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1. (neue) UNGEGN-Sitzung, New York, 29. April – 3. Mai 2019. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft|Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft - Band 161<br/>(Annals of the Austrian Geographical Society - Volume 161)|
Interdisziplinarität zwischen Historikern und Geographen im Bereich der Naturgefahrenforschung. Das Beispiel eines Schadensinventars über die Auswirkungen eines Vb-Zyklons im Jahr 1572 aus Admont, Österreich. Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft|Mitteilungen der Österreichischen Geographischen Gesellschaft - Band 161<br/>(Annals of the Austrian Geographical Society - Volume 161)|
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Historikern und Geographen weist ein großes Potenzial in der Naturgefahrenforschung auf, das bei Weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Im gegenständlichen Beitrag werden die Auswirkungen eines extremen Niederschlagsereignisses – einer sogenannten Vb-Wetterlage bzw. eines Vb-Zyklons – im Sommer 1572 in den damaligen Besitzungen des Benediktinerstiftes Admont diskutiert. Basis für diese Arbeit ist eine zuvor unbekannte schriftliche Quelle aus dem Jahr 1574, die die im Jahr 1572 entstandenen Schäden von 355 Untertanen des Stiftes ausweist. Grund für die wohl kosten- und zeitintensive Erstellung des Inventars waren angestrebte Steuerreduktionen bei den Landständen. Die 355 gelisteten Untertanen wurden in zwölf verschiedenen Verwaltungseinheiten des Stifts geschädigt, wobei der höchste Schaden in den Verwaltungseinheiten im Nahbereich des Stifts – im sogenannten Admonttal – entstanden ist. Im Admonttal konnten die meisten Anwesen der dort gelisteten Untertanen (150 von 188) sogar auf Katasterebene lokalisiert und in einem GIS räumlich analysiert werden. Die geschädigten Gebäude, zumeist Gehöfte, lagen vor allem in der Nähe von Wasserläufen, auf Schwemmfächern und an Talflanken. Der Vergleich mit der heutigen Situation, gemessen am Gefahrenzonenplan des Forsttechnischen Dienstes der Wildbach- und Lawinenverbauung, zeigt einerseits die höchsten Schadensanteile in heutigen Gelben und Roten Gefahrenzonen von Wildbächen. Andererseits lässt sich festhalten, dass die meisten der 1572 geschädigten Untertanen nicht in heute als gefährlich eingestuften Bereichen im Admonttal angesiedelt waren. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass anhand der bisher verfügbaren Quellen die Auswirkungen ungewöhnlich starker Niederschlagsereignisse bei der Erstellung der heutigen Gefahrenzonenpläne zu wenig berücksichtigt werden konnten. Damit zeigt sich aber auch, dass trotz veränderter Verhältnisse (Geomorphologie, Hydrographie, Bauweise und Schutzbauten) die Erforschung neuer historischer Quellen zur Verbesserung aktueller Gefahrenzonenpläne beitragen kann
Hein, Brüder
Otto Egon: * 17.6.1887 Brünn/Mähren (Brno/CZ), † 4.12.1948 Wien. Verleger, Schauspieler, Librettist
Ein Blick hinter das Schweizer „Gedächtnistheater“: Jüdische Jugendliche in Zürich. GW-Unterricht|GW-Unterricht 157|
Aufbauend auf den provokativen Thesen von Max Czollek möchte der Beitrag danach fragen, wie es um das „Gedächtnistheater“ in der Schweiz bestellt ist. Wie positionieren sich jüdische Jugendliche in Zürich? Welchen Stellenwert nehmen Formen von Aktivismus von Jugendlichen und für Jugendliche ein? Mit diesen Fragen beschäftigten sich angehende Geographielehrer/ innen (Gymnasien) im Rahmen eines Forschungs- und Lehrmoduls. In diesem Zusammenhang nahmen die Studierenden auch an einem Schulbesuch von zwei jüdischen Jugendlichen teil, die sich für das Projekt „Likrat“ engagieren. Dieses vom Schweizer Israelitischen Gemeindebund (SIG) geförderte Projekt schult junge Jüdinnen und Juden, damit sie jeweils zu zweit Schulbesuche in der Schweiz durchführen können. In offenen Gesprächskreisen werden unter Jugendlichen heikle Themen, wie etwa Antisemitismus, Shoa oder jüdische Kultur in der Schweiz diskutiert. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Prävention von Rassismus und Antisemitismus geleistet