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„Klein-Europa“ vor dem Verschwinden? Das Kanaltal hundert Jahre bei Italien. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft|Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft - Band 161<br/>(Annals of the Austrian Geographical Society - Volume 161)|
Die thesengeleitete Studie untersucht den Ethnizitätswandel im Kanaltal [Valcanale] seit der staatlichen Zugehörigkeit zu Italien in Hinblick auf unterschiedliche Fremd- und Selbstzuordnungen der deutsch- und slowenischsprachigen Minderheiten, das heißt, der autochthonen Kanaltaler Bevölkerung. Durch die Berücksichtigung symbolischer Ethnizität in Form des kulturlandschaftlichen Erbes thematisiert die Arbeit darüber hinaus das Nachwirken von Raumstrukturen im Sinne einer „longue durée“. Nach einer theoretischen Grundorientierung werden die „Methode der Kontaktpersonen“ sowie die für die Analyse persistenter Kulturlandschaftselemente relevanten Arbeitsgrundlagen, auf welchen die Untersuchungen vor Ort basieren, vorgestellt. Vor allem durch Assimilation und zu spät erfolgten Minderheitenschutz (1999) beträgt die Anzahl der deutschsprachigen Kanaltaler aktuell weniger als hundert Personen, die der Slowenischsprachigen knapp über dreihundert. Insofern kann noch immer von einem „Klein-Europa“ gesprochen werden, wenngleich die traditionelle Viersprachigkeit – neben den beiden Minderheitensprachen auch Italienisch und Friulanisch – mittlerweile fast verloren gegangen ist. Generationswechsel, Intermarriage sowie der überaus starke Bevölkerungsrückgang haben diese Entwicklung seit den 1990er Jahren verstärkt. Reminiszenzen an die autochthone Kanaltaler Bevölkerung spiegeln sich jedoch in Form symbolischer Ethnizität im materiellen und immateriellen kulturellen Erbe wider. Dieses wird auch von der mehrheitlich italienischsprachigen Bevölkerung zunehmend als Bereicherung wahrgenommen und stärkt in zunehmendem Maß eine neue, nicht mehr ethnolinguistisch, sondern regional konnotierte Identität
Buchbesprechungen – Book Reviews. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft|Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft - Band 161<br/>(Annals of the Austrian Geographical Society - Volume 161)|
Scherber (geb. Zaruba), Leopold
* 29.10.1883 Wien, † 16.3.1951 Wien. Kirchenmusiker und Chorleiter
Analysis of BDDC algorithms for Stokes problems with hybridizable discontinuous Galerkin discretizations. ETNA - Electronic Transactions on Numerical Analysis
The BDDC (balancing domain decomposition by constraints) methods have been applied to solve the saddle point problem arising from a hybridizable discontinuous Galerkin (HDG) discretization of the incompressible Stokes problem. In the BDDC algorithms, the coarse problem is composed by the edge/face constraints across the subdomain interface for each velocity component. As for the standard approaches of the BDDC algorithms for saddle point problems, these constraints ensure that the BDDC preconditioned conjugate gradient (CG) iterations stay in a subspace where the preconditioned operator is positive definite. However, there are several popular choices of the local stabilization parameters used in the HDG discretizations. Different stabilization parameters change the properties of the resulting discretized operators, and some special observations and tools are needed in the analysis of the condition numbers of the BDDC preconditioned Stokes operators. In this paper, condition number estimates for different choices of stabilization parameters are provided. Numerical experiments confirm the theory
Corona-Geographien oder wie ein Virus die Bedeutungslosigkeit eines Fachs offenbarte. GW-Unterricht|GW-Unterricht 159|
Die Corona-Krise bedingte eine Fülle räumlicher Fragestellungen, die es in adäquater Weise zu beantworten galt, zumal auf Basis der gefundenen Lösungen weitreichende gesellschaftsrelevante Entscheidungen von den politischen Handlungsträgern / Handlungsträgerinnen zu treffen waren. Wie exemplarisch gezeigt wird, waren u. a. Verkehrswissenschaftler /Verkehrswissenschafterinnen, Ökonomen / Ökonominnen oder Mathematiker / Mathematikerinnen führend an der Erarbeitung richtungsweisender Lösungsansätze beteiligt, jedoch keine Geographen / Geographinnen, obwohl diese – zumindest laut Eigendefinition – vorrangig für den Raum respektive für räumliche Fragestellungen zuständig sind. Nach einer kurzen Beschreibung des Status quo wird versucht, Gründe für die Bedeutungslosigkeit der institutionalisierten geographischen Forschung, die sich in diesem Kontext offenbart hat, herauszuarbeiten