GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Doing Art and Feminisms: Künstlerische Interventionen in Felder des Sozialen und Politischen
Commons als konkrete feministische Utopie? Zur Diskussion des Begehrens nach Utopien in neoliberalen Strukturen
Ausgehend von einer ambivalenten Diagnose der Bedeutung von Utopien in neoliberalen Gesellschaftsstrukturen – als überflüssig und zugleich kontinuierlich möglich – wird in dem Beitrag der Versuch unternommen, mit Rückgriff auf Ernst Blochs Konzept der „konkreten Utopie“ und feministischen Auseinandersetzungen um Utopien, eine eigene konzeptionelle Erweiterung hin zu konkreten feministischen Utopien zu vollziehen. Hierbei wird die Figur des ‚Inneren‘ bestimmt, welche sowohl analytisch den Prozess des Übergangs von einer Jetztzeit zur Zukunft impliziert, als auch eine inhaltliche Ausrichtung an der Frage von fairer sozialer Reproduktion orientiert ist. Diese Ausarbeitung der konkreten feministischen Utopie wird sodann auf das Phänomen der Commons, einem Versuch einer alternativen Wirtschafts- und Sozialform, angewandt und reflexiv damit in Dialog gebracht
Migrantinnen in Nord-Süd-Verhältnissen
Der Beitrag lotet das Verhältnis von Sexualität, Gender und Migration aus der Perspektive des Globalen Südens aus und adressiert damit Engführungen in der geschlechterbezogenen Migrationsforschung. Anhand von Forschungen zu bolivianischen Migrantinnen und im Sextourismus tätigen brasilianischen Frauen zeichnet der Beitrag die Bedeutung lokaler Kontexte und der Nord-Süd-Verhältnisse für die Migration und das Leben in Europa nach. Ausgehend von den Erfahrungen der Interviewten und im Anschluss an körperpraxeologische Ansätze wird untersucht, wie die Frauen Körperpraktiken und sexualisierte sowie exotisierende Repräsentationen gezielt für räumliche und soziale Mobilität einsetzen. Mit Bezug auf queertheoretische und dekoloniale Perspektiven werden nicht nur die durch Mobilitätsstrategien erzielten Handlungsspielräume der Interviewten, sondern auch die normative Bedeutung rassifizierter und klassistischer Sexualitätskonzepte für die Konstitution von Grenzregimen und ihrer gewaltvollen Effekte aufgezeigt
Von der Feminisierung zur Entmaskulinisierung. Epistemologische Reflexion über das begriffliche Instrumentarium zur soziologischen Erforschung vom Wandel der Geschlechterverhältnisse in der Berufssphäre
Basierend auf der Tradition französischer Epistemologie thematisiert dieser Beitrag die Durchlässigkeit zwischen Alltags- und Wissenschaftswissen. Auf der Grundlage des Konzepts des ‚epistemologischen Bruchs‘ werden humanmedizinische und sozialwissenschaftliche Veröffentlichungen betrachtet, in denen der Begriff der Feminisierung verwendet wird, wobei beleuchtet werden soll, inwiefern er ein ‚Erkenntnishindernis‘ (Gaston Bachelard) darstellt. Anschließend an diese epistemologische Reflexion wird ein neues begriffliches Instrumentarium zur soziologischen Erforschung des Wandels der Geschlechterverhältnisse in der Berufssphäre skizziert, nämlich die Unterscheidung von drei Entmaskulinisierungstypen
Bezüge auf Familie als Moment der Vergeschlechtlichung pädagogischer Professionalität: Diskursanalytische Perspektiven auf Äußerungen in Gruppendiskussionen mit Kita-Teams
Queer Surveillance Studies. Überlegungen zu den Schnittstellen von Queer Theory und Surveillance Studies
In digitalisierten, kapitalistischen Ökonomien nimmt Überwachung gegenwärtig eine ubiquitäre Stellung ein, deren Formen und Funktionen im Bereich der Surveillance Studies erörtert werden. Geprägt von einer Tradition gouvernementalitätskritischer Theorie stehen dabei vor allem das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit sowie von Un/Sichtbarkeit und Un/Sicherheit im Fokus, die in einer Reihe fundierter Zeitdiagnosen diskutiert werden. Während damit ergiebige Symptomanalysen vorliegen, erscheinen sie zugleich häufig als merkwürdig ursachenblind, was nicht zuletzt darin begründet sein mag, dass queerfeministische Positionen bislang nur wenig Beachtung finden. Im vorliegenden Beitrag wird auf der Basis einer selektiven Literaturstudie der Versuch unternommen, die beiden Theoriestränge zusammenzuführen, um so ihre produktiven Potenziale auszuloten, aber auch mögliche Probleme herauszufiltern
Implizites Geschlecht – Kleidergrößen in zeitgenössischer Kindermode
Der Beitrag zeigt anhand von Größenmaßtabellen für Kindermode, auf welche Weise eine Geschlechterdifferenz in Kleidergrößen impliziert wird. Mit der Einbettung in die Modegeschichte von Kinderkleidung und die Entstehung von Konfektionsgrößen wird über die Methode einer praxistheoretischen Analyse gezeigt, wie zeitgenössische Kinderkleidung auf ein dichotomes Geschlechterkonzept limitiert wird, das dazu beiträgt, Geschlechterstereotypen zu verfestigen
Geschlechterreflektierte Professionalisierung – Geschlecht und Professionalität in pädagogischen Berufen. Eine Einführung
Rechtliche Imaginationen der Heteronormativität über die Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Mutter, Vater und Kind in Urteilen zum § 1 Abs. 3 Unterhaltsvorschussgesetz (UhVorschG)
Heteronormativität reguliert, organisiert und bringt die Verwandtschaftsbeziehungen hervor, wobei Verwandtschaft als performatives Tun verstanden wird. Davon ausgehend geht der Beitrag der Frage nach: Wie wird Verwandtschaft rechtlich konstruiert? Hierfür analysiere ich mithilfe der Wissenssoziologischen Diskursanalyse Urteile von Verwaltungsgerichten, in denen es um die Mitwirkung der alleinerziehenden Mutter bei der Feststellung der Vaterschaft geht (§ 1 Abs. 3 Unterhaltsvorschussgesetz). Die Analyse zeigt die diskursiven Praktiken, durch die rechtliche Imaginationen von Heteronormativität über Verwandtschaftsbeziehungen wirksam werden. Dabei handelt es sich um diskursive Praktiken zweierlei Art: Zum einen geht es um die Gerichtsurteile und zum anderen um Formen der Samenübertragung