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Der Zahnstatus von Heroinabhängigen im stationären Entzug
Einleitung:
Die Arbeit untersuchte den Zahnstatus von Heroinabhängigen im stationären Entzug in Deutschland, um internationale Erkenntnisse durch Daten aus dem lokalen Versorgungskontext zu ergänzen und potenzielle Risikofaktoren zu identifizieren.
Methode:
Es wurden 100 Patienten der LWL-Klinik Lippstadt klinisch untersucht. Der DMFT-Index wurde erhoben und zwei Fragebögen zu Suchtanamnese, Mundhygiene, Zahnarztbesuchen und Zahnarztangst eingesetzt.
Ergebnis:
Der durchschnittliche DMFT-Wert betrug 16,9 und zeigte einen stark beeinträchtigten Zahnstatus. Als Hauptrisikofaktoren konnten der drogeninduzierte veränderte Lebensstil, die reduzierte Mundhygiene, eine kariogene Ernährung sowie seltene Zahnarztbesuche dargestellt werden. Zahnarztangst wirkte sich zusätzlich negativ aus.
Diskussion:
Die Ergebnisse bestätigen internationale Befunde und verdeutlichen die Notwendigkeit gezielter präventiver und therapeutischer Maßnahmen zur Verbesserung der oralen Gesundheit von Heroinabhängigen
Der Einfluss des Body-Mass-Index auf die Etablierung eines minimalinvasiven Aortenklappenprogramms
Einleitung: Ziel dieser retrospektiven Single-Center-Studie war die Untersuchung des Einflusses des Body-Mass-Index (BMI) auf Ergebnisse nach minimalinvasivem Aortenklappenersatz (MIC-AKE) via partieller oberer Sternotomie (POS).
Methoden: Eingeschlossen wurden 307 Patienten, operiert zwischen 01/2013 und 12/2015. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt: BMI < 30 kg/m und BMI 30 kg/m. Primäre Endpunkte waren 30-Tage- und 2-Jahres-Mortalität sowie Schlaganfall. Sekundäre Endpunkte umfassten u. a. Nierenversagen, Wundheilungsstörungen und Krankenhausaufenthalt.
Ergebnisse: Trotz längerer OP- und EKZ-Zeiten bei BMI 30 zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Mortalität, Schlaganfallrate oder stationärer Verweildauer.
Diskussion: MIC-AKE via POS stellt unabhängig vom BMI ein sicheres und zuverlässiges Verfahren dar
The Unity Experiment Toolbox (UNEXT) – Facilitating the design of cognitive and spatial studies
The Unity Experiment Toolbox (UNEXT) aims to support the design of cognitive and spatial experiments in the Unity game engine. It provides key features required for experiment design such as looping one or multiple scenes as experimental trials, stimulus randomization, stimulus and response data export, and the recording of demographic variables. The toolbox supports a great variety of stimulus types such as 2D images and videos, 3D scenes, 360° images and videos, VR environments, text or audio. Furthermore, it allows to present stimuli either on monitors, VR head mounted displays (HMDs) or even a combination of both. Demo scenes provide examples on how different stimulus types, distractor tasks or questionnaires can be implemented. Taken together, UNEXT provides tools that can greatly accelerate and simplify the creation of experiments in Unity. Consequentially, the benefits provided by Unity such as displaying dynamic and interactive stimuli in 2D and 3D with realistic physics and lighting models can be better utilized for cognitive and spatial research. This paper describes the most relevant features of UNEXT and how it can be implemented into a Unity project
Longitudinale Analyse des Auftretens von Polyneuropathie bei der Parkinson-Krankheit
Die Parkinson-Krankheit (PK) hat als häufigste neurodegenerative Bewegungsstörung eine hohe Relevanz. In dieser Studie wurde eine Analyse der Polyneuropathie (PNP) im Rahmen der PK im longitudinalen Verlauf erstmals durchgeführt. Hierzu wurden klinische Faktoren, laborchemische und apparative Diagnostik über den Zeitraum von zwei Jahren analysiert. Die PNP verschlechterte sich in der PNP-spezifischen Einteilung in 21,95%, von den einzelnen Nerven verschlechterte sich der N. medianus sensorisch am häufigsten (57,58%). Patient*innen mit PNP schon bei der initialen Untersuchung zeigten im Verlauf häufiger eine Verschlechterung im Montreal Cognitive Assessment (MoCA). Eine stärkere Verschlechterung des N. suralis korrelierte mit schlechterem Abschneiden im MoCA und einer stärkeren Affektion im Alltag im Parkinson’s Disease Questionnaire (PDQ-39). Die Studie hebt wichtige Schwerpunkte für das klinische Monitoring sowie Charakteristika von PNP bei PK besonders betroffener Subgruppen hervor
Enhancing internet-based cognitive behavioral therapy efficacy for social anxiety disorder
Bisherige Aufmerksamkeitsstudien wiesen keine methodische Äquivalenz auf. Zudem fehlen Untersuchungen zu Netzwerkveränderungen bei der Sozialen Angststörung (SAD) sowie zur Integration von Schaminterventionen.
Studie 1 verglich Aufmerksamkeitspräferenzen; Studie 2 (N=249) und Studie 3 (N=207) untersuchten Therapieeffekte.
Ergebnisse: Unter Angstbedingungen zeigten Probanden mit hoher sozialer Angst in Studie 1 verstärkte selbstfokussierte Aufmerksamkeit. Studie 2 wies positive Netzwerkmodifikationen durch internetbasierte KVT (ICBT) nach. In Studie 3 reduzierte die integrierte Schamintervention signifikant Scham- und Angstwerte.
Diese Arbeit untersucht erstmals Aufmerksamkeit mit methodisch äquivalenten Stimuli, analysiert SAD-Netzwerkdynamiken unter ICBT und validiert die Wirksamkeit einer Schamintervention.Previous studies investigating attention were not methodologically equivalent. Meanwhile, no study investigates SAD network changes. Moreover, integrating a shame intervention might increase the efficacy. In study 1, attentional preference were compared during various period. 249 participants in Study 2 were measured and compared, and 207 participants in Study 3 were randomly assigned into various groups. In Study 1, the HSA group directed more attention to self-related stimuli during the high anxiety condition. In Study 2, the pathological network benefited from ICBT and exhibited modification. In Study 3, Participants in the shame ICBT group experienced significant reductions in shame and anxiety levels. This study is the first to investigate attention with methodologically equivalent stimuli, examination of SAD network changes during ICBT, incorporate a shame intervention in ICBT, and validate its efficacy
A neural dynamic model for the representation and perceptual grounding of conceptual structure
Konzeptuelle Struktur (Jackendoff, 2002) ist eine mentale Repräsentation, von der angenommen wird, dass sie diversen Formen höherer Kognition zugrunde liegt, einschließlich Sprachverständnis. Die Frage, wie die neuronalen Netze des Gehirns konzeptuelle Struktur repräsentieren können und sie grundieren können (d.h., ihre Inhalte mit perzeptuellen Repräsentationen in Beziehung setzen), ist daher von hoher Bedeutung in der Bestrebung, eine neuronale Theorie von höherer Kognition zu schaffen. Um Fortschritt in diese Richtung zu machen, stellen wir ein neuronal-dynamisches Prozessmodell im Framework der Dynamischen Feldtheorie (DFT; Schöner et al., 2015) vor, welches konzeptuelle Struktur repräsentieren und perzeptuell grundieren kann. Wir demonstrieren durch Simulationen, dass das Modell berühmte Explananda höherer Kognition adressiert. Wir argumentieren für das Modell mit empirischer Evidenz und vergleichen es mit verwandten Ansätzen.Conceptual structure (Jackendoff, 2002) is a mental representation hypothesized to underlie various forms of higher cognition, including language understanding. The question of how the neural networks of the brain may represent conceptual structure and perceptually ground it (i.e., link its content to perception and action to facilitate understanding) is thus of substantial importance in our pursuit of a neural theory of higher cognition. To make progress in this direction, we propose a neural dynamic process model within the framework of Dynamic Field Theory (DFT; Schöner et al., 2015), which may represent and perceptually ground conceptual structure. We demonstrate through simulations of the model that it can account for famous explananda of higher cognition. We argue for the model through empirical evidence and compare it to related approaches
Representations and quantizations of parabolic subalgebras
Maximal parabolische Unteralgebren von ungetwisteten affinen Kac-Moody Algebren wurden im Kontext der Borel-de Siebenthal Theorie in [CKO18] studiert. In dieser Arbeit erweitern wir diese Perspektive auf nicht-maximal parabolische Unteralgebren und führen eine analoge quantisierte Version -genannt parabolische quanten-affine Algebra- ein. Die Definition bezüglich der Drinfeld-Jimbo Darstellung der Algebra ist dabei offensichtlich. Die Realisierung bezüglich Drinfelds zweiter Darstellung hingegen erfordert die Einführung von Quantenwurzelvektoren nicht nur zu einfachen Wurzeln, sondern auch zu einer gewissen nicht-einfachen Wurzel. Weiter konstruieren wir eine PBW-artige Basis, geben eine zweite Dreieckszerlegung an und untersuchen die Wirkung der Zopf-Gruppe auf den Cartananteil der Algebra durch Lusztig-Automorphismen. Schließlich klassifizieren wir die endlich-dimensionalen irreduziblen Darstellungen (mit einer technischen Einschränkung auf die oben genannte nicht-einfache Wurzel)
Rauchen als kritischer Umweltfaktor in der Multiplen Sklerose
Die Rolle von Nrf2 als antioxidativer und neuroprotektiver Transkriptionsfaktor in der EAE.
Einleitung: Rauchen ist ein Risikofaktor bei Multipler Sklerose (MS). Diese Arbeit untersucht den antioxidativen Faktor Nrf2 unter Rauchexposition in der EAE.
Methode: Wildtyp- (WT) und Nrf2-Knockout-Mäuse (Nrf2-KO) wurden nach EAE-Induktion täglich Zigarettenrauch oder Raumluft ausgesetzt. Bewertet wurden klinischer Verlauf, Demyelinisierung und axonaler Schaden sowie Immunzellphänotyp.
Ergebnisse: Nrf2-KO-Mäuse zeigten schwerere Krankheitsverläufe als WT-Mäuse. Unter Rauchexposition wiesen Nrf2-KO-Tiere signifikant stärkere Demyelinisierung und axonalen Schaden auf als WT-Tiere oder Nrf2-KO-Kontrollen ohne Rauchexposition. WT-Mäuse kompensierten die Rauchbelastung histologisch besser. Nrf2-Defizienz führte zudem zu frühen Veränderungen im Immunsystem.
Diskussion: Nrf2 wirkt in der EAE neuroprotektiv. Es ist essenziell, um zusätzlichen oxidativen Stress durch Rauchen im ZNS zu kompensieren
Analysis of the process between 4 and 5GeV at BESIII and investigations on enhanced timing with SiPMs
In dieser Arbeit wurden Daten des BESIII-Experiments zur erstmaligen Bestimmung des Born-Wirkungsquerschnitts für den Prozess bei Schwerpunktsenergien zwischen 4 und 5 GeV verwendet, für welchen Werte zwischen 7,02 pb und 20,84 pb resultieren. Ebenso wurde der Prozess für die Suche nach einem Vektor-Glueball genutzt, der mit einer Masse von etwa 3,8 GeV/c sowie dominanten Zerfallskanälen in vorausgesagt wurde. Da kein signifikantes Signal des Glueballs beobachtet werden konnte, wurde eine obere Grenze bestimmt, deren Werte zwischen 0,04 pb und 1,29 pb liegen. Des Weiteren wurde die Einzelphotonen-Zeitauflösung (SPTR) von kommerziell erhältlichen Silizium-Photomultipliern (SiPMs) untersucht. Durch die präzise Digitalisierung der SiPM-Signale und anschließender Signalverarbeitung, konnten SPTR-Werte von bis zu 63 ps für die SiPM-Typen PM3350 und S4N44 erreicht werden, was zu den besten bisher veröffentlichten Ergebnissen für kommerzielle SiPMs zählt
Querschnittsuntersuchung zur Charakterisierung der Knochengesundheit und physischen Fitness bei Jungen, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit dem Klinefelter-Syndrom
Das Klinefelter-Syndrom (KS) ist die häufigste Chromosomenaberration des männlichen Geschlechts. Ziel dieser Arbeit war es, die Knochengesundheit und physische Fitness bei jüngeren Menschen mit KS zu charakterisieren. Bei 20 Teilnehmern mit KS im Alter von 16,10 Jahren wurden klinische und biochemische Parameter erhoben. Darüber hinaus unterzogen sich die Teilnehmer einem kardiopulmonalen Belastungstest. Die Knochendichte (BMD) wurde altersabhängig mittels Dual Energy X-Ray Absorptiometrie bzw. der Bone Health Index (BHI) ermittelt. Die Körperhöhe, der BMI und die Handgriffkraft waren altersentsprechend. Die Daten zeigen bei KS-Teilnehmern eine deutlich verminderte kardiopulmonale Leistungsfähigkeit sowie eine niedrig-normale Knochendichte trotz unauffälliger Knochenstoffwechselparameter. Eine verminderte Alltagsaktivität könnte aufgrund einer reduzierten physischen Fitness zu einer reduzierten Beanspruchung des Knochens führen, welche sich in einer Reduktion der Knochenmasse äußert