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Den Baufugen sei Dank – Die Rekonstruktion einer Kapelle in der Klosterkirche in Germerode
Innerhalb einer Gruppe von Bauten, die in der Forschung bislang als „Lippoldsberger Gruppe“ bezeichnet wurde, stellt die Klosterkirche des ehem. Prämonstratenserinnenklosters in Germerode einen der wichtigsten Vergleichsbauten zur ehem. Benediktinerinnenklosterkirche in Lippoldsberg dar. Die Lippoldsberger Kirche weist an ihrer Südseite zwischen Turm und Südseitenschiff einen Annexbau auf. Dieser sich am Außenbau deutlich als eigenständiger Baukörper abzeichnende, im Inneren zweigeschossige Bauteil wird über ein schmales Tonnengewölbe an das Seitenschiff angeschlossen. Das Erdgeschoss des Annexes ist kreuzgratgewölbt. Sein Obergeschoss war bauzeitlich ausschließlich über die Treppe im Südturm zugänglich. Der Raum kommunizierte jedoch einst, wie sich während der Restaurierungen gezeigt hat, durch eine rundbogige Öffnung, ein Fenster oder eine Tür in der Ostenwand, mit dem Südseitenschiff. Innerhalb der „Lippoldsberger Gruppe“ war bisher kein weiterer vergleichbarer Annex bekannt.
Im Gegensatz zu Lippoldsberg wurden in Germerode im Laufe des 18. Jahrhunderts Teile des nördlichen und – für uns besonders von Interesse – des südlichen Seitenschiffes abgerissen. Vom ausgehenden 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden Zeichnungen mit Vorschlägen zur Wiederherstellung des mittelalterlichen Zustandes.
Zum Glück jedoch wurde niemals mit rekonstruierenden Maßnahmen begonnen, so dass sich bis heute Baufugen im Mauerwerk zeigen, die auf eine besondere Zugänglichkeit und Nutzung des oberen Südturmgeschosses hindeuten. Die Forschungen der Verfasserin im Rahmen des Dissertationsprojektes an der Ruhr-Universität Bochum zeigen nun, dass nicht nur ein benutzbares Turmobergeschoss in Germerode vorhanden war, sondern, dass darüber hinaus ein zweigeschossiger Annexbau zwischen dem Südturm und dem Südseitenschiff rekonstruiert werden muss. Diese Erkenntnis verstärkt die Nähe im Hinblick auf die Ausbildung einzelner Bauteile und Architekturmotive, die den beiden Bauten in der Forschung attestiert wurde.
Der vorliegende Beitrag skizziert die Baugeschichte der Germeroder Klosterkirche, die Zerstörungen des 18. Jahrhunderts und die Rekonstruktionsvorschläge des 19. Jahrhunderts. Insbesondere die heute noch sichtbaren Befunde werden ausführlich besprochen. In der Kombination der verschiedenen Überreste des früheren Zustandes lässt sich das ursprüngliche Volumen des verlorenen Baukörpers rekonstruieren. Dieser bildet ein wichtiges Vergleichsbeispiel für die Fragen der liturgischen Nutzung des Annexes aber auch der angrenzenden Räume im westlichen Bauteil in Lippoldsberg
Art Historical Slide Collections. A Media Archaeology
The poster sketches a media archaeological approach to the subject of art historical slide projection. As one of the most important tools in art historical education, slide projection was not only involved in producing but also in canonizing knowledge. By giving three examples of the first important German picture agencies (Bruno Meyer, Franz Stoedtner, E. A. Seemann), which all of them were specialized in Art History, specific research issues on the visual history of the academic field are identified
Bestimmung prozessrelevanter Eigenschaften für die Gefriertrocknung in der Nassholzkonservierung
Organische Materialien erhalten sich unter Sauerstoffabschluss, beispielsweise in Seen und Mooren, aber auch unterhalb des Grundwasserspiegels in Stadtkernsiedlungen. Hier sind nur wenige Mikroorganismen lebensfähig, die das organische Material abbauen. Aufgrund der Seltenheit dieser Fundplätze und der darin erhaltenen Feuchtbodenfunde spielen diese Orte eine Schlüsselrolle in der archäologischen Forschung. Das Aufkommen von organischen Materialien in den Seeufersiedlungen um die Alpen und deren unermessliches Forschungspotential war ein Grund für die Aufnahme der Fundplätze in die Liste der Welterbestätten der UNESCO. Damit sind diese Fundstellen besonders schützenswert und deren Fundmaterialien müssen so gut wie möglich für nachfolgende Generationen bewahrt werden.
Wegen des hohen Abbaugrads werden die Funde mit speziellen Verfahren, der Gefriertrocknungsmethode, für die Zukunft konserviert. Dabei werden die Funde zunächst mit einer wässrigen Lösung imprägniert und anschließend wird den Objekten durch Sublimation das enthaltene Restwasser entzogen. Angesichts des hohen apparativen Aufwandes und des hohen Energieverbrauchs stellt sich die Frage nach einer Optimierung des Verfahrens. Im Zuge der Arbeit wurde die Gefriertrocknungsmethode untersucht, abhängig von den verwendeten Konservierungsmitteln. Die Auswahl der Konservierungsmittel konzentrierte sich auf hochmolekulare Polyethylenglykole (PEGe) und deren Mischungen mit niedermolekularen PEGen, Saccharose und Zuckeralkohole (D-Mannitol, Lactitol MC und Trehalose), das Polyvinylpyrrolidon Luviskol K30 sowie die Hydroxypropylcellulose Klucel EF. Zunächst stand die Analyse der Konservierungsmittellösungen im Vordergrund. Hier wurden der pH-Wert, die Oberflächenspannung der Lösungen sowie die Sorptions- und Quellungseigenschaften an rezenten Proben aus Birkenholz bestimmt. Zur Bestimmung der kritischen Temperaturen und der physikochemischen Eigenschaften kristalliner sowie amorpher Konservierungsmittellösungen wurden neben der thermischen Analyse, die Gefriertrocknungsmikroskopie und Differentialkalorimetrie berücksichtigt. Mittels Pulverdiffraktometrie wurden die erhaltenen Daten verifiziert. Durch die Trocknung knapp unterhalb der kritischen Temperatur kann die Gefriertrocknung beschleunigt werden. Die Analyse der gefriergetrockneten Konservierungsmittel ergaben Aussagen zur Formstabilität und Morphologie. Analysen der Hygroskopizität und der thermischen Stabilität definieren die Anforderungen für die präventive Konservierung. Die Gefriertrocknung kann durch Konservierungmittel wie Mannitol oder hochmolekularem PEG beschleunigt werden, da sie eine hohe kritische Temperatur und eine kristalline Struktur aufweisen.
Die ausgewählten Konservierungsmittel wurden zusätzlich an archäologischen Objekten getestet, um ihre Anwendung für die Gefriertrocknung zu untersuchen. Proben aus Eiche mit einem hohen und einem geringen Abbaugrad wurde ausgewählt, konserviert und gefriergetrocknet. Neben der visuellen Auswertung der konservierten Proben wurde die Schrumpfvergütung mittels 3D-Scan beurteilt sowie die inneren Strukturen durch 3D-CT analysiert. Mittels rasterelektonenmikroskopie (REM) wurde die Mikrostruktur der Proben untersucht.
Hierbei zeigte sich, dass das Konservierungsergebnis stark vom Zustand der Holzproben beeinflusst wird. Das Zusammenspiel zwischen Konservierungmittel und Trocknungsmethode hatte Einfluss auf das Konservierungsergebnis. Eine klebrige Oberfläche, kompakte Reste und Kollaps in der Holzstruktur sind Schäden, die durch die Überschreitung der kritischen Temperatur während der Gefriertrocknung auftreten