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Untersuchung der Wechselwirkung von einfachen Carbonylverbindungen mit Eisoberflächen
In der vorliegenden Dissertation wurde eine Laborstudie über die Adsorption von ausgewählten einfachen sauerstoffhaltigen Kohlenwasserstoffverbindungen (OVOCs) einschließlich Ethanol, Acetaldehyd, Ameisensäure und Essigsäure auf Eisoberflächen bei Temperaturen zwischen 190 K und 220 K in einem beschichteten Strömungsreaktor (CWFT) mit QMS-Nachweis durchgeführt. Die bei einer bestimmten Temperatur und Konzentration adsorbierten Mengen wurden durch Integration der Adsorptionspeaks gewonnen und daraus Adsorptionsisothermen bestimmt. Durch die Auswertung dieser Isothermen im linearen Bereich geringerer Konzentrationen gelang die Herleitung von Verteilungskoeffizienten KLinC {cm} bzw. von Langmuir-Konstanten KL {cm3}. Mittels van’t Hoff-Analyse der Temperaturabhängigkeit der Langmuir-Konstanten wurden die Adsorptionsenthalpien ∆Hads der unterschiedlichen atmosphärischen Spurenstoffe auf Eisoberflächen ermittelt.In the first part of this work a laboratory study of the adsorption/desorption behavior of different oxygenated hydrocarbon compounds (OVOCs) including ethanol, acetaldehyde, formic acid and acetic acid on ice surfaces was carried out at temperatures between 190 K and 220 K using a coated wall flow tube reactor (CWFT) coupled with QMS detection. The amounts adsorbed at a given temperature and concentration were determined from an integration of the adsorption peaks and hence adsorption isotherms were obtained. From a detailed analysis of these isotherms the partition coefficients for the initial slope KLinc {cm} and the Langmuir constants KL {cm3}, respectively, were determined. Using a van't Hoff analysis of temperature dependent KL values the adsorption enthalpies ΔHads of the different atmospheric trace gas compounds on ice surfaces are obtained
Digitale Edition und Erschließung eines interreligiösen Periodikums aus dem Vormärz als editionsphilologische Aufgabe. Die „Unparteiische Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen und israelitischen Deutschlands“ (1837)
Die "Universal-Kirchenzeitung" war der frühe Versuch eines gleichberechtigten interkonfessionellen Dialogs unter Beteiligung von protestantischen, katholischen und "israelitischen" Redakteuren und Autoren. Sie brachte zweimal wöchentlich "kirchliche" Nachrichten aus allen Teilen der Welt, Rezensionen sowie Aufsätze. Von Reformern begrüßt, von anderen heftig kritisiert, in Preußen umgehend verboten, stand sie, im Geist der Aufklärung, aber in antiaufklärerischer Zeit, jedoch schnell zwischen allen Stühlen und stellte ihr Erscheinen nach nur genau einem Jahrgang ein.
Die "Universal-Kirchenzeitung" war eine lange Zeit rare, kaum noch zugängliche und deshalb weitgehend nicht erforschte Quelle. Die vorliegende Arbeit erschließt die 1837 in 104 Ausgaben erschienene "Universal-Kirchenzeitung" thematisch-inhaltlich, widmet sich Geschichte und Schicksal, dokumentiert detailliert die enthaltenen Beiträge und ihren Autoren. Ein eigenes Kapitel geht auf die Frage nach der jüdischen Beteiligung an diesem Projekt ein.
Neben der inhaltlichen Eröffnung dieses Forschungsfeldes dokumentiert die Arbeit zugleich die ebenfalls abgeschlossene und als Netzpublikation verfügbare digitale Edition der "Universal-Kirchenzeitung" (urn:nbn:de:0230-20090410994). Dazu bringt sie eine Einführung in die Editionsphilologie, die, bezogen auf die Geisteswissenschaft, früh von einer digitalen Revolution ergriffen wurde, die überhaupt erst die Neuausgabe eines solchen Periodikums möglich machte.
Bei der Neuausgabe galt es, methodische Erfordernisse zu klären, und ebenso bewährte wie zeitgemäße Mittel und Methoden digitalen Edierens zu identifizieren und anzuwenden. So geht die Arbeit einerseits auf Fragen der Langfristverfügbarkeit (URN-Verfahren) ein, die ebenso infrastrukturelle Aspekte als auch Codierungs- und Speicherformate betreffen (TEI, PDF/A). Andererseits gerät ebenso die wissenschaftliche Interoperabilität in den Blick, etwa am Beispiel von Normdaten wie der Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek, und der Auffindbarkeit durch Techniken wie BEACON und COinS
eine graphbasierte Sprache zur Spezifikation komplexer Suchmuster für die statische Quelltextanalyse
Das Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung einer graphbasierten Sprache für die Beschreibung komplexer Suchmuster zur Quelltextanalyse. Der Fokus liegt auf der Möglichkeit einer modularisierten Musterspezifikation, so dass der Nutzer komplexe Muster über die Kombination einzelner Module erstellen kann. Die Sprachsyntax basiert sowohl auf dem Abstrakten Syntaxbaum, als auch auf Elementen der Graphtypen Kontrollabhängigkeitsgraph und Datenabhängigkeitsgraph. Somit kann in einer Musterspezifikation die Graphrepräsentation von Java Syntaxelementen mit abstrakteren Abhängigkeitsbeziehungen kombiniert werden
Retroiridial artificial lens fixation
Zielsetzung: Ziel dieser Arbeit ist es, Erkenntnisse zu den funktionellen Ergebnis-sen nach Implantation einer retroiridialen Fixationslinse bei komplizierten Situationen der Kataraktchirurgie zu gewinnen und mit alternativen Intraokularlinsen wie der kammerwinkelgestützten Vorderkammerlinse und sklerafixierte Hinterkammer-Linse zu vergleichen. Patienten und Methode: Zwischen Oktober 2006 und Dezember 2010 wurde bei 186 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 72,6 Jahren im St. Johannes Hospital, in Dortmund in 194 Augen, eine Verisyse® aphake Intraokularlinse der Firma AMO™ retroiridial implantiert. Es wurden der bestkorrigierte Visus und der Augeninnendruck (IOD) präoperativ, postoperativ und nach 2 - 6 Monate nach der Operation gemessen. Die Resultate der häufigsten Indikation für eine retroiridiale Fixationslinse sowie die postoperativen Früh- und Spätkomplikationen wurden ausgewertet. Ergebnisse: Bei allen Gruppen zeigte sich im Follow-up eine statistisch signifikante Visusbesserung in der Ferne (p < 0,001) und beim IOD wurde eine statistisch signifikante Senkung bzw. Normalisierung (p < 0,001) festgestellt. Die häufigsten Ursachen für die Implantation einer Irisklauenlinse retropupillar sind: 1.Die komplizierte Kataraktchirurgie (95). 2. Die sub-/luxierten Linsen (phak und pseudophak) (46) 3. Die Aphakie (44) 4. Der Refrakti-onsfehler (2) und 5. IOL-Beschädigung bei Materialtrübung (1). Häufig trat in den ersten beiden Gruppen das Phänomen der Zonulalyse (42) und der Kapselruptur (37) auf. Das PEX-Syndrom (18,37 %), Traumata und das Marfan-Syndrom spielen eine wichtige Rolle in den ersten 3 Gruppen. Die häufigsten frühen reversiblen postoperativen Komplikationen sind: Pupillenverziehung, Hornhautödem, Vorderkammerblutung, Aderhautamotio, Makulaödem und Bulbushypotonie. Zu den späten Komplikationen zählen: Pupillenverziehung, Irisdefekt, Endothelpigmentablagerung, Pseudophako-/Iridodonesis, Makulaödem, erhöhter IOD und die Reenklavation. Zwischen den beiden Kontrollen zeigte sich die Endophthalmitis (4) und eine Netzhautablösung (3). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der aufgeführten Studie zeigen, dass die Implantation retroiridial ein standardisierter Eingriff auch bei komplizierten Ausgangssituationen ohne gravierende postoperative Komplikationen geworden ist. Im Vergleich zu anderen Möglichkeiten einer Sekundärlinsenimplantation ist diese insbesondere in der Komplikationsrate überlegen
Imaging measurements of soot particle size and soot volume fraction with laser-induced incandescence at Diesel engine conditions
Cotutelle de thèse
This work focuses on measurements of soot particle size and volume fraction at Diesel engine conditions.
A combination of laser-induced incandescence (LII) imaging, line-of-sight laser extinction, soot
pyrometry, and transmission electron microscopy (TEM) measurements of thermophoretically-sampled
soot was used. Particle sizing strategies were developed with LII model for the analysis of particlesize
poly-dispersity with time-resolved LII signal that is suitable for point-wise measurements at atmospheric
pressure, and for spatially-resolved characterization with two-time-step LII imaging. Measurements
were performed with these strategies in a flame at atmospheric pressure and in Diesel engine
combustion to investigate their applicability. Additional measurements were performed for temperature
and soot volume fraction.
A novel method, called two-exponential reverse fitting (TERF), is introduced to extract information
about the size distribution. The method is based on mono-exponential fits to the LII signal decay at a
delayed time. It approximates the particle-size distribution as a combination of one large and one
small mono-disperse equivalent mean particle size and does not require a distribution assumption. It
also provides a ratio of the contribution of both size classes. The systematic error caused by describing
LII signals by mono-exponential decays was calculated as less than 2% for LII signals simulated for
mono-disperse aggregated soot with heat-up temperatures for which evaporation is negligible. The
method was applied to LII data acquired in a laminar non-premixed ethylene/air flame at various
heights above the burner. The particle size of the large particle-size class evaluated with the method
showed good consistency with TEM results, however the size of the small particle-size class and its
relative contribution could not be compared due to insufficient information in the TEM results for
small particles.
Simultaneous line-of-sight laser extinction measurements and LII imaging were performed to derive
the soot volume fraction in a high-temperature high-pressure constant-volume pre-combustion vessel
under the Engine Combustion Network’s (ECN) "Spray A" conditions with parametric variations of
gas temperature and composition. Extinction measurements were used to calibrate LII images for
quantitative soot distribution measurements. OH-chemiluminescence imaging was used to determine
the lift-off length, and used to interpret the soot measurements. Maximum soot volume fractions
around 2–3 ppm were obtained at the nominal ambient temperature defined for Spray A (i.e. 900 K)
that rise to 12 ppm at elevated temperature (1030 K). Variations of ambient temperature and oxygen
concentration were carried out showing effects on soot formation and oxidation that are consistent
with the literature.
The method for particle-size imaging is based on evaluating gated LII signals acquired with two cameras
consecutively after the laser pulse and using LII modeling to deduce particle size from the ratio
of local signals. A strategy was developed with a model-based analysis: the dependence of LII particlesize
imaging on the assumed boundary conditions was identified such as bathgas temperature, pressure,
particle heat-up temperature, thermal accommodation coefficients, and soot morphology. Various
laser-fluence regimes and gas pressures were considered. Effects of laser attenuation were evaluated.
A combination of one detection gate starting with the particle-heating and the other starting
with 11 ns delay with twice as long gate width was found to provide the highest sensitivity for particle
sizing at 60 bar. The optimum gate delays for different pressures were calculated. The effects of timing
jitter for laser pulse and poly-dispersity were investigated. Systematic errors in pyrometry imaging at
60 bar was evaluated. Parallel to the model-based analysis, experiments were conducted in near Spray
A conditions with parametric variations of injection pressure, gas temperature and composition. The
results were compared to particle-size measurements from TEM of soot sampled at multiple axial
distances from the injector. The discrepancies between the two measurement techniques are discussed
to analyze uncertainties and related error sources of the two diagnostics methodologies. It is
found that in such an environment where particles are small and pressure is high, LII signal decay
times are such that LII suffers from a strong bias towards large particles
“We can’ t even walk that far!" Physical education in the pedagogical work in kindergartens: An international comparison and qualitative analysis
Abstract
Die Dissertation mit dem Titel:
„Ganz so weit können wir ja auch nicht laufen!
Bewegungserziehung in Kindertageseinrichtungen: Eine international vergleichende, qualitative Analyse“
fasst theoretische Erläuterungen und empirische Untersuchungen zum Verständnis und zur praktischen Umsetzung von Bewegungserziehung in Kindertageseinrichtungen in Deutschland und in Norwegen im sportpädagogischen Diskurs zusammen.
Die zentrale Fragestellung lautet: „Was bedeutet Bewegungserziehung in ausgewählten Tageseinrichtungen für Kinder im Alter von 1 bis 6 Jahren?“
Im qualitativen Forschungsdesign in Anlehnung an die Grounded Theory Methodology bedient sich die Forscherin der Instrumente der Dokumentenanalyse, der teilnehmenden Beobachtung und des Leitfadeninterviews. Die Dokumentenanalyse bezieht sich auf die Rahmenpläne für Kindertageseinrichtungen, d. h. Bildungsvereinbarungen (2003) und Bildungsempfehlungen (2011) aus Nordrhein-Westfalen und das Kindergartengesetz (2005) und der Rahmenplan für Kindergärten (2006) aus Norwegen. In vier Einrichtungen in Essen, exemplarisch für Deutschland, und in vier Einrichtungen in Oslo, exemplarisch für Norwegen, wurden jeweils eine Woche lang teilnehmende Beobachtungen durchgeführt in einem Gesamtumfang von circa 250 Stunden. Zudem wurde mit zwei Pädagoginnen oder Pädagogen aus jeder Einrichtung ein Leitfadeninterview geführt, sodass eine Summe von 16 Interviews entsteht. Das Datenmaterial umfasst insgesamt circa 300 Seiten, die der Analyse und Auswertung dienen.
Die Entscheidung für Norwegen lässt sich damit begründen, dass Norwegen zum einen über eine gewisse Tradition in der Frühpädagogik und über hohe Teilhabequoten, auch von Kindern unter drei Jahren, verfügt. Das pädagogische Personal in norwegischen Kindertageseinrichtungen zeichnet sich sowohl durch Akademikerinnen und Akademiker als auch durch fachschulisch ausgebildetes Personal aus und lässt den Vergleich mit Deutschland zu. Bezogen auf den Themenbereich der Bewegungserziehung zeigt sich, dass Norwegen für seine Körperfreundlichkeit und -bewusstheit charakteristisch ist. Dem Körper und der Bewegung in früher Kindheit wird ein hoher Stellenwert beigemessen (vgl. Moser, 2007; Ungerer-Röhrich et al., 2012). Der Blick auf den internationalen, speziell auf den norwegischen, Raum erscheint lohnend zu sein, um Handlungsalternativen und -perspektiven zu ermitteln.
Bewegung und Spiel werden per se mit früher Kindheit in Verbindung gebracht. Im Alter von ein bis sechs Jahren spielen Kinder die meiste Zeit des Tages. Beim Spielen werden Bewegungen vollzogen; zugleich sind Bewegungsaktivitäten von spielerischen Elementen durchdrungen (vgl. Scheuerl, 1997, S. 198). Spielerische Bewegungsvollzüge hinterlassen Eindrücke, Erlebnisse und Emotionen beim Kind (vgl. Schmidt, 2002, S. 114 f.). Nach Grupe und Krüger (2007) ist „Bewegung zum einen ‚Vermittlung zur Welt‘ und zum anderen ‚Wahrnehmung der Welt‘, sie ist ‚Organ‘ ihrer Erfahrung und ‚Instrument‘ ihrer Gestaltung in einem“ (Grupe & Krüger, 2007, S. 246). Fischer betont, die Bewegungshandlung ist die „kindgemäße Form, die Welt zu begreifen und ein eigenes Weltbild zu konstruieren“ (Fischer, 2010, S. 118).
In früher Kindheit kann Bewegung als personale Ressource, d. h. als Schutzfaktor in differenzierter Weise verstanden und wirksam sein. Die theoretischen Analysen verdeutlichen, dass Bewegung als
- Gesundheitsressource, d. h. zur Stärkung physischer und psychischer Gesundheit,
- Entwicklungsressource, d. h. zur Förderung aller Entwicklungsbereiche und als
- Bildungsressource, d. h. als Teil und zur Förderung des Lernens wirksam sein kann (vgl. Bahr et al., 2012, S. 98 ff.).
Bewegung und Bewegungserziehung können die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern positiv beeinflussen. Nach Bahr et al. (2012) wird der Stellenwert des Bildungsbereichs Bewegung in der Wissenschaft als hoch bewertet (vgl. Bahr et al., 2012, S. 98 ff.). Im sportpädagogischen Kontext fehlen jedoch Forschungsprojekte, die der Positionsbestimmung dienen und zu Umsetzungsmaßnahmen anregen, Bewegungserziehung spielt in der Pädagogik der frühen Kindheit eine untergeordnete Rolle (vgl. Ungerer-Röhrich et al., 2012, S. 273).
Erziehung ist nach Liegle (2010) die „Ermöglichung von, bzw. die Aufforderung zu Bildung“ (Liegle, 2010, S. 12). Die Ermöglichung von bzw. die Aufforderung zu Bildung in, durch und mit Hilfe von Bewegung in Kindertageseinrichtungen ist Gegenstand der empirischen Analysen. Bewegungserziehung kann indirekt in Form von selbstbestimmter Aktivität (Freispiel) und durch Unterstützung der selbstbestimmten Aktivität erfolgen. Bewegungserziehung kann direkt in Form von angeleiteten Aktivitäten und durch die Vertiefung von angeleiteten Aktivitäten erfolgen (vgl. Ungerer-Röhrich et al., 2012).
Die Ergebnisse der empirischen Untersuchung verdeutlichen u. a., dass Bewegungserziehung in Deutschland vorrangig indirekt erfolgt. Bewegungserziehung wird
- im Freispiel,
- in den Innenräumen,
- mit vielfältigen Materialien verwirklicht.
Direkte Bewegungsangebote werden allenfalls für ältere Kinder über drei Jahren verwirklicht. Die Gestaltung von Bewegungserziehung ist primär vom pädagogischen Personal der Einrichtung abhängig. In deutschen Kitas zeigt ein Großteil der Pädagoginnen und Pädagogen ein geringes persönliches und berufliches Interesse an Bewegung (Bewegungstyp IV). Ob Kinder in der Kita Bewegungsanregungen erfahren, hängt eher von Zufällen ab.
Die Ergebnisse offenbaren zudem, dass Bewegungserziehung in Norwegen sowohl indirekt als auch direkt erfolgt und alle Kinder anspricht. Bewegungserziehung wird
- in offenen und gestalteten,
- im Außenbereich und in der Natur
- kreativ, mit geringem Materialaufwand und in Verbindung mit anderen Bildungsbereichen verwirklicht.
Ein Großteil der Pädagoginnen und Pädagoginnen zeigt ein persönliches und berufliches Interesse an Bewegungserziehung und fungiert als Bewegungsvorbild
(Bewegungstyp I und II). Bei Ausflügen in die Natur, wird die Natur als Bewegungs- und Lernraum verstanden und genutzt.
Anhand der theoretischen und empirischen Analysen und dem Vergleich mit Norwegen lassen sich Handlungsempfehlungen für Deutschland bestimmen. Veränderungen und Umstrukturierungen in der Frühpädagogik sind erforderlich, damit Bewegungserziehung zunehmend thematisiert wird und die Potenziale, die mit Bewegung in der frühen Kindheit einhergehen, entfaltet werden können. Die Empfehlungen richten sich an verschiedene Ebenen und nehmen Einfluss auf die pädagogische Arbeit in der Kita durch das pädagogische Personal. Dazu zählen u. a.:
- Bewegungserziehung in die Ausbildungspläne der Hoch- und Fachschulen aufnehmen,
- Entwicklung eines Curriculum Bewegungserziehung,
- Zusammensetzung des pädagogischen Personals reflektieren. Pädagoginnen und Pädagogen mit Bewegungsprofil einsetzen.
- Angebote der direkten Bewegungserziehung planen und gestalten
Es lässt sich resümieren, dass die Sportpädagogik es bisher versäumt hat, sich dem Themenfeld der Bewegungserziehung in der Kita näher zu widmen. Forschungsprojekte und Verknüpfungen zwischen Sportpädagogik und Frühpädagogik sind erforderlich. Dadurch wird die Chance erhöht, die Potenziale von Bewegung in früher Kindheit zu entfalten und Bewegung als personale Ressource wirken zulassen.
Literatur
Bahr, S., Kallinich, K., Beudels, W., Fischer, K., Hölter, G. & Jasmund, C. (2012). Bedeutungsfelder der Bewegung für Bildungs- und Entwicklungsprozesse im Kindesalter. Motorik, 35 (3), 98–109.
Fischer, K. (2010). Die Bedeutung der Bewegung für Bildung und Entwicklung im (frühen) Kindesalter. In G.E. Schäfer & J. Bilstein (Hrsg.), Kinderwelten - Bildungswelten. Unterwegs zur Frühpädagogik (Frühe Kindheit: Pädagogische Ansätze, S. 117–131). Berlin: Cornelsen Scriptor.
Grupe, O. & Krüger, M. (2007). Einführung in die Sportpädagogik (Sport und Sportunterricht, 6) (3., neu bearb. Aufl). Schorndorf: Hofmann.
Liegle, L. (2010). Didaktik der indirekten Erziehung. In G.E. Schäfer & J. Bilstein (Hrsg.), Kinderwelten - Bildungswelten. Unterwegs zur Frühpädagogik (Frühe Kindheit: Pädagogische Ansätze, S. 11–25). Berlin: Cornelsen Scriptor.
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport & Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). (2011). Mehr Chancen durch Bildung von Anfang an. Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf.
Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). (2003). Bildungsvereinbarung NRW. Fundament stärken und erfolgreich starten. Düsseldorf.
Moser, T. (2007). Das Kindergartenangebot in den nordischen Ländern - unter besonderer Berücksichtigung von Körper und Bewegung. Hamburg.
Norwegian Ministry of Education and Research. Act no 64 of June 2005 relating to Kindergartens. The Kindergarten Act.Summary
The doctoral thesis at hand titled
“We can’ t even walk that far!
Physical education in the pedagogical work in kindergartens:
An international comparison and qualitative analysis”
focuses on the topic of physical education in early childhood. The theoretical and empirical explanations deal with the understanding and practical implementation of physical education in the discourse of sports pedagogy in kindergartens in both Germany and Norway.
The main question raised is: “What does physical education mean for small children in selected kindergartens?”
In the context of qualitative design of research based on the Grounded Theory Methodology, the researcher works with scientific observations and interviews in kindergartens and also analyzes different kinds of documents. The documents include the Kindergarten Act (2005) and the Framework Plan for the Content and Tasks of Kindergartens (2006) of Norway as well as the “Bildungsvereinbarungen” (2003) and “Bildungsgrundsätze” (2011) of North-Rhine Westphalia, Germany. The researcher made scientific observations in four kindergartens in Essen serving as an example for Germany, and in four kindergartens in Oslo, as an example for Norway, each for one week. Furthermore, the researcher interviewed pedagogical workers, in each kindergarten two, resulting in a sum of 16 interviews. The data contains about 300 pages and was used for the analysis and evaluation.
The decision for Norway is based on different reasons. On the one hand, Norway has a long tradition in early pedagogy. In addition, huge number of children under the age of three visits Norwegian kindergartens. The pedagogical workers are educated at university or at professional school which is similar to Germany and facilitates the comparison to Germany. On the other hand, Norway is famous for the bodily friendliness and awareness. Physical activity and education have huge significance in early pedagogy (c. f. Moser, 2007; (Ungerer-Röhrich, Popp & Wolf, 2012, p. 273). The international perspective, especially the Norwegian one, seems to be profitable for the exploration of alternatives and recommendations.
During the early years of childhood, especially between the age of one to six, children feel the need of physical activity and play. It helps them to learn more about themselves as well as the social world surrounding them. Children express themselves by means of their bodies, gain experiences in a number of areas and acquire fundamental motor skills (c. f. Scheuerl, 1997; Schmidt, 2002; Grupe und Krüger, 2007 & Fischer 2010).
Physical education can be understood distinguished and work effectively as a personal resource in early childhood. The theoretical analysis illustrates physical education functioning as:
- a resource of health, which means to encourage physical and psychical health,
- a resource of formation, which means to promote all kinds of formation,
- a resource of education, which means to be part of and to promote learning (Bahr et al., 2012).
Physical activity and education can positively affect small children’s personalities. In the scientific community the role of physical education in the process of education and learning is highly rated (Bahr et al., 2012). However, there is only little scientific work on physical education in early childhood in the discourse of sport pedagogy yet. Physical activity only plays a subordinate role in early pedagogy (Ungerer-Röhrich, 2012).
According to Liegle (2010), education is defined as enabling and inviting to learn respectively (Liegle, 2010, p.12). Enabling and inviting to learn respectively in, by and with the help of physical activity in day care facilities for children is subject of the empirical analyses. Physical education can be performed indirectly as a self-directed activity such as free play and by support of self-directed activity. Physical education can also be performed directly with guided activities and by deepening guided activities (c.f. Ungerer-Röhrich et al., 2012).
Results of the empirical analysis point out, that physical education in Germany mainly takes place indirectly. Physical education is realised
- in free play,
- in interior space,
- with multiple materials.
The arrangement of physical education depends on the pedagogical and educational staff of the facility. There is a high number of pedagogues and educationalists in German day care centres who show a low personal and professional, job-related interest in physical education (physical activity type IV). It depends on coincidences if children happen to experience stimulations and impulses from physical activities in their day care facilities.
Furthermore, results show that physical education in Norway takes place directly as well as indirectly. Moreover, it addresses all children. Physical education is implemented
- in open and arranged environments,
- in outdoor areas and nature,
- creatively with a minimum of cost of material and in combination with other educational areas.
A high number of pedagogues and educationalists show a personal and professional, job-related interest in physical education. They serve as role models regarding exercise and physical activity (physical activity type I and II). Nature is understood and used as space for physical activity and as learning space, in particular on trips to outdoor areas.
Based on these theoretical and empirical analyses, recommendations for Germany can be determined which also result from the comparison to Norwegian kindergartens. Variation and restructuring in early childhood education are necessary for physical education to be increasingly considered as a central topic. Therewith capabilities, coming along with exercise and activity in early childhood, can be developed.
These recommendations are directed to different levels and are in particular addressed to educational and pedagogical staff working in day care facilities for children. Recommendations contain i.a. (inter alia):
- including physical education in the training curriculum of higher educational institutions such as universities and colleges,
- developing a curriculum for physical education,
- reflecting the composition of educational and pedagogical staff; deploying (consulting) pedagogues and educationalists with motion profiles,
- planning and organising direct physical education offerings.
To sum up, sports education has missed a closer look on physical education in day care facilities for children so far. Research projects and links between sports education and early child education are necessary to increase chances for developing potentials of activity and exercise in early childhood and to let activity take an effect as a personal resource.
Bibliography
Bahr, S., Kallinich, K., Beudels, W., Fischer, K., Hölter, G. & Jasmund, C. (2012). Bedeutungsfelder der Bewegung für Bildungs- und Entwicklungsprozesse im Kindesalter. Motorik, 35 (3), 98–109.
Fischer, K. (2010). Die Bedeutung der Bewegung für Bildung und Entwicklung im (frühen) Kindesalter. In G.E. Schäfer & J. Bilstein (ed.), Kinderwelten - Bildungswelten. Unterwegs zur Frühpädagogik (Frühe Kindheit: Pädagogische Ansätze, p. 117–131). Berlin: Cornelsen Scriptor.
Grupe, O. & Krüger, M. (2007). Einführung in die Sportpädagogik (Sport und Sportunterricht, 6) (3., neu bearb. Aufl). Schorndorf: Hofmann.
Liegle, L. (2010). Didaktik der indirekten Erziehung. In G.E. Schäfer & J. Bilstein (ed.), Kinderwelten - Bildungswelten. Unterwegs zur Frühpädagogik (Frühe Kindheit: Pädagogische Ansätze, p. 11–25). Berlin: Cornelsen Scriptor.
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport & Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (ed.). (2011). Mehr Chancen durch Bildung von Anfang an. Grundsätze zur Bildungsförderung für Kinder von 0 bis 10 Jahren in Kindertageseinrichtungen und Schulen im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf.
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Norwegian Ministry of Education and Research. Act no 64 of June 2005 relating to Kindergartens. The Kindergarten Act.
Norwegian Ministry of Education and Research. (2006). Framework Plan for the Content and Tasks of Kindergartens.
Scheuerl, H. (1997). Theorien des Spiels (Das Spiel, 2) (12. edition). Weinheim [u.a.]: Beltz.
Schmidt, W. (2002). Sportpädagogik des Kindesalters. 2.,edition (Kinder - Jugend - Sport - Sozialforschung. 1).
Ungerer-Röhrich, U., Popp, V. & Wolf, S. (2012). Bewegung im Elementarbereich. Bestandsaufnahme und Perspektiven. Sportunterricht, 61 (9), 271–278
Magnetoreception in mammals
Für Tiere ist es oft unerlässlich aus diversen Gründen ihr Territorium zumindest zeitweise zu verlassen. Die Fähigkeit zur Orientierung stellt dabei eine Notwendigkeit dar; die Tiere müssen geeignete Futterquellen, Sexualpartner oder Schutz vor Prädatoren finden und anschließend den Heimweg bestreiten. Eine erfolgreiche Orientierung setzt nicht nur Kenntnisse von der Richtung voraus, in der sich das Ziel befindet, sondern auch eine Bestimmung der Position. Die Orientierungshinweise, die dabei zu Hilfe gezogen werden, können z. B. visueller oder auditiver Natur sein, auf Landmarken oder eben auf der Wahrnehmung von magnetischen Parametern beruhen. Das Magnetfeld der Erde weist durch Inklination und Magnetfeldstärke räumliche Gradienten auf und gibt Auskunft über horizontale Richtungen.
Das Erdmagnetfeld (EMF) ist jedoch auch unter Tage stabil und verlässlich und so orientieren sie sich beim Bau ihrer Nester an der Polarität des EMF. Die vorliegende Dissertation beschäftigte sich nun mit der Frage, ob die Tiere neben der Richtung des magnetischen Feldes auch die Feldstärke bzw. Schwankungen der Intensität wahrnehmen können und Präferenzen für einen bestimmten Intensitätsbereich zeigen. Leider habe ich keinen gesicherten Beweis dafür erbringen können. Sollten die Tiere jedoch in der Lage gewesen sein, die durch eine magnetische Anomalie beeinflussten Intensitäten wahrzunehmen, kann davon ausgegangen werden, dass diese nicht als störend empfunden worden sind. Möglicherweise funktioniert ihr Magnetkompass nur innerhalb eines festgelegten Intensitätsbereiches oder wird, neben dem Nestbau, nur bei Aufgaben genutzt, bei denen eine Orientierung über größere Distanzen notwendig ist.
Des Weiteren sollte untersucht werden, ob Coruros (Spalacopus cyanus) zur Orientierung ebenfalls einen Magnetkompass nutzen, da sie auch den größten Teil ihres Lebens unter der Erde in Tunnel- und Gangsystemen verbringen. Ich habe untersucht, ob die Tiere, ähnlich den Graumullen, eine gemeinsame Richtungspräferenz beim Nestbau zeigen oder ob die Tiere eine Vorliebe für eine bestimmte Richtung haben, die sich von Individuum zu Individuum, von Coruro-Familie zu Coruro-Familie oder zwischen Männchen und Weibchen unterscheidet. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnte nicht nachgewiesen werden, dass Coruros beim Bau ihrer Nester eine bestimmte Richtung bevorzugen und auch meine Ergebnisse konnten leider nicht dazu beitragen eine solche Präferenz aufzuzeigen.
Möglicherweise ist der magnetische Sinn innerhalb der Rodentia nur auf einige Familien beschränkt.
Bislang war es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, das spontane Verhalten größerer Säugetiere mit einer ausreichenden Stichprobenzahl in einem Labor zu studieren, doch jetzt ist es uns bei Rindern (Bos primigenius taurus), Rehwild (Capreolus capreolus) und Rotwild (Cervus elaphus) erstmalig mit einfachen, nicht-invasiven Methoden (Freilandbeobachtung, Messen von Betten im Schnee, Analyse von Satelliten- und Luftbildaufnahmen (Google Earth)) gelungen. Die Google Earth-Methode gestattet eine Analyse von Rindern weltweit und daher mit enormer Stichprobengröße; sie ist schnell, objektiv, erlaubt Vergleichbarkeit und zeigt Tiere, die sich vom Betrachter nicht gestört fühlen. So konnten wir ein neues und faszinierendes Phänomen entdecken und den ersten gesicherten Beweis dafür liefern, dass auch in größeren Säugetieren ein magnetischer Sinn präsent ist: Während Rinder, Reh- und Rotwild unter normalen Bedingungen des EMF eine Ausrichtung ihres Körpers zeigen, die in etwa einer nord-südlichen Richtung entspricht, ist diese Orientierung unter oder in der unmittelbaren Nähe von Hochspannungsleitungen gestört.For animals, it is often indispensable to at least temporarily leave their territory for various reasons. In doing so, the ability to orientate represents a necessity; animals have to find adequate food resources, sexual partners, and shelter from predators and to subsequently find their way back home. Successful orientation not only implies knowledge of the goal’s direction, but also position determination. Helpful orientation cues may be of e. g. visual or auditory nature, based upon landmarks or on the perception of magnetic parameters. Through both inclination and intensity, the magnetic field for instance exhibits regional gradients and provides information of horizontal directions.
Especially for subterranean mole-rats (Fukomys sp.), access to many of such orientation cues and signals being used by aboveground living animals, is limited. However, the earth’s magnetic field (EMF) is stable and reliable even in the underground habitat; thus, these animals use the EMF’s polarity to build their nests. This thesis deals with the question whether, in addition to using polarity information, mole-rats are able to perceive the intensity of the EMF or intensity fluctuations, respectively, and also whether they show preferences for certain intensity ranges. Unfortunately, the data recovered and presented here does not adduce appropriate evidence. However, if the animals were indeed able to perceive the intensities influenced by magnetic anomalies, one can assume that they simply do not perceive them as disturbing. Possibly, their magnetic compass entirely works within a specific intensity range or is, in addition to the observed nest building behavior, used in tasks requiring orientation over larger distances only.
A second part of this thesis aims at analyzing whether coruros (Spalacopus cyanus) also use a magnetic compass for orientation, a theory deduced from their lifetime mostly spent in underground burrow systems. I have here investigated whether the animals, just like mole-rats, show a common direction preference when building their nests and if so, whether such a preference differs from individual to individual, from family to family or between males and females. Up to now, a directional preference during nest building activity has not been demonstrated, and my study could neither fill this gap. The magnetic sense might be limited to just a few families within the Rodentia.
The third part of this thesis deals with a topic that has been, until now, difficult or maybe impossible to study: spontaneous behavior of large animals with sufficient sample size. This study presents data from studies of domestic cattle (Bos primigenius taurus), roe deer (Capreolus capreolus), and red deer (Cervus elaphus) by means of simple, noninvasive
methods (i.e. field observations, measuring deer beds in the snow and analysis of satellite images and aerial images). The Google Earth method enables the analysis of large mammals on the global scale and with an adequate sample size; this method is fast, objective, allows comparability, and shows animals which are undisturbed by the observer. We could detect a new and fascinating phenomenon and provide significant evidence for the existence of a magnetic sense in large mammals: Whereas domestic cattle, roe deer and red deer show a roughly north-south alignment of their body axes in the normal magnetic field, their orientation is disturbed under or in the vicinity of power lines and pylons
Development and exploitation of optical diagnostic techniques for simultaneous 2D temperature and equivalence ratio measurements for the understanding of combustion phenomena in reciprocating engine
Eine laser-diagnostische Methode zur gleichzeitigen berührungsfreien Messung von Kraftstoffkon- zentration, Sauerstoffkonzentration und Temperatur wurde unter motorischen Bedingungen unter- sucht. Das Verfahren basiert auf der zwei Tracer-LIF (Laser-Induzierte Fluoreszenz) mit Einzel- Wellenlängen-Laseranregung. Der erste, temperaturempfindliche Tracer (Naphthalin) wird verwendet, um mit zunehmender Rotverschiebung des LIF-Signals die Temperatur zu bestimmen. Dazu wird das Verhältnis der LIF-Intensitäten in zwei verschiedenen Spektralbereichen gemessen. Der zweite Tracer (Toluol) weist eine andere Sauerstoff-Empfindlichkeit auf, so dass auf dem Quotient der LIF- Signalstärke beider Tracer der Sauerstoff‐Partialdruck bestimmt werden kann. Das niedrige Niveau der photophysikalischen Interaktion zwischen Toluol und Naphthalin wurde durch die Untersuchung von deren Gemischen bei verschiedenen Temperaturen, Drücken und Sauerstoff-Partialdrücken ge- prüft. Die entwickelte LIF Technik wurde in einer Hochdruck- und Hochtemperatur-Zelle untersucht, welche reproduzierbare Einspritzung und Gaszustände unter motorähnlichen Bedingungen gewährte. Darüber hinaus ermöglicht diese Messzelle unabhängige Parametervariationen für Temperatur- und Sauerstoff-Partialdruck. Durch Untersuchung der Toluol-LIF konnte weiterhin der Messfehler jener LIF-Verfahren bestimmt werden, die auf dem Intensitätsverhältnis zweier Spektralbänder basieren. Im Fall verdampfenden Diesel-Jets (motorische Bedingungen) konnte so eine 1-σ Präzision von 20-40K bestimmt werden. Anschließend wurde das Potential der Zwei-Tracer-LIF-Technik zur gleichzeitigen Messung von Temperatur und Sauerstoff-Partialdruck unter motorischen Bedingungen bewertet (bei hoher Temperatur, hohem Druck und starker Inhomogenität von Temperatur und Spezieskonzentrati- on). Die Zwei-Tracer-LIF-Technik konnte ihre Eignung zur Messung niedriger Sauerstoff- Partialdrücke (bis 0,3 bar) nachweisen, zur Messung von motortypisch hohen Partialdrücken eignet sie sich aber noch kaum.A non-intrusive laser diagnostic technique for simultaneous measurements of fuel concentration, tem- perature, and O2 concentration has been investigated in conditions representative for internal combus- tion (IC) engines. The technique is based on two-tracer LIF with single-wavelength laser excitation. One tracer (naphthalene) with high sensitivity to temperature is used to measure temperature based on the redshift of the tracer-LIF signal with increasing temperature. The method requires the determina- tion of the ratio of LIF intensities collected in two distinct spectral ranges. A second tracer (toluene) with a different O2-sensitivity compared to the first tracer is used to measure the O2 partial pressure. The ratio of the LIF signals of the two tracers is used to determine O2 partial pressures. The low level of photophysical interaction between toluene and naphthalene was verified by investigating the photo- physical properties of a mixture of toluene and naphthalene for various temperatures, pressures, and O2 partial pressures. In the present study, the LIF technique was investigated in a high-pressure, high- temperature cell providing well-controlled injection and bath-gas conditions that are representative for in-cylinder IC engine conditions. Furthermore, this cell enables single-parameter variations for tem- perature and O2 partial pressure. The investigation of a single-tracer LIF technique (using toluene) enabled the development of a quantitative methodology to evaluate and optimize measurement uncer- tainty of tracer-LIF technique requiring LIF-ratio calculation. The methodology first developed on single-tracer LIF temperature measurements applied to a vaporized Diesel jet configuration in IC en- gine conditions allowed to determine a 1-σ precision of 20–40 K. The methodology was then used to evaluate the potential of the two-tracer LIF technique for simultaneous measurements of temperature and O2 partial pressure at conditions representative for IC engines (high temperatures, high pressures, and high inhomogeneities in temperature and species concentrations). The two-tracer LIF technique has potential for measuring low O2 partial pressures (up to 0.3 bar) but is limited at higher O2 partial pressures that are typical for IC engine conditions (2–10 bar)
Computersimulation of proton discharge reactions at electrocatalytic surfaces in aqueous solutions
In der vorliegenden Arbeit wird die Volmer-Reaktion, der erste Schritt der Wasserstoffentstehungsreaktion, in wässrigen Lösungen an geladenen Platinelektroden mit Hilfe von Molekulardynamiksimulationen unter Verwendung von reaktiven Kraftfeldern behandelt.
Sowohl die atomaren Wechselwirkungen der klassischen Teilchen, als auch die des dynamisch wechselnden Zundelclusters werden durch Potentialkräfte abgebildet. Der verwendete EVB (Empirical Valence Bond) Ansatz ermöglicht dynamisches Brechen und Neubilden von Atombindungen zur Modellierung der strukturellen Diffusion des Grotthuss Mechanismus und der elektrochemischen Entladung eines Protons an der Metalloberfläche.
Dabei werden zwei empirische Valenzzustände für den Austausch von Wasserstoffatomen innerhalb des Protonenclusters verwendet und sieben Zustände, um die Wechselwirkung mit der elektrokatalytischen Oberfläche darzustellen und die Entladung des Protons zu ermöglichen. Diese vereinfachte Herangehensweise ermöglicht ein statistisch aussagekräftiges Sampling der Volmer-Reaktion.
Es kann gezeigt werden, dass bis zu vier disjunkte atomare Reaktionsmechanismen auftreten können, nach denen die Entladung stattfinden kann. Entladungsreaktionen können demnach aus der ersten Kontaktschicht des Wassers oder der zweiten Wasserschicht erfolgen. Bei Entladungen aus der ersten Kontaktschicht liegt der Zundelkomplex in einer koplanaren Orientierung vor, während bei Entladungen aus der zweiten Schicht eine oberflächennormale Ausrichtung vorliegt, durch die eine besonders schnelle Entladung möglich wird. Die verschiedenen Mechanismen tragen in verschiedenen Systemen zu unterschiedlichen Teilen zur Gesamtentladezeit bei.
Neben den atomaren Reaktionsmechanismen wird der Einfluss von Elektrolyten und Oberflächenladungsdefekten auf die Volmer Reaktion untersucht und anhand des hier eingeführten Begriffes der "scheinbaren" Triebkraft klassifiziert. Diese scheinbare Triebkraft ist
zu unterscheiden von der elektrostatischen Triebkraft der Oberfläche und ist ein Maß für den Antrieb in den ersten ein bis zwei Wasserschichten. Sie ist maßgeblich für die Geschwindigkeit der Entladungsreaktion und bestimmt welche Reaktionsmechanismen möglich sind. Elektrolytlösungen bewirken im Allgemeinen eine Retardierung des Transportes zur Oberfläche, jedoch weisen sie die gleichen Entlademechanismen auf wie Referenzsysteme mit reinem Wasser. Ladungsdefekte in Form von adsorbierten Anionen hingegen fördern den Transport zur Oberfläche, während sie gleichzeitig die Entladungsreaktion stark verlangsamen und die Zahl der möglichen Reaktionswege reduzieren.In the work at hand the Volmer reaction, as first step of the hydrogen evolution reaction, in aqueous solution in contact with charged platinum electrodes has been investigated. Molecular Dynamics simulations including a reactive force field approach were employed.
The atomic interactions of the classical particles as well as the dynamically changing Zundel cluster are represented by conservative force potentials. The employed EVB (Empirical Valence Bond) approach enables the dynamic breaking and reformation of atomic bonds in order to model the structural diffusion of the Grotthuss mechanism and the electrochemical discharge of a proton at a metal electrode. Two empirical valence states are employed to describe the exchange of hydrogen atoms within the proton cluster. Seven states are used to describe the interaction of the proton cluster with the electrocatalytic surface in order to allow for proton discharge reactions. This simplified approach enables significant sampling of the Volmer reaction.
It can be shown that up to four disjunctive atomic reaction mechanisms can be realized for the discharge. Discharge reactions can occur out of the first or second water layer. For discharges from the first water layer the Zundel complex is coplanar to the surface, whereas it is normal to the surface if it discharges from the second water layer which enables a particularly fast reaction. All reaction mechanisms contribute differently depending on the system.
In addition to the atomic reaction mechanisms, the influence of electrolytes and surface charge defects on the Volmer reaction is investigated and classified using the term "apparent driving force", which is introduced herein. This apparent driving force is to be distinguished from the electrostatic driving force of the surface and is a measure for the driving force in the first and second water layer.
It is relevant for the speed of the discharge reaction and specifies which reaction mechanisms are possible. In general electrolytes retard the proton transport to the surface, but the realized discharge mechanisms are similar to the system with pure water. Charge defects in form of adsorbed chlorid ions in contrast promote the transport to the surface while retarding the discharge reaction and decreasing the number of possible reaction pathways
Employment strategies in Services in Comparison
In den letzten Jahrzehnten hat in vielen “Industrie“-Nationen ein Wandel hin zu Dienstleis-tungsgesellschaften stattgefunden. Im Zuge der Tertiarisierung ist in der Forschung ein ge-stiegener Flexibilisierungsbedarf von Unternehmen und die Zunahme atypischer Beschäfti-gung in Dienstleistungssektoren thematisiert worden. In einem branchen- und international vergleichenden Forschungsdesign geht diese Arbeit zum einen der Frage nach ob die Flexi-bilisierung von Beschäftigung in Dienstleistungsbranchen segmentationstheoretischen Erklä-rungen der Dualisierung von stabilen Kernbelegschaften und flexiblen Randbelegschaften folgt, oder ein Funktionswandel atypischer Beschäftigung erkennbar ist. Des Weiteren wird in einer institutionell vergleichenden Perspektive analysiert, inwiefern eine zunehmende Trans-nationalisierung von Dienstleistungsarbeit zu konvergenten Beschäftigungsstrategien der externen personellen Flexibilisierung in unterschiedlichen Beschäftigungs- und Kapitalismus-systemen führt. Die Ergebnisse verdeutlichen vor allem für wissensintensive Dienstleistungen in der Verlags- und Medienindustrie eine Internalisierung externer Arbeitsmärkte – nicht nur mit Blick auf die Beschäftigungsform der freien Mitarbeit, sondern auch für geringfügig Beschäftigte in „high-road“ Einsatzstrategien. Der Länder- und Kapitalismusvergleich zeigt, dass personalpolitische Entscheidungen von Firmen nach wie vor in hohem Maße in die in-stitutionellen Konfigurationen des jeweiligen Beschäftigungs- und Kapitalismusregimes ein-gebettet sind.In the past decades many industrialised countries such as Germany have increasingly transformed into service economies. Several researchers have stressed the increasing demand for flexibility in services as well as a growing relevance of atypical employment in this sector. Against the background of current changes in the industrial structure, occupations and employment relations this dissertation offers a comparative analysis of employment strategies in different service industries. The main research questions concern the question whether employment strategies in service industries follow a logic of segmentation distinguishing between internal core and external peripheral workers or instead display a greater functional variety with regard to the use of external workers. Moreover, it tests the commonly made assumption that the service sector is more likely to adopt flexible employment due to higher levels of uncertainty and volatility in service markets by analysing the employment strategies in different countries and capitalistic regimes. Drawing on large scale enterprise surveys of two service sectors, the call centre and the publishing and media industry, the results shed light on the internalization processes of external labour markets in knowledge intensive service work – not only in the case of freelancers but, surprisingly, also with regard to marginal part-time work used in the context of “high road” employment strategies. The international comparison of employment strategies in different capitalistic regimes confirms that institutions remain a key factor for explaining the incidence, intensity as well as deployment strategies of atypical employment in service economies