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Das Territorium als Theater. Antike Topoi idealer Topographie und ihre Bedeutung für die Architektur der italienischen Renaissance
Introduction / Einführung, Workshop Digital Art History – Intersections. A question of theory? / Digitale Kunstgeschichte – Schnittmengen. Eine Frage der Theorie? at the 3rd Conference on Empirical Methods in Art History and Visual Studies, Department of Art History of the University of Vienna 17.–18.11.2017
Wolfgang Fritz Haug und Karl Marx : „Kritik der Warenästhetik“ und ihre theoretischen Ursprünge
Wolfgang Fritz Haug bemüht sich in seiner Schrift "Kritik der Warenästhetik" (1971/2009), die Manipulation der Konsument_innen durch die Ästhetisierung kapitalistischer Produkte zu begründen. In marxistischer Terminologie wirft er einen Blick auf die ökonomische Basis, um die (ästhetische) Herrichtung des Warenangebots zu beschreiben. Der Ursprung dieser Modifizierungen liegt nach Haugs Rekonstruktion in dem Austauschverhältnis der Waren begründet, das er, wie Karl Marx es im "Kapital" (1867) entwirft, skizziert. Anders als Marx widmet sich Haug aber weniger der grundlegenden Analyse der Warenform sondern dem bereits fortgeschrittenen Warentausch. Obwohl er eine "Kritik der Warenästhetik" schreibt, die sich in der Nachfolge marxistischer Theorie versteht, fehlt ihm ein Marx’scher Begriff der Ware selbst
¿El arrepentimiento de un mago? Los camafeos de la estatuilla del rey David en la catedral de Basilea (hacia 1310-1320) = The repentance of a magician? The cameos of the King David statuette at Basel Cathedral (ca. 1310-1320)
Das Tableau vivant als Metapher des Videobildes. Zur Utopie des postkinematografischen Kinos in Godards "Passion"
Einen Herzschlag lang hinüber. Die Disposition der Zeit im Garten der Lüste von Hieronymus Bosch
Die besondere Erörterung der Zeit-Strukturen, der Bild-Zeit (Götz Pochat), hat sich als fruchtbar erwiesen. Sie erfolgt in diesem Aufsatz für den Garten der Lüste von Hieronymus Bosch. Die Kunst dieses Triptychons besteht nicht zuletzt in der Verschränkung verschiedener Zeit-Ebenen und Zeit-Qualitäten. Der inhaltlichen wie der formalen Organisation von Zeit im Garten der Lüste auf die Spur zu kommen ist Voraussetzung, um das Bild zu verstehen. Der Aufsatz stellt Überlegungen aus meinem E-Book Die Seele von Sinnen im Garten der Lüste ausführlicher dar und führt sie weiter. Dies gilt auch für die Diskussion der Erlebniszeit (Pochat) und der Entstehungszeit des Bildes, hauptsächlich widmet sich der Aufsatz jedoch der als Thema des Bildes verhandelten Zeit.
Den Garten der Lüste charakterisiert ein dichtes Geflecht von Indikationen von Zeit. Das Bild spannt die eschatologische Zeit vollständig aus. Wenige Details auf der Höllentafel teilen mit, dass die Zeit des Weltgerichts angebrochen ist. Die Außenansicht betont mit dem darauf zitierten Psalm (32/33,9) die simultane Schöpfung im "Hauch seines Mundes" (32,6). Zugleich und ewig sind Gnade und Liebe erschaffen. Auf der Mitteltafel entsagt die Frau in der Höhle der irdischen Liebe und erwacht in einem Moment der Erkenntnis der göttlichen Liebe. Diese Unio mit Gott ist kurz, wie verschiedene Details vermitteln, und sie erfolgt in einer spezifischen Zeitqualität, in der sich irdische Zeit und Ewigkeit "kreuzen". Es wird erläutert, wie die Komposition des Gartens der Lüste wesentlich zeitlich geprägt ist, wie sich Sinneswarnung und Geschichtstheologie überlagern. Im Finale sind die Betrachter gleichsam "an die Kante der Zeit" gedrängt und im Jetzt fixiert