GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    Arbeit peripher : Arbeit, Raum und Geschlecht am Rande der Erwerbsgesellschaft

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    Die Dimension des Raums wurde bislang in der Arbeitsforschung so gut wie nicht betrachtet. Gleichzeitig hat die genderorientierte Geographie und Raumforschung eine Vielfalt an empirischen Ergebnissen herausgearbeitet, die deutlich machen, dass sich Arbeit, Geschlecht und Raum wechselseitig bedingen. Dies stützt sich nicht zuletzt auf Ergebnisse zur Strukturierung des Raums durch Geschlechterverhältnisse. Im Zentrum der Studie steht deshalb die Forschungsfrage, welche Möglichkeit zur Erwerbsarbeit unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Arbeit und Leben und vor dem Hintergrund der vergeschlechtlichten Strukturen des Raums besteht. Erkenntnisse zu dieser Frage sind insbesondere mit Blick auf den vielfach thematisierten Wandel der Arbeitswelt relevant. Denn dieser Wandel hat, so die gängigen Annahmen, neben anderen Aspekten zu einer räumlichen Flexibilisierung der Arbeit geführt, die sich in mehr mobiler Arbeit und einer Vielzahl an Arbeitsorten zeigt. Die Forschungsfrage wird in Bezug auf eine gesellschaftliche Gruppe gestellt, die am Rand der Erwerbsgesellschaft zu verorten ist. Diese Auswahl ermöglicht eine perspektivische Alternative zu solchen Verzerrungen, die nicht selten durch einen Fokus auf Hochqualifizierte bzw. Privilegierte produziert werden. Die Studie gliedert sich in drei Komplexe: Erstens die Rekonstruktion von Arbeitsbezügen in Raumtheorien, zweitens die Rekonstruktion von Raumstrukturen und -politiken und ihre Bedeutungen für (Erwerbs-)Arbeit sowie drittens die exemplarische Analyse der räumlichen Möglichkeit zur Erwerbsarbeit anhand empirischer Daten zu SGB II-Leistungsbeziehenden. Dabei kann gezeigt werden, dass sich gerade unter restriktiven Bedingungen die soziale Lage, die räumliche Lage und die gesellschaftliche Gestaltung von Raumstrukturen und Geschlecht wechselseitig verstärken. Diese gegenseitige Verstärkung kulminiert in einem relativen zentralen oder peripheren Ort der Lebensvollzüge. Als zentrale konzeptionelle Ergebnisse der Studie sind damit drei Komplexe herauszustellen: Erstens sollte die Arbeitsforschung, wenn sie Arbeit in ihrer gesamten Bedeutung untersuchen will, auch systematisch das Verhältnis von Wohnort zu Arbeitsort und die Vielfalt der Arbeitsorte einbeziehen. Zweitens ist Mobilität für Arbeitsforschung von Bedeutung, weil sie die Überbrückung der in der Moderne etablierten räumlichen Trennung von Lebens- und Arbeitsbereichen ermöglicht. Drittens sollte die Arbeitsforschung berücksichtigen, dass Arbeit über ihre sozialen Bedingungen und ihre räumliche Lage an die Peripherie verwiesen werden kann. Dies gilt sowohl für unbezahlte als auch für bezahlte Arbeit. Eine solche Peripherisierung von Arbeit bringt erhebliche negative Konsequenzen für die gesellschaftliche Teilhabe der davon Betroffenen mit sich

    Polyviduen: Liebe und Subjektivierung in Mehrfachpartnerschaften

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    Der Beitrag beschäftigt sich mit Intimitätsund Subjektivierungsformen in Mehrfachpartnerschaften, insbesondere in polyamoren Beziehungen. In einer Analyse von narrativen Interviews zu Beziehungsbiografien gehen wir dabei besonders auf Selbstdefinitionen der Beziehungsform und Erzählungen über Beziehungsalltage ein. Beziehungen definieren sich, so stellen wir fest, in Mehrfachpartnerschaften nicht über vordefinierte Subjektpositionen, sondern über dynamische Relationen innerhalb eines Beziehungsgeflechts. Dabei ziehen Benennungs- als Vereindeutigungspraktiken die Grenzen zwischen spezifischen Partnerschaften, während Intimität (Gefühle von Liebe, intensive persönliche Beziehungen oder Sexualität) auch in unbenannten, also unbestimmte( re)n Beziehungen gelebt werden kann. Die Beziehungskonstellationen scheinen vor allem eins: Aushandlungssache. In diesen Verhandlungen von Liebe und Intimität bilden sich Subjekte, die sich einerseits als hochindividualisierte Menschen mit hochspezifischen Bedürfnissen artikulieren, deren Grenzen andererseits durch die Imperative der Ehrlichkeit und Offenheit in den Beziehungen auch brüchig sind. Wir interpretieren dieses Selbstverhältnis als Subjektform ‚Polyviduen‘, d. h. Immer-Vielfach-Verbundene, die innerhalb dieses Verbundenseins zugleich hoch individuell sind. Fixe Vorstellungen von vergeschlechtlichen Bedürfnissen oder Geschlechterrollen finden wir in den Daten entgegen unserer Erwartungen kaum. Vordergründig geben sich Polyviduen als geschlechtslose Verhandlungspartner*innen

    Perzeption, Produktion und Dekonstruktion von personaler Appellation im Kroatischen

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    Die folgende Dissertation, die im Mai 2016 verteidigt wurde, beschäftigt sich mit sprachlichen Manifestationen von Genderkonzeptualisierungen im aktuellen schriftlichen Sprachgebrauch in Kroatien. Die Bedeutung von Genderzuschreibungen für die Benennung von Menschen wird sowohl aus synchroner als auch aus diachroner Perspektive auf Sprache betrachtet und analysiert. Das Material dieser Studie besteht neben sprachlichen und präskriptiven Quellen aus Tageszeitungen und linguistischem Material aus der kroatischen feministisch-queeren Gemeinschaft auch aus den Ergebnissen einer umfassenden Perzeptionsstudie und Expert*inneninterviews. Die Arbeit befasst sich mit drei zentralen Fragen: 1. Wie beeinflussen soziale Gendervorstellungen Fragen linguistischer Standardisierungsprozesse und wie werden diese Vorstellungen zudem in dominante Diskurse über Korrektheit im Sprachgebrauch eingeschrieben? 2. Welche Wirkung auf Genderkonzeptionen haben Sprachnormen im Bereich der personalen Appellation und welche kognitive Wirkung haben alternative Benennungsformen? 3. Welche Bedeutung haben Fragen des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs bei politischen und aktivistischen Bemühungen von Genderexpert*innen in Kroatien und welche Strategien verwenden kroatische Genderexpert*innen, um eine diskriminierende Sprachnutzung zu vermeiden?This dissertation thesis, which was defended in May 2016, deals with linguistic manifestations of gender conceptualizations in current written language usage in Croatia. The importance of gender for the linguistic naming of people is considered and analyzed from both a synchronic and a diachronic perspective on language. In addition to linguistic and prescriptive sources, the material of this study consists of daily newspapers and material from the Croatian feminist-queer community as well as oft he results of a perception study and expert inteviews. The thesis deals with three central questions: 1. How do social gender conceptions influence questions of linguistic standardization processes and how are these conceptions inscribed in dominant discourses about correctness in language use? 2. What effect do linguistic norms have on gendered conceptions of people and what is the cognitive effect of alternative naming practices? 3. What meaning is allocated to questions of gender-fair language use in political and activist efforts of gender experts in Croatia and what strategies do Croatian gender experts use to avoid discriminatory language use

    Eine kleine Geschichte schwuler Pornogaphie

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    Patsy l’Amour laLoves Einblick in die Geschichte schwuler Pornographie beginnt mit den schwulen Porno-Heften der 1950er und 1960er Jahre. Anhand von Mainstream-Produktionen bis zum Porno 2.0 des Internets der Gegenwart wird nicht nur das Genre selbst untersucht und in einen historischen Kontext gesetzt, sondern auch seine Bedeutung für die schwule Geschichte und seinen Einfluss auf die schwule Subkultur allgemein dargestellt. An den Pornoproduktionen ist dabei nicht nur der jeweils vorherrschende schwule Zeitgeist abzulesen, die Pornos wirkten auch auf das sexuelle Selbstverständnis schwuler Männer ein: Besonders eindrücklich zeigt sich das zu Beginn der 1970er Jahre, als Schwule sich selbst erstmals auf der Leinwand des Porno-Kinos ausschließlich positiv dargestellt sahen und dabei Sex lustvoll ausleben konnten. Allerdings war diese gesellschaftliche Liberalisierung von vornherein brüchig, was später nicht zuletzt die Ausgrenzung HIV-positiver Schwuler nicht nur innerhalb der Schwulenszene, sondern auch im Porno-Film zeigt. Die Ablehnung „zu schwuler“ Darstellungen in den Pornoproduktionen ist Ausdruck eines anhaltenden schwulen Selbsthasses. Über den Plastik-Porno der 1990er Jahre gelangte der pornographische Blick in die privatesten Ecken schwulen Lebens und machte (und macht) die Wohnungen von Amateur-Filmern zu Pornosets. Was als (schwule) Freiheit daherkommt, bleibt der Normierung der schwulen Subkultur verhaftet, die immer auch auf die Gesellschaft und ihre schwulenfeindliche Prägung verweist – spätestens in den internen Hierarchien von Schönheit und Normalität

    Europäische Gleichstellungspolitik: Ressource im Kampf gegen Geschlechterstereotypen und Sexismus in der Werbung?

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    Aus der Perspektive sozialer Bewegungsforschung und mittels einer vergleichenden Fallstudie zu Deutschland und Österreich geht der Beitrag der Frage nach, ob und wie frauenbewegte Akteur_innen versuchen, EU-Gleichstellungspolitik als Ressource im Kampf gegen geschlechterstereotypisierende und sexistische Werbung zu nutzen

    Bericht zum „8th Meeting of Transnational Scholars for the Study of Gender and Sport“

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    Vom 26.-28.11.2015 fand am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Basel und der Pädagogischen Hochschule Nordwestschweiz das 8. Treffen transnationaler Forscher_Innen zum Thema Sport und Gender statt. Ziel des Treffens war ein vielseitiger Austausch über Methoden und Theorien zur Untersuchung aktueller Situationen und Entwicklungen im Feld sportiver Praxen und Sportpolitiken. So groß das Thema “Sport und Gender“ so vielfältig die Fragestellungen und Untersuchungsfelder: Gezeigt haben sich die Fruchtbarkeit einer transnationalen und transgenerationalen Zusammensetzung sowie die Bedeutung von intersektionalen Forschungsprojekten mit dem Fokus auf Männlichkeiten und Männlichkeitsproduktionen im Sport und Praxen des schulischen Sportunterrichts.The 8th Meeting of Transnational Scholars for the Study of Gender and Sport took place at the School for Teacher Education of Northwestern Switzerland and at the University of Basel in November 26th until 28th 2015. The aim of the meeting was to create a multiple exchange on topics of research methods and theories in the field of practices and politics of sport based on an intersectional approach. As open as the meetings topics “sport and gender“ as divers were the research questions and fields. The meeting definitely showed the productivity of a transnational and transgenerational setting for the work on intersectional perspectives. Moreover, the importance of research on masculinities and the production of masculinity as also on crossings of gender boundaries in sports were highlighted

    Eine Expertise zu den Gründen für die geringe Beachtung von sexualisierter Gewalt im Praxisfeld Frühe Hilfen

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    Es steht außer Frage, dass Frühe Hilfen einen entscheidenden präventiven Beitrag zum gesunden Aufwachsen und einer gelingenden Entwicklung von Kindern von Geburt an leisten. Jedoch erstaunt es, dass im Kontext Früher Hilfen sexualisierte Gewalt als mögliches Risiko für Säuglinge und Kleinkinder so gut wie keine Beachtung findet. Aufgrund dieser Beobachtung beschäftigt sich dieses Forschungsprojekt mit der Frage nach den Gründen für eine mangelnde Repräsentation der Thematik «sexualisierte Gewalt an Säuglingen und Kleinkindern». Die fachwissenschaftliche Auseinandersetzung zeigt, dass bisher kaum nennenswerte Befunde zu dem Phänomen existieren. Forschungsergebnisse zu Untersuchungen von Kumulationen verweisen jedoch auf deutliche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Gewaltformen (Pfeiffer/Wetzels 1997; Zimmermann 2010), die auf die Vorkommenswahrscheinlichkeit von sexualisierter Gewalt auch bei unter Dreijährigen hindeuten. Diese Annahme unterstreichen unter anderem auch Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und Befunde rechtsmedizini-scher Institute (Institut für Rechtsmedizin Marsberg 2008; Todt/ Maciuga/ Debertin: Rechtsmedizinisches Institut der Medizinischen Hochschule Hannover). Die Methode des Expert_inneninterviews und die Methode des Problemzentrierten Interviews (PZI) wurden kombiniert, um ein spezielles Forschungsdesign zu entwickeln. In die Untersuchung wurden Fachkräfte aus un-terschiedlichen Professionen mit einbezogen, die im Praxisfeld tätig sind. Dabei richtete sich der Fokus auf die Gründe für die Unterrepräsentation der Thematik im Kontext Früher Hilfen. Weitere Fragen bezogen sich auf – Erfahrungen mit der Thematik im beruflichen Alltag – die Differenzen zwischen verschiedenen Gewaltformen – die Versprachlichung von sexualisierter Gewalt – die Tabuisierung von sexualisierter Gewalt – spezifische Bedarfe von Akteur_innen im Praxisfeld Frühe Hilfen Die Untersuchungsbefunde zeigen die Komplexität der Thematik auf und machen zugleich auf grundlegende Entwicklungsbedarfe aufmerksam, um die Thematik zukünftig stärker mit einzubeziehen. Schlussendlich werden zentrale Handlungsempfehlungen für das Praxisfeld Frühe Hilfen vorgestellt.It is beyond question that «early prevention» is of decisive preventive significance for a healthy growing up and prosperous development of children right from birth. It is, however, surprising that sexualized violence as a potential risk for infants and toddlers is hardly ever mentioned in the context of early prevention. This research project is intended to fill the observed gap by looking for possible reasons why the topic „sexualized violence against infants and toddlers“ is so underestimated and almost ignored. The in-depth examination of the phenomenon indicates that significant findings have been lacking so far. Research on cumulation, however, yielded distinct correlations between various forms of violence (Pfeiffer/Wetzels 1997; Zimmermann 2010), that pointed towards a high probability of sexualized violence against children even under the age of three. This assumption is also supported by criminal statistics (PKS) and clinical evidence provided by forensic forensic institues (Forensic Institute Marsberg 2008; Todt/ Maciuga/ Debertin: Forensic Institute Hannover Medical School). A specific reseach design was developed by combining the Expert Interview and the Problem- Centered Interview. Specialised personnel from various practical professions were included. The interviews focused on possible reasons why the subject is so underrepresented in the context of early prevention. Other questions aimed at: 1. Experineces with the topic in the daily work routine, 2. Differences between the various forms of violence, 3. How to verbalize sexualized violence, 4. The tabooing of sexualized violence, 5. Specific requirements of those actively involved in early prevention. The reality of sexualized violence against infants and toddlers still gets inadequate attention especially in the context of early prevention. The findings show the complexity of the topic and point towards fundamental requirements to develop it further. Finally, some key actions on how to proceed practically in early prevention are recommended

    Gender ideology, resources, and the division of housework from a growth curve perspective

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    In the 21st century, the division of housework remains gendered, with women on average still spending more time doing chores than their male partners. While research has studied why this phenomenon is so persistent, few studies have yet been able to assess the effect of gender ideology and socio-economic resources at the same time, usually due to data restrictions. We use data from the pairfam, a new and innovative German panel study, in order to test the effect of absolute and relative resources as well as his and her gender ideology on the division of housework. We employ a life course perspective and analyze trajectories of couples’ housework division over time, using multi-level random effects growth curve models. We find that an egalitarian gender ideology of both him and her significantly predicts more egalitarian division-trajectories, while neither absolute nor relative resources appear to have an effect on the division of housework over time. Furthermore, our results expand the literature by investigating how these processes differ among childless couples and couples who experience the first birth

    Modernisiertes Patriarchat? Von der heterosexuellen Liebe zwischen ‚Schlampen‘, ‚Prinzessinnen‘ und ‚(Nicht-)Rittern‘, wie sie Jugendliche erzählen

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    Der Begriff des Patriarchats ist aus der Geschlechterforschung fast verschwunden, was jedoch mit dem Blick auf Erzählungen Jugendlicher über die Liebe fragwürdig erscheint. In Gruppendiskussionen und Einzelinterviews wird die Liebe von jugendlichen Real- und Berufsschüler_innen nicht nur als heteronormatives Projekt, sondern auch als patriarchales Projekt erzählt. Heterosexuelle Liebe braucht demnach die Hierarchie zwischen aktiven, dominanten Jungen (‚Rittern‘ und ‚Nicht-Rittern‘) und passiven Mädchen (‚Prinzessinnen‘ und ‚Nicht-Schlampen‘) ebenso wie scheinbar gleichberechtigte Aushandlungsprozesse. Verwiesen wird damit auf ein modernisiertes Patriarchat, das als gesellschaftliches Herrschaftsverhältnis zwar widersprüchlich, aber dennoch weiterhin wirkmächtig ist

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