Kirchlicher Dokumentenserver
Not a member yet
    3324 research outputs found

    Identitätsentwicklung Jugendlicher in Zeiten von Facebook, WhatsApp, Instagram und TikTok

    Get PDF
    In der Bachelorarbeit wird zunächst ein Überblick über die Jugend durch die Definition des Begriffes gegeben. Daran schließt sich die geschichtliche Entwicklung an. Weiter wird die Entwicklung Jugendlicher anhand der drei Phasen der Adoleszenz beschrieben. Im Fokus des dritten Kapitels steht die Identität. Nach der Definition des Begriffes wird die Identitätsentwicklung anhand von Erikson und Marcia aufgezeigt. Einflussfaktoren der Identitätsentwicklung werden ebenfalls erwähnt. An die Identitätsentwicklung schließt sich das vierte Kapitel die Sozialisation mit der Beschreibung der verschieden Sozialisationsinstanzen und ihrer Wirkung auf Jugendliche an. Die Definition sozialer Medien und Beschreibung von vier ausgewählten sozialen Medien sowie Influencern gehören zum fünften Kapitel. Außerdem werden das Nutzungsverhalten Jugendlicher und die Entwicklungsanforderungen an soziale Medien beschrieben. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wird anschließend die Beeinflussung der Identitäts-entwicklung Jugendlicher durch soziale Medien thematisiert. Es folgen Gefahren und Risiken für Jugendliche. Im vorletzten Kapitel der Bachelorarbeit wird die empirische Forschung dargestellt. Dazu wird das methodische Vorgehen, die Datenerhebung und die Auswertung mit theoretischen Bezug zur aktuellen Forschung beschrieben. Im Anschluss werden die Ergebnisse der empirischen Forschung aufgezeigt und mit der Theorie in Verbindung gebracht. Die zentralen Erkenntnisse und die Beantwortung der Forschungsfrage beschließen die Arbeit. [Aus der Einleitung, S. 2

    Hoffnung leben! – Hoffnung gestalten!

    Get PDF
    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Hoffnung als Resilienzfaktor einen Beitrag zur Resilienz leistet, weshalb Hoffnungsarbeit auch Resilienz fördert. Grundlegend ist dabei, sich bewusst zu machen, welches Verständnis man von Hoffnung hat. Es zeigte sich in der Betrachtung der verschiedenen Förderansätze, dass vieles, was jetzt schon als pädagogische Grundwerte und -haltungen etabliert ist, dazu beiträgt, dass Kinder und Jugendliche Resilienz entwickeln. Analog gilt das auch im Blick auf Hoffnungsarbeit. Auch in der Schule und in der Gemeinde sind viele Methoden, die im Blick auf Förderung von Hoffnungskompetenz benannt wurden, schon bekannt und werden umgesetzt. Es geht jedoch darum, sich bewusst zu machen, dass dieses Handeln auch Hoffnungskompetenz und Resilienz fördert. Hoffnung ist ein – oder sogar das – Grundthema des christlichen Glaubens und für den Menschen elementar. Gerade deshalb sollte man sich der Bedeutung der Hoffnungsarbeit bewusst werden. Es ist allgemein – aber angesichts des Zeitgeschehens noch dringender – erforderlich, Kinder und Jugendliche für die Krisen und Entwicklungsgefahren dieser Zeit zu stärken und ihnen Hoffnung mitzugeben. Hoffnungsförderung sollte deshalb bewusst als Haltung religions- und gemeindepädagogischer Tätigkeit eingenommen und Ziele, Inhalte und Methoden auch in Bezug darauf abgestimmt und ausgewählt werden. Im Blick auf das Bild von Kirche in der Gesellschaft könnte diese wichtige Arbeit der Stärkung und Förderung von Kindern und Jugendlichen noch hervorgehoben und damit das Bild von Kirche profiliert werden: Kirche und Gemeinden sind Orte, an denen Menschen einander begegnen, Hoffnung gewinnen, Hoffnungsperspektiven entwickeln und Hoffnungskompetenz vertiefen. Hier geschieht Bildung, die für das Leben stärkt. Hoffnung ist nicht frommes Abwarten auf eine bessere Zukunft, sondern hat Relevanz für die Gegenwart und das Leben der Menschen. Der Blick auf diesen Wesenszug des Menschen sollte gerade angesichts von Krisen wieder stärker öffentlich hervorgehoben werden. [Zusammenfassung und Ausblick, S. 44

    "Bewegte Schule" und deren präventive Maßnahmen auf Adipositas bei Kindern im Grundschulalter

    Get PDF
    Eine regelmäßige körperliche Betätigung und eine ausgewogene Ernährung sind ausschlaggebend für ein normales Körpergewicht. Besonders bei Heranwachsenden sollte im schulischen Kontext in Verbindung mit dem Elternhaus und Vereinen ein aktiver Lebensstil vermittelt werden, um Adipositas bei Kindern vorzubeugen. Um diesem Problem präventiv zu begegnen, sind immer mehr Schulen bemüht, das Konzept der „Bewegten Schule“ an ihrem Standort umzusetzen. Zielsetzung der vorliegenden Masterarbeit war es, anhand einer Kombination von quantitativer und qualitativer Forschung, zu überprüfen, inwieweit die „Bewegte Schule“ präventive Maßnahmen gegen Adipositas bei Kindern im Grundschulalter setzt. Zudem wurde anhand von drei Unterfragen das Freizeitverhalten, die Wahrnehmung und der Bezug zum Sachunterricht von Kindern einer „Bewegten Schule“ genauer beobachtet. Zur Untersuchung dieser Fragen wurden zwei Klassen der vierten Schulstufe über die generelle Wahrnehmung der „Bewegten Schule“ mit Hilfe eines Fragebogens in Anlehnung an Müller (2017) befragt. Um zusätzlich genauere Details über das Freizeitverhalten und die Verknüpfung von Sachunterricht und Bewegung zu erhalten, wurden mit sechs gezielt ausgewählten Kindern Interviews durchgeführt. Hierfür wurde die Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) angewendet. Die Ergebnisse zeigen, dass Schülerinnen und Schüler, auch jene die an Adipositas leiden, Spaß an jeglicher Form der Bewegung haben. Außerdem wollen sie die „Bewegte Schule“ in allen Bereichen mit ihren Ideen und Wünschen mitgestalten. Daraus ergibt sich, dass es die Aufgabe einer Lehrperson ist, ausreichend Bewegungsmöglichkeiten anzubieten. Des Weiteren sollte in Zukunft auf die Anliegen und Bedürfnisse der Heranwachsenden einer „Bewegten Schule“ verstärkt geachtet werden.Regular physical activity and a balanced diet are crucial for a normal body weight. Especially for adolescents, an active lifestyle should be taught in the school context in conjunction with the parental home and clubs in order to prevent obesity of children. In order to prevent this problem, more and more schools are trying to implement the concept of the "moving school" at their location. The objective of this master thesis was to examine, using a combination of quantitative and qualitative research, the extent to which "moving school" takes preventive measures against obesity in children of primary school age. In addition, three sub-questions were used to observe more closely the leisure time behaviour, the perception and the relationship to physical education of children in a "moving school". To investigate these questions, two fourth-grade classes were surveyed about their general perception of "moving school" using a questionnaire based on Müller (2017). In order to obtain additional details about leisure time behaviour and the link between physical education and physical activity, interviews were conducted with six specifically selected children. Qualitative content analysis according to Mayring (2015) was used for this purpose. The results show, that pupils including those suffering from obesity, enjoy all forms of exercise. They also want to help to improve the "moving school" in all areas with their ideas and wishes. It follows from this that it is the task of a teacher to offer sufficient opportunities for movement. Furthermore, in the future, more attention should be paid to the concerns and needs of the adolescents of a "moving school"

    Editorial

    Get PDF
    Editorial zu Heft 6.2022,

    Beliefs zur Mathematik

    Get PDF
    Insgesamt berühren Forschungen auf dem Gebiet der mathematischen Begabung meist Konzepte der Förderung sowie Diagnostik oder Materialien zur speziellen Förderung begabter Kinder. Dabei sind die Vorstellungen (oder Beliefs) von mathematisch begabten Kindern über die Disziplin Mathematik oder über mathematische Tätigkeiten bisher unzureichend erforscht. Dieses Desiderat wird im Folgenden aufgegriffen, indem zwei Fallstudien der Schülerinnen Zola und Madita vorgestellt werden, die sich der Beschreibung ihrer Beliefs zu den obigen Themen widmet. Ziel ist es, erste Tendenzen abzuleiten sowie erste Ideen für die Entwicklung einer (mathematischen) Identität auf der Grundlage mathematischer Beliefs zu entwickeln

    Antipädagogik als Krisensymptom. Zur Rezeption radikaler Erziehungskritik in der Erziehungswissenschaft der 1970er und 1980er Jahre

    Get PDF
    An der erziehungswissenschaftlichen Rezeption der Antipädagogik wird aus einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive aufgezeigt, inwiefern die Antipädagogik als radikale Erziehungskritik Symptom eines verunsicherten Erziehungsbegriffs war. Dabei wird deutlich, dass die Erziehungswissenschaft in der Auseinandersetzung mit der Antipädagogik ihren einheimischen Begriff verteidigt und gleichzeitig in dieser Rezeption eine Leerstelle bezüglich des Schutzes von Kindern auch vor nicht-erziehenden Erwachsenen zu verzeichnen hat.In the reception of antipedagogy in educational science, it is shown from a perspective of the history of science to what extent antipedagogy as a radical critique of education was a symptom of an insecure concept of education. In the analysis, it becomes clear that educational science defends its native concept in the debate with antipedagogy and that at the same time there is a gap in this reception with regard to the protection of children from non-educating adults

    „Der lange Weg zur Wohnung“

    Get PDF
    Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die Wohnungsvergabe freier Mietwohnungen in Nürnberg unter besonderer Berücksichtigung der Möglichkeiten potenzieller Diskriminierung. Die Forschungsfrage dazu lautet: Wie gestaltet sich der Prozess der Mietwohnungsvergabe in Nürnberg, und an welchen Stellen dieses Prozesses ist eine potenzielle Diskriminierung möglich? Es wird zunächst eine theoretische Einführung zum Thema Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt gegeben. Danach folgt die theoretische Darstellung der Struktur des Wohnungsmarktes in Nürnberg. Im empirischen Teil der Arbeit werden eine Akteurin der Wohnungsmarktbeobachtung, ein Mitarbeiter der städtischen Wohnungsvermittlungsstelle und ein Sachbearbeiter des kommunalen Wohnungsunternehmens anhand von Expert/inneninterviews zu den Wohnungsvergabeprozessen freifinanzierter und öffentlich geförderter Mietwohnungen befragt. Die geführten Interviews werden mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Daraus resultieren zwei Kategoriensysteme mit insgesamt 17 Oberkategorien und entsprechenden Unterkategorien, die jeweils den Ablauf des Wohnungsvergabeprozesses freifinanzierter beziehungsweise öffentlich geförderter Mietwohnungen in Nürnberg repräsentieren. Im Rahmen des Vergabeprozesses freifinanzierter Wohnungen wurden zwei Prozessabschnitte identifiziert, an denen eine potenzielle Diskriminierung möglich ist. Bei den öffentlich geförderten Wohnungen ist eine potenzielle Diskriminierung in drei Prozessabschnitten möglich. In der abschließenden Diskussion werden zehn Handlungsempfehlungen zur Minimierung des Diskriminierungsrisikos im Rahmen der Wohnungsvergabe aus den Erkenntnissen der vorliegenden Arbeit abgeleitet und beschrieben. Schlüsselwörter: Diskriminierung – Wohnungsvergabe – NürnbergThis paper provides an overview of the allocation of vacant rental housing in Nuremberg with a special focus on the possibilities of potential discrimination. The research question is: How is the process of allocating rental housing in Nuremberg organized, and at which points in this process is potential discrimination possible? First, a theoretical introduction to the topic of discrimination in the housing market is given. This is followed by a theoretical presentation of the structure of the housing market in Nuremberg. In the empirical part of the paper, an actor of the housing market monitoring, an employee of the municipal housing agency and a clerk of the municipal housing company are interviewed on the basis of expert interviews about the housing allocation process of privately financed and publicly subsidized rental apartments. The interviews were evaluated with the help of qualitative content analysis according to Mayring. This results in two category systems with a total of 17 upper categories and corresponding subcategories, each of which represents the course of the housing allocation process for privately financed and publicly subsidized rental housing in Nuremberg. In the context of the allocation process of privately financed apartments, two process stages were identified at which potential discrimination is possible. In the case of publicly subsidized housing, potential discrimination is possible at three process sections. In the concluding discussion, ten recommendations for action to minimize the risk of discrimination in the housing allocation process are derived from the findings of this paper and described. Keywords: discrimination - housing allocation - Nurember

    Schulische Herausforderungen für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien

    Get PDF
    Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von schulischen Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und wie der Entstehung dieser schulischen Herausforderungen gezielt entgegengewirkt werden kann. Durch Interviews mit drei Teilnehmerinnen aus unterschiedlichen Jugendbereichen (KJH, Berufsberatung AMS und BFI), wurde eine qualitative Forschung zur Untersuchung der Thematik durchgeführt. Um die Fragestellung zu beantworten, werden die unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmerinnen zusammengefasst und analysiert. Es zeigen sich einheitliche, aber auch sehr unterschiedliche Sichtweisen zu dieser Thematik. Es konnte aufgezeigt werden, dass der familiäre Hintergrund der Kinder und Jugendlichen sich als maßgeblicher Einfluss für den weiteren Bildungsverlauf zeigt, da die Familie ein Ort ist, an dem junge Menschen ihre individuelle Prägung in Form von Werten und Handlungsräumen erfahren und diese auch über Generationen hinweg weitergegeben werden. Außerdem zeigte sich, dass aufgrund der vermittelten Werte und Handlungsräume des Umfeldes, die meist von Armut in unterschiedlicher Form geprägt sind, Bildung häufig einen geringeren Stellenwert hat. Der Armutsaspekt wirkt sich damit negativ auf den schulischen Alltag aus. Die Kinder und Jugendlichen sind außerdem von Ausschluss durch andere, oder durch den eigenen Rückzug aufgrund Versagensangst und mangelndem Selbstwert belastet. 6 Vor allem in der derzeitigen Corona Pandemie werden soziale Ungleichheiten und Bildungsungleichheiten in der Gesellschaft, sowie Armutszustände von Kindern und Jugendlichen, in verschiedensten Formen sichtbar. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse konnte festgestellt werden, dass sich die Familie als entscheidender Einflussfaktor für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen darstellt. Hinsichtlich der Thematik sollte sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen mehr Beachtung geschenkt werden, um so die Abwärtsspirale für betroffene Familien zu durchbrechen.This thesis deals with the effects of school challenges of children and adolescents from socially disadvantaged families and how the emergence of these school challenges can be specifically counteracted. Through, interviews with three participants from different youth backgrounds qualitative research was conducted to investigate the topic. In response to the research question, the different experiences of the participants are summarized and analyzed. Consistent, but also very different views on this topic are revealed. It was demonstrated that the family background of children and adolescents has a decisive influence on the further course of education, since the family is a place where young people experience their individual imprint in the form of values and spheres of action, which are also passed on over generations. Furthermore, it was revealed that education often has a lower priority due to the values and spheres of action conveyed by the environment, which are usually characterized by poverty in various forms. Thus, the poverty aspect has a negative impact on everyday school life. The children and young people are also burdened by exclusion by others, or by their own withdrawal due to fear of failure and lack of self-worth. Especially in the current Corona pandemic, social inequalities, and educational inequities in society, as well as poverty conditions of children and adolescents, become visible in various forms. Based on the results, it was determined that the family is a decisive influencing factor for the educational success of children and adolescents. In this context, more attention should be paid to socially disadvantaged children and adolescents in order to break the downward spiral for affected families

    Das Pietà-Projekt "Getragen im Leid" : eine Pietà-Skulptur als Medium ästhetischer und religiöser Erfahrung

    Get PDF
    Nach fast zehn Jahren Pietà-Projektzeit „Getragen im Leid“, einer Dekade voller unterschied- licher Begegnungen, Erfahrungen und Erlebnissen in verschiedenen europäischen Ländern und Sakralräumen, stellt diese Arbeit den Versuch eines Resümees dar. Was mit einem Zufallsfund in München auf dem Dachboden der St. Paulkirche begann, hat eine ungeahnte und ungeplante Eigendynamik entwickelt und motiviert, die Pietà-Skulptur im Zentrum eines im Rahmen der Präsentationen jeweils spezifischen synästhetischen Erfahrungsraums als Medium ästhetischer und religiöser Erfahrung genauer in den Blick zu nehmen. Dass gerade auch Werke der Kunst Orte darstellen können, an denen besondere ästhetische wie auch religiöse Erfahrungen gemacht werden können, dokumentieren die zahllosen Rückmel- dungen sowohl schriftlicher Art als auch die Rückmeldungen im Rahmen vieler persönlicher Gespräche, die Zeugnis ablegen von der intensiven religiös-auratischen Ausstrahlung der Pietà- Skulptur. Das Pietà-Projekt dokumentiert, dass Kunst „nach wie vor beeindrucken [...], Ergriffenheit, emotionale Tiefe beim Wahrnehmen hervorrufen [kann] und [...] dabei in der Lage [ist], reli- giöse oder religioeske Gefühle zu beeinflussen, zu generieren oder zu transportieren. Allgemei- ner: Dem Kunstwerk gelingt es häufig und immer noch, Stimmungen, Atmosphäre zu erzeugen und damit ein Thema zu emotionalisieren und jenseits bzw. zuzüglich kognitiver Verarbei- tungsprozesse affektiv zu informieren. Kunst vermag religiöse Gefühle, z.B. der Erschütterung, des Ergriffenseins, des persönlichen Angesprochenseins, vielleicht gar des Erlöstseins zu ent- wickeln [...].“367 Weil es zugleich die Sinnlichkeit von Menschen und Religion betonte, bot das Pietà-Projekt auch die Möglichkeit, die religiöse Erfahrungsfähigkeit zu schulen im Wissen, dass derjenige der „dazu anleiten möchte, sich mit Sinnfragen zu beschäftigen, [...] dies nicht sinnenlos tun [darf]. Es kommt darauf an, möglichst alle Sinne des Menschen anzusprechen und spürbar zu machen, was meist nur vom Hören-Sagen kommt (vgl. Röm 10,17)“.368 Hans Joachim Höhn hat darauf hingewiesen, dass „[g]enau dies aber [...] einen wunden Punkt in Theologie und Kirche [markiert]. Denn viel von der Attraktivitätsschwäche des kirchlichen Christentums re- sultiert aus seinem Versagen, eine überzeugende Alternative zu seiner dogmatischen und mo- ralischen Selbstdarstellung zu entwickeln. Seinen öffentlichen Geltungsverlust sucht man in der Regel durch das auszugleichen, was ihn mitverursacht hat: die Dogmatisierung und Mora- lisierung des Glaubens. Die Kirche erhöht innerhalb dieser Alternative entweder nach innen das Pensum des dogmatischen Glaubenswissens oder sie hofft nach außen auf eine höhere ge- sellschaftliche Akzeptanz über Memoranden, Denkschriften und Moralpredigten, mit der sie dem ethischen Orientierungsbedarf der Gegenwart entgegenkommen will. Das eine ist in seinen Grenzen so sinnvoll wie das andere, jedes einzelne für sich und beide zusammen aber bewirken wenig ohne ein Drittes: die Ästhetik des Glaubens, die ihn ‚sinnenfällig‘ macht. Der Glaube kann nur dann einen ‚sensus‘ für eine andere oder bessere Welt wecken, wenn er zu einer Hal- tung führt, durch die man in dieser Welt ganz und bei allen Sinnen ist.“369 „Was sich im ästhetischen Erleben und Tun zeigt“, dies verdeutlicht das Pietà-Projekt in exemplarischer Weise, „erweist sich als Überschuss über bloß empirische Erfahrungsgehalte. [...] Im ästhetischen Erleben kommt es zur Überschreitung der Grenzen bloßer Dinglich- keit.“370 Dass Pietà-Darstellungen ungeachtet des historischen Kontextes, in dem sie entstanden sind, bis in unsere Tage an Aktualität nichts eingebüßt haben, immer noch „an-sprechen“, liegt wohl auch daran, dass sich dem Betrachter das mit dieser Figurengruppe zum Ausdruck gebrachte Beziehungsereignis – auch ohne entsprechende religiöse Sozialisation und kunsthistorische Vorkenntnisse – unmittelbar erschließen kann. Die Pietà als Darstellung der Begegnung zwischen zwei Menschen in einer existentiellen Situation und damit gleichsam einer zentralen kol- lektiven Ur-Erfahrung der Menschen bietet offensichtlich ein kulturübergreifendes archetypi- sches Vorstellungmuster, das im Betrachter, je nach persönlichem Kontext, in individueller Weise etwas auslöst und zum Klingen bringt. Bild und Betrachter begegnen sich; der Betrachter wird hineingenommen in das Begegnungs- ereignis, was eine intersubjektive Beziehung, einen (religiös-) affektiven Dialog ermöglicht. Das Schauen führt dazu, dass sich Betrachtender und Pietà gleichsam austauschen und – dies gilt vor allem für die mittelalterliche Frömmigkeit –371 „[d]as Leiden der Mutter Jesu und das Leiden der Betenden interagieren. Maria nimmt sich des Schmerzes der Betenden als heilige Vermittlerin an, die Betrachtenden partizipieren an der Trauer Marias“372 – Videte si est dolor sicut dolor meus. Die Faszination, die insbesondere von der schwarz-golden gestalteten Skulptur des Pietà-Pro- jekts ausgeht, mag auch daher rühren, dass sie als archetypische Symbolgestalt der „Großen Mutter“ einlädt, nicht zu versuchen, die Ambivalenzen unserer Existenz zwischen Leben und Tod, Anfang und Ende, Hell und Dunkel, „Schwärze und Goldglanz“, einseitig durch Verdrän- gung und Nichtwahrhabenwollen aufzulösen, sondern lebenslang auf der Suche zu bleiben nach einer geistigen Heimat, nach Geborgenheit und einer geistlichen Verankerung, die es uns als vergängliche Wesen ermöglicht, die unaufhebbare Widersprüchlichkeit des Lebens zu ertragen und Sinn zu erfahren. Die Pietà führt in aller Deutlichkeit, ja geradezu drastisch, die dunklen Seiten des Lebens vor Augen, lässt aber auch schon – goldschimmernd – Licht ahnen und Hoff- nung schöpfen. Niemals geht man ganz ungetröstet von ihr fort, was die niedergelegten Gebets- anliegen der Besucher und deren persönliche Reaktionen widerspiegeln! Jede Pietà-Darstellung ist nicht zu denken ohne den Blick auf den Anfang des Bezie- hungsereignisses zwischen Jesus und Maria, steht damit in Kontrastharmonie zur Madonna mit Kind und spiegelt so das Ausgespanntsein der menschlichen Existenz zwischen Anfang und Ende, Leben und Tod wider. Die Krippe steht immer schon im Schatten des Kreuzes. Das Pietà-Motiv thematisiert in exemplarischer Weise die fundamentale Frage, die dem Leiden- und Sterbenmüssen desMenschen. Ist das Sterben, der Tod, ein Vorgang nackter und unausweichlicher Zerstörung? Oder deutet sich in ihm ein Übergang in ein Größeres an, das anders als vermittels der Spannung von Geborenwerden (Neuanfang) und Sterben gar nicht zu thematisieren ist? Maria hält die Leiche ihres Sohnes in dem Augenblick fest, in dem alle Hoffnung zu schwinden scheint und die Jünger geflohen sind, und sie trägt ihn gleichsam in dieser großen Einsamkeit und gefühlter Ausweglosigkeit jener Geburt zum Leben entgegen, die Christen „Ostern“ nennen

    Selbstmanagement und Rollenverständnis von Pfarrpersonen Unterstützungskonzepte der EKD-Jahresgespräche im Vergleich

    Get PDF
    Wie können Pfarrer*innen in ihrer Rollen-findung unterstützt und vor Überforderung geschützt werden? Dabei wird die Bedeutung von individuellen Leitbildern betont, die sich Pfarrpersonen geben. Die Fragestellung ist eingebettet in die Reformprozesse der EKD seit den 90er Jahren, ebenso wie in den allgemeinen wirtschaftspsychologischen Diskurs. Das Jahresgespräch mit Pfarrer*innen, durchgeführt von Superintendent*innen wird als Werkzeug unter-sucht und speziell für den kirchlichen Kontext bewertet, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingun-gen werden reflektiert. Zwei Varianten dieser Jahresgespräche werden genauer vorgestellt und auf ihre Brauchbarkeit hin reflektiert, das Konzept „Leading by Objectives“ (LbO) und ein komplexeres Modell, das unter dem Begriff der „Arbeitsfähigkeit“ zusammengefasst wird

    2,151

    full texts

    3,324

    metadata records
    Updated in last 30 days.
    Kirchlicher Dokumentenserver is based in Austria
    Access Repository Dashboard
    Do you manage Open Research Online? Become a CORE Member to access insider analytics, issue reports and manage access to outputs from your repository in the CORE Repository Dashboard! 👇