University of Hildesheim
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HiER 2015. Proceedings des 9. Hildesheimer Evaluierungs- und Retrievalworkshop
Die Digitalisierung formt unsere Informationsumwelten. Disruptive Technologien dringen verstärkt und immer schneller in unseren Alltag ein und verändern unser Informations- und Kommunikationsverhalten. Informationsmärkte wandeln sich. Der 9. Hildesheimer Evaluierungs- und Retrievalworkshop HIER 2015 thematisiert die Gestaltung und Evaluierung von Informationssystemen vor dem Hintergrund der sich beschleunigenden Digitalisierung. Im Fokus stehen die folgenden Themen: Digital Humanities, Internetsuche und Online Marketing, Information Seeking und nutzerzentrierte Entwicklung, E-Learning
"Machen Sie das doch mal, Sie können das doch bestimmt selber nicht!". Pädagogische Autorität und professionelles Selbstverständnis von Sportlehrer/innen
Der Beitrag stellt eine Verknüpfung zwischen dem Thema pädagogische Autorität und professionalitätstheoretischen Überlegungen her. Es wird gezeigt, dass der Umgang mit dem im Titel angedeuteten Autoritätskonflikt Rückschlüsse auf das professionelle Selbstverständnis der Lehrkraft zulässt sowie auch Rückfragen an die Erfüllung des sportunterrichtlichen Fachauftrags provoziert. Als Basis für die Verknüpfung dient die Auswertung des Autoritätskonflikts auf der Folie von interaktions- und austausch-/täuschungstheoretischen Ansätzen
Pädagogik im Nachwuchsleistungssport: Wissenschaftliche Begleitforschung am LOTTO Sportinternat des Olympiastützpunktes Niedersachsen ; Bericht über das Pilotprojekt
Bei dem Forschungsprojekt „Pädagogik im Nachwuchsleistungssport“ handelt es sich um eine Kooperation zwischen dem Sportinstitut der Stiftung Universität Hildesheim, dem Olympiastützpunkt (Standort Hannover) und dem Landessportbund Niedersachsen. Im Mittelpunkt der Studie steht neben der Untersuchung und Optimierung bestehender Verbundstrukturen (strukturelle Ebene) vor allem die Analyse pädagogischer Prozesse im lebensweltlichen Kontext des Sportinternats (Ebene der Interaktion). Innerhalb der Untersuchung soll ein umfassendes Orientierungswissen generiert werden, das bisherige Forschungs- und Wissenslücken der Pädagogik des Nachwuchsleistungssports weiter zu schließen verspricht
Unterwegs im bilingualen Symbolfeld. Russisch-deutschsprachige Schülerinnen und Schüler
Wie verteilt sich das Wortwissen mehrsprachiger Schülerinnen und Schüler auf ihre Sprachen? Anhand einer Stichprobe von über 100 russisch-deutschen Grundschülerinnen und –schülern bestätigen sich Befunde für jüngere Kinder. Das Wortwissen über beide Sprachen ist genauso groß wie bei einsprachigen Altersgenossen. Der einzelsprachliche Wortschatz in der Umgebungssprache entwickelt sich gut. Der statistische mittlere Abstand zu monolingualen peers beträgt ca. 2 Jahre und wird über die Grundschulzeit stabil beibehalten
Ratgeber in Leichter Sprache als Teil der fachexternen Kommunikation
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kommunikation zwischen Experte und Nicht-Experte, genauer gesagt zwischen Arzt und Patient. Sie ist unterteilt in einen theoretischen und einen empirischen Teil. Im theoretischen Teil wird erläutert, welche Faktoren Fachsprachen so schwer verständlich machen und wie die externe Vermittlung von Expertenwissen vereinfacht werden kann. Wie sieht der Kommunikationsprozess von Experten und Nicht-Experten aus? Inwiefern stellt Fachkommunikation eine Barriere dar? Im empirischen Teil wurde ein Text zum Thema Geburtsvorgang in Leichte Sprache übersetzt, der sich an von Geburt an Hörgeschädigte richtet. Die Übersetzung wurde zum einen in Form eines Ratgebers gestaltet, mit dem sich die Schwangere vor der Geburt auseinandersetzen kann. Zum anderen liegt sie in Form eines Kartensystems vor, das direkt beim Geburtsvorgang zur Verständigung eingesetzt werden kann
Zur Konzeption eines immersiven Theaters. Eine Analyse von Inszenierungsstrategien zur Erzeugung von Immersion in zeitgenössischen Performance-Installationen
Im englischen Sprachraum hat sich seit einigen Jahren der Begriff ‚immersive theatre‘ etabliert, um eine Theaterpraxis zu beschreiben, in der die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum aufgehoben ist. Diese Bezeichnung ist problematisch, da das Adjektiv ‚immersive‘ auf die Erlebnisqualität oder Rezeptionserfahrung der ‚Immersion‘ verweist. Während Immersion im ursprünglichen Sinn räumliches Umschlossen-Sein bedeutet, wird Immersion in Bezug auf ästhetische Erfahrungen verstanden als Rezeptionsmodus der Fokussierung auf den Medieninhalt. Dieser Rezeptionsmodus zeichnet sich dadurch aus, dass die dargebotene Inszenierung subjektiv nicht mehr als inszeniert wahrgenommen, sondern vorübergehend als real empfunden wird und der_die Rezipierende sich selbst als Teil der fiktiven Welt erlebt. In der Bezeichnung ‚immersive theatre‘ ist das Versprechen impliziert, dass dieses Format Immersion im Sinne einer gefühlsmäßigen Versunkenheit in eine Fiktion auslösen könne. Immersion ist jedoch eine subjektive Erfahrung, die zwar von Seiten der Produzierenden intendiert sein, aber niemals garantiert werden kann. Es stellt sich also die Frage, ob diese als ‚immersive theatre‘ bezeichnete Praxis zu Recht behauptet, das Erleben von Immersion in besonderem Maße wahrscheinlich zu machen. Um dies zu untersuchen, wird aus den Definitionen von „Immersion“ aus den Bereichen der Literaturwissenschaft, Game Studies, Virtual Reality und Filmwissenschaft ein transdisziplinärer Immersionsbegriff abgeleitet. Die Immersionsbegriffe, die in Bezug auf verschiedene Medien formuliert wurden, enthalten vielfach bereits Beschreibungen der notwendigen Strategien, um Immersion hervorzurufen. Die vorliegende Arbeit analysiert zwei Performance-Installationen, die sich auch als ‚immersives Theater‘ beschreiben lassen, und untersucht wie die aus anderen Medien bekannten, immersionsfördernden Strategien hier zum Einsatz kommen
Lernschwierigkeiten: Verlauf, Prävalenz und Intervention im Vor- und Grundschulalter
Die entwicklungspsychologische und pädagogisch psychologische Forschung befasst sich seit langem mit der Erforschung von Lernschwierigkeiten, ihnen vorausgehenden Schwächen im Kindergartenalter und mit ihnen auftretenden kognitiven Defiziten. Der hier aufbereitete aktuelle Stand der Forschung und die aufgeworfenen Fragestellungen zielen in ihrer Konsequenz alle darauf ab Lernschwierigkeiten besser zu verstehen: in ihrem Entwicklungsprozess, in ihrer Vorkommenshäufigkeit und Relevanz und letztlich in ihrer Beeinflussbarkeit durch Interventionsmaßnahmen. Dabei besteht das darüber hinaus gehende Anliegen darin, in Zukunft eine bessere Früherkennung und Unterstützung für Kinder mit Lernschwierigkeiten bereitstellen zu können.
Zu Beginn der vorliegenden Arbeit geht es zunächst um die Entwicklung spezifischer und unspezifischer Vorläuferfertigkeiten von Risikokindern für spätere Lernschwierigkeiten. In Studie 1 wurden längsschnittlich Gruppen von Kindern untersucht, die mit 4;6 Jahren abgrenzbare Vorläuferschwächen im phonologischen, numerischen und/oder kombiniert in beiden Bereichen hatten. Dabei wurde zunächst die Entwicklung der spezifischen Vorläuferfertigkeiten im Gruppenvergleich geprüft, und dann die Gruppen hinsichtlich ihrer unspezifischen kognitiven Vorläufer Arbeitsgedächtnis und Langzeitgedächtnisabruf verglichen. Die Ergebnisse zeigten, dass schon Kindergartenkinder mit schwachen Vorläuferfertigkeiten ihre Schwächen bis zum Alter von 6;0 Jahren nicht aufholen konnten. Die phonologisch schwachen Kinder wiesen Schwächen im phonologischen Arbeitsgedächtnis auf, die numerisch schwachen Kinder im visuell-räumlichen Arbeitsgedächtnis, in der zentralen Exekutive und im Langzeitgedächtniszugriff. Kinder mit kombinierten Schwächen zeigten in allen Be-reichen die stärksten Beeinträchtigungen. Hier zeigen sich deutliche Parallelen zwischen kognitiven Defiziten von Kindern mit Vorläuferschwächen und solchen mit umschriebenen Lernstörungen. Die Ergebnisse werden bezüglich ihrer Bedeutung für frühe Diagnostik und Intervention diskutiert.
Epidemiologische Studien über Lernstörungen variieren stark in ihren Angaben über die Vorkommenshäufigkeit. Begründen lässt sich dies mit den sehr unterschiedlichen angesetzten Diagnosekriterien und unterschiedlichen Definitionen der Begriffe Lernstörung und -schwäche. Studie 2 untersucht aus diesem Grund die Prävalenzraten von Lernschwächen und Lernstörungen und hierbei auftretende Geschlechtsunterschiede in der Mitte der Grundschulzeit anhand einer großen deutschen Stichprobe (N = 2195) nach unterschiedlichen Kriterien. Bei einem Drittel (32.8%) aller Kinder fanden sich unterdurchschnittliche Leistungen (T<40) in mindestens einem Leistungsbereich, davon zeigten 23.3% die Lernschwäche trotz durchschnittlicher Intelligenz (IQ ≥ 85). Wurde zusätzlich das zweite IQ-Diskrepanzkriterium nach ICD-10 (1.2 Standardabweichungen) angesetzt, so erfüllten allerdings nur 13.3% aller Kinder die Kriterien einer Lernstörung. Die Autretenshäufigkeiten der isolierten und kombinierten Lernschwierigkeiten lagen ohne das IQ-Diskrepanzkriterium zwischen 4 und 6 % und mit Lernstörungsdiagnose zwischen 2 und 4 %. Von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten sind häufiger Jungen betroffen, von Rechenschwierigkeiten deutlich mehr Mädchen. Der Einfluss der alleinigen Berücksichtigung der diagnosespezifisch relevanten Leistungen führte in der vorliegenden Studie zu einer Verdoppelung der Prävalenzraten. Diese Befunde werden in ihrer Bedeutung für die Diagnosekriterien nach ICD-10 und der praktischen Implikationen für eine umfassende Schulleistungsdiagnostik diskutiert.
Vor dem Hintergrund epidemiologischer Studien zu Persistenz und Folgen von Lernschwierigkeiten und –störungen wird der Stellenwert professioneller Förderung und Unterstützung deutlich. Im Rahmen des Wandels von Separation zu Inklusion im Schulsystem wird der Förderauftrag zunehmend direkt an die Schulen übertragen. Studie 3 untersucht die Wirksamkeit einer innerschulischen lerntherapeutischen Fördermaßnahme (LeFiS) bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, welche sich am response-to-intervention-Modells (RTI) orientiert. 97 Kinder mit isolierten Lese- und/oder Rechtschreibschwierigkeiten wurden während des dritten und vierten Schuljahres von professionellen Lerntherapeuten an zwei Schulstunden pro Woche in Kleingruppen gefördert. Es zeigte sich, dass die geförderten Kinder besonders im Schreiben Vorteile gegenüber der Kontrollgruppe hatten. Am deutlichsten fiel dieses Ergebnis für Kinder mit kombinierten Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben aus. Kindern mit Lernstörung (gemäß ICD-10) und Lernschwäche unterschieden sich in ihrem Therapieerfolg. Im Lesen konnten keine deutlichen Einflüsse der Förderung festgestellt werden. Die Ergebnisse werden in ihrer Bedeutung für zukünftige inner-schulische präventiv orientierte Fördermaßnahmen dargestellt.
Die Kapitel zum aktuellen Stand der Forschung, sowie die vorgestellten Studien werden hinsichtlich ihres wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns, ihrer Anregungen für weitere Forschungsvorhaben und ihrer Implikation für die Praxis in Kapitel 5 diskutiert. Sie bereichern die aktuelle Diskussion um Frühdiagnostik, Relevanz von Lernschwierigkeiten und –störungen und die Umsetzung schulinterner Fördermaßnahmen
Zur Beschäftigungssituation des akademischen Mittelbaus. Ergebnisse der ersten Befragung der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen der Stiftung Universität Hildesheim
Die in den folgenden Ausführungen dargestellten Erkenntnisse und Erläuterungen sind das Ergebnis einer Umfrage, die eine Arbeitsgruppe der Konferenz der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen (KWM) der Universität Hildesheim im Sommersemester 2013 durchgeführt hat, um sich – ausgehend von an anderen Universitäten bereits durchgeführten Erhebungen – einen grundlegenden Überblick über die derzeitige Zusammensetzung und die aktuellen Arbeits- und Lebensumstände der wissenschaftlichen und künstlerischen Mitarbeiter_innen an der Universität Hildesheim zu verschaffen. Der inhaltliche Aufbau der Umfrage orientiert sich am Informationsbedarf, der von der KWM für eine angemessene Vertretung der Interessen des akademischen Mittelbaus an der Universität Hildesheim als bedeutsam und zentral erachtet wird. Im Detail handelt es sich hierbei insbesondere um Fragen:
• zur demografischen Struktur des akademischen Mittelbaus und zum Beschäftigungsverhältnis,
• zu Ressourcen und Arbeitsbedingungen,
• zu Weiterqualifikationsbedingungen,
• zur Zufriedenheit mit Arbeitsbedingungen sowie
• zur Work-Life-Balance
Außerschulische Jugendbildung in der Rainbow-Nation - Aspekte von Citizenship Education im Südafrika der Post-Apartheid
Twenty-one years ago, South Africa finally abolished its inhuman system of Apartheid, which was based on strict racial segregation and discriminating inequality amongst population groups. The country opened up for the first national elections for each South African inhabitant of age entitled to vote. Hence, proceedings as a sovereign, democratic and prosperous state, envisioning a non-racist and non-sexist society as desired in the South African Constitution are underway. Nevertheless, South Africa still faces many hindrances on its way to create a societal democratic model where diversity is valued, accepted, and embraced as a positive potential, and not considered as a threat. Many committed South Africans coming from civil society, business and government, are keen to proceed with no lack of thoroughly compiled ideas and programs. Especially regarding young people, as their part of population is extremely high, a broad variety of concepts exist. The challenge comes with implementation.
This thesis would like to contribute to the discussion around Citizenship Education in South Africa. In the South African context, it offers an innovative intervention, called Managing Diversity Youth Event, for and with young people aiming at triggering Open-Mindedness and making ready for Active Citizenry. It also looks at whether at all young people are willing to being faced with others from heterogenic background. To evaluate the intervention, quantitative and qualitative researches have been conducted since 2010 to obtain valuable findings that can contribute to assess, adapt, and improve the Event concept.
At the beginning of 2009 a diverse panel of socially engaged South Africans presented the so-called “Dinokeng Scenarios”. In a nutshell, the panel has offered three courses of events to South Africans to choose from when imaging Year 2020: Walk Apart, Walk Behind, and Walk Together. According to the panel, “Walking Together” offers the most promising opportunities towards a transparent, fully operational, and sustainable democracy. If “Walking together” is the way to go, the dialogue and exchange with and among people of heterogenic background need to be realized and promoted. A network of committed South African youth organizations implemented the Managing Diversity Youth Events BOPHA SIYAKHONA 2010 AND BEYOND, SHEBA BOKAMOSO 2012, and SHEBA BOKAMOSO 2014 with about 250 participants of heterogenic background, most of them young women and men aged between 13 and 22 years from different South African provinces. Participants were exposed to others by being mixed into newly created soccer teams and workshop groups.
Regardless of the specific assessment of Managing Diversity Youth Events, South Africa’s diversity needs to be addressed in the one or other way. Since the specific South African setting as a “Rainbow Nation” is pure fact. Many more ideas and concepts are welcome, and are supposed to be wholeheartedly championed for earnest realization
Sprachliche Handlungsbedarfe von Lernenden in Integrationskursen
Bei einer Befragung von Teilnehmenden und Lehrenden in Integrationskursen zeigte sich, dass sich die KursteilnehmerInnen die alltäglichen sprachlichen Mittel in weiten Teilen eigeninitiativ aneignen können. Besondere Handlungsbedarfe bestehen im Umgang mit Kindern, gerade mit der Perspektive auf Bildungseinrichtungen, im Kontakt mit Behörden und öffentlicher Verwaltung und im Beruf. Der Umgang mit Mehrsprachigkeit als möglicher Ressource ist den Lernenden und Kursleitenden als Handlungsziel wenig bewusst