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Dienstreisen in Zeiten des Krieges. Wilhelm Pinder als Kulturbotschafter des Deutschen Reiches
Allievi, seguaci, imitatori e avversari - l'impronta marattesca nella pittura romana del Settecento e il suo tramonto
Zeit und Ewigkeit bei Nicolas Poussin. Zur Bitte des Phaeton um den Sonnenwagen Apolls in der Berliner Gemäldegalerie
Tizians Ecce Homo im Werkstattkontext
Die Abschlussarbeit "Tizians Ecce Homo im Werkstattkontext" thematisiert Darstellungen der Ausstellung Christi aus der Werkstatt Tizians.
Das Sujet der nahansichtigen Ecce-Homo-Gruppe aus Christus, Pontius Pilatus und ein bis zwei Schergen wurde von Tizian und seinen Mitarbeitern Mitte des 16. Jahrhunderts oft wiederholt und variiert. Die verschiedenen Fassungen des religiösen Andachtsbildes gehen vermutlich auf ein verlorenes Original zurück und eröffnen Fragen zur Bildfunktion, Auftragslage sowie zur Organisation der Werkstatt.
Eingangs erfolgt eine ikonographische Untersuchung des Bildthemas, indem entsprechende Textgrundlagen wie etwa Passagen aus der Passionsgeschichte hervorgehoben und auch Bildtraditionen erläutert werden. Anschließend wird der Aufbau von Tizians Werkstatt thematisiert, der simultane und zeitnahe Anfertigungen von Gemälden erst ermöglichte.
Nach der fiktiven Rekonstruktion eines möglichen Modells des dreifigurigen, nahansichtigen Ecce-Homo unter Berücksichtigung der Ikonographie sowie möglicher Vorbilder und Nachfolger, geht es um die Wiederholungen von Tizians spätem Ecce Homo. Die Aufarbeitung bedeutet zugleich eine Darlegung der Forschungsgeschichte, innerhalb der die Diskussion über die Funktion und Verwendung der Werkvorlage eine bedeutende Rolle einnimmt.
Im Hauptteil der Arbeit erfolgt anschließend die Nennung, Beschreibung und Interpretation der überlieferten Ecce-Homo-Kopien von bzw. nach Tizian. Hierbei werden insbesondere Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet, woraus sich eine Einteilung in Gruppen ergibt. Abgesehen von prominenten, in der Forschungsliteratur vielfach diskutierten Fassungen wie etwa der im Saint Louis Art Museum in Missouri oder im Madrider Prado, wird insbesondere die Göttinger Version eingehend analysiert und interpretiert.
Das Göttinger Exemplar aus der Schule Tizians, das im Gegensatz zu anderen Kopien dieser Art in der Forschungsliteratur bislang wenig Beachtung erfahren hat, befindet sich seit 1902 im Besitz der universitären Kunstsammlung. Nach einer eingehenden Beschreibung des Bildaufbaus, aber auch des Zustands, wird die Provenienz- und Forschungsgeschichte näher erläutert. Bevor es zu einem Fazit kommt, wird das Werk des Weiteren mit verwandten Version aus Dresden in Bezug gesetzt
Gewagte Moderne : die Gewändeskulpturen des Westportals von Guy Charlier, Theo Heiermann und Elmar Hillebrand
William Blakes Laokoon von 1826-27. Versuch einer Entschlüsselung
William Blakes Kupferstich von 1826-27 enthält neben der Abbildung der Laokoon-Gruppe eine große Anzahl von Aphorismen, die systematisiert und interpretiert und dann hinsichtlich ihrer Funktion für das Gesamtbild untersucht werden. Die These lautet, dass mit der Interpretation des "Laocoon"-Blattes von 1826-27 ein hermeneutischer Schlüssel zu Blakes Kunstauffassung gefunden ist. Bild und Wort sind für ihn Zeichen eigener Art und nicht miteinander kompatibel. Sie entstammen aber der gleichen Quelle. Der gemeinsame Urgrund von Dichtung und Bildschöpfung ist die sich im Innern abspielende Inspiration, von Blake gleichgesetzt mit einer religiösen Eingebung. Das Ziel der Kunst mündet in der Rückführung zu diesem Urgrund - der selbst inspirierte Künstler setzt mit seinen Bildern und Worten äußere Zeichen, durch deren Vermittlung er bei denen, die den Bildern und Worten begegnen, den Prozess des innern Erkennens in Gang setzt.
Blakes unkonventionelles Denken verbindet sich mit einer teilweise befremdlichen Ausdrucksweise, die auch den Horizont seiner christlichen Sozialisation widerspiegelt. Trotz vieler Anspielungen auf die Bibel ist seine Religiosität nicht an die Bibel gebunden, ihm steht die Inspiration an höchster Stelle. Dabei gelingt es ihm, die Inspiration der biblischen Propheten gleichzusetzen mit der Inspiration des Künstlers, und sowohl Kunst als auch Religion nach dem Maßstab zu beurteilen, ob sie der Inspiration nah oder fern sind.
Die Grundlinien dieses Denkens aufzuzeigen ist das Ziel des vorliegenden Aufsatzes, und insofern sind die Ausführungen als eine Art "Blake-Propädeutik" zu verstehehn