Hochschulschriftenserver der Hochschule der Medien Stuttgart
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Automatisierte und manuelle Web-Barrierefreiheitsprüfung - Eine Vergleichsstudie des axe Monitor mit dem BIK-BITV-Test
Die digitale Barrierefreiheit ist eine essenzielle Voraussetzung für einen gleichberechtigten Zugang zu Webinhalten. Die regelmäßige manuelle Überprüfung von Websites auf Barrierefreiheit erfordert jedoch einen erheblichen Aufwand. Zur effizienteren Durchführung solcher Prüfungen können automatisierte Testwerkzeuge eingesetzt werden. Diese Arbeit untersucht die Wirksamkeit automatisierter und manueller Prüfmethoden anhand des Tools axe Monitor und dem BIK-BITV-Test. Die Methoden werden quantitativ im Hinblick auf die Evaluationskriterien Coverage, Completeness und Correctness verglichen. Hierfür wurden zwei Testwebsites entwickelt: eine vollständig WCAG-2.1-konforme Seite (Stufen A und AA) sowie eine Seite mit gezielt implementierten Barrierefreiheitsverstößen. Beide Websites wurden mit den genannten Prüfmethoden analysiert und die Ergebnisse anhand der definierten Kriterien ausgewertet. In Nutzertests mit sechs Teilnehmern wurde zudem die Benutzerfreundlichkeit des Tools qualitativ und zusätzlich quantitativ anhand des User Experience Questionnaire (UEQ) untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass axe Monitor eine hohe Correctness aufweist, jedoch eine geringe Coverage und Completeness. Das Tool liefert somit zuverlässige aber unvollständige Ergebnisse. Die Untersuchung der Benutzerfreundlichkeit ergab, dass axe Monitor insgesamt als bedienbar und nützlich wahrgenommen wird, jedoch gewisse Defizite aufweist. Die ausschließliche Nutzung von axe Monitor zur Prüfung kann nicht empfohlen werden. Um eine umfassende Identifikation von Barrieren zu gewährleisten, sollte das Tool durch manuelle Prüfungen ergänzt werden.Digital accessibility is an essential precondition for equal access to web content. However, regularly conducting manual accessibility evaluations of websites requires a significant effort. To improve the efficiency of such evaluations, automated testing tools can be used. This study examines the effectiveness of automated and manual evaluation methods using the axe Monitor tool and the BIK-BITV test. The methods are compared quantitatively based on the evaluation criteria of coverage, completeness, and correctness. For this purpose, two test websites were developed: one that is fully WCAG 2.1-compliant (Levels A and AA) and another that intentionally incorporates accessibility violations. Both websites were analysed using the selected evaluation methods, and the results were assessed based on the defined evaluation criteria. Additionally, usability tests with six participants were conducted to evaluate the user-friendliness of the tool qualitatively and quantitatively using the User Experience Questionnaire (UEQ).
The results show that axe Monitor demonstrates high correctness but low coverage and completeness. The tool provides reliable yet incomplete results. The usability assessment revealed that axe Monitor is generally perceived as usable and useful, though some deficiencies were identified. Solely relying on axe Monitor for accessibility evaluation is not recommended. To ensure a comprehensive identification of accessibility barriers, the tool should be complemented with manual assessments
Dark Patterns in Lernumgebungen: Einfluss auf kognitive Belastung und Nutzerverhalten als Grundlage eines Sensibilisierungskonzepts
Digitale Lehr- und Lernformate sind aus der modernen Bildung nicht mehr wegzudenken. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung wächst jedoch auch die Gefahr manipulativer User-Experience-Designs, sogenannter Dark Design Patterns (DDPs), die Nutzer zu ungewollten Handlungen verleiten können. Insbesondere junge Lernende benötigen eine erhöhte Medienkompetenz, um diese Praktiken zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Diese Bachelorarbeit widmet sich der Frage, wie Jugendliche effektiv für DDPs sensibilisiert werden können. Das zentrale Ziel war die Konzeption, Entwicklung und Evaluation eines interaktiven Lernkonzepts, das Lernende befähigt, manipulative User Experience-Praktiken (UX-Praktiken) selbstständig zu identifizieren. Hierfür wurde ein High-Fidelity-Prototyp einer fiktiven Sneaker-App entwickelt, der gezielt drei DDPs (Obstruction, Social Proof, Sneaking) integriert. Die Evaluation des Konzepts erfolgte mittels einer Nutzerstudie mit 14 Schülerinnen und Schülern im Alter von 12 bis 16 Jahren. Durch einen Vorher-Nachher-Fragebogen wurden quantitative und qualitative Daten zu Wissen, Wahrnehmung und Haltung gegenüber DDPs erhoben. Die Ergebnisse zeigen, dass das Vorwissen über DDPs sehr gering war. Die Interaktion mit dem Prototyp führte jedoch bei einer Mehrheit zu einem signifikanten „Aha-Effekt“ und einer gesteigerten Absicht, zukünftig bewusster online zu agieren. Während das im Prototyp erlebte „Sneaking“-Pattern von vielen erkannt wurde, zeigten sich Herausforderungen bei der abstrakten Definition von DDPs und dem Transfer des Wissens auf neue Szenarien. Zudem blieb die ethische Bewertung des Einsatzes von DDPs durch Unternehmen polarisiert. Die Studie schlussfolgert, dass erlebnisorientierte, interaktive Konzepte einen vielversprechenden Ansatz zur Sensibilisierung für DDPs darstellen. Sie verdeutlicht jedoch auch die Notwendigkeit weiterführender Maßnahmen, die den Wissenstransfer und die kritisch-ethische Reflexion fördern. Die Arbeit liefert wertvolle Impulse für die Gestaltung von Bildungsangeboten zur Stärkung der digitalen Mündigkeit junger Menschen
Data Privacy in the Age of Connected Cars: Industry Practices and Consumer Perspectives
Connected Cars werden zunehmend zum Standard auf dem Fahrzeugmarkt und ihre
datengestützten Features erweitern das Fahrerlebnis der User. Dabei stellt sich die Frage, in welchem Umfang das Fahrzeug Daten sammelt, wie notwendig die Verarbeitung dieser Daten ist und ob ein Gleichgewicht zwischen Nutzen und Privatsphäre gewahrt wird, da in den vergangenen Jahren immer wieder die Datenpraktiken der Industrie kritisiert wurden.
Diese Thesis konzentriert sich auf den Datenschutz im Connected Car und hat die
Perspektiven der Industrie und der Nutzer verglichen. Zu diesem Zweck wurden eine
Literaturrecherche, semi-strukturierte Interviews mit Industrieexperten (n = 9) und
eine Online-Umfrage mit Endverbrauchern (n = 75) angewandt. Dabei wurden die
Verarbeitung von User- und Fahrzeugdaten, ihre Anwendungsbereiche, Regulierung durch Gesetzgeber und mögliche Einflüsse auf das Kaufverhalten thematisiert.
Die Umfrage zeigte, dass die User ihre Rechte und die Hintergründe der Datenverarbeitung im Fahrzeug nicht ausreichend kennen, was zu der Wahrnehmung von mangelnder Transparenz und Sorgen um ihre Privatsphäre im Auto führte. Die Experteninterviews zeigten, dass rechtliche Anforderungen als Hindernis für die Innovation wahrgenommen wurden. Sie zeigten auch, dass eine Überarbeitung der Datenschutzpraktiken erforderlich ist und die derzeitigen Maßnahmen zwischen Fahrzeugherstellern variieren. Insbesondere die Bereiche Transparenz und Einwilligungsmechanismen wurden von beiden Seiten als kritisch eingestuft. Obwohl die Nutzer hohe Bedenken äußerten, hatten diese keinen Einfluss auf ihre Kaufentscheidung.
Die Ergebnisse dieser Arbeit tragen zu einem tieferen Verständnis des Datenschutzes in Connected Cars bei und fassen die aktuellen Praktiken und Auswirkungen der
Implementierungen der Branche zusammen.Software-defined vehicles are increasingly becoming standard in everyday life and data-driven features are enriching the user’s driving experience. This raises the question of the extent to which the vehicle collects data and how necessary the processing of this data is and whether a balance between benefits and privacy is maintained, as more criticism towards data protection practices of the automotive industry has been raised in the past.
To investigate this issue, this thesis focused on privacy in the connected car and
compared the perspectives of the industry and users. For this purpose, a literature review and a convergent parallel research design was applied with semi-structured interviews with industry experts (n = 9) and an online survey with consumers (n = 75). The contents of the methodologies focused on the processing of user and vehicle data, their areas of application, influences of legislators and the impact of the current privacy practices on user behaviour.
The results showed that many users were unaware of their rights and the way in which data is collected and processed, resulting in the perception of a lack of transparency and concerns about their privacy in the car. The expert interviews showed that legal requirements were perceived as an obstacle to innovation. They also highlighted the need for a revision of current data protection practices, as the current measures vary between vehicle manufacturers, making it more difficult for users to assess them. In particular, the topics of transparency and consent mechanisms were categorised as critical by both sides. Although the respondents expressed high data protection concerns, these had no influence on their purchasing decisions.
The results of this thesis contribute to a deeper understanding of connected car
privacy and evoke the current practices and the corresponding impacts of the industry’s implementations
Mobile apps as support for victims of domestic violence: Concept and analysis of user needs and features
Domestic violence is a widespread issue, affecting numerous individuals worldwide. Through a combination of literature research, analysis of five mobile applications, and expert interviews, this bachelor thesis explores how mobile applications can support domestic violence victims by addressing their unique needs and barriers and discussing technology’s dual role.
Findings indicate that while mobile applications offer valuable features such as SOS alerts, safety planning, and resource directories, significant challenges remain. Personalization and security are critical concerns, as current solutions often lack adaptive features tailored to individual circumstances, and perpetrators can abuse technology. Additionally, the study finds a gap in research, with limited discussions on best practices for app developers aiming to create effective and secure digital tools for victims. This research emphasizes the importance of a user-centered approach and including survivors in app development. The findings offer valuable insights for app developers, designers, and organizations aiming to leverage technology in the fight against domestic violence.Häusliche Gewalt ist ein weit verbreitetes Problem, das zahlreiche Menschen weltweit betrifft. Durch eine Kombination aus Literaturrecherche, Analyse von fünf mobilen Anwendungen als auch Experteninterviews untersucht diese Bachelorarbeit, wie mobile Anwendungen, Opfer von häuslicher Gewalt unterstützen können. Diese gehen auf spezifische Bedürfnisse ein, unter anderem werden die bestehenden Barrieren berücksichtigt und die doppelte Rolle der Technologie diskutiert.
Die Ergebnisse zeigen, dass mobile Anwendungen zwar wertvolle Funktionen wie SOS-Notrufe, Sicherheitsplanung und Ressourcenverzeichnisse bieten, jedoch gibt es durchaus weitere Herausforderungen. Personalisierung und Sicherheit sind dabei besonders kritisch zu betrachten, da aktuelle Lösungen oft adaptive Funktionen missen, die auf individuelle Umstände zugeschnitten sind, und da die Technologien von Tätern missbraucht werden können. Zudem identifiziert die Studie eine Forschungslücke, da es nur begrenzte Diskussionen über bewährte Methoden für App-Entwickler gibt, die effektive und sichere digitale Hilfsmittel für Opfer schaffen möchten. Diese Forschung unterstreicht die Bedeutung eines nutzerzentrierten Ansatzes und die Einbeziehung von Betroffenen in die App-Entwicklung. Die Ergebnisse liefern wertvolle Erkenntnisse für App-Entwickler, Designer als auch Organisationen, die die Technologie im Kampf gegen häusliche Gewalt nutzen möchten
Ein Tangible User Interface für Kinder zur Unterstützung der Mehrsprachigkeit
Diese Arbeit konzipiert und evaluiert ein interaktives Spielsystem zur Förderung von Mehrsprachigkeit bei Kindern im Vorschulalter. Ziel ist es, audiobasiertes Storytelling mit physischer Interaktion zu verknüpfen, die dabei von einer eigens entwickelten Spielbox gesteuert und erkannt wird und unmittelbares Audio-Feedback ermöglicht.
Im theoretischen Teil werden die Grundlagen von Tangible User Interfaces sowie die sprachliche Entwicklung im frühen Kindesalter aufgearbeitet. Darauf aufbauend werden bestehende Spielsysteme untersucht und Design-Guidelines für die Produktentwicklung formuliert. Der praktische Teil beschreibt die Konzeption, den Aufbau und die technische Umsetzung mehrerer Prototypen. Dabei wird der Entwicklungsprozess dokumentiert und anhand zuvor definierter Kriterien heuristisch bewertet. Abschließend wird die Entwicklung des aktuellen Prototyps beschrieben.
In der empirischen Evaluation wurden qualitativ Intuitivität, Kindgerechtheit und Spielmotivation untersucht. Die Kinder zeigten hohe Akzeptanz und bewältigten die Aufgaben überwiegend korrekt. Die Kombination aus Kindergeschichte und Rätselaufgaben, ergänzt durch positives Audio-Feedback, erwies sich als besonders motivierend. Kinder mit Vorerfahrung in ähnlichen Spielsystemen fanden schneller Zugang, gleichzeitig wurde deutlich, dass auch der individuelle Sprachstand einen wesentlichen Einfluss auf die Nutzung hatte.This thesis designs and evaluates an interactive game system to promote multilingualism in preschool children. The goal is to combine audio-based storytelling with physical interaction, which is detected and controlled by a specially developed game box that enables immediate audio feedback.
The theoretical part covers the basics of Tangible User Interfaces and language development in early childhood. Building on this, existing game systems are analyzed and design guidelines for product development are formulated. The practical part describes the concept, construction, and technical implementation of multiple prototypes. The development process is documented and heuristically evaluated using previously defined criteria. Finally, the development of the current prototype is presented.
In the empirical evaluation, the aspects of intuitiveness, child-friendliness, and play motivation were examined qualitatively. The children showed high acceptance and completed the tasks mostly correctly. The combination of children's stories and puzzle tasks, supplemented by positive audio feedback, proved to be particularly motivating. Children with previous experience in similar game systems found it easier to get started, but at the same time it became clear that individual language skills also had a significant influence on usage
Anforderungen für barrierefreie digitale Leitsysteme in Indoor- und Outdoorumgebungen
Das Feld „Orientierung und Mobilität“ ermöglicht Menschen mit Sehbehinderungen und Blindheit eine unabhängige Fortbewegung. Während hierbei Hilfsmittel wie der Langstock eine geeignete Hilfe darstellen, bedarf es einer barrierefreien Umgebung, um eine unabhängige Mobilität zu gewährleisten. Jedoch kommt es immer wieder zu herausfordernden Situationen. Bahnhöfe, Baustellen und öffentliche Gebäude stellen Szenarien dar, welche oft zusätzliche Unterstützung voraussetzen. Mögliche Unterstützung kann mithilfe eines digitalen Leitsystems geboten werden. Diese scheitern allerdings häufig an einer ungenügenden Umsetzung der Nutzeranforderungen.
Ziel dieser Arbeit ist das Erstellen von Richtlinien für digitale Leitsysteme, welche diese Nutzeranforderungen reflektieren. Um dies zu ermöglichen, wird eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Daraufhin werden 25 Anforderungen synthetisiert und in Experteninterviews validiert. Aus dieser Validierung werden im Anschluss Richtlinien für die Umsetzung digitaler Leitsysteme formuliert, die nutzerseitige Anforderungen beinhalten.
Basierend auf den vorgeschlagenen Richtlinien wird ein Konzept für ein mögliches digitales Leitsystem vorgestellt. Diese Implementierung stellt den Einsatz in einer XR-Plattform dar und dient als Beispiel für eine zukünftige Lösungen.Orientation and mobility enable people with visual impairments and blindness to move around independently. While the white cane is a suitable aid here, a barrier-free environment is required to ensure independent mobility. However, there are always challenging situations. Train stations, construction sites and public buildings are scenarios that often require additional support. Possible support can be provided with the help of a digital guiding system. However, these often fail due to poor implementation of user requirements.
The aim of this study is to develop guidelines for digital guidance systems that reflect user requirements. To achieve this, a systematic literature review is conducted, followed by the synthesis of 25 requirements, which are validated through expert interviews. Based on this validation, guidelines are formulated for the implementation of digital guidance systems that incorporate user-centric requirements.
Building on the proposed guidelines, a concept for a potential digital guidance system is presented. This implementation focuses on the use of an XR platform and serves as an example for future solutions
Breaking the Cycle: How power dynamics in the Western film industry reinforce societal stereotypes and prevent inclusive working conditions
This bachelor’s thesis examines diversity, inclusion, and power structures in the Western film industry with a particular focus on the representation and inclusion of the marginalized identities of women, BIPoC (Black, Indigenous, People of Color), and LGBTQIA+ (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual) people. The key question is how structural barriers and stereotypical representations influence the visibility of these groups. The thesis also discusses how power structures dominated by White, cisgender, heterosexual men affect social perceptions and career opportunities.
The thesis combines theoretical analysis with an empirical study consisting of six qualitative interviews with German filmmakers. The results demonstrate several inclusion practices, some of which are more effective than others. It emerges that superficial diversity measures often fail to bring about profound structural changes, instead reproducing stereotypical images. At the same time, the analysis emphasizes the importance of targeted support measures, transparent data policies, and inclusive work environments. It further emphasizes the need for intersectional approaches to make multiple forms of discrimination visible and address them.
Overall, the thesis makes clear that true representation and inclusive working conditions can only be achieved through redistributing decision-making power and implementing long-term structural reforms.Diese Bachelorarbeit untersucht Diversität, Inklusion und Machtstrukturen in der westlichen Filmindustrie mit einem besonderen Fokus auf die Repräsentation und Einbindung der marginalisierten Identitäten von Frauen, BIPoC (Black, Indigenous, People of Color) und (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexual) LGBTQIA+-Personen. Im Zentrum steht die Frage, wie strukturelle Barrieren und stereotype Darstellungen die Sichtbarkeit dieser Gruppen beeinflussen. Darüber hinaus wird erörtert, wie die Machtstrukturen, dominiert von Weißen cisgender heterosexuellen Männern, sich auf soziale Meinungsbilder und Berufsmöglichkeiten auswirken.
Die Arbeit kombiniert theoretische Analyse mit einem empirischen Teil, bestehend aus sechs qualitativen Interviews mit Filmschaffenden aus Deutschland. Die Ergebnisse zeigen mehrere Ansätze zu Inklusionspraktiken, deren Wirksamkeit unterschiedlich ausfällt. Daraus geht hervor, dass oberflächliche Diversitätsmaßnahmen häufig keine tiefgreifenden strukturellen Veränderungen bewirken und stattdessen stereotype Bilder reproduzieren. Gleichzeitig verdeutlicht die Analyse die Bedeutung gezielter Fördermaßnahmen, transparenter Datenpolitik und inklusiver Arbeitsumfelder. Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit intersektionaler Ansätze, um Mehrfachdiskriminierungen sichtbar zu machen und zu adressieren.
Insgesamt wird deutlich, dass wahre Repräsentation und inklusive Arbeitsbedingungen nur durch die Umverteilung von Entscheidungsmacht und langfristige strukturelle Reformen erreicht werden können
Gute Szenarien für die Nutzung im strategischen Management: Anforderungen und Bewertung
Im Bereich des strategischen Managements sind Unternehmen gezwungen, weitreichende Entscheidungen zu treffen, obwohl die Zukunft kaum vorhersehbar ist und zahlreiche, oft gegensätzliche Einflussgrößen die Entscheidungsfindung erschweren. Dafür sind Szenarien seit Jahrzehnten zentrales Werkzeug um solche Entscheidungen auf Basis von systematisch erstellten möglichen Zukünften zu treffen. Oft wird Monate- bis Jahrelang an Zukunftsszenarien gearbeitet. Jedoch fehlt es bisher an Antworten auf die Fragen "Was macht ein Szenario 'gut' und was bedeutet gut und Qualität für Szenarien im Kontext der Anwendung im strategischen Management?" Und "Nach welchen Kriterien bewerten Entscheidungsträger Szenarien, und welche Anforderungen müssen sie erfüllen?"
In einer Literaturanalyse wurden 25 Qualitätskriterien gefunden, welche als Basis für drei Studien dienten. In einem Expertenin-terview wurden zuerst allgemeine Anforderungen an Szenarien gesammelt und die gefundenen Kriterien diskutiert. Mit Hilfe einer explorativen Faktorenanalyse (EFA) wurden die ermittelten Qualitätskriterien zur leichteren Bewertung gruppiert und mit Hilfe einer Kano-Analyse nach ihrer Bedeutung für die von den Nutzern wahrgenommene Szenarioqualität sortiert.
Alle Studien zeigen, dass die gestellten Anforderungen an Szenarien stark vom individuellen Kontext abhängig sind. Die EFA-Ergebnisse zeigen eine mögliche Gruppierung von Qualitätskriterien auf vier inhaltliche Cluster: emotionale Wirkung, formale Struktur, Realitätsnähe und methodische Herleitung. Die Kano-Analyse liefert eine Einschätzung der Wirkung des Vorhandenseins von Qualitätskriterien auf die Zufrie-denheit von Szenarien. Kreativität und Vollständigkeit erweisen sich als sogenannte Begeisterungsmerkmale, obwohl sie in der Literatur seltener genannt werden. Die Befunde weisen auf Spannungsfelder zwischen theoretischen Modellen und praktischer Wahrnehmung hin. Die Ergebnisse wurden in Handlungsempfehlungen zur Priorisierung von Qualitätsmerkmalen zusammengefasst.In the field of strategic management, companies are forced to make farreaching decisions, even though the future is almost impossible to predict and numerous, often conflicting, influencing factors make decisionmaking difficult Scenarios have long served as a central tool to support such decisions by outlining systematically created possible futures. Scenarios are often worked on for months or even years. However, the questions “What makes a scenario ‘good’?”, “What does ‘quality’ mean in this context?”, and “Which criteria do decision-makers use to evaluate them?” re-main largely unanswered.
A literature analysis identified 25 criteria of quality, which served as the basis for three studies. In an expert interview, general requirements for scenarios were col-lected and the criteria found were discussed. Then an explorative factor analysis (EFA) grouped the identified quality criteria for easier assessment and a Kano analysis helped sort them according to their significance for scenario quality as perceived by users.
All studies show that individual scenario requirements are highly context dependent. The EFA results show a possible grouping of quality criteria into four content clusters: emotional impact, formal structure, realism, and methodological foundation. The Kano analysis evaluates how the presence of criteria affects scenario satisfaction. Creativity and completeness emerged as attractive characteristics, they’re val-ued by users but appear less prominent in the literature.
The findings point to areas of tension between theoretical models and practical perception. The results were summarized in recommendations for prioritizing quality features
Handlungspraxen in Öffentlichen Bibliotheken beim Umgang mit Obdachlosen
Öffentliche Bibliotheken beschreiben sich als Dritte Orte, die allen offenstehen. Dies schließt in der Theorie ebenfalls obdachlose Menschen ein. In der Praxis jedoch sieht sich diese Gruppe häufig mit Hürden konfrontiert, die ihnen den Zugang und die Nutzung erschweren. Während sich internationale Studien zunehmend mit dem Thema „Obdachlosigkeit in Öffentlichen Bibliotheken“ befassen, fehlt es in Deutschland bislang an vergleichbaren empirischen Untersuchungen. Gegenstand der hier vorgestellten Arbeit ist daher die Untersuchung von Handlungspraxen beim Umgang mit obdachlosen Menschen in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Dazu wurde folgende Forschungsfrage gestellt: „Welche Handlungspraxen bestehen in großstädtischen Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland beim Umgang mit Obdachlosen?‘“ Grundlage der empirischen Forschung waren sieben leitfadengestützte Experteninterviews mit Beschäftigten aus den Öffentlichen Bibliotheken in Berlin. Die Experteninterviews verdeutlichten, dass die Erfahrungen vom Standort, den institutionellen Strukturen sowie den individuellen Haltungen im Kollegium abhängig sind. Trotz einer mehrheitlichen offenen Haltung gegenüber obdachlosen Menschen werden noch immer Unsicherheiten im Team wahrgenommen. Es bestehen hauptsächlich formale Regelwerke wie Hausordnungen und ein Mangel an inklusiven Konzepten. Ein sozialpädagogisches Know-how ist nicht vorhanden und die Mehrheit der Befragten handelt aus einem Bauchgefühl heraus. Angebote für obdachlose Menschen existieren oft nur in allgemeiner, nicht explizit adressierter Form. Strategische, langfristig orientierte Kooperationen mit
sozialen Einrichtungen sind selten, das Potenzial für eine Zusammenarbeit wird jedoch von allen Befragten erkannt. Der Großteil hat sich bereits mit Ideen auseinandergesetzt und/oder bereits erste Schritte unternommen, Kooperationen einzugehen. Eine soziale Verantwortung wurde deutlich wahrgenommen und Verbesserungsvorschläge unterbreitet, den Umgang mit Obdachlosen zu verbessern. Diese Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass sich Öffentliche Bibliotheken in einem Spannungsfeld befinden. Dieses besteht zwischen dem gesellschaftlichen Anspruch, für „alle“
da zu sein, einrichtungsinternen Beschränkungen, die vulnerable Gruppen behindern können, kaum wahrgenommenen Richtlinien zur Orientierung, einem mangelnden sozialpädagogischen Know-how und dem individuellen Engagement der Mitarbeiter. Basierend auf den empirischen Ergebnissen und der Forschungsliteratur wurden am Ende der Arbeit Handlungsempfehlungen ausgearbeitet, die sich Öffentlichen Bibliotheken in
Deutschland beim Umgang mit Obdachlosen als dienlich erweisen sollen.Public libraries describe themselves as third places that are open to everyone. In theory, this also includes people experiencing homelessness. However, in practice, this group often faces barriers that make it difficult to access or use library services. While international studies are increasingly focusing on the topic of homelessness in public libraries, there is still a lack of practical research in Germany.
This thesis explores how public libraries in large German cities respond to the presence of homeless people. The research question was: “What kind of practices exist in public libraries in large German cities when dealing with homeless people?” The empirical research was based on seven guided expert interviews with staff from public libraries in Berlin. The interviews showed that experiences depend on the library’s
location, institutional structures, and the individual attitudes of the staff. Although most staff have an open attitude towards homeless people, some insecurities still exist. Libraries mostly rely on formal rules like house regulations, while inclusive concepts are lacking. There is little social work knowledge, and most staff act based on their instinct.
Services for homeless people often exist in a general form and are not specifically targeted. Strategic, long-term partnerships with social organizations are rare, but all interviewees recognized the potential for cooperations. The majority of interviewees has already considered possible ideas and/or taken initial steps to engage in collaborations. A
social responsibility was recognized, and suggestions were made to improve the treatment of homeless people. This thesis came to the conclusion, that public libraries find themselves in a field of tension between the societal expectations to be open for „everyone“, institutional limitations
that can hinder vulnerable groups, barely perceived professional guidelines for orientation, a lack of social pedagogical expertise, and the individual commitment of the staff. Based on the empirical findings and existing research, recommendations were developed to support public libraries in Germany in their work with homeless people
Entwicklung eines nutzungskontext-spezifischen Usability-Frameworks für die mehrdimensionale, pflegebedürftigkeitsgerechte Nutzbarkeit digitaler Pflegeanwendungen - Ein modellbasierter Ansatz zur Integration komplexer Pflegebedarfe und Kontextvariablen in den Entwicklungsprozess von DiPA
Die vorliegende Masterarbeit widmet sich digitalen Pflegeanwendungen (DiPA). Ein besonderer
Schwerpunkt liegt dabei auf den Gestaltungsanforderungen sowie dem Nutzungskontext,
beide spielen eine herausragende Rolle im Zulassungsverfahren von DiPA. Aus diesem
Grund hat sich die Thesis zum Ziel gesetzt, ein Usability-Framework zu entwickeln, das den
mehrdimensionalen Nutzungskontext veranschaulicht und zu einer besseren Verständlichkeit
der Thematik beitragen soll. Das Artefakt richtet sich an Hersteller von DiPA. Vorausgegangene
Experteninterviews gaben hierbei zum einen Einblicke über den Status Quo von
DiPA in Deutschland, als auch über die Digitalisierung in der Pflege und deren Herausforderungen.
Abschließend wird die Usability des erstellten Frameworks mittels geeigneter Probanden
getestet und evaluiert.This master's thesis is focused on digital care applications (DiPA). A particular focus is placed
on the design requirements and the context of use, both of which play a key role in the approval
process for DiPA. For this reason, the thesis has set itself the goal of developing a usability
framework that illustrates a multidimensional context of use and should contribute to a better
understanding of the topic. The artifact is intended for developers of DiPA. Previous expert
interviews provided insights into the situation of DiPA in Germany as well as the digitalization
of care and its challenges. Finally, the usability of the created framework is tested and evaluated
using suitable test persons