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Zur Rezeption der Grimmschen Märchen in Japan. Genderthematik und pädagogische Fragen
application/pdfGrimms Märchen, die die Brüder Grimm als „Kinder- und Hausmärchen“ zwischen 1812 und 1858 herausgegeben haben, sind auch in Japan seit 1886 bekannt. In Japan werden Grimms Märchen als Lehrmittel rezipiert, und die Art und Weise der Rezeption hat sich im Laufe der Zeit verändert. In meinem Beitrag folge ich von der Meiji-Zeit bis zur Gegenwart den Veränderungen in der japanischen Rezeption von Grimms Märchen. Ich analysiere die Vor- und Nachteile, den Kindern grausame Geschichten zu erzählen, am Beispiel von Cinderellas (bzw. Aschenputtels) Stiefmutter, die den Finger ihrer Tochter abschneidet. Bei dieser Analyse gehe ich auch auf Genderproblematik im historischen Zeitraum vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart ein. Außerdem habe ich unter 76 Japanern und 20 Deutschen über Grimms Märchen eine Umfrage gemacht und analysiere das Ergebnis. In der Meiji-Zeit, als Grimms Märchen erstmalig nach Japan kamen, wurden sie unter dem Einfluss u. a. von Herbarts Pädagogik unter solchen pädagogischen Absichten akzeptiert und zwar als Ergänzungslehrwerk, z. B. als Shusei-Materialien, um den Kindern bestimmte Moralvorstellungen zu lehren. In der Taisho-Zeit konnten die Kinder auch außerhalb des Schulunterrichts Grimms Märchen lesen. Die Illustrationen der Märchen wurden aufgrund der in dieser Zeit herrschenden demokratischen Trends geändert. In dieser Taisho-Zeit übersetzte auch Kiichi Kaneda zum ersten Mal die vollständige Fassung der Märchen der Brüder Grimm ohne wesentliche Änderungen ins Japanische. In der frühen Showa-Zeit war die Denkweise „gute Qualität zu einem niedrigen Preis“ in der Verlagsbranche aufgetreten. Durch das Erscheinen von preisgünstigen Manga- Versionen der Märchen konnten sich die Leute leichter daran erfreuen. Während des Zweiten Weltkriegs mussten einige Zeitschriften, in denen Grimms Märchen veröffentlicht wurden, wegen Nachrichtensperren und Druckpapierkonrollen, größtenteils eingestellt werden. Auch wurden jetzt Teile der Märchen, die für Kinder als unpassend angesehen wurden, weggelassen. Da es schwierig ist, die gesamte japanische Rezeption von Grimms Märchen nach dem Zweiten Weltkrieg insgesamt zu untersuchen, habe ich mich auf drei Märchen konzentriert. Ich habe z. B. festgestellt, dass sich das Märchen „Rotkäppchen", das in der Meiji-Zeit noch als Lehrmittel gelesen wurde, jetzt zu einer Unterhaltungslektüre gewandelt hat. In meinem Beitrag betrachte ich die japanische Rezeption von drei Märchen unter zwei Gesichtspunkten: Wie geht man mit den in den Märchen dargestellten Grausamkeiten um? Und wie kann man (bzw. soll man überhaupt) die in den Märchen dargestellten traditionellen Geschlechterrollen akzeptieren? Es könnte sein, dass Eltern es ablehnen, dass ihre Kinder die grausamen Szenen in einigen Märchen lesen. Aber man kann als Ergebnis meiner Umfrage feststellen, dass die Grausamkeiten in Grimms Märchen in gewissem Umfang akzeptiert werden. Laut Nomura müssen Erwachsene, wenn sie Kindern die Märchen vorlesen, je nach Alter und Reifegrad des Kindes noch zusätzlich auf das Kind eingehen. Mit Bezug auf die Genderperspektive habe ich Grimms „Aschenputtel" und Disneys „Cinderella" miteinander verglichen. Ich habe, unter der Genderperspektive, besonders den Einfluss von „Cinderella“, das in Japan als eines der Märchen Grimms verstanden wird, auf Frauen untersucht. Dieses Werk fasziniert Frauen auf der ganzen Welt, aber es bestärkt auch die Denkweise, dass Frauen schön sein müssen. Aber es gab bei meiner Umfrage weder Japaner oder Deutsche, die dies als ein Problem ansahen. Ganz im Gegenteil hat z. B. ein japanischer Befragungsteilnehmer die Darstellung von Frauen in Cinderella positiv bewertet. Gegenwärtig ändern sich allerdings die Ideen über bestimmte Genderrollen allmählich. Allerdings gibt es nach wie vor in der japanischen Gesellschaft eine stark traditionelle Genderperspektive. Über die Problematik der potenziellen Verstärkung traditioneller Rollenbilder durch Märchen und Kinderbücher sollte weiter diskutiert werden.Aufsätze(論文)departmental bulletin pape
Properties of diff erential modules and algebraic independence over the fi elds of rational functions Part 2
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