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Die Spätbronzezeit in der Zentralschweiz. Siedlungsformen, Ökonomie, Kult und Kulturgrenzen zwischen 1350 und 800 v.Chr.
Die im Kanton Luzern am besten erhaltene und untersuchte spätbronzezeitliche Siedlungsstelle Sursee-Zellmoos liegt in Sursee auf der Halbinsel Mariazell am nördlichen Ende des Sempachersees. In einer 37 m2 umfassenden Flächengrabung konnten zwischen 2005 und 2008 vier von 12 bisher bekannten Hausstandorten partiell gegraben werden (Häuser 4, 9, 12 und 13).
Mit dem Bau des zweiräumigen Hauses 4 beginnt die spätbronzezeitliche Besiedlung in der untersuchten Fläche. Das Gebäude besteht in der gesamten Lebensdauer aus einem westlichen und östlichen Raum, in der Bauphase zusätzlich mit einem nördlich gelegenen Anbau. Es wurde für jeden Raum separat ein einlagiges Steinfundament direkt auf den Torf gelegt. Im Anbau wurden in der Steinlage parallele Holzbalken gelegt. Im südlichen Teil vom westlichen Raum fehlt die Steinlage. Auf dieses Fundament wurde in jedem Raum ein steriler Lehm eingebracht. Der nördliche Gebäudeabschluss wird durch eine Doppelpfahlreihe gebildet, wobei alle Pfähle aus Weisstanne bestehen. Die Lehmestriche wurden im westlichen und östlichen Raum immer wieder erneuert und zum Teil nochmals mit Kies- und Steinschichten neu fundamentiert. In jedem Raum befand sich in jeder Hausphase jeweils eine Herdstelle. Die Reste eines zweiphasigen Kuppelofens lagen ausserdem im östlichen Raum. Das Gebäude brannte am Schluss nieder. Die erhaltenen Hüttenlehmstücke der in situ verstürzten Wände besitzen Abdrücke von Rundhölzern. Das längs zum Seeufer stehende Haus war 4 m breit und mindestens 24 m2 gross.
Südlich dieses Hauses war die Gasse zum nächsten Haus rund 1.2 m breit, nördlich 2 m. Das südlich anschliessende Gebäude (Haus 9) besitzt ebenfalls ein Steinfundament mit einem mehrfach erneuerten Lehmestrich. Beim nördlich stehenden Gebäude (Haus 12) wurde ein Lehm ohne Unterlage direkt auf die Kulturschicht gelegt.
Die Häuser 9 und 12 wurden nach Haus 4 errichtet und standen beim Hausbrand bereits nicht mehr.
Nach einem über 120 Jahre dauernden Unterbruch wurde an gleicher Stelle nochmals gesiedelt. Kurz nach der Errichtung brannte das Gebäude dieser zweiten jüngeren Siedlung (Haus 13) jedoch ab. Von diesem Haus hat sich das Steinfundament und der beim Brand verziegelte Lehmestrich erhalten.
Ca. 25000 Keramikscherben kommen eindeutig aus den zwei spätbronzezeitlichen Siedlungen. Das meiste nichtkeramische spätbronzezeitliche Material ist unstratifiziert und stammt aus den Altgrabungen, kann aber grösstenteils typologisch entweder der 1. oder 2. Siedlung zugeordnet werden. Die Keramikscherben sind sehr klein fragmentiert und schlecht zusammensetzbar. Das Material der 1. Siedlung wurde in die Bauphase 1. Siedlung „unten“, die Erneuerungsphasen 1. Siedlung „oben“ und den Schutt des Siedlungsbrandes in die 1. Siedlung „Brandhorizont“ aufgetrennt. Dadurch konnte bei der Keramik eine Veränderung des Materials innerhalb der 1. Siedlung und im Vergleich zur 2. Siedlung festgestellt werden. Dendrodaten datieren den Beginn dieser älteren Siedlung ins Jahr 1055 v. Chr. Anhand von typologischen Vergleichen am Fundmaterial wird diese Siedlung um oder kurz vor 1000 v. Chr. abgebrannt sein. Die zweite jüngere Siedlung datiert über typologische Vergleiche in das zweite Viertel des 9. Jh. v. Chr. Im Verlauf der 1. Siedlung nehmen die Anteile der Schüsseln und Kalottenschalen zu und der Töpfe ab. Den grössten Anteil haben aber in beiden spätbronzezeitlichen Siedlungen die konischen Schalen und Töpfe.
Die feinkeramischen Gefässtypen wurden reduzierend schwarz gebrannt, nur die Töpfe besassen ursprünglich eine hellere Oberflächenfarbe. Durch den sekundären Brand und die chemische Verwitterung in den oberen grundwasserfernen Schichten besitzt die Mehrheit der Scherben in den Siedlungsphasen mit Bränden graue und rote Farben und schlecht erhaltene Oberflächen. Bis auf die Schüsseln nehmen die Wanddicken bei allen Gefässtypen zu.
Beim Siedlungsbeginn der 1. Siedlung besitzen die konischen Schalen mehrheitlich abgestufte Innenränder und deutlich ausladende Ränder. Die Ränder werden während der 1. Siedlung immer schwächer ausladend. Diese Entwicklung führt bis in die jüngere Siedlung weiter, wo der Anteil der geraden Ränder stark zunimmt. Bei den Töpfen nimmt der Anteil der kantig profilierten und gekehlten Ränder immer mehr ab. In der 2. Siedlung sind dann die Hälfte der Topfränder völlig verflaut.
Der Anteil der verzierten Keramik nimmt von der 1. zur 2. Siedlung ab. Kammstrich verschwindet bereits kurz nach dem Beginn der 1. Siedlung fast vollständig. Dafür kommen neu Fadenlöcher vor. Hauptsächlich kommen auf der Feinkeramik Riefen, Strich- und Ritzlinien und Einstiche vor. Vertiefte Verzierungen wie Einstiche und Ritzlinien waren häufig mit einer weissen Masse verfüllt, die vor allem in den unteren Schichten noch erhalten ist. Stichelverzierungen sind eher selten. Bei den Töpfen sind in beiden Siedlungen vor allem Eindrücke und Fingertupfenreihen bei der Randlippe und dem Randknick vorhanden.
In der Bauphase der 1. Siedlung kommen auf dem Rand der konischen Schalen vor allem Zickzackmuster vor. Der Anteil dieser geht im Verlauf der 1. Siedlung zugunsten von Schrägstrichdreiecken und Einstichen zurück. Zu Beginn der 1. Siedlung sind noch Halbkreismuster vorhanden, die danach verschwinden. Neu hinzu kommen danach dafür Mäander- und Sanduhrmotive. In der 2. Siedlung sind die Ränder der konischen Schalen nur noch selten verziert. Die Innenverzierung besteht hauptsächlich aus Riefen. Es treten vereinzelt rot bemalte grobkeramische Scherben auf.
Bei den Keramik- und Knochenfunden handelt es sich um Siedlungsabfall, der sich hauptsächlich ausserhalb der Häuser ansammelte. Die gute Befunderhaltung erlaubt eine gute Lokalisierung der Funde im Bezug auf die Hausgrundrisse. Scherben vom gleichen Gefäss streuen nicht über mehrere Hausseiten. Webgewichte und Spinnwirtelfunde aus Haus 4 belegen die Textilproduktion in diesem Haus. Eine Webgewichtkonzentration in der 2. Siedlung zeigt vermutlich den Standort eines Webstuhles an.
Im Hinterland der Seeufersiedlungen, rund 500 m nordwestlich der Halbinsel Zellmoos, befinden sich auf dem Hofstetterfeld weitere spätbronzezeitliche Befunde. Entlang und unter einem 2.5 m breiten spätbronzezeitlichen Weg mit Karrenspuren befanden sich Pfostenlöcher, aus welchen fünf Gebäude und eine Umzäunung rekonstruiert werden können. Der Weg kann auf einer Länge von 70 m verfolgt werden. Drei kleinere Häuser sind zwischen 5 und 9 m2 gross, zwei weitere 21.5 und 23 m2. Möglicherweise handelt es sich um ein Gehöft mit mindestens zwei Wohnbauten und drei Speicherbauten. Im weiteren Umkreis befanden sich in regelmässigen Abständen 21 Brandgruben, die oft in parallel zueinander angeordneten Gruppen vorkommen.
Das spätbronzezeitliche Fundmaterial kann zur zentral- und ostschweizer Gruppe der rheinisch-schweizerisch-ostfranzösischen Kultur eingeordnet werden und wurde überwiegend lokal hergestellt. Nur wenige Objekte im Kanton Luzern stammen ausserhalb dieser Region und wurden aus Norditalien, Westfrankreich, der ungarischen Tiefebene, dem Alpenrheintal oder dem Erzgebirge importiert
Optimized Metal Recovery from Fly Ash from Municipal Solid Waste Incineration
Switzerland plays a pioneering role in sustainable waste management with a long tradition of waste incineration and the prohibition to landfill unburnt municipal solid waste since 2000. In recent years, the focus has been laid on further reduction of pollutants from incineration residues because the revised Swiss Waste Ordinance prescribes the recovery of metals from fly ash starting in 2021. Fly ash collected in the heat recovery section and the electrostatic precipitator contains high concentration of aluminosilicates, oxides, soluble salts, heavy metals and toxic organic compounds. Metals are either carried along with the flue gas as particles, forming enriched mineral aggregates or vaporized and condensed as complex chlorides or sulphates in fly ash. An efficient treatment of fly ash promises considerable ecological and economic benefits due to an improved quality for disposal and the recovery of the metals contained. At present acidic fly ash leaching (FLUWA) is the state‐of‐the‐art process, where up to 80% of Zn and minor amounts of Pb and Cu are recovered.
This thesis contributes considerably to a better understanding of fly ash composition and leaching behaviour as a basis for improved metal separation. Detailed analyses of fly ash describing the chemical associations of metals were the basis for nearly 200 leaching experiments of various fly ashes. The achieved data set contains valuable information regarding the binding environment of metals in fly ash and the leaching behaviour covering a wide range of pH‐values, redox conditions, liquid to solid ratios, temperatures and leaching times. It could be shown that acidic fly ash leaching under oxidative conditions as well as a secondary leaching step using concentrated sodium chloride solution leads to an almost complete mobilization of Pb, Cu and Cd.
Based on these findings at laboratory scale, an optimization of the acidic fly ash leaching on industrial‐scale was tested. It could be shown, that the trends of the chemical processes and metal recovery pointing in the right direction. Difficulties have been experienced in keeping and monitoring stable process conditions at the given system technology.
The results of this thesis may also serve as a decision support for the upcoming implementation aid by the Federal Office for the Environment (FOEN), where the criteria for fly ash treatment and metal recovery efficiency have to be formulated
Network Coding Enabled Named Data Networking Architectures
The volume of data traffic in the Internet has increased drastically in the last years, mostly due to data intensive applications like video streaming, file sharing, etc.. This motivates the development of new communication methods that can deal with the growing volume of data traffic. To this aim, Named Data Networking (NDN) has been proposed as a future Internet architecture that changes how the Internet works, from the exchange of content between particular nodes of the network, to retrieval of particular content in the network. The NDN architecture enables ubiquitous in-network caching and naturally supports dynamic selection of content sources, characteristics that fit well with the communication needs of data intensive applications. However, the performance of data intensive applications is degraded by the limited throughput seen by applications, which can be caused by (i) limited bandwidth, (ii) network bottlenecks and (iii) packet losses. In this thesis, we argue that introducing network coding into the NDN architecture improves the performance of NDN-based data intensive applications by alleviating the three issues presented above. In particular, network coding (i) enables efficient multipath data retrieval in NDN, which allows nodes to aggregate all the bandwidth available through their multiple interfaces; (ii) allows information from multiple sources to be combined at the intermediate routers, which alleviates the impact of network bottlenecks; and (iii) enables clients to efficiently handle packet losses. This thesis first provides an architecture that enables network coding in NDN for data intensive applications. Then, a study demonstrates and quantifies the benefits that network coding brings to video streaming over NDN, a particular data intensive application. To study the benefits that network coding brings in a more realistic NDN scenario, this thesis finally provides a caching strategy that is used when the in-network caches have limited capacity. Overall, the evaluation results show that the use of network coding permits to exploit more efficiently available network resources, which leads to reduced data traffic load on the sources, increased cache-hit rate at the in-network caches and faster content retrieval at the clients. In particular, for video streaming applications, network coding enables clients to watch higher quality videos compared to using traditional NDN, while it also reduces the video servers' load. Moreover, the proposed caching strategy for network coding enabled NDN maintains the benefits that network coding brings to NDN even when the caches have limited storage space
The sound of risk and the art of change. Towards a deeper understanding of nuclear risk perception
The dissertation is an approach to cover different views on risks and specifically on
nuclear risk perception. The dissertation aims to contribute theoretical foundations as
well as empirical evidence on the questions of how to perceive and to govern global risks,
such as nuclear technology. Technological risks, we face today, can be seen as products of
the era of modernity. We created them, seeing them as chance and controllable. Major
nuclear accidents repeatedly provide evidence that the assumption of controllability is
too strong. A paradigm shift is needed in scientific reasoning. In the beginning of this
work an approach is developed to define risks as a semi-normative concept of individual
judgement as well as objective foundation. The dissertation emphasizes that individual’s
risk perception can in its extremes be solely based on feelings, on the one hand, or on pure
objective information, on the other. This can create tension in societies if expert’s risk
evaluation does not match individualistic judgements of risks. As a result, social protests
on local level happen, broader civil society movements are formed or new political parties,
such as the Green party in Germany are established. On the individual level, empirical
studies indicate that risk perception is clustered within societies. Women, for example,
systematically evaluate the use of nuclear energy as more dangerous as man.
To provide empirical evidence, this work contains three empirical chapter using data
from the International Social Survey Programme (ISSP). All three chapters are interested
in the question of how dangerous individuals perceive nuclear energy. Furthermore all
studies are linked to the Fukushima Daiichi nuclear power plant accident in March
2011. The first study examines individual nuclear risk perception in the U.S., Great
Britain, France, Germany, and Japan, before the accident. The second study uses data
of country samples that contain observations before and after the accident to show
how the event has an immediate effect on risk perception in societies. A third chapter
using observations after the accident compares nuclear risk perception with individual’s environmental concern. The studies show how social factors, such as gender, education,
social status or values shape our concerns and our view of nuclear risk. It becomes also
clear that a major nuclear accident is affecting more risk averse groups, such as educated
men, stronger than already concerned people creating higher levels of risk perception.
A main driver of risk perception is a loss of trust in governments and its controlling
agencies.
The questions that remain are the question of how to govern risks and how to avoid
creating risks that are perceived as very dangerous for future generations. Unanswered
remains in this dissertation the question of how to design institutions that are able
to pass on the knowledge of risks, such as nuclear technology, from one generation
to its next generation. In order to avoid the creation of too dangerous risks for future
generations, this work is advocating an adaptive and integrative risk-management model
opposed to a command-and-control management model to control for social ignorance
and to avoid an accumulation of risks. Nuclear technology is an example of how new
risks have created new dilemma and questions we face in societies and across countries
as well as across generations. Nuclear technology forces humanity also to overcome
common levels of ignorance and not knowing, for example by using a different language
and worldview, incorporating more information into risk assessments. It also forces all
actors to create institutions and citizen’s trust into its institutions that are able create
control mechanisms to avoid the harm to human beings or a catastrophe, by a series
of nuclear accidents or a nuclear war. The sound of risk is teaching us how we need to
change. Change is an art
Pädagogische Strategien in Gebrauchsanleitungen
Die vorliegende Dissertation fokussiert sich auf die Technikerziehung im 20. Jahrhundert. Sie verlässt die traditionellen erziehungswissenschaftlichen Felder Schule, Familie oder Kindererziehung und befasst sich mit der Technisierung des Alltags und der entsprechenden Technikerziehung.
Die Untersuchung erschliesst somit erziehungswissenschaftlich ein neues pädagogisches Feld, das jenseits von nationalen und kulturellen Grenzen verläuft und das für die Entwicklung der Gesellschaft historisch und sozial von grosser Bedeutung ist. Denn die Technikerziehung ist eine fundamentale und universale pädagogische Notwendigkeit, um an der Technisierung der Lebenswelt teilhaben zu können.
Die Technikerziehung wird anhand der Textsorte Gebrauchsanleitung untersucht. Diese Texte sind ein Massenkommunikationsmittel und enthalten eine pädagogische Intention. In ihnen zeigt sich soziales und pädagogisches Handeln im Vollzug. Gebrauchsanleitungen benutzen dazu traditionelle pädagogische Instrumente wie Alphabetisierung, Instruktion und Disziplinierung. Diese passen sich im historischen Verlauf ihrer pädagogischen Aufgabe an und richten sich auf spezifische Lernprozesse aus.
Als pädagogische Fragestellung steht die strategische, planmässige, intentionale Anlage der Textsorte und deren Entwicklung im Zentrum. Es geht also nicht darum, die Qualität oder die Wirkung von Gebrauchsanleitungen zu beschreiben oder diese in einen historisch-kulturellen Kontext einzuordnen.
Erziehungswissenschaftlich wird der Untersuchung das operative Modell von Prange zugrunde gelegt (Prange 2005). Es beschreibt die Form des pädagogischen Handelns als Artikulation einer Abfolge von unterschiedlichen Zeige-Akten, mit denen ein Akteur sich über einen Inhalt an einen Adressaten wendet. Der Zeigende möchte ihm Lernprozesse ermöglichen und ihm schlussendlich die sachgemässe Benutzung des Gerätes erlauben. Die Koordination der Abfolge der unterschiedlich angelegten Zeigevorgänge im Hinblick auf das Ziel - bei Prange die Artikulation - steht hier als pädagogische Strategie im Zentrum der Untersuchung.
In einem ersten Schritt werden die Gebrauchsanleitungen in ihrem Kontext verortet. Ihre Funktion, die juristisch normativen Vorgaben und die Technisierung des Alltags werden aufgezeigt. Ebenso wird die Rolle der Autoren betrachtet. Im Gleichschritt mit der Technisierung des Alltags entwickelt sich ihre pädagogische Tätigkeit von einer Nebenbeschäftigung zu einer professionalisierten und institutionalisierten Dienst-leistung.
Die nachfolgende Untersuchung umfasst einen breit angelegten historischen und zeitgenössischen Quellenkorpus mit Gebrauchsanleitungen. Den Hauptteil der Untersuchung bildet die Analyse der Textsorte. Neben den Konzepten der Erziehungswissenschaft werden auch textlinguistische, sprechakttheoretische, metapher-analytische, gestaltpsychologische und andere theoretische Grundlagen verwendet, um die Eigenart der Textform zu bestimmen. Textbausteine, Sicherheitshinweise, Instruktionen, Warnhinweise, Schrifttypen, Abbildungen, Darstellungsvarianten und vieles mehr werden anhand von zeitgenössischen und älteren Gebrauchsanleitungen voneinander unterschieden sowie funktional bestimmt.
Die Dissertation liefert so einen differenzierten Nachweis für die pädagogische Struktur von Gebrauchsanleitungen. Im historischen Verlauf unterliegt die Textsorte in ihrer Stilistik einer kontinuierlichen Differenzierung.
Als pädagogische Hauptstrategie wird eine starke Standardisierung der Textsorte festgehalten.
Die Texte gleichen sich in ihrem Aufbau und den verwendeten pädagogischen Instrumenten immer mehr an und man kann eine ereinheitlichung ihrer Anlage beobachten. Dieser Standardisierung wird eine wichtige pädagogische Funktion zugewiesen. Der Lerner weiss wie er sich grundsätzlich zu verhalten hat, wenn er mit diesem Texttypus konfrontiert wird. Er kennt das Lernsetting und weiss, wie er sein Problem mit der Gerätebedienung lösen kann. Gebrauchsanleitungen sind heute juristisch normierte Texte und werden professionell hergestellt. Sie sind eine institutionalisierte pädagogische Form der Technikerziehung
Space debris cataloging of GEO objects by using Meta-Heuristic methods
Currently several thousands of objects are being tracked in the Medium Earth Orbit (MEO) and Geosynchronous Earth Orbit (GEO) regions through optical means. The problem faced in this framework is that of Multiple Target Tracking (MTT). The MTT problem becomes an NP-hard combinatorial optimization problem as soon as its dimension S becomes S ≥ 3. In regions with a high density of objects the MTT problem will have to have this dimension in order to avoid ambiguous solutions. With the advent of improved sensors and a eightened interest in the problem of space debris, it is expected that the number of tracked objects will grow by an order of magnitude in the near future. This research aims to identify an algorithm capable of addressing the problem of space debris cataloging in the MEO and GEO regions, in particular for highly dense regions, without possessing a restrictive computational complexity. In an attempt to find an approximate solution of sufficient quality several Population Based Meta Heuristic (PBMH) algorithms are implemented and tested on simulated optical measurements. In addition to this,
a novel way of orbit determination is presented which is based on an existing S = 2 tracklet association method. These first results show promise as one of the tested algorithms (the Elitist Genetic Algorithm (EGA)) consistently displays the desired behavior of finding good approximate solutions before reaching the optimum. Furthermore, the results suggest that the algorithm has a polynomial time complexity when finding approximate solutions. The algorithm is also applied to real observations, where it also performs as desired
Politische Partizipation und politische Bildung in der Schweiz. Eine empirische Untersuchung des Partizipationsverhaltens junger Erwachsener in der Schweiz
Im Vorfeld wie auch im Rückblick auf eidgenössische, kantonale oder lokale Wahlen und
Abstimmungen wurde in den letzten Jahren wiederholt die angebliche Politikmüdigkeit oder
gar Politikverdrossenheit thematisiert. Vor allem die jüngste Generation wird dabei oft als
besonders desinteressiert an der Politik im Allgemeinen und einem politischen Engagement
im Speziellen charakterisiert. Die Medien wie die Politik verorten die Gründe dafür vor allem
im fehlenden politischen Interesse sowie in der angeblich mangelhaften politischen Bildung
während der obligatorischen Schulzeit. Zwar zeigen diverse Wahl- und Abstimmungsstudien,
dass sich junge Erwachsene in der Schweiz tatsächlich vergleichsweise unterdurchschnittlich
politisch beteiligen, allerdings fehlen Untersuchungen, die einerseits das vollständige Partizipationsspektrum
– also auch Partizipationsformen jenseits des institutionellen Rahmens wie
Teilnahme an Demonstrationen, Online-Partizipation oder politscher Konsum – berücksichtigen
und andererseits nach den Gründen fragen, warum junge Menschen sich auf die eine oder
andere Weise politisch einbringen oder nicht. Insbesondere der Einfluss politischer Bildung
im schulischen Unterricht wurde bisher kaum in eine solche Studie einbezogen.
In meiner Dissertation widme ich daher diesen Fragen mit dem Ziel, ein umfassendes Bild
davon zu präsentieren, wie und aufgrund welcher Voraussetzungen sich junge Bürgerinnen
und Bürger politisch engagieren sowie welche Rolle der politische Unterricht dabei spielt, um
damit einige Lücken der bisherigen Forschung zu schliessen. Unter der Annahme, dass das
individuelle Verhalten – hier die politische Beteiligung – von verschiedenen individuellen wie
kontextuellen Ressourcen beeinflusst wird, lehnt sich das Untersuchungsmodell an Verba et
al.‘s Ressourcenmodell (1995, 2001) an. Zu den individuellen Ressourcen zählen nebst soziodemografischen und sozioökonomischen Determinanten vor allem das soziale und politische
Kapital, die verfügbaren Civic Skills, Einflussfaktoren wie das politische Interesse, das Wirksamkeitsempfinden
oder die Identifikation mit politischen Parteien, aber auch das politische
Engagement des sozialen Umfelds sowie ausgewählte Wertvorstellungen. Auf der kontextuellen
Ebene werden einerseits der politische Unterricht gemäss den Lehrplänen, andererseits das
politische System im Wohnkanton berücksichtigt.
Die Analysen stützen sich dabei auf eine Umfrage, welche 2013 in über 250 Klassen an
Gymnasien und Berufsschulen durchgeführt wurde, sowie auf eine durch die Verfasserin
durchgeführte Analyse der Lehrpläne dieser Klassen. Letztere gibt erstmals genaueren Aufschluss
darüber, ob und in welchem Rahmen politische Bildung auf Sekundarstufe II unterrichtet
wird.
Die Ergebnisse bestätigen zum einen, dass individuelle Voraussetzungen sowie das politische
Engagement im sozialen Umfeld eine zentrale Rolle spielen, ob und wie eine junge Erwachsene
oder ein junger Erwachsener politisch aktiv ist. Zum anderen weisen die Lehrplananalysen
auf ein sehr heterogenes Bild hin. Wo in einigen Lehrplänen viele verschiedene politische
Themen und Fertigkeiten in detaillierter Art und Weise angeführt werden, enthalten andere
Dokumente kaum Hinweise auf Inhalte und Kompetenzen, welche im Rahmen des politischen
Unterrichts weitergegeben werden sollten.In recent years, the subject of supposed political fatigue and disenchantment of Swiss voters is
repeatedly raised in the run-up to and following national, cantonal and local elections and
votes. The youngest generation, in particular, is thought to be especially disinterested in politics
and political engagement. The media and politicians identify the main reasons for this
phenomenon as a lack of interest in politics and the reputedly deficient political education
during compulsory education. Various studies about election and voting behavior have shown
the comparatively low political participation of young adults in Switzerland. However, there
are few studies that, on the one hand, focus on a broader range of forms of political engagement
beyond institutionalized activities – such as demonstrations, online participation and
political consumerism – and on the other hand, focus on the reasons why some young adults
show interest in politics and elections, and others do not. Most notably, the effect of political
education as taught in school was rarely included in such research.
In my dissertation, I will focus on these questions with the goal of presenting a broad picture
of how and why young citizens in Switzerland engage in politics and which role political education plays therein, therefore filling some of the gaps in the existing research. The principal
research model is based upon Verba et al.’s resource model (1995, 2001), which assumes that
individual behavior – in this case, political participation – is affected by various individual
and contextual resources. Individual resources include: socio-demographic and socioeconomic
determinants such as social and political capital; civic skills; influencing factors
such as political interest, efficacy and identification with political parties; the political interest
of one’s social environment; and select values. At the contextual level, political education
according to the school curricula, and the political system of the canton of residence are taken
into account.
The analysis builds upon a survey that was conducted in over 250 classes in high schools and
vocational training schools in 2013, as well as the author’s analysis of the respective curricula
of these schools. The latter analysis provides insight for the first-time into whether and how
political education is taught at this educational level.
The results confirm that, on the one hand, individual preconditions as well as political engagement
of one’s social environment play an important role regarding if and whether young
citizens are politically active. On the other hand, the analysis of the curricula points to a very
heterogeneous picture. Some curricula include many different political topics and skills,
whereas other curricula provide only limited references to content and competences that
should be passed on to students during classes.Durant les dernières années, lors des votations et élections fédérales, cantonales et locales,
autant lors des campagnes qu’avec les résultats, on a beaucoup évoqué une supposée lassitude
ou même frustration face à la politique. Ce sont avant tout les jeunes générations que l’on
caractérise comme spécialement désintéressées de la politique en général et de l’engagement
en particulier. Les médias ainsi que le monde politique l’expliquent par un manque d’intérêt
pour ce thème ainsi qu’une formation civique considérée lacunaire durant l’école obligatoire.
Diverses études montrent qu’effectivement les jeunes adultes en Suisse participent en
moyenne moins à la vie politique que les autres groupes de la population. Cependant, peu
d’analyses prennent en compte le spectre de la participation politique dans son ensemble,
c’est-à-dire toutes les formes de contribution, également celles au-delà des cadres institutionnels,
comme les manifestations, la participation en ligne et la consommation politiquement
motivée. De même, peu d’études posent la question des motivations derrière les différentes
formes d’engagement ou leur absence. L’influence des cours d’éducation civique dans
l’enseignement scolaire a été particulièrement peu intégrée dans de telles recherches. Je consacre donc ma thèse à ces questions, m’efforçant de dresser un tableau complet de
l’engagement politique des jeunes citoyennes et citoyens, de ses conditions et du rôle de
l’éducation civique, dans le but de combler les lacunes de la recherche actuelle. En partant de
l’hypothèse que les comportements individuels – ici l’engagement politique - soient influencés
par différentes ressources individuelles et contextuelles, le modèle des ressources de Verba
et al. (1995, 2001) s’impose. Outre les déterminants démographiques et socio-économiques
– particulièrement le capital social et politique, ainsi que les civic skills (aptitudes civiques) –
on compte parmi les ressources individuelles des facteurs d’influence comme l’intérêt pour la
politique, le sentiment d’efficacité ou l’identification aux partis, mais aussi l’engagement politique
de son entourage social ou encore certaines valeurs. Concernant les variables contextuelles,
on prend en compte les plans d’études qui régissent l’éducation civique et le système
politique du canton de domicile.
Les analyses présentées ici se basent sur une enquête réalisée en 2013 dans plus de 250
classes de gymnases et d’écoles professionnelles, ainsi que sur une analyse des plans d’études
de ces classes réalisée par l’auteure, qui permet pour la première fois de gagner de plus
amples connaissances sur l’enseignement politique au secondaire II et ses déterminants.
Les résultats permettent premièrement de confirmer que les conditions préalables individuelles
ainsi que l’engagement politique de l’entourage jouent un rôle primordial dans
l’engagement politique des jeunes adultes. Deuxièmement, il ressort que les plans d’études
sont très hétérogènes. Alors que certains abordent des thèmes et compétences politiques de
manière très détaillée, d’autres ne contiennent que peu de ce qui devrait être transmis dans le
cadre d’une formation civique
Zur Messbarkeit sozialer Beziehungen in Schulklassen
Das soziale Eingebettetsein in die Schulklasse hat einen grossen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Aber auch die Klasse als Lerngruppe wird in ihrer Entwicklung, Handlungsmöglichkeit und Funktionsfähigkeit stark von den sozialen Positionen der einzelnen Schülerinnen und Schülern beeinflusst.
Damit ungünstige soziale Stellungen von Schülerinnen und Schülern erkannt werden und gezielte Interventionen – die problematischen Prozessen entgegen wirken – möglich werden, ist zum einen eine eingehende Beschäftigung mit sozialen Prozessen unabdingbar, und zum anderen kommt einer adäquaten Erfassung sozialer Beziehungen in Schulklassen grosse Bedeutung zu.
Nach wie vor stellen soziometrische Verfahren für Schulklassen praxiskompatible Instrumente dar. So ist die Erhebung und Auswertung soziometrischer Daten relativ einfach, die Erhebung dauert nur wenige Minuten und die Auswertung, sofern sie computergestützt möglich ist, geht ebenfalls schnell. Ausgehend davon ist das Ziel dieser Inauguraldissertation das soziometrische Verfahren SOZIO vor dem Hintergrund der klassischen Testtheorie auf die Güte der Qualitätskriterien Reliabilität und Validität hin zu überprüfen. Die Validierungsstudie umfasst einerseits die Überprüfung von Hypothesen zu Übereinstimmung bzw. Abgrenzung mit anderen Testverfahren, die jeweils dasselbe bzw. ein abweichendes Konstrukt zu erfassen suchen. Andererseits werden Hypothesen überprüft, die auf theoretischen Argumenten und empirischen Befunden zu Zusammenhängen zwischen den Konstrukten von SOZIO und der Schulleistung, angemessenem Sozialverhalten sowie verschiedenen Funktionen der Aggression gründen.
60 Klassen der Mittel- und Oberstufe wurden während eines halben Jahres dreimal befragt. Die Ergebnisse zeigen: Mit dem soziometrischen Verfahren SOZIO lassen sich valide Aussagen zu Aspekten sozialer Beziehungen in Gruppen machen. Bevor das Verfahren einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann, sind jedoch gewisse Überarbeitungen angezeigt. Diese betreffen im Wesentlichen die Bezeichnungen und Beschreibungen gewisser Masse. Zudem sollte Berechnungsgrundlage eines zentralen Masses überdacht werden und zwei Masse sollten, aufgrund mangelnder Reliabilität, ausgeschlossen werden