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Towards understanding a sandpile model as a Sample Space Reducing Process
Die Theorie der Thermodynamik macht genaue Vorhersagen über das Verhalten von Systemen nahe eines kritischen Punkts, solange sich diese Systeme im thermodynamischen Gleichgewicht befinden. Das Prinzip der Selbstorganisierten Kritikalität wurde von Per Bak zur Erklärung kritischen Verhaltes und des Auftretens von endlastigen Verteilungen in getriebenen Systemen vorgeschlagen. Als Beispiel kann das viel studierte Oslo Sandhaufen Modell (Oslo Modell) angeführt werden, welches das dynamische Verhalten eines 1+1 dimensionalen getriebenen Sandhaufens beschreibt. Die statistische Verteilung der Lawinengrößen, welche sich von dem Sandhaufen im Oslo Modell lösen, folgt einem Potenzgesetz. Die Anwendung des Prinzips der selbstorganisierten Kritikalität auf das Oslo Modell war bisher nur teilweise erfolgreich. In dieser Masterarbeit wähle ich eine neue Herangehensweise an das kritische Verhalten von Sandhaufen. Ich beschreibe ihre Dynamik und im Speziellen das Oslo Modell mithilfe eines Phasenraum Reduzierenden Prozesses und zeige, dass solche Prozesse die grundsätzliche Natur von Lawinen auf getriebenen Sandhaufen wiedergeben können.Critical phenomena within equilibrium thermodynamics are quite well understood and their theory makes precise predictions on scaling behaviours near the critical point. Self-organized criticality, a term coined by Per Bak, was introduced as an extension of this concept to explain the emergence of power laws in driven systems. The Oslo sandpile model (Oslo model), a model for a 1+1 dimensional sandpile, for instance shows power law distributions in the frequency of avalanche sizes and was extensively studied. While there has been some success, the approach still lacks generality and the power to produce exact results. Recently another route to out-of-equilibrium systems, namely the Driven Sample Space Reducing Process (SSR), was proposed. The aim of my thesis is to show that SSR processes are at the heart of sandpile dynamics as demonstrated with the Oslo model
Nostalgia, familia y televisión
Die vorliegende Diplomarbeit untersucht, wie die Themen Nostalgie, Familie und Fernsehen in der Fernsehserie Cuéntame cómo pasó dargestellt und konstruiert werden. In einer einleitenden Untersuchung und theoretischen Auseinandersetzung werden diese Themenfelder anhand unterschiedlicher Werke charakterisiert und reflektiert. Die Frage, wie das in den sechziger Jahren relativ neue Medium Fernsehen auf das Familienleben und die Gesellschaft einwirkt, wird dabei besonders intensiv und auch anhand damals zeitgenössischer philosophischer Perspektive durchaus kritisch hinterfragt. Nach einer allgemeinen Betrachtung des Fernsehkonsums an sich, werden die formalen und narrativen Strukturen von Fernsehserien mit ihren klassischen Eigenschaften skizziert, sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer fiktiven Rekonstruktion der Vergangenheit und die fließende Wechselwirkung zwischen Realität und Fiktion innerhalb der Wahrnehmung der Fernsehzuseher beschrieben. Des Weiteren wird versucht, das Phänomen des in den vergangenen Jahren vorherrschenden “Nostaligebooms” zu erklären.
Die Analyse wird mit einer theoretischen Grundlage des verwendeten Modells nach María de Lourdes López Gutiérrez und María Teresa Nicolás Gavilán eingeleitet. Im zweiten Teil der Arbeit werden die jeweils allerersten Episoden der spanischen und der argentinischen Version von Cuéntame cómo pasó einer facettenreichen, inhaltlichen Analyse unterzogen. Da diese das klare Ziel verfolgen, die Fernsehzuseher auf eine Zeitreise einzustimmen und durch die Einflechtung zahlreicher intermedialer Referenzen und originaler Archivaufnahmen ein umfassendes Bild der damaligen Gegebenheiten zu zeichnen, kommt den audiovisuellen Medien in dieser Serie eine herausragende Rolle zu. Die Analyse beschäftigt sich vordergründig mit der inhaltlichen Konstruktion der fiktiven, familiären Alltagsgeschichten inmitten der realen, historischen Geschehnisse, die eine Aktivierung des nationalen, kollektiven Gedächtnisses und nostalgischer Emotionen bewirken. Diese ausgefeilte und detailverliebte Erzähltechnik funktioniert sowohl in der fröhlich-optimistischen Aufbruchstimmung des Spaniens der 1960er Jahre, als auch in der düsteren Atmosphäre des am Rande des politischen Abgrunds stehenden Argentiniens der 1970er Jahre
Einfluss mikrobieller Darmmetaboliten von Naturprodukten auf Wachstum und Stoffwechsel von Darmkrebszellen
Tumorerkrankungen stellen die Medizin vor immer größere Herausforderungen. In den Industriestaaten findet man mittlerweile jeden dritten Tumor im Dickdarm. Auch im asiatischen Raum steigt die Inzidenz für Darmkrebs. Da eine falsche Ernährung einen hohen Risikofaktor für Darmkrebs darstellt, stellt sich natürlich die Frage ob und wie Polyphenole aus der Nahrung die Darmgesundheit beeinflussen. Ihnen werden antiproliferative, antioxidative und antiinflammatorische Eigenschaften zugeschrieben. Da die meisten natürlichen Vertreter schlecht bioverfügbar sind, bekommen die mikrobiellen Darmmetaboliten immer mehr Beachtung.
In dieser Arbeit sollte herausgefunden werden, ob Urolithin A, S-Equol und Enterolakton einen wachstumshemmenden Effekt auf Darmkrebszellen (HCT116) haben. Enterolakton und S-Equol zeigten nur sehr wenig antiproliferativen Einfluss, während Urolithin A das Wachstum mit einer IC50 von ca. 30 µM mindern konnte. S-Equol scheint mit einer IC50 von ca. 40 µM weniger potent als Urolithin A zu sein. In p53 knock-out Zellen wurden höhere IC50-Werte festgestellt, d.h. der Wirkmechanismus könnte von p53 abhängig sein. Die Metabolite wurden außerdem auf eine Kombinationswirkung mit Oxaliplatin in HCT116 Zellen getestet. Urolithin A zeigte einen schwach additiven Effekt, während S-Equol in höheren Dosen protektiv auf die Zellen wirkte.
Untersuchungen bezüglich Zellzyklusphasenverteilung und Einfluss auf den zellulären Energiestoffwechsel wurden auf Urolithin A beschränkt. Urolithin A führt zu einem Arrest in der G2/M-Phase mit anschließender Akkumulation in der subG1-Phase und einem verringerten metabolischen Potential. Nach Behandlung mit Urolithin A betrieben die Zellen vor allem Glykolyse. In HCT116 p53 knock-out Zellen konnte dieser Effekt nicht mehr beobachtet werden, die Zellen waren in der Lage, Glykolyse und Zellatmung wesentlich zu steigern.Tumor diseases pose ever greater challenges for medicine. In industrialized countries, one in three tumours is found in the large intestine. The incidence of colon cancer is also increasing in Asia. Since an improper diet is a high-risk factor for colon cancer, the question arises whether and how polyphenols from food affect intestinal health. They are said to have antiproliferative, antioxidant and anti-inflammatory properties. Since most of the natural compounds are poorly bioavailable, the microbial intestinal metabolites are receiving more attention.
The aim of this work was to find out whether urolithin A, S-equol and enterolactone have a growth-inhibiting effect on colon cancer cells (HCT116). Only urolithin A was able to reduce growth with an IC50 of approx. 30 µM. S-Equol seems to be less potent than Urolithin A with an IC50 of approx. 40 µM. Higher IC50 values were found in p53 knock-out cells, i.e., the mechanism of action could be dependent on p53. The substances were also tested for a combination effect with oxaliplatin in HCT116 cells. Urolithin A showed a weak additive effect, while S-Equol had a protective effect on the cells in higher doses.
Investigations into cell cycle phase distribution and influence on cellular energy metabolism were limited to urolithin A. Urolithin A leads to arrest in the G2/M phase with subsequent accumulation in the subG1 phase and a reduced metabolic potential where the cells mainly performed glycolysis. In p53 knock-out cells, this effect disappeared; the cells were able to increase glycolysis and cell respiration
Die Stellung von Märchenliteratur im Kontext Deutsch als Zweitsprache
In dieser Masterarbeit wird die Stellung von Märchenliteratur im Kontext Deutsch als Zweitsprache untersucht. Die Aufbereitung innerhalb der theoretischen Ausarbeitungen zeigt, dass kaum Studien zum Potential oder Einsatz von Märchenliteratur im Bereich Deutsch als Zweitsprache existieren. Die Forschung geht daher der Frage nach, wie Märchenliteratur in Deutschförderkursen beziehungsweise -klassen an österreichischen (Neuen) Mittelschulen eingesetzt wird. Das Ziel der Forschungsarbeit ist es, herauszufinden ob, und wenn ja, in welcher Weise, Märchen in diesen ausgewählten Förderprogrammen für Deutsch als Zweitsprache eingesetzt werden.
Um diese Forschungsfrage beantworten zu können, werden in einer qualitativen Studie Lehrende dieser Kurse befragt und mittels halbstrukturierter, interpretativ ausgewerteter Expert*inneninterviews die Arbeit mit literarischen Texten im Zweitsprachenunterricht am Beispiel des Märchens untersucht. Dabei steht nicht die quantitative oder statistische, sondern die inhaltliche Repräsentativität der Aussagen im Vordergrund. Das aus den individuellen Erfahrungen, Einstellungen und Perspektiven der Interviewpartner*innen bestehende Material wird mittels der Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (2015) aufbereitet. Davon ausgehend werden, entlang der Fragestellung, ein Analyseinstrument und Kategoriensystem entwickelt, die eine empirische Analyse ermöglichen.
Dabei stellt sich heraus, dass Literatur, und auch Märchenliteratur, oft aufgrund angenommener problematischer Praxistauglichkeit einen geringen Stellenwert in den entsprechenden Förderprogrammen einnimmt. Zugleich zeigt sich, dass der Wunsch nach Veränderung bei den Forschungspartner*innen vorhanden ist. Dies resultiert daraus, dass sich Märchen und Märchenliteratur als erster Zugang zu fremdsprachiger Literatur aufgrund ihrer Charakteristiken und Besonderheiten sehr gut für den sprachlichen Förderunterricht eignen, um Literatur im Deutsch als Zweitsprachenunterricht nicht als bloßes Zusatzmaterial einzusetzen, sondern Sprachbewusstsein und sprachliche Kompetenzen zu fördern und die Sprachproduktion anzuregen
Angstlust als konsumierbares Gut: Ausführungen zur kulturellen Ästhetisierung des Outbreak Narratives
Filme und Medien, die Pandemien behandeln, üben seit jeher eine besondere Faszination auf das Publikum aus, da emotionale Gegenpole in Wechselwirkung zueinander treten. ›Outbreak Narrative‹ ist ein etablierter Begriff für Ausbruchsszenarien, der sich mit dieser speziellen Erzählform und deren kulturellen Auswirkungen beschäftigt. Er behandelt sechs zentrale Schlüsseltropen, die sich über die Jahre nur gering veränderten und eine Unterscheidung von Science-Fiction und Science-Fact schwierig erscheinen lassen. Zudem trägt die Globalisierung zu einer Unterscheidung von medizinischer und metaphorischer ›viraler‹ Verbreitung bei, weswegen das Virale zum Zentraldiskurs der Postmoderne avancierte und Viren zu einem medialen Kollektivsymbol wurden.
Anhand zweier ausgewählter Fallbeispiele – einer Dokumentarserie und einem Mobilegame – wird dieses erzählerische Narrativ in neueren und entgegengesetzten Medienformaten aufgespürt, sowie dargelegt, dass es sich hierbei um ein medienuniverselles Phänomen mit erkenntnisproduzierendem Potenzial handelt. Im Zuge der film- und medienwissenschaftlichen Analysen wird kenntlich, dass das vergnügliche Schaudern während des Medienkonsums vorrangig durch das Paradox der Angstlust ausgelöst wird. Diese wird durch inszenatorisch-kreatives Arbeiten mit realen Fakten erzeugt, die es dem Publikum gestatten, der Bedrohung aus sicherer Distanz und in einem abgeschlossenen Raum beizuwohnen. Dadurch wird es möglich, das Zirkulieren von kulturellen Ängsten zu erforschen und gleichzeitig ein Ventil für parasoziale Gedankenexperimente legitimiert, die über die Katharsisthese hinausgehen und eine ›Social Science-Fiction Dialektik‹ etablieren.Films and media that deal with pandemics have always exerted a special fascination on audiences, as emotional opposites interact with each other. ›Outbreak Narrative‹ is an established term for the concept of staged outbreak scenarios, dealing with this narrative form and its cultural impact. It thematises six central key tropes that mostly did not change over the years and furthermore make it difficult to distinguish between science fiction and science fact. Moreover, globalisation contributes to a distinction between medical and metaphorical ›viral‹ spreading, which is why viral spread became the central discourse of postmodernism and viruses became a media collective symbol.
Using two explicit case studies – a documentary series and a mobile game – this narrative is tracked down in new and opposite media formats and it is shown that it is a universal phenomenon with knowledge-producing potential. Based on analyses within film and media studies, it becomes clear that the mixture of fear, delight and hope during media perception is primarily triggered by the paradox of thrill. It is created through staging and creative work with real facts that allow the audience to witness the threat from a safe distance and in an enclosed space. This makes it possible to study the circulation of cultural anxieties while legitimising an outlet for parasocial thought experiments that go beyond the catharsis thesis and establish a ›social science fiction dialectic‹
Marketing activity of born globals
Obwohl in der Literatur die möglichen Beweggründe der unternehmerischen Globalisierung durchaus untersucht wurden, erhielt Marketing im Zusammenhang mit Born Globals wenig Aufmerksamkeit. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es, zur Theorie des Unternehmerischen Marketing beizutragen. Dies wird aus der Perspektive von früh global expandierenden Unter- nehmen in einer von gering differenzierten Produkten geprägten Industrie getan. Ziel ist es, die Marketingstrategien zweier B2C Born Globals – wobei eines der Unternehmen erfolgreich, das andere erfolglos ist – auf Basis des EMICO-Modells zu vergleichen. In einer darauffolgenden quantitativen Studie werden jene Elemente des EMICO-Modells, die Einfluss auf die Markenloyalität von Kunden haben, spezifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterschiede sowohl zwischen den Marketingstrategien der beiden verglichenen Unternehmen, als auch zwischen den verfolgten Marketingstrategien und den eigentlichen Kundenbedürfnissen vorliegen. Trotz der Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen stellt die größte Herausforderung für beide dar, Markenloyalität zu generieren. Die quantitativen Ergebnisse zeigen, dass Bemühungen in der Kundenorientierung, speziell hinsichtlich der Kommunikation der Einzigartigkeit der Marke, in einem B2C Born Global Umfeld die größte Varianz in der Markenloyalität erklären. Die Studie trägt demnach zu der Diskussion über Markenloyalität und Differenzierungsstrategien von B2C Born Globals in kompetitiven Märkten bei. Durch die Limitierung der Literatur von Born Globals auf Unternehmen, welche lediglich in Nischenmärkten aktiv sind, wurde diese Diskussion bisher vernachlässigt. Des weiteren trägt diese Studie zur Theorie bei, indem sie die Marketingstrategien von B2C Born Globals durch die Einbeziehung von Unternehmens- als auch Konsumentenperspektive untersucht.Even though literature has investigated the various drivers of entrepreneurial globalization, marketing in the context of Born Globals has received little attention. The objective of this study is to contribute to the theory of entrepreneurial marketing from the perspective of early internationalizing firms in an industry characterized by highly undifferentiated products. The research objectives are to compare the marketing strategies of two B2C Born Globals – one successful, one unsuccessful – on the basis of the qualitative EMICO model. In a subsequent quantitative research, those elements of the EMICO model impacting customers in regards to brand loyalty are specified. Findings show that differences exist between the marketing strategies pursued by the two companies as well as the marketing activities of the companies and the customers’ needs. Despite their differences, both companies struggled most with building brand loyalty. Quantitative results show that in a B2C Born Global setting, efforts of customer orientation, especially communicating brand uniqueness, explain most of the variance in brand loyalty. This study contributes to the discussion of brand loyalty and differentiation strategies in the realm of Born Globals in highly competitive markets. Due to the limitation in literature of Born Globals sole entry into niche markets, this discussion was neglected to date. Furthermore, this study is a novel addition to existing literature as the assessment of Born Global marketing strategies in a B2C setting is conducted by including the companies’ as well as the customers’ perspective
Selbstgesteuertes Sprachenlernen am Beispiel von Rosetta Stone
Computergestützte Lernformate, insbesondere Sprachlernsoftwares, bringen den Vorteil mit sich, dass LernerInnen Ort und Zeitpunkt des Lernens selbst festlegen können und dadurch unabhängig von den organisatorischen Vorgaben eines regulären Sprachkurses sind. Gleichzeitig wurde im Rahmen bereits durchgeführter Untersuchungen im Forschungsfeld der Sprachlerntechnologie eine hohe Ausfallsrate von ProbandInnen festgestellt, die auf eine Reihe von Kritikpunkten wie etwa technische Mängel, den Ablauf des Lernprozesses sowie Schwierigkeiten des selbstorganisierten Lernens zurückzuführen sein kann.
Da erst eine geringe Anzahl an Untersuchungen vorliegt, die Sprachlernsoftwares aus der Perspektive von Erfahrungsberichten der LernerInnen analysieren, bestand das Ziel der vorliegenden Studie darin, dazu beizutragen, diese Lücke im Forschungsfeld zu schließen. Das Forschungsdesign sah ExpertInneninterviews mit LernerInnen vor, die mithilfe von Rosetta Stone eine Sprache erlernt hatten. Der ExpertInnenstatus begründet sich durch die Erfahrungswerte, welche die LernerInnen im Laufe des eigenen Lernprozesses gesammelt hatten. Anhand von 13 Leitfragen wurden fünf Interviews geführt, welche im Anschluss mithilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse analysiert wurden. Die Analyse setzte sich aus drei Schritten zusammen. So wurden zuerst zehn deskriptive Kategorien verwendet, bevor das Kategorieninventar in einem induktiven Analyseschritt um weitere (Unter-)Kategorien und Schnittmengen erweitert wurde. Aufgrund einiger widersprüchlicher Ergebnisse, die sich aus der Analyse der Kategorien ableiten ließen, wurden schließlich hypothetische Schlussfolgerungen aufgestellt mit dem Ziel, neue Erkenntnisse ins Forschungsfeld einbringen zu können. Einige bereits bekannte positive und negative Erfahrungswerte, wie etwa die Möglichkeit zur flexiblen Einteilung des Lernprozesses auf der einen Seite sowie das Fehlen einiger wesentlicher Sprachlerninhalte (Schriftvermittlung, grammatische Erklärungen) auf der anderen Seite, wurden bestätigt und um einige weitere Aspekte, wie etwa die schnelle und unkomplizierte Aneignung von neuem Wortmaterial oder das Fehlen von Abwechslung und Differenzierungsmöglichkeiten ergänzt. Auffällig war, dass die Angaben der ProbandInnen im Hinblick auf viele Einzelaspekte sehr unterschiedlich ausfielen, was darauf schließen lässt, dass es vorwiegend auf die lernende Person selbst ankommt, wie die Erfahrungswerte mit der Lernsoftware ausfallen. Im Gegensatz zu früheren Studien beurteilten die ProbandInnen der vorliegenden Studie den subjektiv wahrgenommenen Sprachlernerfolg nicht ausschließlich als negativ, da sie ihre Lernziele teilweise erreichen konnten. Als Voraussetzung dafür wurde die Fähigkeit zum selbstorganisierten Lernen unter Einbezug weiterer Quellen und Hilfestellungen genannt.Computer assisted language learning tools, especially language learning software programs, enable learners to decide for themselves when and where they want to study, so learners become independent from organizational structures of regular language courses.
At the same time, studies in the research field of computer assisted language learning have shown that the rate of learners quitting the program is high due to various reasons like technical shortcomings, the design of the learning process or difficulties that arise out of the fact that learners are responsible for the organization of the complete learning process.
Since there exists a limited amount of studies analysing language learning softwares from the perspective of learners’ experiences, the goal of this study was to contribute to a fuller picture of computer assisted language learning possibilities by examining learners’ personal experiences with the software Rosetta Stone.
The research design consists of expert interviews with test persons who have completed a learning process with Rosetta Stone. The interviewees’ role as experts is based on their experiences collected during the learning process. The interviews were conducted by reference to 13 key questions. Principles of the Qualitative Content Analysis were used to analyse the data. The analysis was conducted in three steps. First of all, the material was filed into ten descriptive categories before expanding the inventory of categories by using an inductive step of analysis. Due to surprising results, hypothetical inferences were developed in order to bring new insights and explanations into the research field. Some facts that had already been discovered in previous studies like the possibility to arrange the learning process according to one’s own needs on the positive side or the absence of some essential language learning features (e.g. writing and grammar instructions) on the negative side were confirmed by the test persons. More positive and negative aspects were identified like the fast and easy acquisition of lexical material or the lack of variety and differentiation. There were noticeable inconsistencies between the interviewees in terms of various aspects. The differences in the assessment of some of the software features suggest that the quality of the language learning experience depends greatly on the person learning. In contrast to previous findings, the test persons of this study would evaluate their language learning success partly positively since they were able to achieve their learning targets. The ability to organize the own learning process by consulting different sources and additional material is considered to be the prerequisite of learning successfully with the computer assisted language learning tool
Die außerbetriebliche Sphäre einer Kapitalgesellschaft bei der Vermietung an Gesellschafter
Seit dem VwGH-Erkenntnis vom 20.6.2000 besteht die Möglichkeit des Vorliegens einer außerbetrieblichen Sphäre bei Kapitalgesellschaften. Betrachtet man die bisherige Judikatur des VwGH zur Immobilienvermietung an Anteilseigner, so kann festgehalten werden, dass sich diese im Laufe der Zeit fundamental geändert hat. In einer Reihe von Erkenntnissen zur Vermietung von Immobilien durch Kapitalgesellschaften an Anteilseigner oder Nahestehende, entwickelte der VwGH die Ansicht, dass vom Vorliegen eines funktionierenden Mietenmarktes die Wahl des Maßstabs für die Beurteilung, ob die Überlassung fremdüblich erfolgt, abhängt. Das Vorhandensein und der Nachweis eines funktionierenden Mietenmarktes ist daher für die weitere abgabenrechtliche Qualifikation der Fremdüblichkeit des bezahlten Mietentgelts wesentlich. Umsatzsteuerlich ist zu beachten, dass Leistungen, deren Entgelte überwiegend keine abzugsfähigen Ausgaben sind, vom Vorsteuerabzug ausgenommen sind. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob im jeweiligen Fall eine missbräuchliche Praxis vorliegt. Verfahrensrechtlich sollte besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass gewisse Konstellationen dazu führen können, dass dem Abgabenpflichtigen eine erhöhte Offenlegungs-, Mitwirkungs-, Beweismittelvorsorge- bzw Beweismittelbeschaffungspflicht auferlegt wird
Über das weibliche Begehren und die weibliche Lust in: Elfriede Jelineks "Die Liebhaberinnen", Verena Stefans "Häutungen", Svende Merians "Der Tod des Märchenprinzen"
Die vorliegende Arbeit beleuchtet das weibliche Begehren und die weibliche Lust, generell die weibliche Sexualität, in den folgenden drei literarischen Werken: Elfriede Jelineks „Die Liebhaberinnen“ (1975), Verena Stefans „Häutungen“ (1975) und Svende Merians „Der Tod des Märchenprinzen“ (1980). Dabei wird auf die Schwierigkeiten eingegangen, vor welchen die weiblichen Protagonistinnen in ihrer Sexualität gestellt sind. Anhand von Textstellen aus den hier genannten Primärtexten wird gezeigt, welche Geschlechterklischees das weibliche Begehren unterdrücken, wie die Protagonistinnen heterosexuellen Koitus als Gewaltakt erleben und welchen Ängsten sie sich als Frauen in einer patriarchalen Gesellschaft täglich stellen müssen.
In einem ersten Schritt werden „das Begehren“ und „das Weibliche“ dekonstruierend durch die Definition verschiedener Disziplinen erläutert, um ein Basisverständnis zu schaffen und zu zeigen, dass es sich um willkürlich geschaffene Konstrukte handelt, die durch Machtverhältnisse und Konvention das Leben von Frauen bestimmen. Im zweiten Schritt werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der thematischen Schwerpunkte jedes der Primärwerke gezeigt, um so ein näheres Verständnis für das persönliche Schicksal jeder Protagonistin zu schaffen. Im letzten Schritt wird konkret auf die Darstellung der weiblichen Sexualität in den Primärwerken eingegangen. Schlussendlich wird das weibliche Schreiben über Erotik und Sexualität analysiert, da dieses der Problematik gegenübergestellt ist, dass die Literaturwissenschaft aufgrund des männlichen Blicks eine scharfe Trennung bzw. (Ent-)Wertung zwischen Liebe/Gefühle und Erotik/Sexualität macht.
Diese Arbeit folgt den feministischen Grundsetzen und erforscht dabei in welchen destruktiven Machtverhältnissen sich die weibliche Sexualität und das Schreiben darüber befindet, v.a. wenn es eine Frau ist, die darüber schreibt.This paper examines female desire and lust, and female sexuality in general, in the following three literary works: Elfriede Jelinek's "Die Liebhaberinnen" / “Lovers” (1975), Verena Stefan's "Häutungen" / “Skinnings” (1975) and Svende Merian's "Der Tod des Märchenprinzen" / “The death of the fairy tale prince” (1980). The difficulties the female protagonists face in their sexuality are discussed. Using passages from the primary texts mentioned here, it will be shown which gender clichés suppress female desire, how the protagonists experience heterosexual coitus as an act of violence and what fears they have to face every day as women in a patriarchal society.
In a first step, "desire" and "the female" are explained in a deconstructive way through the definition of different disciplines in order to create a basic understanding and to show that they are arbitrarily created constructs that determine women's lives through power relations and convention. In the second step, the similarities and differences of the thematic focus of each of the primary works are shown in order to create a closer understanding of the personal fate of each protagonist. In the last step, the portrayal of female sexuality in the primary works will be specifically addressed. Finally, female writing about eroticism and sexuality is analysed, as this is confronted with the problem that literary studies makes a sharp division or (dis)valuation between love/feelings and eroticism/sexuality due to the male gaze.
This thesis follows feminist principles and explores the destructive power relations of female sexuality and of the writing about it, especially when it is a woman who writes about sex, lust and desire