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Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Ausgabe 3. Sonderband Semiotik und Arbeitswelt
Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online ist ein Open Access Journal des Virtuellen Zentrums für kultursemiotische Forschung / Virtual Centre for Cultural Semiotics (www.kultursemiotik.com) und wird herausgegeben von Martin Nies.
Sonderband Semiotik und Arbeitswelt
Die Beiträge dieses Bandes widmen sich Zeichen, die uns in Arbeitswelten und damit in konkreten wirtschaftlichen Zusammenhängen begegnen.
Inhalt der dritten Ausgabe der Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online
Martin Nies (Hrsg.)
Vorwort
Oliver Fohrmann
Arbeit als Simulakrum des Geldes : Vertrauenskreationen einer narratologischen Ökonomie
Hermann Sottong
Die Arbeitswelt als Semiosphäre : zur Relevanz semiotischen Wissens und semiotischer Methoden für Mitarbeitende und Management
Michael Müller
Die Narrative des Unternehmens im Kopf : semiotische und erzähltheoretische Analysemethoden im Change-Management
Kathrin Dreckmann
"Familienaufstellung" : zur Semiotik unternehmensspezifischer Narrative in Krisen
Klaus M. Bernsau
Semiotic Corporate Dashboard : Unternehmenspositionierungen semiotisch bestimmen und steuern
Klaus Kerschensteiner
Verpackungssemiotik : kulturelle Herausforderungen für Packungsdesigner und Produktmanager
Matthias Herz
Zeichen, Konventionen & Geschichten : zur Semiotik der Mensch-Maschine-Interaktion in der Bedienkonzeptentwicklung
Marietheres Wagner
Theorie trifft Praxis : warum die Filmdramaturgie die Semiotik brauch
Die selbstreferentielle Stadt: Kommunikation und die Orte urbaner Öffentlichkeit
Der Beitrag von Samuel Schilling zeichnet aus systemtheoretischer Sicht auf Kommunikation die Überlegungen des Stadtsoziologen Hans-Paul Bahrdt nach. Ihm zufolge stellen besondere Formen des Kommunizierens und Verhaltens ein Merkmal städtischer Öffentlichkeit dar. Die Beschreibung macht Ungenauigkeiten des Kommunikationsbegriffs Bahrdts sichtbar, stellt aber genauso den gleichzeitigen inhaltlichen Wert seiner Überlegungen heraus. Zudem werden Bahrdts Überlegungen zur öffentlichen Sphäre in der Stadt und zur Besonderheit der dortigen Kommunikation um die phänomenologische Beschreibung von Orten des Ethnologen Marc Augé ergänzt. Dergestalt ist es möglich, die Besonderheiten der Orte städtischer Öffentlichkeit genauer zu charakterisieren
Die Deutschen und die Nazis: Figurendarstellungen in zeithistorischen Spielfilmen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
Anke Donnerstag geht in ihrer komparativen Betrachtung der Filme DIE GUSTLOFF (D 2008) und EIN WEITES HERZ – SCHICKSALSJAHRE EINER DEUTSCHEN FAMILIE (D 2013) der Frage nach, wie die Deutschen und die Nazis in Fernsehspielfilmen der Gegenwart figuriert werden. Daran schließt sie die Frage an, in welchem Maße die dargestellten Deutschen und Nazis bereits vorhandenen Figurenstereotypen entsprechen. Unter Einbezug einer Studie, die sich mit der familiären Tradierung von Geschichtsbewusstsein befasst, wird im Beitrag erörtert, inwieweit die Figuren der untersuchten Filme durch ihre Darstellung ein Identifikationsangebot für die Gesellschaft bereitstellen. Konkret: Fördern die Figurendarstellungen das gegenwärtige kollektive Geschichtsbild, dass auch die deutsche Zivilbevölkerung als Opfer von Nationalsozialismus und Krieg versteht
Die Bergrechtsreformen Mitte des 19. Jahrhunderts in Preußen und der Paradigmenwechsel im staatlichen Arbeitsschutz von Nordrhein-Westfalen nach 1994 im Kontext von Staats- und Verwaltungsmodernisierung
Die Bergrechtsreformen Mitte des 19. Jh. in Preußen hatten weitreichende Auswirkungen auf die Bergarbeiterschaft. In Nordrhein-Westfalen wurde 1994 mit dem Wechsel von der Gewerbeaufsicht zur Arbeitsschutzverwaltung ein ähnlicher Paradigmenwechsel vollzogen. Die Abhandlung untersucht und vergleicht die Auswirkungen dieser Rechtsänderungen
Zeichen, Konventionen & Geschichten
In den letzten Jahrzehnten hat sich im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte ein wesentlicher Perspektivenwechsel vollzogen. Unter dem Banner des human centered design wird nicht mehr nur die Frage gestellt, wie ein hochfunktionales Produkt aussehen muss. Es wird zudem gefragt, wie dieses hochfunktionale Produkt auch ein möglichst benutzerfreundliches werden kann. In diesem Zusammenhang haben Methoden und Perspektiven in die Produkt- und Bedienkonzeptentwicklung Einzug gefunden, die Zeichen, Genese und Nutzung von Konventionen sowie narratologische Ansätze in den Fokus rücken. Dieser Beitrag wird exemplarisch einige dieser Ansätze skizzieren, sie in ihre konkreten Anwendungsbereiche einbetten und Rückbezüge zur Mediensemiotik herstellen. Ein entscheidender Punkt ist hierbei, dass sich die vorgestellten Herangehensweisen zunächst nicht auf eine akribische Verwendung von Zeichenbegriffen fokussieren. Ihr effektiver
Einsatz gründet ganz im Gegenteil auf einer zentralen Stärke der Mediensemiotik, nämlich der analytisch-pragmatischen Herangehensweise an Texte (im weitesten Sinne) und der damit verknüpften Analyse der Bedeutung von Zeichen innerhalb eines semiotischen Raums bzw. der Semiosphäre.
In diesem Sinne wird zunächst ein Abgleich mediensemiotischer Theorie mit der praktischen Anwendung von Zeichenbegriffen und weiteren Grundlagen erfolgen. Im Anschluss daran werden einige zentrale Werkzeuge dieser Disziplinen aufgezeigt und ihre konkrete Verwendung skizziert. Die Bedienkonzeptentwicklung im allgemeinen und Usability Engineering im speziellen sind in diesem Zusammenhang Anwendungsbereiche, die – ohne es explizit benennen – mit semiotischen und narratologisch geprägten Werkzeugen arbeiten, deren Grundlagen sich zum Teil in der Mediensemiotik wiederfinden. Exemplarisch dafür werden nachfolgend die Metapher des Mensch-Maschine-Dialogs sowie die Konzepte der Persona und der User Story behandelt. Abschließend wird diskutiert, inwiefern sich die Mediensemiotik in diesem Arbeitsbereich produktiven Synergien aus Forschung und Praxis zuwenden kann
Local Storage on Steroids: Abusing Web Browsers for Hidden Content Storage and Distribution
Analysing security assumptions taken for the WebRTC and postMessage APIs led us to find a novel attack abusing the browsers' persistent storage capabilities. The presented attack can be executed without the website's visitor knowledge, and it requires neither browser vulnerabilities nor additional software on the browser's side. To exemplify this, we study how can an attacker use browsers to create a network for persistent storage and distribution of arbitrary data.
In our proof of concept, the total storage of the network, and therefore the space used within each browser, grows linearly with the number of origins delivering the malicious JavaScript code. Further, data transfers between browsers are not restricted by the Same Origin Policy, which allows for a unified cross-origin browser network, regardless of the origin from which the script executing the functionality is loaded from.
In the course of our work, we assess the feasibility of a real-life deployment of the network by running experiments using Linux containers and browser automation tools. Moreover, we show how security mechanisms against third-party tracking, cross-site scripting and click-jacking can diminish the attack's impact, or even prevent it
Language, Orthography and Buddhist Manuscript Culture of the Tai Nuea - an apocryphal jātaka text in Mueang Sing, Laos
The focus of this study is a single manuscript in a Tai Nuea village near Mueang Sing in northwestern Laos, copied in 1935 and entitled Pukthanusati (Pali buddhānussati) ‘the Recollection of the Buddha.’ It is written in the Tai Nuea language and Lik Tho Ngok or ‘Bean Sprout’ script, and is in the form of a jātaka or narrative story of a former lifetime of the Buddha, the most popular genre for recitation. The thesis examines the lay manuscript culture of which it is a part and the language and orthography of its contents, and then provide a phonemic transcription and annotated English translation of the text together a complete glossary of terms and images of the manuscript.
The detailed study of this one manuscript is used as an entry point for a broader investigation of Lik manuscript culture as found in Mueang Sing today, including the distinct roles of the Lik and Tham orthographies, scribal vocation, manuscript production, uses and functions, and the contents of the texts. The Pukthanusati text is then the basis for examination of phonological aspects of language use in the recitation of Lik manuscript literature and the historical context of the dialect’s phonemes as well as Burmese and Indic forms occurring as loanwords. The Lik Tho Ngok orthography is also placed in context through an overview of its historical development, including possible prototypes and phonological influences, the twentieth century reforms of some traditional orthographies and the question of orthographic depth. The Lik Tho Ngok orthography as found in the manuscript studied is then described in detail, with tables and accompanying notes illustrating the inventories of consonant and vowel glyphs, consonant clusters, ligatures and special orthographic forms, use of subscripts and superscripts, numerals, punctuation, and the Tai Nuea spelling system. The phonemic transcription and annotated English translation of the text illustrate the rhyming structure and other features of specialised language use in Lik manuscript culture.
The Tai Nuea and a number of closely related Tai groups have generally been overlooked in the field of Buddhist Studies. The study of this manuscript culture therefore contributes to our understanding of local practices on the northern periphery of Theravāda Buddhist influence in mainland Southeast Asia in addition to responding to an urgent need to examine and document this endangered scribal tradition and it specialised use of language and orthography
Looking Behind the Scenes. The History of the Royal Court Theatre Through the Lens of Prominent Productions
An investigative study of newly released archive material representing six decades of Royal Court Theatre history including analyses of the productions of John Osborne’s Look Back in Anger, Edward Bond’s Early Morning, Caryl Churchill’s Cloud Nine, Jim Allen’s Perdition, Sarah Kane’s Blasted, and debbie tucker green’s Stoning Mary.
Sixty years after the first season of the English Stage Company was launched at the Royal Court Theatre there is no theatre maker and theatre scholar in the world who has not heard of this first writer’s theatre in Britain: it famously put the angry young Jimmy Porter on stage, it helped put an end to stage censorship in Britain and has through the years been one of the most important engines for new writing in the English speaking world. The who-is-who of British playwrighting started off, visited or ended up at “the most important theatre in Europe” (New York Times).
But no matter how big the names attached to a theatre are, it is the everyday battles of budgets, politics and compromises that really are a theatre’s history. Like a detective story, this first independent study of the Royal Court delves deep into the newly opened Royal Court Archives to fully bring to light some of the most controversial decisions, struggles and compromises that shaped the Royal Court
Universitätsbibliothek Passau: Jahresbericht 2017
Jahresbericht der Universitätsbibliothek Passau für das Jahr 2017
Die Narrative des Unternehmens im Kopf
Unternehmen sind wie alle sozialen Systeme bestimmt durch ihre Kommunikationen. Allein schon dadurch sind sie semiotische Systeme: Es ist klar, dass Produktion, Vertrieb, Marketing, aber auch Führung und Kooperation in erster Linie durch Kommunikation und damit mit semiotischen Mitteln organisiert wird. Über diese alltäglichen Formen der Kommunikation hinaus seien hier vor allem zwei besondere Formen des semiotischen Handelns erwähnt: Das, was man Zeichenmanagement nennen könnte, und die Narrative des Unternehmens als spezifische, identitätsbildende semiotische Operationen