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    „Rationale“ Reform und religiöses „revival“ im kolonialen Indien

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    Die nationalistische Bewegung im kolonialen Indien war gekennzeichnet durch die Entstehung zahlreicher Reformbewegungen, deren Exponenten sich einerseits mit der Gesellschaftskritik seitens Kolonialbeamten, Missionaren und Utilitaristen auseinandersetzten, andererseits – zu Zwecken der Emanzipation und Abgrenzung von den Briten − eine Revitalisierung ihrer eigenen „Tradition“ und Werte forcierten. Religion stellte hierbei eines der zentralen Elemente reformatorischer Bestrebungen dar. Religiöses „revival“ auf der Basis eines ausgeprägten „golden-age“-Denkens stand einer neuen „Rationalität“ – bedingt durch die Einflüsse englischer Bildungsinstitutionen und des Zeitalters der sogenannten „Moderne“ − mitunter diametral gegenüber. Das vorliegende Essay untersucht dieses vermeintlich antagonistische Verhältnis von „rationaler“ Reform und religiösem „revival“ anhand des Wirkens einiger zentraler Akteure der Reforminitiativen des 19. Jahrhunderts. Unter Berücksichtigung der kolonialen Periode und der inhärenten Austauschprozesse zwischen Indern und Briten sollen Schnittstellen zwischen diesen, zum Teil konträren Positionen aufgezeigt werden. Hierbei soll näher beleuchtet werden, wie die Politisierung von Religion, die Rückbesinnung auf „Tradition“ und das Streben nach „Moderne“ und „Rationalität“ ein quasi symbiotisches Verhältnis eingingen – mit dem Ziel, dem „Westen“ auf Augenhöhe zu begegnen und sich aus kolonialer Unterdrückung zu befreien. Anhand einiger Beispiele soll zudem veranschaulicht werden, weshalb insbesondere Religion in diesem Kontext eine zentrale Rolle einnahm

    Zeitenwende im Pazifik: Der Aufstieg Chinas

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    China agiert als Weltmacht, die sich bemüht, den Einfluss der USA und seiner Verbündeten im Pazifik einzuschränken. Deutlich wurde dies auf dem von Rivalität und Spannungen geprägten Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC im November 2018 in Papua-Neuguineas Hauptstadt Port Moresby. US-Vizepräsident Mike Pence überzog China mit Vorwürfen. Es wolle eine autoritäre und repressive Weltordnung etablieren, in der Staaten durch die Seidenstraßen-Initiative in die Schuldenfalle und Abhängigkeit getrieben werden. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hofierte stattdessen auf einem Sondertreffen seine pazifischen Partner. Der vorliegende Beitrag widmet sich den wirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Aspekten von Chinas Aufstieg in der Region. Zudem werden die sicherheitspolitische Rivalität mit anderen Staaten in der Region und die »Belt & Road«-Initiative angesprochen

    Die Śaṅkarācāryas und das Śarannavarātrī-Fest von Śṛṅgerī: Zur Performanz von Sakralität und Macht in einer südindischen Tradition

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    Religiöse Führer und Würdenträger vereinen in ihrer Person sowohl Formen von Heiligkeit als auch von Macht. Häufig war und ist die Macht keineswegs auf den Bereich des Religiösen beschränkt. Religiöse Würdenträger sind gleichzeitig territoriale Fürsten, Staatsoberhäupter, Vorsitzende von Stiftungen oder Firmen. Häufig ist das mit ihnen verbundene Zeremoniell von höfischen Herrschaftsritualen beeinflusst oder stimmt sogar mit diesen überein. Aus transkultureller Perspektive werden ähnliche Strukturen und Dynamiken sichtbar. Im Zentrum der folgenden Ausführungen stehen die Śaṅkaracāryas von Śriṅgerī. Diskutiert wird, welche Faktoren zur Erzeugung oder Etablierung der spezifischen Form von Macht, die hier zweifelsohne vorliegt, beitragen. Solche Faktoren sind Protokoll und Etikette, normative Vorstellungen bzw. die indigene Theorie der Macht, Qualifikation bzw. Eigenschaften und Fähigkeiten des Machthabenden, göttliche Auserwähltheit und Nähe zur Gottheit, ungebrochene Lehrer-Schüler-Tradition und rituell-zeremonielle Performanz in engerem Sinne, wobei Spatialität, Habitus, Aufmachung und Insignien des Machthabenden besonders wichtig werden. Die Machtfaktoren werden in Handlung, Wort, Bild und Schrift, live und in Medien öffentlich performiert und es ist wesentlich für den Erhalt der Macht, dass das Publikum, die Anhänger, die Gläubigen, diejenigen, die das Gegenüber der Machthaber und ihrer Akteure bilden, immer wieder von neuem mit diesen Faktoren in Berührung kommen

    Framing a Sikh Priest: A Bourke-White Photograph in Changing Contexts

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    Der Fotografie haftet die Aura des ‚Wahren‘ an – der Tatsache zum Trotz, dass die Vorstellung vom Foto als Abbild der ‚Realität‘ in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Frage gestellt bzw. widerlegt worden ist. Die Fluidität visueller Bedeutung wird heute als selbstverständlich angesehen. Gerade im digitalen Zeitalter hat die steigende Flut von Bildern in einer vielgestaltigen Medienlandschaft dazu geführt, dass Bilder immer wieder in einen neuen Rahmen gestellt werden. Sie befinden sich in einem kontinuierlichen Prozess der De- und Re-Kontextualisierung, der die Macht hat, ein Bild aller vorhergehender Konnotationen zu berauben. Im Folgenden möchte ich zeigen, wie diverse neue Kontextualisierungen eines Fotos der US-amerikanischen Fotojournalistin Margaret Bourke-White dazu geführt haben, dass das Bild stetig uminterpretiert wurde. Dazu folge ich der Reise des Bildes durch unterschiedliche Medien über einen Zeitraum von 60 Jahren hinweg. Das Foto, das einen Sikh-Priester zeigt, entstand im Jahr 1946, als Bourke-White zum ersten Mal im Auftrag der Zeitschrift Life nach Indien reiste. Nach der Erstveröffentlichung in Life erschien es in Bourke-Whites Erinnerun-gen, wanderte von dort weiter in ein Online-Archiv, in die illustrierte Ausgabe des Romans Train to Pakistan, um schließlich 2006 in einer Rezension dieser Ausgabe beschrieben zu wer-den. Auf jeder dieser Stationen wird das Foto mit neuen Konnotationen versehen und neu interpretiert, bis schließlich aus dem Sikh-Priester in der letzten Lesart ein ‚blutrünstiger Irrer‘ geworden ist. Der folgende Artikel, der u.a. auf Roland Barthes’ Essay The Photographic Message (1961) Bezug nimmt, zeigt, wie der dem Bild beigegebene Text und das Layout die Bedeutung des Fotos beeinflussen. Die Analyse dreier konnotativer Ebenen, die durch ihre ‚Nähe‘ zum Bild bestimmt werden, zeigt uns, wie dem Protagonisten des Fotos im Prozess der Neu-Kontextualisierung immer wieder in neue Rollen zugewiesen werden. Der Interpretationsspielraum – vom heiligen Mann bis zum Mörder – verweist einmal mehr auf die Unzuverlässigkeit visueller ‚Wahrheiten‘

    India’s Growing Trade Relationship within South Asia: Reflections from Trends of the Recent Past

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    India is a crucial player in South Asia; its trade with neighbouring countries is the major driver of growth in the region. The study examines the role of India in expanding trade relations within the South Asian region. The goal of this study is to investigate how India’s individual relations with other countries of the South Asian Association for Regional Cooperation can enhance growth of the region. The focus is on exports, imports, trade balance, and major goods exchanged between India and individual countries, based on the latest data (2013-19). The study then analyses the hurdles that India faces in expanding trade. The discussion further dwells into potential areas wherein opportunities can be created to enhance the trade. The study concludes with a comparison between the South Asian Free Trade Agreement (SAFTA) and the ASEAN Free Trade Agreement (AFTA), focusing on how the former can draw lessons from the latter

    Act East and Indo-Pacific: Assessing the responses from ASEAN

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    The Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) plays a central role in India’s Act East Policy (AEP). After Prime Minister Narasimha Rao, who envisioned India’s Look East Policy in the early 1990s, subsequent Indian prime ministers have been following the trend of placing ASEAN in the centre of India’s engagements in the Asia-Pacific. As India has shown more enthusiasm to be a strong stakeholder in the Asia-Pacific (and, in the Indo-Pacific) in recent years, developments like Quadrilateral consultation forum (Quad) needs to be examined in order to understand the implications of such actions, especially from the perspectives of ASEAN member-states. This will help in understanding the future trajectory of India’s AEP and its approach towards the Indo-Pacific. So far, several ASEAN heads of state have expressed their scepticism about the formation and objectives of the Quad forum. This scepticism has actually motivated India and its Quad partners to invite other countries to join the forum and convert it into a consultation grouping. Against this backdrop, this paper analyses various aspects related to ASEAN’s responses towards India’s take on the Indo-Pacific

    The myth of Pakistan acting as ‘protector’ of the Kashmiri people

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    Since the end of the British colonial rule over the Indian subcontinent in 1947, the subsequent restructuring of the political map of the region, and the transfer of power to the successor states, the former principle state of Jammu & Kashmir (J&K) turned into the major flashpoint in South Asia. Despite the fact that the then ruler of J&K declared its accession to India, Pakistan not only illegally holds large parts of the territory but also questions India’s legitimate claims over said territory and tries to systematically destabilise Kashmir, the region under New Delhi’s administration. Islamabad did realise that the dispute over Kashmir is in a political stalemate. Furthermore, Pakistan was not only defeated in all conventional armed confrontations with India but also was forced to realise that a military ‘solution’ is impossible due to the tremendous asymmetries in available economic and financial resources. In consequence, Pakistan started a three-fold strategy in its Kashmir approach: (1) To support destabilising activities in the Indian state of Jammu and Kashmir; (2) To portray India on the international level as a repressive force in Kashmir forced to conduct extra-ordinary security measures so as to maintain law and order; and (3) To portray itself as a ‘protector’ of the Kashmiri people. This article argues that there is a clear discrepancy between the Pakistani government’s claims and true ambitions when it comes to the well-being of the Kashmiri people. The Pakistani leadership claims to be the ‘champion of the right to self-determination’ and other political freedoms as well as human rights of the Kashmiri people. Yet Islamabad denies these same rights to the citizenry living within its own administration – in Kashmir and elsewhere. It also systematically suppresses local communities. It seems clear that Pakistan’s Kashmir agenda only aims to destabilise India, challenge its territorial integrity and target the basis of India’s statehood, governance and political identity as a democracy. Furthermore, Pakistan is not interested in the improvement of the social and economic conditions among Kashmir’s citizenry but in the region’s resources. In short, Islamabad’s role in the Kashmir imbroglio needs a comprehensive clarification and contextualisation

    India votes in 2019: A trendsetter for majoritarian politics and populism

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    This SADF Focus outlines the onset of the 17th General Elections in India between the Bharatiya Janata Party (BJP) and the Grand Coalition of parties, which includes the Congress. Political campaigns currently swing between divergent areas – we witness a great variety of promises, including ‘India/Hindu First’ propaganda and strong promises related to poverty removal, promise of employment, and others. Come this 23rd May, the counting of votes would define a choice between majoritarian politics and populism

    Timor-Leste: 20 Years of Freedom

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    Together with international guests, East Timorese celebrated in 2019 the 20th anniversary of the referendum for independence and the multinational mission of the International Force East Timor (INTERFET). They praised Timor-Leste‘s path to peace, stability and democracy. Monika Schlicher and Maria Tschanz gathered some reflective voices in Timor-Leste

    Hongkong und seine Identitäten

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    Seit dem Sommer 2019 ereignen sich in Hongkong die schwersten Bürgeraufstände nach den linken Unruhen von 1967. Mit dem Widerstand der Zivilgesellschaft gegen die wachsende Kontrolle Pekings stellt sich die ehemalige britische Kronkolonie gegen eines der stärksten autoritären Regime überhaupt und bringt eine erneuerte Identität der Stadt zu Tage. Diese könnte sich als Zeichen für die eigentliche Dekolonialisierung Hongkongs erweisen

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