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Empathieverständnis und Empathiebewusstsein bei Grundschullehrkräften
Empathie – häufig verstanden als die Fähigkeit, sich vorstellen und nachempfinden zu können, was in einer anderen Person vor sich gehen könnte (vgl. Wirtz 2013, S. 447) – ist ein Begriff, der im pädagogischen Schulalltag bedeutsam ist und zur Professionalisierung von Lehrkräften beiträgt. So ist Empathie beispielsweise essenziell für die Gestaltung sozialer Interaktionen (vgl. Baron-Cohen & Wheelwright 2004, S. 163), die Qualität der Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden (vgl. Warren 2013, S. 6), deren Vertrauensverhältnis (vgl. Gassner 2006, S. 8) und die Lehrer/-innen-Schüler/-innen-Beziehung (vgl. Liekam 2004, S. 21). Über welches subjektive Verständnis des Empathiebegriffs verfügen jedoch Lehrpersonen selbst? Für wie wichtig erachten sie es, dass Lehrkräfte empathisch sind und warum? Was macht aus ihrer Sicht eine empathische Lehrkraft aus, welche Faktoren werden als empathiefördernd bzw. empathiehemmend empfunden und welche Begründungslinien führen sie für die Einschätzung ihrer eigenen Empathiefähigkeit bzw. der von KollegInnen an? Ergebnisse einer qualitativen Inhaltsanalyse von Expertinneninterviews mit österreichischen Grundschullehrkräften legen strukturiert subjektive Empathiedefinitionen von Lehrpersonen dar, fassen Begründungslinien für die Wichtigkeit einer empathischen Lehrperson im Schulalltag zusammen, beschreiben empathisch eingestufte Ausdrucksweisen und Grundhaltungen der befragten Lehrpersonen und identifizieren subjektive Förder- und Hemmfaktoren auf Empathie. Weitere Aspekte im Empathiebewusstsein von Lehrpersonen werden vorgestellt sowie Veränderungen im Empathiebewusstsein von Lehrkräften aufgrund von Expertise und Berufserfahrung herausgearbeitet. Diese Arbeit leistet einen Beitrag zur Grundlagenforschung und Empathiediskussion im bildungswissenschaftlichen wie grundschulpädagogischen und -didaktischen Feld. Erkenntnisse könnten für die Lehramtsausbildung sowie die Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen bedeutsam sein und neue Impulse liefern, beispielsweise was die Forcierung sozialer Kompetenzen betrifft
Vom Westen nichts Neues: das Beschweigen von Massenverbrechen
Eva Hörmanns Beitrag „Die Rohingya-Krise: Eine Analyse der Reaktion der Vereinten Nationen auf die Massenverbrechen" widmet sich der agenda-setting-Rolle der UN für den Nachweis von Massengräueln.
Dariush Movahedian untersucht in „Dröhnendes Schweigen - Deutsche Politik und Medien zu Massenverbrechen im Tigray-Konflikt" Deutschlands Rolle in Bezug auf die Massengräuel in Äthiopien.
Sheila Riek beleuchtet in "German Colonialism in Namibia and the Continuity of Structural lnjustice: Analysing the Parliament's Engagement with the Herero and Nama Genocide" die Erinnerungspolitik Deutschlands, was die Kolonialverbrechen des Deutschen Reiches in Namibia angeht.
Dabei betreten die Beiträge oft auch theoretisches Neuland. Schließlich ist „Schweigen" bislang nicht prominent in den Internationalen Beziehungen bearbeitet worden. Während Dariush Movahedian mit der Diskursgebundenen Identitätstheorie Schweigen in der Politik, nicht aber in den Medien entdecken kann, arbeitet Eva Hörmann mit dem Spiralmodell des Transnationalen Konstruktivismus, um Schweigen gegenüber Massenverbrechen analytisch zu fassen. Sheila Riek bevorzugt dahingegen eine kritische Perspektive, indem sie Ansätze von Structural Injustice und die kritische Diskursanalyse nutzt, um Schweigen zur Herrschaftssicherung aufzudecken.
Mit diesen Studien wird die Bandbreite und der Reichtum von IB-Perspektiven deutlich - und wir verstehen wieder ein kleines bisschen besser, wann, wie und warum wir schweigen.
Inhalt:
Eva Hörmann
Die Rohingya-Krise
Eine Analyse der Reaktion der Vereinten Nationen auf die Massenverbrechen
Sheila-Ann Riek
German Colonialism in Namibia and the Continuity of Structural Injustice
Analysing the Parliament's Engagement with the Herero and Nama Genocide
Dariush Movahedian Moghadam
Dröhnendes Schweigen
Deutsche Politik und Medien zu Massenverbrechen im Tigray-Konflik
Schriften zur Kultur- und Mediensemiotik | Online. Ausgabe 12
Hans Krah / Romina Seefried
Multimodalität als ‚Medialität zweiter Ordnung‘. Lesarten eines text-bild-medienübergreifenden ‚Dispositivs‘ – zur Einführung in den Band
Hans Krah
Multimodalitäten – Differenzierungen / Konturierungen / Kontexte.
Bestandsaufnahme aus textsemiotischer Perspektive
Stephanie Großmann
Multimodale Deutschlandkonzeptionen. Kurt Tucholskys Deutschland, Deutschland über alles (1929) und Nora Krugs Heimat. Ein deutsches Familienalbum (2018)
Stephan Brössel
‚The evil of the thriller‘: Multimodalität und Musikvideosemiotik am Beispiel von Michael Jacksons THRILLER
Matthias C. Hänselmann
Die innere Gestalt der Worte. Zur Multimodalität von Poesiefilmen
Jan-Oliver Decker / Martin Hennig / Hans Krah
Digitalität – Dispositiv / Methoden / Analyse. Bestandsaufnahme aus mediensemiotischer Perspektive
Martin Hennig
Spiel der Attraktionen. Raum, Körper und Ideologie im multimodalen Dispositiv der Virtuellen Realität
Jan-Oliver Decker
Madonna multimodal. Körper und Starpersona im digitalen Zeitalter
Jan-Oliver Decker
Andrea Sieber / Julia Siwek
Parzival, multimodal. Digitale Zugänge zu illustrierten Parzival-Handschriften
Magdalena Schlintl / Markus Pissarek
Multimodalität im Literaturunterricht
Mirjam E. Dick
Multimodale Prompts als zielscharfe hochschuldidaktische Lehr-
Lernelemente. Implikationen aus der Deutschlehrkräftebildung zu einer ‚neuen Medialität‘
Romina Seefried
Semantische Vielfalt im ‚freien‘ Erzählraum. Semiotische Aspekte der Early-Literacy-Förderung im Kontext von Multimodalitä
EU regulation of gene-edited plants — A reform proposal
This article presents a proposal on how the European Union’s regulatory framework on genetically modified (GM) plants should be reformed in light of recent developments in genomic plant breeding techniques. The reform involves a three-tier system reflecting the genetic changes and resulting traits of GM plants. The article is intended to contribute to the ongoing debate over how best to regulate plant gene editing techniques in the EU
Der Maler Friedrich Dürck (1809 – 1884) : Biographie, Rezeption, Malweise, Kritisches Verzeichnis der Werke
Diese Monographie schildert die Lebensgeschichte des Malers Friedrich Dürck (1809 Leipzig – 1884 München) von seiner familiären Herkunft über seine künstlerische Ausbildung, sein familiäres und soziales Leben bis zu seinem Tod. Ein weiteres Kapitel trägt die zeitgenössische Rezeption seiner Werke zusammen und setzt sie in Bezug zur Porträtmalerei des 19. Jahrhunderts. Seine Malweise und seine Sujets werden kritisch analysiert. Ein Werkverzeichnis wurde anhand von Originalen, Nachbildern und literarischen Quellen unter den Rubriken Porträt, Genre und Landschaft erstellt. Seine Zeichnungen, Aquarelle, Wandgemälde, Studien, Ölskizzen und Drucke wurden auch auf dieser Weise erfasst. Ebenso wurden die von ihm erstellten Kopien und die nach seinen Originalen angefertigten Nachbilder kritisch verzeichnet.This monograph deals with the biography of the painter Friedrich Dürck (1809 Lipsia - 1884 Munich). It describes his origin and his artistic training as well as his family and social life until his death. A further chapter compiles the contemporary reception of his works and correlates it with portrait paining of the 19th century. Furthermore, his painting style and subjects are critically analysed. A catalogue raisonné sorted by portrait, genre, and landscape was compiled based on originals, art about art, and literary sources. His drawings, water colours, mural paintings, studies, oil sketches, and prints were registered in the same way. Equally, copies made by Dürck and art about art of his originals were recorded critically in this manner
Data documentation on history visualisations on the covers of all issues of Der Spiegel between 1965 and 2021
To answer the research question, all SPIEGEL covers from 1965 to 2021 were examined for a reference to history topics. The report documents the assignments of the 533 covers recorded to the categories of history narrative, politics of memory and politics of the past.
Main article: https://doi.org/10.3167/jemms.2023.15010
Sicherheit in der Digitalisierung des Alltags: Definition eines ethnografisch-informatischen Forschungsfeldes für die Lösung alltäglicher Sicherheitsprobleme
In den vergangenen Jahrzehnten hat es unübersehbar zahlreiche Fortschritte im Bereich der IT-Sicherheitsforschung gegeben, etwa in den Bereichen Systemsicherheit und Kryptographie. Es ist jedoch genauso unübersehbar, dass IT-Sicherheitsprobleme im Alltag der Menschen fortbestehen. Mutmaßlich liegt dies an der Komplexität von Alltagssituationen, in denen Sicherheitsmechanismen und Gerätefunktionalität sowie deren Heterogenität in schwer antizipierbarer Weise mit menschlichem Verständnis und Alltagsgebrauch interagieren. Um die wissenschaftliche Forschung besser auf Menschen und deren IT-Sicherheitsbedürfnisse auszurichten, müssen wir daher den Alltag der Menschen besser verstehen. Das Verständnis von Alltag ist in der Informatik jedoch noch unterentwickelt. Dieser Beitrag möchte das Forschungsfeld “Sicherheit in der Digitalisierung des Alltags” definieren, um Forschenden die Gelegenheit zu geben, ihre Anstrengungen in diesem Bereich zu bündeln. Wir machen dabei Vorschläge einerseits zur inhaltlichen Eingrenzung der informatischen Forschung. Andererseits möchten wir durch die Einbeziehung von Forschungsmethoden aus der Ethnografie, die Erkenntnisse aus der durchaus subjektiven Beobachtung des “Alltags” vieler einzelner Individuen zieht, zur methodischen Weiterentwicklung interdisziplinärer Forschung in diesem Feld beitragen. Die IT- Sicherheitsforschung kann dann Bestehendes gezielt für eine richtige Alltagstauglichkeit optimieren und neue grundlegende Sicherheitsfunktionalitäten für die konkreten Herausforderungen im Alltag entwickeln
Mythenjagd : Soziologie mit Norbert Elias
Der vorliegende Band rückt verschiedene Aspekte und Diskurse rund um Elias’ Schaffen in den Vordergrund und kontextualisiert die generelle soziologische Relevanz seines Schaffens. Er liefert einen Überblick über die aktuelle Elias-Forschung und verdeutlicht den Stellenwert und die Anschlussfähigkeit des Elias’schen Werks für sozialwissenschaftliche bzw. sozialtheoretische Debatten, insbesondere hinsichtlich zeitgenössischer gesellschaftlicher Entwicklungen. Dabei zeigt sich: Die Wissenschaft selbst, so Elias, läuft Gefahr, sich in Mythen zu verfangen, während sie die Mythen der Wirklichkeit unter die Lupe nimmt. Somit ist Mythenjagd nicht nur ein Schlagwort, sondern auch eine Devise, unter die sich Elias’ Gesamtwerk stellen lässt
Are automated static analysis tools worth it? An investigation into relative warning density and external software quality on the example of Apache open source projects
Automated Static Analysis Tools (ASATs) are part of software development best practices. ASATs are able to warn developers about potential problems in the code. On the one hand, ASATs are based on best practices so there should be a noticeable effect on software quality. On the other hand, ASATs suffer from false positive warnings, which developers have to inspect and then ignore or mark as invalid. In this article, we ask whether ASATs have a measurable impact on external software quality, using the example of PMD for Java. We investigate the relationship between ASAT warnings emitted by PMD on defects per change and per file. Our case study includes data for the history of each file as well as the differences between changed files and the project in which they are contained. We investigate whether files that induce a defect have more static analysis warnings than the rest of the project. Moreover, we investigate the impact of two different sets of ASAT rules. We find that, bug inducing files contain less static analysis warnings than other files of the project at that point in time. However, this can be explained by the overall decreasing warning density. When
compared with all other changes, we find a statistically significant difference in one metric for all rules and two metrics for a subset of rules. However, the effect size is negligible in all cases, showing that the actual difference in warning density between bug inducing changes and other changes is small at best
Theories of Motivation in Education: an Integrative Framework
Several major theories have been established in research on motivation in education to describe, explain, and predict the direction, initiation, intensity, and persistence of learning behaviors. The most commonly cited theories of academic motivation include expectancy-value theory, social cognitive theory, self-determination theory, interest theory, achievement goal theory, and attribution theory. To gain a deeper understanding of the similarities and differences among these prominent theories, we present an integrative framework based on an action model (Heckhausen & Heckhausen, 2018). The basic model is deliberately parsimonious, consisting of six stages of action: the situation, the self, the goal, the action, the outcome, and the consequences. Motivational constructs from each major theory are related to these determinants in the course of action, mainly revealing differences and to a lesser extent commonalities. In the integrative model, learning outcomes represent a typical indicator of goal-directed behavior. Associated recent meta-analyses demonstrate the empirical relationship between the motivational constructs of the six central theories and academic achievement. They provide evidence for the explanatory value of each theory for students’ learning