GenderOpen - Repositorium für die Geschlechterforschung
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Kommentar zu Dolores Haydens "Wie könnte eine nicht-sexistische Stadt aussehen" (1981)
Gesa Witthöft erfreut sich bei der Wiederlektüre an der argumentativen Wucht und der (fach-)politisch deutlichen Ausdruckweise von Dolores Hayden. Sie erfreut sich an der Qualität der feministischen Analyse, und findet, dass hier vorweg genommen wird, was ‚uns‘ heute im Zusammenhang mit integrierten raum-relationalen und intersektional-qualitativen Analysetechniken einfacher möglich ist: Die Erkenntnis und Darstellung der vielschichtigen strukturellen Verwobenheit der gesellschaftlichen Produktion von Raum! Gesa Witthöft hinterfragt jedoch den reformistischen Ansatz Dolores Haydens und meint, dass die postulierte sachliche und beharrliche Thematisierung der Inhalte nicht allein genügt. Offen bleiben ihres Erachtens der Mut, einen wirklich alternativen Gesellschaftsentwurf zu entwickeln, und eine lern-orientierte Strategie, institutionelle Strukturen substantiell durch die prioritäre Inwertsetzung sozialer Erfordernisse zu ändern – auch wenn sie selber gestehen muss, mit dieser dringlichen Erweiterung in ihrer Arbeit immer wieder ‚erfolgreich zu scheitern‘! Ihr Fazit nach der Wiederlektüre lautet: Kritisch und lautstark weitermachen! Liebe Dolores Hayden: Vielen Dank
Enttabuisierung des Themas Gewalt gegen Frauen
Mit der Herausbildung der »Neuen Frauenbewegung« entwickelte sich in den 1970er Jahren eine intensivere Debatte über die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Dabei wurden auch erstmals Fragen von (männlicher) Gewalt gegen Frauen öffentlich thematisiert und eine konsequente Auseinandersetzung damit eingefordert. Gisela Notz resümiert die Gewaltdebatte in der »Neuen
Frauenbewegung« und fragt – 40 Jahre nach der Gründung der ersten Frauenhäuser – was daraus geworden ist
Vom Mythos der Chancengleichheit : Frauen und Gleichberechtigung in Liechtenstein
Immer mehr Frauen in Liechtenstein sind heute berufstätig und immer besser ausgebildet. Gleichzeitig sind die Frauenanteile im Landtag seit 2013 rückläufig. Der ausgebliebenen, aber eigentlich erwarteten Anpas-sung der neuen Gegebenheiten an die politische Partizipation der Frauen kann nur auf den Grund gegangen werden, indem die Phänomene Chancengleichheit und Gleichberechtigung auf gesamtgesellschaftlicher und nicht nur auf politischer Ebene untersucht werden. Eine nähere Betrachtung der Frauenerwerbstätigkeit zeigt auch für Liechtenstein Traditionalisierungseffekte im Erwerbsverlauf, geschlechtsspezifische Berufs-wahlen ebenso wie eine allgemeine Zweiteilung der Gesellschaft in männliche (bezahlte) und weibliche (un-bezahlte) Bereiche. Mit dieser Zuschreibung verbunden sind auch eine Ungleichbewertung beider Bereiche und weitere qualitative Unterschiede, welche Männer (die weniger unbezahlte Arbeit verrichten) bevortei-len und Frauen (die den grossen Teil dieser Arbeit erledigen) benachteiligen. Da die zunehmende Erwerbs-tätigkeit der Frauen keine Zunahme unbezahlter Arbeit durch die Männer zur Folge hatte, verstärken sich die Ungleichheiten nun vielmehr auch zwischen den Frauen. In der „neuen Dienstbotengesellschaft“ können es sich einige Frauen „leisten“, erwerbstätig zu sein indem sie unbezahlte Arbeit externalisieren. Andere müssen schlecht bezahlte Arbeit und gleichzeitig auch noch unbezahlte Arbeit unter einen Hut bringen
Macht und substantielle Repräsentation von Frauen
Politische Repräsentation bezweckt im Allgemeinen, politisch verbindliche Entscheidungen herbeizuführen und umzusetzen. Dabei berücksichtigen die gewählten Abgeordneten die Interessen ihrer Bürger*innen. Frauen sind jedoch in den meisten Parlamenten unterrepräsentiert. Dies wirft die Frage auf, inwieweit die Interessen von Frauen im politischen Prozess durchgesetzt werden. Unser Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit sich substantielle Repräsentation von Frauen – also die Tätigkeit und den Einsatz von Frauen für Frauen – in Macht i.S. der Durchsetzung von policies, die Fraueninteressen widerspiegeln, verwandelt. Wir halten den Fokus auf policy-outputs für notwendig, da dadurch Aussagen über die tatsächliche Durchsetzungskraft von Frauen und damit über die Auswirkungen und Reichweite substantieller Repräsentation getroffen werden können. Dazu diskutieren wir in einem ersten Schritt die Literatur zu Fraueninteressen und beschäftigen uns anschließend mit der Forschung zu substantieller Repräsentation von Frauen in zwei politischen Arenen, der Legislative und der Exekutive. Insbesondere im Bereich substantieller Repräsentation von Frauen in der Exekutive besteht noch Forschungsbedarf
A Review of the Literature
This paper examines the case for replacing joint income by individual income as the base for the taxation of two-earner families. It draws upon well-established economic theory to support the argument. This shows that individual taxation is superior to joint taxation (“income-splitting”) on grounds of both efficiency and equity. It also briefly reports on important recent empirical work that shows that in Germany moving from joint to individual taxation while at the same time increasing the availability of affordable pre-school child care would be self-financing and have a positive net social benefit
The Cases of Chilli, Tomato and Maize
Trade is a widespread occupation for women in West Africa; such as petty traders that are involved with informal trade mainly. The case in Ghana is different as most of these traders are facing hostile treatment and harassment from many sides. Nevertheless, in development cooperation projects, rural economic development and development of its population is often targeted; whereas solely rural development projects have become projects to support value chains and its stakeholders. These value chains start at agricultural production, further on to processing and altering the raw product until its final condition for sale to the end consumer. The entire value chain deals with many diverse actors in rural and urban areas and also diverse areas of economies, such as micro and small enterprises, and other in private sector or public sector. Therefore, development cooperation dealing with value chain enhancement would address all actors. In Ghana, mainly production side and post-harvest management are dealt with and trade or intermediary trade is circumvented. Some projects openly state that they leave out traders from their interventions in value chains.
Most prejudices of this type have derived from historical events and official institutions, also a lack of knowledge. Traders are by contrast those who are coordinating streams of goods from beyond borders to supply to domestic markets and vice versa, manage large quantities for export. The reason that women continue to work in trade is that they barely have alternatives.Eine geringe Wertschätzung von Zwischenhändlern wie in vielen Entwicklungsländern ist auch in Ghana vorzufinden, was einerseits aus geschichtlichen Gründen aber auch aus Unwissenheit entsteht. Der Bereich der Zwischenhändler ist vorwiegend durch Frauen aus ruralen Gebieten betrieben, die Analphabeten und Autodidakten sind. Der Handel ist auf jeder Ebene organisiert, von den Kommunen über die Distriktstädte, die regionalen Hauptstädte und auch über die Grenzen des Landes hinaus. Die Händlerinnen organisieren damit den Warenfluss von den entlegenen Plätzen der Produktion oder aus dem Ausland, um es zu den Märkten mit der Nachfrage in den Ballungszentren und den großen städtischen Märkten zukommen zu lassen. Nichtsdestotrotz werden bei diversen Programmen der Entwicklungsorganisationen die Händler und vor allem Händlerinnen außen vor gelassen, die Konzentration und Aktivitäten wird auf die Produktion und teilweise auf die Handhabung nach der Ernte fokussiert. Der Wertschöpfungsketten-Ansatz verfolgt jedoch per definitionem alle Akteure in der Kette der Wertschöpfung, allein hierbei fehlen die Händler in der Umsetzung. Die Arbeit soll daher aufzeigen, welche Funktionen die Händlerinnen in den drei ausgewählten Fällen übernehmen und wie somit die Entwicklung von Wertschöpfungsketten optimiert werden und letztendlich die beteiligten Händlerinnen zu einer Verbesserung der Wertschöpfungskette beitragen können
Tracking Gendered Streams
One of the most prominent features of digital music services is the provision of personalized music recommendations that come about through the profiling of users and audiences. Based on a range of “bot experiments,” this article investigates if, and how, gendered patterns in music recommendations are provided by the streaming service Spotify. While our experiments did not give any strong indications that Spotify assigns different taste profiles to male and female users, the study showed that male artists were highly overrepresented in Spotify’s music recommendations; an issue which we argue prompts users to cite hegemonic masculine norms within the music industries. Although the results should be approached as historically and contextually contingent, we argue that they point to how gender and gendered tastes may be constituted through the interplay between users and algorithmic knowledge-making processes, and how digital content delivery may maintain and challenge gender relations and gendered power differentials within the music industries. Seen through the lens of critical research on software, music and gender performativity, the experiments thus provide insights into how gender is shaped and attributed meaning as it materializes in contemporary music streams