GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Gender Studies Digital: Perspektiven, Angebote und Rahmenbedingungen. Ein Positionsportfolio
Das Vermächtnis: Angela Merkel und die Transformation des deutschen Gender Regimes. Ein Essay
Digitalisierung und Geschlecht: Traditionslinien feministischer Auseinandersetzung mit neuen Technologien und gegenwärtige Herausforderungen
Dieser Beitrag begibt sich auf die Spur feministisch-geschlechterforscherischer Auseinandersetzungen mit neuen (digitalen) Technologien. Damit verfolgt er ein zweifaches Ziel: Erstens die gegenwärtig mit Blick auf Digitalisierung aus Geschlechterperspektive aufgeworfenen Fragen – nach den Effekten der Digitalisierung der Arbeitswelt, nach der Vergeschlechtlichung digitaler Artefakte sowie nach den Potenzialen digitaler Technologien für feministische Politik – einzuordnen in eine längere Tradition der Entwicklung und des Einsatzes neuer Technologien sowie deren kritische Begleitung durch Frauen- und Geschlechterforschungen; zweitens Lehren aus den dabei errungenen Einsichten zu ziehen und ausgehend hiervon zu reflektieren, wie aktuelle Digitalisierungsschübe aus feministischer, insbesondere intersektionaler, Sicht einzuschätzen sind und wo Konfliktlinien und Potenziale liegen
Anti-feminism in Turkey: a critical political economy perspective
This paper tries to outline the recent operationalisation of anti-feminism by the state in Turkey. Although the governing Justice and Development Party (AKP) in Turkey has always recurred to anti-feminist references, the undoing of pro-gender equality steps taken by the same ruling party is a recent phenomenon.
This paper suggests a feminist critical political economy perspective to present the actual links between Turkey’s deepening social crisis and the rise of anti-feminism. It concludes that anti-feminism operates as an alternative state project, aiming to upgrade the patriarchal dividend while trying to buy time for crisis management. To discuss these arguments, the article sheds light on the specific argumentation strategies instrumentalised by the anti-feminist campaigners organised under the leadership of certain Islamist newspapers in Turkey. Whether the anti-feminist state project will reach its aims is highly dubious as women’s resistance to and feminist dissent against the violent housewifisation processes in Turkey are powerful
Friedhöfe als Orte familialer Fürsorge. Performanz von Geschlecht, Alter und Verwandtschaft in der Sorge für Lebende und Tote
Der Beitrag stellt Ergebnisse einer ethnografischen Studie zu geschlechtsspezifischen Nutzungspraxen auf dem Friedhof vor. Anhand von teilnehmenden Beobachtungen, ethnografischen Interviews und Expert_inneninterviews wurde herausgearbeitet, wie der Friedhof als Raum zur Performanz von Differenzen, insbesondere dem (Un-)Doing Gender, Age und Kinship genutzt wird. Während Frauen den Friedhof als Raum der Einführung Jüngerer in familiale Gedenkkultur nutzen und so traditionelle Geschlechterrollen reproduzieren, bietet die Sorge für alte Familienmitglieder oder Gräber Friedhofsbesucher_innen unabhängig vom Geschlecht eine Bühne zur Performanz von Fürsorglichkeit und einen Abbau von Geschlechterdifferenz. Dieses (Un-)Doing Gender geschieht in Verschränkung mit der Performanz von Verwandtschaft und Alter. Der Beitrag diskutiert die Ergebnisse hinsichtlich der Bedeutung des Friedhofs für das Verhandeln familialer Ordnung und die in familialer Gedenkkultur stattfindende (Geschlechter-)Sozialisation
Wer bin ich nach einem Coming-out? Das Coming-out als Subjektivierungsmechanismus
Der Beitrag diskutiert das Coming-out von schwulen Männern (in der gegenwärtigen westlichen Gesellschaft) und möchte aufzeigen, dass ein Coming-out über eine „neutrale Beschreibung“ des sexuellen Begehrens hinausgeht. Anhand von narrativen Interviewsmit geouteten Männern sowie Theorien vor allem aus dem Bereich des Poststrukturalismus und der Queer Theory wird herausgearbeitet, dass Subjektivierung ein wesentlicher Bestandteil eines Coming-outs ist und dieser Umstand dazu beiträgt, dass ein Coming-out mit Differenzierungs-, Hierarchisierungs- und Normalisierungsmechanismen einhergeht. Mit Blick auf die Subjektwerdung innerhalb eines Coming-outs kann deutlich gemacht werden, dass Homosexualität gegenwärtig nicht als „gleichwertig“ oder „gewöhnlich“ wahrgenommen wird und ein Coming-out auch in einer sogenannten liberalen Gesellschaft mit Machtverhältnissen verbunden ist. Der Fokus der Studie ist dabei mit einem ausschließlichen Blick auf das männliche homosexuelle (schwule) Coming-out sehr eng gefasst
Transformationsprozesse, politische Un-Ordnung und die Ordnung der Geschlechter im Vorderen Orient. Das Beispiel Irak
Im Zuge tiefgreifender Umbrüche ist der Vordere Orient fundamental politisch in Un-Ordnung geraten. Auch die patriarchale Geschlechterordnung geriet unter Druck und ist teilweise erodiert. Frauenrechte werden in der Krise zum machtpolitisch umkämpften Terrain, auf dem autoritäre Regime, regionale, substaatliche und transnationale Kräfte um Legitimität und Kontrolle wetteifern. Frauenbewegungen sehen sich mit vielfältigen Strategien ‚maskulinistischer Restauration‘ konfrontiert. Am Beispiel des Irak analysiert der Beitrag in historisch-struktureller Perspektive, wie Geschlechterpolitik im autoritär zentralisierenden Staat des alten Regimes wie auch im fragmentierten konfessionalistisch verengten politischen System im ‚neuen Irak‘ herrschaftspolitisch instrumentalisiert wird und Frauenrechte jeweils strategisch erweitert oder eingeschränkt werden. Die innen- wie die geschlechterpolitischen Dynamiken im neuen Irak sind eng mit regionalen und internationalen Machtkämpfen verwoben