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Magdalena mit Bundeszeichen im Garten der Lüste von Hieronymus Bosch – und bei Godefridus Schalcken?
Profesor Zdzisław Żygulski junior - wspaniały człowiek, wielka osobowość, muzeolog, badacz dawnej broni, sztuki orientalnej i malarstwa europejskiego
Sex mit dem Sünder. Überlegungen zu Rembrandts Darstellung von Sexualität und Geschlechtlichkeit am Beispiel ausgewählter Radierungen
Die Computertomographie als Untersuchungs- und Dokumentationsmethode zur Bearbeitung frühmittelalterlicher Fundkomplexe
Angesichts eines immer größer werdenden Fundaufkommens und begrenzter Mittel steht die archäologische Denkmalpflege vor der Schwierigkeit einer zeitnahen Auswertung und wissenschaftlichen Vorlage des Fundmaterials. Insbesondere trifft dies aufgrund der enormen Anzahl an Funden auf frühmittelalterliche Gräberfelder zu. Ein großer Teil der Objekte wird aufgrund ihres Zustands oder einer komplexen Fundsituation in Blockbergungen geborgen, deren konventionelle Aufarbeitung nur mit einem hohen Zeitaufwand zu bewerkstelligen ist. Innerhalb dieser Arbeit konnte erstmals anhand über dreihundert Blockbergungen aus dem Gräberfeld Lauchheim „Wasserfurche“ der Einsatz der Computertomographie überprüft werden, um die Aufarbeitung des Gräberfeldes zu beschleunigen. Ausschlaggebend für die Aussagekraft der Daten ist deren Qualität, die durch die Auflösung, den Kontrast und mögliche Messartefakte bestimmt wird. Beeinflusst werden diese Faktoren wiederum durch die Größe der zu untersuchenden Objekte bzw. Blockbergungen, deren Materialzusammensetzung sowie die Messparameter und die apparative Ausstattung. Angewendet wurden neben der Mikro-Röntgencomputertomographie, die Submikro-Röntgencomputertomographie zur Untersuchung kleinerer Objekte und die Computertomographie mit Neutronen, die sich besonders für die Untersuchung organischer Materialien eignet. Der methodische Ansatz bestand darin, die zentralen Anforderungen für eine Objektansprache, wie die Visualisierung der unterschiedlichen Funde und die Materialbestimmung sowie die Stratigraphie in den Blockbergungen zu untersuchen. Hierdurch konnte bestätigt werden, dass eine beschleunigte Aufarbeitung der Funde in ausreichender Qualität möglich ist. Gewisse Einschränkungen bestehen in einigen Fällen für die Materialbestimmung und für die Visualisierung stark fragmentierter Funde. Zudem ist die Ermittlung der Farbgebung nicht möglich, weshalb beispielsweise Perlen geborgen werden müssen, um ihre Farbe zu bestimmen. Diesen Einschränkungen stehen Informationen gegenüber, die anhand der Methode nichtinvasiv gewonnen werden können, was auf herkömmliche Weise nur destruktiv möglich ist. Zu nennen sind hier weitreichende Erkenntnisse zu Materialeigenschaften und Herstellungstechniken. So konnte die Merkmalsbasis des Klingenaufbaus frühmittelalterlicher Spathen erheblich erweitert und in Blockbergungen und an Eisenobjekten mineralisiertes Holz holzanatomisch und dendrochronologisch untersucht werden. Zudem wurden stark korrodierte und/oder filigrane Metallfunde sowie an Metallfunden mineralisierte organische Materialien dokumentiert. Darüber hinaus ließen sich Informationen zur Konstruktion und Oberflächengestaltung von Metallfunden sowie zur Legierungszusammensetzung und Herstellungstechnik von Kupferlegierungen gewinnen
Japan durch die Augen eines deutschen Kunsthistorikers gesehen: Die Fotografien von Dietrich Seckel, 1936-1942
Von 1936 bis 1947 unterrichtete Dietrich Seckel (1910-2007) als junger Lektor die deutsche Sprache in Japan. Als 26 jähriger Mann spielte diese Periode eine entscheidende Rolle in seiner Entdeckung der ostasiatischen Kunst im Allgemein und der japanischen Kunst im Besonderen. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland unterrichete er Kunstgeschichte Ostasiens an der Universität Heidelberg und wurde ab 1965 zum ersten Lehrstuhlinhaber des Faches ostasiatische Kunst. Nach seinem Tod im Jahr 2007 erhielt die Diathek des Instituts das Vermächtnis von fast eintausend Fotografien, die Seckel im Laufe seines Japanaufenthalts aufgenommen hatte. Diese Bilder bieten einen reichen, vielfältigen und häufig bewegenden, visuellen Bericht eines Deutschen im Japan der Vor- und Kriegszeit.
Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit der Analyse dieses fotografischen Bestands, der 2015 vollständig digitalisiert wurde und der jetzt u.a. auf der digitalen Bilddatenbank HeidIcon der Universitätsbibliothek einsehbar ist. In drei Kapiteln ist das Ziel der Arbeit dieses „Dietrich Seckel Archiv“ zu untersuchen, zu kategorisieren und in historischer und kunsthistorischer Hinsicht zu kontextualisieren. Dafür ist die Berücksichtigung des gesamten analogen Fotomaterials inklusive deren Verpackung sowie der Primärquellen des Seckel-Nachlasses von besonderer Bedeutung. Ein Schwerpunkt liegt auf dem, so weit möglich, Abgleich von Fotos und Briefen, die Seckel an seine Mutter zwischen 1936 und 1941 schrieb. Beide Medien ergänzen sich und sind untrennbar miteinander verbunden.
Die Briefe enthüllen und erklären den Sinn von jedem Bild und erlauben diese Fotos in mehrere ikonografischen Kategorien einzuordnen. Alltag-, Natur- und Architekturaufnahmen, die diesen Bestand bestimmen, zeigen einerseits ein Beispiel der Amateurfotografie in Japan in dieser Zeit und andererseits die Wichtigkeit der Fotografie als Hilfe für die wissenschaftlichen Schriften des künftigen Kunsthistorikers Seckel, die aus seiner ersten Untersuchungen der japanischen Architektur resultierten.
Der Bildanhang der Masterarbeit stellt eine Auswahl von mehr als 240 fortlaufend nummerierten Fotos von Seckel zum Text der Arbeit, zu denen etwa 30 Fotos zeitgleicher Amateurfotographen in Japan hinzukommen. Dazu finden sich auch Abbildungen aus wissenschaftlichen Schriften Seckels, die seine publizierten Fotos zeigen, sowie drei Übersichtskarten Japans mit Orten, die Seckel zwischen Anfang 1937 und August 1941 besichtigte
Jean Fouquet und seine Miniaturen in den Grandes Chroniques de France
Das Thema dieser Arbeit über die Miniaturen des französischen Malers Jean Fouquet in den Grandes Chroniques de France des späten 15. Jahrhunderts ist die Frage, inwieweit sich seine Bildnisse an den Kriterien der späteren Historienmalerei messen lassen. In der Kunst Fouquets, die wie jede andere nicht ohne ihren historischen Hintergrund zu verstehen ist, spiegelt sich ein tiefgreifender Wandel in Frankreich wieder, dessen Zeuge der Maler wurde. "Nach der endlosen Klage über die Vergänglichkeit des Irdischen und die Zwecklosigkeit des Daseins, die das ausgehende Mittelalter erfüllte, (...) war man reif für eine das Leben bejahende Einstellung und Darstellung" (1). Die alte, hierarchische Weltordnung, die das Diesseits nur als notwendige Vorbereitung der eigentlichen Existenz im Jenseits begriff, wurde vom erwachenden Individualismus der humanistischen Renaissance abgelöst.
Der besondere Reiz des unter der Signatur "ms. francais 6465" (2) in Paris aufbewahrten Exemplares liegt in dem glücklichen Zusammentreffen des wohl bedeutendsten französischen Malers mit dem wichtigsten Werk der französischen Geschichtsschreibung in dieser Zeit. Um dieses außergewöhnliche Zusammentreffen verstehen zu können, stehen eine kurze Biographie des Künstlers und eine Erklärung der Grandes Chroniques zu Beginn der Arbeit. Anschließend werden zwei, exemplarisch ausgewählte Miniaturen – die Einnahme Avignons als Ereignisbild und die Huldigung Philipps als höfisches Repräsentationsbild – stellvertretend für zahlreichen anderen Bilder der Chronik beschrieben und analysiert. Im darauf folgenden Kapitel über das Historienbild wird anhand einer allgemeinen Definition, einem kurzem Überblick ihrer Geschichte und der historischen Entwicklung eine, dem Umfang dieser Arbeit entsprechend rudimentäre Grundlage für den folgenden Vergleich gebildet. Abschließend werden im letzten Kapitel die zuvor in den beiden Miniaturen ausgearbeiteten spezifischen Merkmale der Malerei Fouquets den strengen Regeln der Historienmalerei gegenübergestellt, um Parallelen und Gegensätze deutlich herauszustellen.
(1) Wescher, Paul: „Jean Fouquet und seine Zeit“, Basel, 1947, S.14.
(2) In der Bibliothèque nationale in Paris