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Perspektiven der Didaktik technisch-gestaltender Unterrichtsfächer als wissenschaftliche Disziplin. Epilog
Fachdidaktische Disziplinen stehen im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Forschung und bildungspolitischen Erwartungen. Technisches Gestalten bildet den gemeinsamen Kern technisch-gestaltender Fächer und soll junge Menschen zum Mitgestalten ihrer Mitwelt befähigen. Eine klare Abgrenzung gegenüber anderen Fachdisziplinen sowie die Entwicklung eines fundierten Wissenskanons sind zentrale Schritte zur Etablierung und Legitimation dieser Disziplin. Dieses Nachwort skizziert das Selbstverständnis der Didaktik technisch-gestaltender Unterrichtsfächer. Im Zentrum stehen Gestaltungskompetenz, partizipativer Unterricht und die Notwendigkeit klarer Begriffe. Durch Diskussionen und Forschung sollen Grundlagen für eine Fachcommunity und eine Fachgesellschaft gelegt werden, um die wissenschaftliche Weiterentwicklung zu fördern. (DIPF/Orig.)Subject-specific teaching disciplines are caught between scientific research and educational policy expectations. Technical design forms the common core of technical and design subjects and aims to empower young people to help shape their environment. Clearly distinguishing this discipline from other subject disciplines and developing a sound body of knowledge are key steps towards establishing and legitimising it. This afterword outlines the self-image of the didactics of technical design subjects. The focus is on design competence, participatory teaching and the need for clear terminology. Discussions and research are intended to lay the foundations for a professional community and a professional association in order to promote further scientific development. (DIPF/Orig.
Kreativität und informatische Bildung im Sachunterricht
Im folgenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, wie Kreativität und informatische Bildung im Sachunterricht vereint werden können. In der Kreativitätsforschung herrscht Konsens darüber, dass Kreativität eine der wichtigsten Persönlichkeitseigenschaften für das Lösen von Problemen ist. Das Schaffende und gleichzeitig Problemlösende ist ebenso zentral in der Informatik: Die Entwicklung neuer Informatiksysteme hat oft zum Ziel, ein weltliches Problem zu lösen - sei es einen Weg zu finden oder mehr über bisher verborgene Lebenswelten von Tieren und Pflanzen zu erfahren. Schließlich versteht es der Sachunterricht als seine Aufgabe, Zugänge zur Lebenswelt der Schüler:innen und dem, was zu dem sie umgebenden Alltag gehört, zu eröffnen. Die Kombination dieser Bereiche scheint vielversprechend: Informatiksysteme gehören bereits zum Alltag von Grundschulkindern und damit auch in den Sachunterricht. Hier besteht zudem die Möglichkeit, informatische Bildung mit natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Themen zu verknüpfen, wodurch vielperspektivisches Lernen ermöglicht wird. Themen wie Mobilitätsbildung oder Lebensräume von Tieren können beispielsweise mit Robotern thematisiert werden. Dabei können die Schüler:innen kreativ gestaltend tätig werden, indem sie eigene Welten erschaffen, die durch eigene Wegpunkte, Ziele oder Hindernisse gekennzeichnet sind. Das hier beschriebene Konzept zeigt auf, wie Lernroboter im Sachunterricht eingesetzt werden können und welche Rolle Kreativität und informatische Bildung dabei einnehmen. (DIPF/Orig.
Interaktive und spielerische Einführung in algorithmische Denkweisen
Eine effektive Einführung in die Programmierung erfordert einen wissenschaftlich fundierten, altersgerechten und zielgerichteten Unterricht, der das Interesse der Schüler:innen weckt. Der Beitrag schlägt daher eine Unterrichtseinheit vor, die sich auf eine schrittweise Einführung in das algorithmische Denken sowie auf eine aufeinander aufbauende Sequenz von Lernstufen stützt. Das Hauptziel dieser Lehrsequenz ist eine umfassende Einführung in die Grundlagen und Anwendungen der Blockprogrammierung. Hierbei werden zunächst Methoden ohne Nutzung von elektronischen Geräten (unplugged) und danach Methoden mittels elektronischer Geräte verwendet. Jede Lernphase dieser Einheit hat das Ziel, eine solide Basis für einen reibungslosen Übergang von der unplugged Arbeit zur Online-Blockprogrammierung zu schaffen. Die Lernmaterialien sind konsequent auf das Ziel ausgerichtet und zeichnen sich durch eine kohärente Struktur aus und die Komplexität der Aufgaben steigt schrittweise an. Dieser Ansatz ermöglicht die Anwendung fundamentaler Konzepte wie Sequenzen und Schleifen. Gleichzeitig bietet er Potenzial für die Einführung weiterführender Konzepte wie Bedingungen, Funktionen und Variablen. Die Lehrsequenz ist in vier Stufen gegliedert: Basteln, Bewegungsspiele, Brettspiele und Roboterprogrammierung. In der Anfangsphase erstellen die Schüler:innen eine programmierbare Umgebung, die der realen Umgebung ähnelt. Durch physische Aktivitäten entdecken sie diese Umgebung auf spielerische Art und Weise. Dabei wird das Verständnis für Programmierung spielerisch vertieft. Anschließend integrieren die Lernenden Programmierblöcke in Brettspiele, wobei sie die Bewegungen von Spielfiguren planen und ausführen. Die letzte Lektion konzentriert sich auf die Programmierung von Robotern und bietet somit eine solide Grundlage, um zukünftigen Aufgaben im Bereich der Blockprogrammierung kompetent zu begegnen. (DIPF/Orig.
Bildung im Medium des Berufs – Beruf im Medium von Bildung. Zur "Aufhebung" und Regeneration der Berufsbildungstheorie
Wie lässt sich Berufsbildung neu denken und ihre Theorie regenerieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Autor. Seine Antwort: Dialektisch! Fußend auf einer differenzierten Analyse der Grundproblematiken bisheriger Berufsbildungstheorien, entwickelt er vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und pädagogischer Umbrüche in seiner Dissertation unter Einbezug aktueller Bildungstheorien ein dialektisches Verständnis von Bildung, dass das Verständnis von Bildung im und durch den Beruf erneuert. Bildung und Beruf versteht er in wechselseitiger Bedingtheit als dialektisch-praktisches Durch-einander – Bildung durch Beruf, Beruf durch Bildung, Bildung und Beruf durch-einander. Die Publikation richtet sich an Wissenschaft, Praxis und Studium – für alle, die an theoretischen Grundlagen von Bildung (im Medium des Berufs) interessiert sind. (DIPF/Orig.
Dekolonisierung als Bildungsprozes? Wenn das transformatorische Bildungsdenken selbst in die Krise gerät
In der deutschsprachigen Erziehungswissenschaft werden postkoloniale Konzepte in verschiedenen Subdisziplinen zwar bereits seit längerer Zeit herangezogen, etwa um Rassifizierungsdiskurse sichtbar zu machen. Prozesse einer die Subdisziplinen übergreifenden postkolonialen (Selbst-)Kritik setzen dagegen erst in der jüngeren Zeit ein. Dazu gehört unter anderem, disziplinär geprägte Grundbegriffe in ihrer Logik im postkolonialen Geflecht zum Gegenstand zu machen, und die Bedingungen der eigenen Wahrnehmungen und Handlungen zu befragen. Während die Grundlagen der modernen Pädagogik im Anschluss an die Arbeiten Foucaults zwar bereits einer machtkritischen Analyse unterzogen wurden, werden insbesondere neuere bildungstheoretische Ansätze, etwa die Theorie transformatorischer Bildungsprozesse, bislang erst vereinzelt in den Blick genommen. Ziel dieses Beitrags ist es, das transformatorische Bildungsdenken im Anschluss an Hans-Christoph Koller mit postkolonialen Konzepten ins Gespräch zu bringen und herauszuarbeiten, welche Fallstricke, aber auch welche Möglichkeiten mit dem Anspruch, der von einer postkolonialen Kritik ausgeht, verbunden sind: Wird in diesem Beitrag zunächst mit der Theorie transformatorischer Bildungsprozesse die These eines selbst in die Krise geratenen Denkens aufgeworfen, soll in einem zweiten Schritt der Bildungsbegriff in seiner Grundstruktur, der Veränderung des Selbst,- Welt- und Anderen- Verhältnisses, systematisch einer post- und de-kolonialen Lesart unterzogen werden, um zu eruieren, welche Risiken mit einem Re-Entry verbunden sind und welche Ansatzpunkte sie für eine dekolonisierende Denkbewegung eröffnet. (DIPF/Orig.
Language education policies in Migrationsgesellschaften. Überlegungen aus einer postkolonialen Perspektive
Auf der theoretischen Basis postkolonialer, soziolinguistischer und bildungswissenschaftlicher Ansätze widmet sich dieses Kapitel der Frage, wie angehende Lehrer*innen auf die komplexen Herausforderungen im Kontext von Mehrsprachigkeit an Bildungsinstitutionen in Migrationsgesellschaften vorbereitet werden können, und konkreter: wie die (selbst-)kritische Reflexion von language education policies und deren (spätere) Umsetzung in der pädagogischen (und schuladministrativen) Praxis vor dem Hintergrund einer Dekolonisierung sinnvoll angeleitet und unterstützt werden kann. (DIPF/Orig.
Akademische Zukünfte der Erwachsenenbildung. Einsichten zu den Arbeits-, Forschungs- und Qualifikationsbedingungen von Wissenschaftler:innen in Qualifizierungsphasen der Erwachsenenbildung
Der Band beschäftigt sich mit den Arbeits-, Forschungs- und Qualifikationsbedingungen in der Erwachsenenbildung. Auf Grundlage empirischer Fallstudien einerseits und theoretischer Überlegungen andererseits werden vor allem Wissenschaftler*innen in Qualifizierungsphasen in der Sektion Erwachsenenbildung (DGfE) fokussiert. Ziel des Bandes ist es, die akademischen Zukünfte der Erwachsenenbildung diskursiv zu betrachten und einen Beitrag zur aktuell laufenden Diskussion zum sogenannten wissenschaftlichen Nachwuchs in den Erziehungswissenschaften und im Wissenschaftsbetrieb zu leisten. (DIPF/Orig.
"Remembrance culture is not a rigid, but a very dynamic process". An interview with Meron Mendel about the need for dialogue-based educational work
Mit Meron Mendel, dem Direktor der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank, sprechen wir über seinen persönlichen Weg in die politische Bildungsarbeit, die Herausforderungen der Demokratiebildung und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. In Anbetracht einer Welt, die zunehmend von autoritären Tendenzen beeinflusst wird, betont er die Dringlichkeit, das Schulsystem grundlegend zu reformieren und die politische Bildung als interaktiven, dialogischen Prozess zu gestalten. (DIPF/Orig.)We talk to Meron Mendel, Director of the Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt, about his personal journey into political education, the challenges of democracy education, and current social developments in Germany. In view of a world increasingly influenced by authoritarian tendencies, he emphasizes the urgency of fundamental reform in the school system and of shaping political education as an interactive and dialogical process. (DIPF/Orig.
Qualität an Tagesschulen im Spannungsfeld divergierender Erwartungen und Ansprüche. Eine neo-institutionalistische Perspektive
Sozialpädagogisch Handelnde in der ausserunterrichtlichen Betreuung in Tagesschulen haben oft keine klaren sozialpädagogisch definierten Ziele. Gleichzeitig sind die Fachpersonen mit verschiedenen Erwartungen der Kinder, Eltern sowie Lehrpersonen konfrontiert und haben eigene Ansprüche an ihre Tätigkeit. In diesem Buch wird untersucht, welche Orientierungen das Handeln von sozialpädagogischen Fachpersonen an Tagesschulen leiten. Es wurden drei Typen eruiert, die Qualität in ihrer Tätigkeit unterschiedlich hervorbringen und sich in ihrer Positionierung zur Schule unterscheiden. (DIPF/Orig.
(Un-)bewusste Reproduktion sozialer Ungleichheiten in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Lehrgangsleitungsspezifische Handlungsstrategien zwischen Exklusion und Inklusion
Indem sich die wissenschaftliche Weiterbildung in der österreichischen Hochschullandschaft in den letzten Jahrzehnten zunehmend gegenüber beruflich Qualifizierten ohne formale Vorqualifikation geöffnet hat, ist sie grundsätzlich sozial durchlässiger als reguläre Studienprogramme. Doch selbst in der wissenschaftlichen Weiterbildung ist hinsichtlich der Zusammensetzung der Studierendenschaft ein sozialer Filter evident. Obgleich die sozial selektiven Mechanismen zum Großteil strukturell und institutionell bedingt sind, ist innerhalb der vorfindlichen Struktur ein individueller Handlungsspielraum zu verzeichnen. Mithilfe von 16 Interviews stellt der vorliegende Beitrag die Frage, inwiefern Lehrgangsleitungen durch ihre Handlungsorientierungen zur sozialen Durchlässigkeit in der wissenschaftlichen Weiterbildung beitragen bzw. ihr entgegenwirken. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie sich bei der Akquise, Zulassung und Betreuung von Studierenden ohne formale Vorqualifikation im Spannungsfeld von Exklusion und Inklusion bewegen. Um den Inklusionsgrad der Handlungsorientierungen zu erhöhen, gilt es, die grundlegenden Bewertungsschemata und Ressourcenallokationen in Organisationen neu zu kalibrieren. (DIPF/Orig.