art und Weise italienische Autoren während dieser Jahrzehnte Deutschland darstellen, ist Gegenstand der vorliegenden Studie. Aus dem in ausführlichen Recherchen zusammengetragenen Material hat die Verfasserin für eine detaillierte Interpretation 18 Schlüsseltexte exemplarisch ausgewählt, darunter Werke von Carlo Levi, Curzio Malaparte und Gianni Celati. Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Auseinandersetzung italienischer Autoren mit Deutschland und leistet durch die Verknüpfung genuin literaturwissenschaftlicher Fragestellungen mit imagologischen und kulturwissenschaftlichen Ansätzen einen neuartigen Beitrag zur Analyse der deutsch-italienischen Beziehungen seit 1945.Dopo la seconda guerra mondiale le relazioni fra la Germania e l’Italia sono state oggetto di molteplici trasformazioni. Il miracolo economico, il turismo di massa o la migrazione dei lavoratori stranieri, ad esempio, hanno causato nel rapporto fra i due paesi cambiamenti fondamentali a livello politico, economico e sociale. Tema del presente studio è, da un lato, come questi cambiamenti si rispecchino nella let¬teratura italiana e, dall’altro, in quale modo la Germania venga rappresentata da autori italiani nell’arco di tempo qui preso in esame. Dopo approfondite ricerche l’autrice ha scelto 18 testi-chiave di valore esemplare attraverso cui dare un’interpretazione dettagliata del fenomeno, testi fra i quali spiccano opere di Carlo Levi, Curzio Malaparte e Gianni Celati. Il libro presenta in tal modo una visione d’insieme del come autori italiani del secondo Novecento abbiano visto la Germania ed offre un contributo originale all’analisi delle relazioni italo-tedesche dopo il 1945