Hochschulschriftenserver der TH Wildau
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Eigenfertigung oder Fremdbezug - Kriterien und Entscheidungsprozeß zur Gestaltung der betrieblichen Leistungstiefe
Make-or-Buy Entscheidungen sind sehr komplexe Entscheidungen, da prinzipiell alle im Unternehmen erstellten Leistungen dieser Prüfung unterzogen werden können und sollten. Zum anderen steht ein breites Spektrum von Entscheidungsalternativen zur Verfügung. Eine oftmals unterstellte Dichotomie in „entweder" Fremdbezug „oder" Eigenfertigung existiert dagegen nicht. Make-or-Buy Entscheidungen haben eine besondere Bedeutung für die Überlebensfähigkeit von Unternehmen. Sie dürfen deshalb nicht nur aufgrund kurzfristiger Datenbasis entschieden werden. Die Gefahr besteht, daß das betroffene Unternehmen innovative Aufgaben zugunsten von einfachen bekannten Aufgaben vernachlässigt. Vor dem Hintergrund einer zunehmend vernetzten Gesellschaft (Informationsnetzwerke, Videokonferenzen) ist davon auszugehen, daß neue innovative Formen der Kooperation entstehen. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen wird es zukünftig zum wichtigen Überlebensfaktor, über neue mögliche Kooperationsformen gut informiert zu sein. Aber welche Kriterien müssen bei Make-or-Buy Entscheidungen berücksichtigt werden und wie kann der Entscheidungsprozeß strukturiert werden? Hierzu soll die folgende Diskussion einen Beitrag leisten
Target-Costing - ein neues Planungsinstrument oder Rechnungssystem zur Planung
Seit einiger Zeit gibt es eine Diskussion in der Literatur, die sich unter dem Stichwort „Neuorientierung" des internen Rechnungswesens zusammenfassen läßt. Hierzu gehören die Diskussion der spezifischen Rolle des Zielkostenmanagements bzw. Target-Costing im Rahmen der Kostenrechnungssysteme, speziell für die Kostenplanung bei Neuprodukten.
Dieser Beitrag stellt sich das Ziel, aufbauend auf der aktuellen Diskussion, besonders die Einbindung des Zielkostenmanagements in andere Instrumente und Methoden der BWL zu beleuchten und überblicksartig auf die Gründe zur Herausbildung des Zielkostenmanagements einzugehen. In weiteren Beiträgen wird an dieser Stelle auf die Methodologie des Target-Costing-Prozesses und den Einfluß des Zulieferpotentials unter Einbeziehung der in einem Unternehmen des Schienenfahrzeugbaus gemachten Erfahrungen verwiesen. In diesen Beiträgen wird der englische Begriff „Target-Costing" mit Zielkostenrechnung bzw. präziser und umfassender mit Zielkostenmanagement übersetzt bzw. gleichgestellt. Weitgefaßt wird unter Zielkostenmanagement ein „markt- bzw. kundenorientiertes Konzept der Kostenplanung, Kostensteuerung und Kostenkontrolle" verstanden. In Japan wird meistens für Target-Costing der Begriff „Genka-Kikaku" genutzt
Neue Erkenntnisse zur Plasmamodifizierung von Polymeroberflächen
Die Benetz-, Verkleb- und Metallisierung von Polymeren mit niedriger Oberflächenenergie kann mit genügend hoher Geschwindigkeit nur in elektrischen Entladungen erreicht werden. Verweilzeiten von etwa 0,01 bis 10 s in oxidierenden Plasmen elektrischer Entladungen sind dazu notwendig. Auch die Effektivität der Modifizierung in einer elektrischen Entladung übertrifft in der Regel die Wirkung chemischer oder physikalischer Verfahren
Computergestütztes Entwerfen, Gestalten und Nachrechnen von Stirnradgetrieben in der Ingenieurausbildung
Die Berechnung und Konstruktion eines Getriebes gehört zu den Standardaufgaben in der Ausbildung von Maschinenbauingenieuren. Kaum eine andere Problematik zeigt so deutlich bei Berechnung und Gestaltung die Abhängigkeiten der einzelnen Komponenten voneinander. Diese Arbeit für den Studierenden überschaubar zu halten und ihm dennoch die Möglichkeit zu zeigen, verschiedene Dimensionierungs- und Gestaltungsvarianten zu untersuchen, ist ein Hauptanliegen für den Lehrenden. So wurde an der damaligen Ingenieurschule für Maschinenbau Wildau bereits 1980 begonnen, mit einfachen Tischrechnern aufwendige Variantenberechnungen für einzelne Maschinenteile zeitsparend durchzuführen. Mit dem heutigem Stand des CAD-Labors der Technischen Fachhochschule sowie der verfügbaren Anwendersoftware bieten sich neue Möglichkeiten der durchgängigen Bearbeitung eines Getriebes am Computer: Unter Nutzung dieser Möglichkeiten entstand in den letzten zwei Jahren das Programm WCAD, das sowohl eigene Berechnungsmodule enthält, als auch bekannte Programme (AutoCAD, ME DESIGN) einbezieht
Die Anwendung der Finite-Elemente-Methode in der Lehre und Erzeugnisentwicklung an der Technischen Fachhochschule Wildau
Die Finite-Elemente-Methode (FEM) basiert in der heutigen Form auf der Matrizentheorie der Strukturmechanik, wie sie von ARGYRIS Ende der vierziger Jahre am Imperial College London und unabhängig davon von TURNER und CLOUGH bei Boeing in Seattle in Form der Matrizenkraftmethode für die Berechnung komplizierter Flugzeugrümpfe und Matrizenverschiebungsmethode für die Analyse der damals neuen Pfeilflügel formuliert wurde. Sie stellt heute für den Ingenieur in Konstruktions-, Entwicklungs- und Forschungsabteilungen aller Branchen ein wichtiges Werkzeug für technische Berechnungen dar. Diese „Wunderwaffe der modernen Strukturmechanik"[1], wird inzwischen umfassend neben der Luft- und Raumfahrt und dem Maschinenbau in der Medizintechnik, der Elektrotechnik bis hin zur Konsumgüterindustrie eingesetzt.
Für eine zeitgemäße, die technischen Entwicklungen berücksichtigende Lehre ist daher die Einbeziehung der FEM in den Studienprozeß selbstverständlich. Dem trägt der Studienplan im Fachbereich Maschinenbau mit vier Semesterwochenstunden im 7. Semester in der Fachrichtung Konstruktion Rechnung
Nutzungserfahrungen und Reengineering segmentierter lagerintegrierter Fertigungskomplexe
Die Dynamik von Marktveränderungen sowie die Notwendigkeit der kostenwirksamen Umsetzung aktueller Strategien der Fabrik- und Werkstättengestaltung erfordern ein ständiges kritisches Reengineering der in den Industrieunternehmen vorhandenen Produktionsstrukturen.
Am Beispiel von Praxislösungen "lagerintegrierter Fertigungskomplexe" der Teilefertigung in einem Unternehmen des Maschinen- und Gerätebaus werden die Grundprinzipien der realisierten Gestaltungslösung, Nutzungserfahrungen sowie die Schwerpunkte des Reengineerings dargestellt
Laborübungen zur Fabrik- und Materialflußsimulation im Lehrkomplex - Fabrikplanung/Materialflußgestaltung - (Grundkonzept)
Aktuelle Entwicklungen in der Industriepraxis und der Wissenschaft machen deutlich, daß die Gestaltung und Steuerung effektiver Fabrik -und Materialflußprozesse den Einsatz moderner Analysemethoden sowohl im Planungs- als auch im Realisierungsstadium erforderlich macht.
Die Anwendung der Simulationstechnik zur Analyse und zielgerichteten Synthese stochastischer, dynamischer und hochvernetzter Prozesse hat sich als ein elegantes Hilfsmittel allgemein durchgesetzt, eine steigende Tendenz auch der praxisnahen Anwendung in der Industrie ist zu verzeichnen (z. B. [1] bis [5]). Deutlich wird dabei, daß neben Anwendungen für komplexe Fragestellungen in Großbetrieben in steigendem Maße spezielle, detaillierte Untersuchungen in Klein- und Mittelbetrieben relevant werden, die durch die angebotenen, relativ nutzerfreundlichen, problemspezifischen Soft- und Hardwarelösungen auch in diesen Problembereichen rationell möglich sind. Für den Lehrbetrieb in der studentischen Ausbildung im Vorlesungs- und Übungskomplex - Fabrikplanung/Materialflußgestaltung - ist es daher zwingend erforderlich, Instrumente der Simulationstechnik in ihrer Anwendung und praktischen Umsetzbarkeit den Studenten vorzustellen und anwendungsbezogen zu trainieren. Zu diesem Zweck wurde 1992 im Fachbereich Maschinenbau das Fabrikplanungssystem -MOSYS- vom Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) Berlin in einer speziellen Soft- und Hardwarekonfiguration eingeführt (Tafel 1) und im Lehrbetrieb eingesetzt.
Nachfolgend werden die Lehr- und Laborübungskonzepte sowie erste Erfahrungen vorgestellt
Die EU-Verordnung zum Öko-Audit
Am 13.07.1993 wurde EU-weit die Verordnung (EWG) Nr. 1836/93 des Rates "über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung" (veröffentlicht am 10.07.1993 im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft Nr. L 168/1) in Kraft gesetzt. Die Mitgliedsstaaten sind nunmehr gehalten, innerhalb von 12 Monaten die zuständige Stelle zur Eintragung der geprüften Standorte zu bestimmen und innerhalb von 21 Monaten (bis April 1995) die Funktion des Akkreditierungssystems für externe Umweltprüfer sicherzustellen. Mit dieser Verordnung, deren bundesweite Umsetzung noch nicht abgeschlossen ist, soll der betriebliche Umweltschutz eine vorsorgende Funktion erhalten, nachdem durch das Inkrafttreten des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) im August 1990 bereits ein erstes vorsorgendes Umweltschutzgesetz in der Bundesrepublik vorliegt
Frauenförderung an der Technischen Fachhochschule Wildau : Projektarbeit in der Lehre
FIPRO - Frauen im Projektmanagement ist ein Forschungs- und Lehrprojekt der Technischen Fachhochschule Wildau. Frauen in Projektfunktionen sind Gegenstand der Forschungsarbeit. Das Projekt selbst ist eine aktive Maßnahme zur Förderung von Frauen während ihres Studiums, um die Position der Studentinnen im Hinblick auf ihren späteren Berufseinstieg und auch bezogen auf spätere Karrieremöglichkeiten im Sinne der Chancengleichheit zu stärken
Orientierende Untersuchungen zur elektrokinetischen Sicherung kontaminierter Standorte
Forschungsprojekte aus den USA und den Niederlanden haben die vielseitige Einsetzbarkeit der Elektrokinetik bereits bewiesen. Erfolgreich eingesetzt wurde die Methode z. B. in den USA als Präventivmaßnahme zum Schutz des Grundwassers im An- und Abstrombereich von Deponien.
Beprobungen von Boden und Grundwasser auf dem Gelände der TFH Wildau ergaben Schadstoffkonzentrationen, die die Grenz-/Richtwerte zum Teil um mehr als das 1000-fache übersteigen. Die größten bisher festgestellten Arsenkonzentrationen betragen 51.000 µg/l (Grenzwert 60 µg/l); an dieser Stelle ist die elektrische Leitfähigkeit des Grundwassers größer als 20.000 µS/cm (Normalwerte liegen zwischen 500 und 1.33 µS/cm). Da insbesondere Arsen in Boden und Grundwasser sehr mobil ist, ist davon auszugehen, daß das Grundwasser in einem größeren Bereich kontaminiert ist. Die Quellorte des Schadstoffeintrags sind z. Z. noch nicht hinreichend erfaßt. Dazu wären z. B. flächendeckende geophysikalische Kartierungen erforderlich.
Vorbereitend dazu wurde im Rahmen des beantragten Projekts eine geophysikalische Untersuchung des Flurstücks 480/2 (ehemaliges Sportplatzgelände) auf dem Gelände der TFH Wildau durchgeführt. Aus den Untersuchungen geht ein unmittelbarer Handlungsbedarf hervor