GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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    „This Module is not only about Women and Gay People“ Gender Mainstreaming in der europäischen Asylpolitik: Von einem essentialisierenden zu einem intersektionalen Genderverständnis?

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    Entgegen des eigentlichen Anspruchs von Gender Mainstreaming, Eingang in alle Politikbereiche zu finden, spielten Fragen rund um Geschlechtergerechtigkeit in der europäischen Asylpolitik lange Zeit lediglich eine marginale Rolle. Vereinzelt existierende nationale Gender Mainstreaming Ansätze weisen erhebliche Diskrepanzen auf und internationale Ansätze reduzierten Gender faktisch auf homogen betrachtete Gruppen besonders Schutzbedürftiger, insbesondere Frauen. Trotz einer zweifelsohne guten Absicht ist die damit einhergehende Essentialisierung dieser Gruppen problematisch. Ein reduktionistisches Verständnis von Gender (Mainstreaming) kann den komplexen Identitäten Schutzsuchender und sich daraus ergebenden Diskriminierungen kaum gerecht werden. Ziel dieses Beitrags ist es, festzustellen, welches Verständnis von Gender dem aktuellen Gender Mainstreaming Ansatz auf EU-Ebene zugrunde liegt: in den erneuerten Richtlinien des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) und den flankierenden Schulungsmaterialien des European Asylum Support Office (EASO). Der Artikel liefert erste Erkenntnisse darüber inwiefern sich darin ein (potentieller) Wandel von einem essentialisierenden zu einem intersektionalen Genderverständnis abzeichnet

    Umgang mit Widersprüchen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, in der Reproduktionsarbeit und in Alltagsdiskursen

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    Im Zentrum der Arbeit stehen Frauen im frühen Erwachsenenalter, die im Erziehungs- und Gesundheitswesen und in der Sozialen Arbeit beschäftigt sind. Einige dieser Frauen haben Kinder, leben in einer Partnerschaft oder sind alleinstehend. Von Interesse ist die Frage, wie sie ihre Lebensführung gestalten. Es wird analysiert, wie sie die Bedingungen in ihren jeweiligen Berufen erleben und wie sie mit den Anforderungen aus Erwerbs- und Reproduktionsarbeit umgehen. Zudem ist von Interesse, mit welchen Diskursen/Bedeutungsstrukturen sie sich auseinandersetzen. Ein weiterer Schwerpunkt ist eine theoretische Auseinandersetzung mit Konzepten der Lebensführung mit Bezug auf zentrale Kategorien der Kritischen Psychologie, die mit den Theoriesträngen zu Gouvernementalität und Diskurs bei Michel Foucault in Beziehung gesetzt werden. Zunächst wird das Konzept der alltäglichen Lebensführung theoretisch definiert. In dieser setzt sich das Individuum mit gesellschaftlichen Anforderungen auseinander und entwickelt darin seine eigenen subjektiven Orientierungen und Handlungen. Eine zentrale Kategorie in der Kritischen Psychologie ist die ›Handlungsfähigkeit‹. In der Spannung zwischen Möglichkeiten und Beschränkungen der Handlungsfähigkeit, verortet die Kritische Psychologie die ›doppelte Möglichkeit‹: die ›restriktive vs. verallgemeinerte Handlungsfähigkeit‹, das Handeln in den gegebenen Strukturen oder die Entwicklung von Möglichkeiten, die Bedingungen zu überwinden. Es schien der Autorin interessant und produktiv, neben dem gesellschaftstheoretischen Bezug des Marxismus’ der Kritischen Psychologie noch weitere theoretische Ansätze hinzuzuziehen, um oft widersprüchliche gesellschaftliche Verhältnisse erfassen zu können. Demzufolge wurden Theoriestränge über den Diskurs und zu Gouvernementalität von Michel Foucault in Dialog zu den Bedeutungskonstellationen im subjektwissenschaftlichen Ansatz der Kritischen Psychologie gesetzt. Es wird des Weiteren ein Konzept der „Orientierung“ entwickelt, da Orientierung im vielfältigen Diskursangebot eine wesentliche Dimension in der Lebensführung darstellt. Als weitere Dimension wird „Solidarisches Handeln“ als mögliche Form von Bewältigungshandeln angeführt. Als Hinführung zu den Fallanalysen wird zunächst der Frage nach den Geschlechterverhältnissen in der momentanen gesellschaftlichen Formation nachgegangen. Der Blick ist ein doppelter: zum einen werden Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnisse betrachtet (Frigga Haug). Zum anderen werden Geschlechterverhältnisse als Effekt staatlichen Handelns (Gundula Ludwig u.a.) analysiert. Darauf aufbauend wird die Frage nach dem Zusammenhang von Lebensführung und Geschlechterverhältnissen gestellt. Kritisch diskutiert wird unter anderem das Konzept der ›doppelten Vergesellschaftung‹ von Regina Becker-Schmidt. Der soziale Dienstleistungsbereich und das Gesundheitswesen sind seit Jahren vom neoliberalen Umbau des Sozialstaats betroffen. Auf unterschiedlichen Ebenen findet eine umfassende Verschlechterung der Arbeits- und Einkommensbedingungen statt. Da in diesen Branchen prozentual überwiegend Frauen arbeiten, sind vor allem ihre Beschäftigungsverhältnisse in besonderer Weise von steigendem Druck und Prekarisierungsprozessen geprägt. Gabriele Winker bezeichnet diesen Wandel als Teil der ›Krise der sozialen Reproduktion‹. Im empirischen Teil der Arbeit wurden neun leitfadengestützte Interviews verwendet und unter Bezugnahme auf Methoden der Grounded Theory und der Detailanalyse des von Josef Held entwickelten subjektbezogenen Forschungsverfahrens ausgewertet. Vier Interviews wurden zu Fallanalysen ausgearbeitet. Die Lebensführung der befragten Frauen ist von Widersprüchen geprägt, die sich aus den vielfältigen Anforderungen an die Lebensführung ergeben. Diesen widersprüchlichen Grundkonstellationen wird in der Analyse der Interviews nachgespürt. In der abschließenden „Themenspezifischen Auswertung“ werden weitere fünf Interviews hinzugezogen und die Widerspruchskonstellationen in der Erwerbssphäre und in der Reproduktionssphäre herausgearbeitet. In der Erwerbssphäre taucht als typische Grundkonstellation die „Erschöpfung des Sozialen“ auf. Das betrifft den Druck, den viele Frauen in ihrem jeweiligen Berufsfeld formulieren durch steigende Anforderungen bei gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen. In Bezug auf die Reproduktionssphäre müssen sich Frauen neben der Bewältigung des Alltags mit widersprüchlichen Diskursen auseinandersetzen, hinsichtlich eines „institutionalisierten Erwartungsmusters sozialer Reproduktion“ (Axel Honneth) in Bezug auf eine „normale Lebensführung“, als „Familie“, als „gute Mutter“ oder als Alleinstehende. Schließlich werden ausgewählte ›Möglichkeitsräume‹ untersucht, spezifische Orientierungsbewegungen, die die Frauen für sich formuliert haben: zum einen die Orientierung auf die ›Sorge um sich‹ als Bewältigungshandeln, zum anderen hinsichtlich der Frage nach dem ›Solidarischen Handeln‹ in der Lebensführung

    Feminismus von rechts? – Eine unbehagliche Frage

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    Eine Rekonstruktion der staatlichen Anrufung von Liebespaaren auf dem Standesamt

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    In der Situation der standesamtlichen Zeremonie wird derzeit nicht über die Institution Ehe und deren Rechtswirkungen gesprochen. Vielmehr betonen die Staatsangestellten, welche die Zeremonien leiten, die emotionale Dimension dieses besonderen Moments für das individuelle Liebespaar. Am Beispiel von zwei Partnerschaftseintragungen und zwei Eheschließungen rekonstruiert der Beitrag diese staatliche Inszenierung von Liebe. Gezeigt wird, dass es in den kurzen, aber bewegenden Momenten um die Herstellung einer dauerhaften emotionalen Bindung geht. Denn wie die staatlichen Expert_innen verdeutlichen, bestehen die Ehe und die eingetragene Partnerschaft darin, dass sich staatlich legitimierte Liebespaare an einem in der Zukunft liegenden Glück orientieren.Marriage as an institution and its legal effects are currently not discussed in the course of registry office ceremonies. Rather, the officials who conduct these ceremonies tend to emphasize the emotional dimension of this special moment for each individual couple. This article reconstructs the state’s enactment of love based on the example of two civil partnership and two marriage ceremonies. It shows that, in the brief but moving moments, what is happening is the creation of an enduring emotional tie. As the officials show, marriage and civil partnerships are constituted when couples who have been legitimized by the state orientate their relationship to their happiness in the future

    Gender Mainstreaming oder Mainstream ohne Gender? Wirtschaftspolitische Steuerung in der Europäischen Union: geschlechterblind und gleichstellungsriskant

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    Gender Mainstreaming oder Mainstream ohne Gender? Wirtschaftspolitische Steuerung in der Europäischen Union: geschlechterblind und gleichstellungsriskant Der Artikel leistet einen Beitrag zur Bilanz 20 Jahre nach Amsterdam mit einer kritischen Bestandsaufnahme des Stellenwerts von Gleichstellungspolitik im Bereich der Budget- und Wirtschaftspolitik. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welchen Einfluss der gleichstellungspolitische Ansatz des Gender Mainstreaming (GM) in der budget- und wirtschaftspolitischen Steuerung innerhalb der EU innehat und gleichzeitig umgekehrt, welchen Einfluss die Budget- und Wirtschaftspolitik der EU, mit besonderem Fokus auf die wirtschaftspolitische Steuerung (Economic Governance), auf Gleichstellung hat. Die Analyse zeigt, dass Gleichstellungspolitik in der EU und gleichstellungspolitische Errungenschaften in der Krise sind. Das ist nicht nur auf die Wirtschafts- und Finanzkrise zurückzuführen, sondern ist vielmehr auch in den zu kurz greifenden gleichstellungspolitischen Konzepten und in der weiterbestehenden „strategic silence“ in Bezug auf Gleichstellungsaspekte in der EU-Wirtschaftspolitik im Rahmen der Economic Governance angelegt. Gleichstellungspolitische Errungenschaften sind durch geschlechterblinde Politiken und die zunehmende Macht männlich dominierter und maskulin strukturierter Institutionen gefährdet. Im Artikel werden aufbauend auf die Einsichten in die Defizite der bisherigen GM- und Gleichstellungspolitik Ansatzpunkte für die theoretische Weiterentwicklung und praktische Geschlechterpolitik vorgestellt, die die Schwachstellen und blinden Flecken überwinden sollen. Eine vom Alltag der Lebensrealitäten her gedachten Transformation muss auf drei Ebenen erfolgen, eine Neukonzeptualisierung von Ökonomie und der Wirtschaftspolitik in Richtung Ver- und Vorsorgende Wirtschaft (Care Ökonomie), eine emanzipatorische Transformation von Staatlichkeit in Richtung Geschlechterdemokratie und ein Ausbau geschlechtergerechter partizipatorischer Institutionen und Entscheidungsprozesse. Nur wenn diese drei Ebenen gleichzeitig im Blick sind, können gleichstellungspolitische und emanzipatorische Konzepte und Strategien wirksam werden

    Frau Doktor steht zur Wahl. Eine quantitative Analyse des bundesdeutschen Wahlverhaltens auf lokaler Ebene aus der Genderperspektive

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    Dieser Beitrag geht zwei grundlegenden Fragen nach: zum einen, ob Frauen bei Kommunalwahlen, bei denen Kumulieren und Panaschieren möglich ist, gezielt nach unten gewählt – und somit durch die Wählerschaft diskriminiert – werden, und zum anderen, ob ein vorhandener Doktortitel der KandidatInnen den Wahlerfolg, unabhängig vom Geschlecht, im Vergleich zu Nicht-Promovierten erhöht. Die Analysen der Kommunalwahlen in 74 Klein- (20 000 bis 50 000 EinwohnerInnen) und Großstädten (mehr als 100 000 EinwohnerInnen) anhand der Parteilisten mit fast 16 000 KandidatInnen zeigen eine Benachteiligung von Frauen gegenüber den (männlichen) Kandidaten durch die Wählerschaft, die sich allerdings nur in Kleinstädten, nicht jedoch in Großstädten äußert. Ein Doktortitel begünstigt den relativen Wahlerfolg von Frauen und Männern gegenüber Nicht-Promovierten wie erwartet, wobei es keine signifikanten Differenzen im Wahlerfolg zwischen Frauen und Männern mit Doktortitel gibt. Die Annahmen und Ergebnisse werden im Spiegel aktueller Forschungsergebnisse diskutiert

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