ART-Dok
Not a member yet
7102 research outputs found
Sort by
Una versione sconosciuta della tela di Giovanni Battista Tiepolo "Nettuno offre doni a Venezia" : segreti delle vicende ottocentesche fra critica e restauro
Sobald uns die Augen zufallen - Jean-Baptiste-Siméon Chardins Still Life with Game zu Washington
Der vorliegende Essay ist der Untersuchung des Gemäldes Still Life with Game von Jean-Baptiste-Siméon Chardin gewidmet, welches sich in der National Gallery zu Washington befindet.
In seiner Konzentration auf die Bildanalyse, erreicht der Aufsatz einen Ausgleich gegenüber den vornehmlich historiographischen Ansätzen und ermöglicht dadurch eine Auseinandersetzung mit der Kunst Jean-Baptiste-Siméon Chardins, welche das kunsthistorische Werkzeug ›Betrachterauge‹ als fundamentale Funktion im kunstwissenschaftlichen Untersuchungsprozess bestätigt
Beiträge zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Keramik in Südwestdeutschland - Neue und alte Funde von Burg Waldeck bei Calw
Das Daybook der documenta 14 : Analyse biografischer Angaben mit besonderem Blick auf (Un-)Sichtbarkeiten und marginalisierte Aspekte
Bei der Vermittlung von Ausstellungen sind biografische Angaben zu Künstler*innen nahezu obligatorisch. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, dass in Ausstellungskatalogen von Geburtsdaten, Lebensgeschichte und Referenzen zu lesen ist. Solche Angaben präsentieren sich in der Regel als wertneutrale Faktizitäten. Doch bereits die Auswahl von dem, was geschrieben und so sichtbar gemacht wird, sind subjektiv. So verrät die Reproduktion biografischer Angaben Mannigfaches über die Autor*innen und die als Herausgeber*innen fungierenden Institutionen. Augenscheinlich werden derartig ungeschriebene Gesetze besonders dann, wenn es um die Darstellung derer geht, die von der Norm abweichen und nicht die normativen ‚Kategorien‘ einer Gesellschaft bedienen. Der Einfluss von Kunstpublikationen ist dabei eminent. Als maßgebliches Repräsentationsmittel gravieren sich ihre Inhalte in die Kunstgeschichtsschreibung sowie Diskurse ein, auf ihren Seiten soll das Ephemere einer Ausstellung festgehalten werden. Im Unterschied dazu bleibt die Reflexion über Ausstellungskataloge in kunsttheoretischen Diskursen dagegen häufig aus.
Mit der Analyse der documenta 14-Publikation Daybook wird in vorliegender Arbeit versucht, einen kleinen Teil dieser klaffenden Lücke zu füllen. Die documenta gilt als eine der weltweit bedeutendsten Ausstellungsreihen für zeitgenössische Kunst. Sie stellt ein Kulturereignis dar, das erheblichen Einfluss auf die Gesellschaft und auf den Kanon beansprucht. Welche biografischen Informationen finden Interessierte zu Teilnehmer*innen der documenta 14, wenn sie sich nachträglich im Ausstellungskatalog informieren wollen? Im Daybook ist allen Künstler*innen jeweils eine Doppelseite gewidmet. Die übergeordnete Forschungsfrage für diese Arbeit lautet:
Mit welcher Häufigkeit werden verschiedene biografische Angaben zu Künstler*innen im Daybook sichtbar gemacht?
Es ergeben sich konkret folgende Unterfragen, die in Wechselwirkung zueinanderstehen:
⬧ Was bleibt unsichtbar?
⬧ Finden auch Aspekte Erwähnung, die als marginalisiert anzusehen sind?
Diesbezüglich werden age, race sowie queerness fokussiert. Um den genannten Fragen auf den Grund zu gehen und um zu untersuchen, wie facettenreich die 142 Texte im Daybook sind, werden sie in Close Readings inspiziert. Mithilfe eines umfassenden Kategoriensystems wird ausgewertet, wie es um die Quantität verschiedener biografischer Angaben steht. Es wird untersucht, ob die Aussagen im Kontext der Ausstellung oder davon losgelöst getätigt werden. Mit einem Fokus auf marginalisierte Aspekte in Biografien werden die Informationen im Daybook stichprobenartig mit öffentlich zugänglichem Material verglichen, beispielsweise mit den offiziellen Internetpräsenzen der Künstler*innen. So soll veranschaulicht werden, was im Daybook unsichtbar bleibt. Im Vorfeld sowie während der Ausstellung publizierte die documenta 14 die Zeitschriftenreihe South as a State of Mind, auf deren Seiten ebenfalls manche im Daybook vertretenen Künstler*innen präsentiert werden. Inhaltliche Schwerpunkte wie Kolonialismus, Sexualpolitik oder gesellschaftlicher und politischer Widerstand lassen vermuten, dass marginalisierte Themen artikuliert werden. Aus diesen Gründen sollen diese Magazine teilweise ergänzend in die Analyse miteinbezogen werden. Zuletzt wird ein Blick darauf geworfen, inwiefern für Rezipient*innen transparent ist, wer die Artikel im Daybook verfasst hat und wie multiperspektivisch die Publikation ist. Zur Ergänzung des Materials wurden zwei Expert*innen-Interviews mit einer der Herausgeber*innen sowie dem Bildredakteur der documenta 14-Publikationen geführt
"Indianer" in klassisch-antikem Stil. Die Skulpturen des Indianischen Museums von Ferdinand Pettrich aus Dresden
Corrigenda zu den Seitenangaben im Inhaltsverzeichnis:
1.4 Rückkehr nach Europa und Schenkung an Papst Pius IX. - Seite 18 (statt Seite 19)
2.1.2 Bozzetti - Seite 20 (statt Seite 21)
2.1.3 Reliefs - Seite 27 (statt Seite 28)
2.2 Beispiele für Darstellungen außereuropäischer Menschen ... - Seite 34 (statt Seite 35)
2.3.2 Der "(Un-)Edle Wilde" in den Werken zeitgenössischer Künstler ... - Seite 44 (statt Seite 45)
2.3.3 Die Skulpturen von Thomas Crawford ... - Seite 49 (statt Seite 50)
Fazit - Seite 53 (statt Seite 54)
Im Jahr 1837 fanden in Washington, D.C. Territorialverhandlungen zwischen der US-amerikanischen Regierung und einigen Vertreter der indigenen Stämme Nordamerikas statt.
Den Verhandlungen war der „Indian Removal Act“ vorausgegangen, die gesetzliche Grundlage für die Vertreibung der Indianer aus den Bundesstaaten östlich des Mississippi River. Präsident Andrew Jackson hatte dieses Dekret 1830 unterschrieben, die Vertreibung hatte jedoch bereits seit der Jahrhundertwende begonnen. Die Verträge beinhalteten das Abtreten, den Tausch oder Verkauf der Stammesgebiete. Die Deportationen der indigenen Bevölkerung stellen einen Höhepunkt der Vertreibung und den Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen den indianischen Stämmen und der euro-amerikanischen Regierung dar. Die Verhandlungen von 1837 wurden von der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt und dokumentiert. Im Publikum befand sich auch Ferdinand Pettrich (1789-1872), ein Bildhauer aus Dresden und Schüler Antonio Canovas und Bertel Thorvaldsens. Er machte die Verhandlungen sowie die um ihre Existenz kämpfenden amerikanischen Ureinwohner zum Thema seines bedeutendsten, 33 Plastiken umfassenden Werkes. Die vorliegende Arbeit behandelt diese Skulpturengruppe, die der Künstler selbst als „Indianisches Museum“ bezeichnete und die in den Jahren zwischen 1845 und 1856 entstand. Während Darstellungen der indigenen Bevölkerung Amerikas seit der Entdeckung des amerikanischen Kontinents im 16. Jh. in Form von Gemälden, Stichen und Zeichnungen existieren, bilden die Skulpturen Pettrichs womöglich die erste Auseinandersetzung mit den amerikanischen Ureinwohnern im Medium der Skulptur. Anschließend an die Darstellung der Ausgangssituation Pettrichs sowie der jungen Nation der Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit den zeitgleich entstandenen Indianergalerien von Charles Bird King und den Bildern von Karl Bodmer und George Catlin, aber auch mit seinen unmittelbaren Konkurrenten Luigi Persico und Horatio Greenough. Pettrichs Skulpturen sollen zudem mit Blick auf den Diskurs um den "Edlen Wilden" sowie auf die Vereinnahmung des Konzeptes durch die zeitgenössische Propaganda untersucht und eingeordnet werden.
Das Hauptaugenmerk der Analysen liegt auf der Antikenrezeption: Pettrich übertrug das römischklassizistische Vokabular auf die nordamerikanischen Ureinwohner, die anders als die Bevölkerungen Asiens und Afrikas keine gemeinsame Geschichte mit Europa geteilt haben. Seine Bildwerke stellen sie in den Kontext der europäischen Antike und deren mythologischen Helden, Cäsaren, Dichtern und Philosophen sowie zu den geistigen Repräsentanten der europäischen Aufklärung. Pettrich zeigt die Indigenen im Medium der Büste, das diesen gesellschaftlichen Eliten vorbehalten war. Die Untersuchungen sollen jeweils an einzelnen Bildwerken des "Indianischen Museums" durchgeführt werden. Ein in der Masterarbeit behandelter Zwischenschritt, in dem untersucht wurde, was ein Interpretationsmodell postkolonialer Theorien für die Interpretation des Oeuvres leistet, wird in dieser Veröffentlichung ausgeklammert und Thema einer separaten Veröffentlichung werden. Im dritten Kapitel widmet sich die Arbeit der Frage, welche Aufschlüsse der Titel des „Museums“ hinsichtlich der Interpretation der "Indianerskulpturen" Pettrichs gibt, bevor in ein resümierendes und weiterführendes Fazit übergeleitet wird