University of Hildesheim
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Futurhythmaschinen - Drum-Machines und die Zukünfte auditiver Kulturen
Drum-Machines sind spätestens seit den 80er Jahren allgegenwärtige Taktgeber aktueller musikalischer Gestaltung. Die kleinen, unscheinbaren Boxen, in denen sich Schlagzeug-Pattern programmieren lassen, haben bisher allerdings kaum wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhalten. Hier werden erstmals nicht nur die verwobenen Technik- und Kulturgeschichte(n) dieser Maschinen skizziert, sondern die Geräte selbst werden als Wissensobjekte ernst genommen. Ihr Sound und ihre neuen technikkulturellen Zeitlichkeiten, entworfen durch Breakbeat- und Pattern-Labore des HipHop, House und Techno, lässt die Geradlinigkeit historischer Narrative selbst Geschichte werden. Sie werden als Akteure klanglicher Zukünftigkeit gehört – treffend benannt mit einem Begriff Kodwo Eshuns als Futurhythmaschinen
Editorial: Dokumentenanalyse aus historischer, diskursanalytischer, dokumentarischer und ethnografischer Perspektive
Das Editorial stellt die Kontur und die Beiträge des Themenhefts zur Dokumentanalyse des Fallarchiv Kindheitspädagogische Forschung vor
Effects of directionality on professional translators’ processes, products and effort
This empirical study in Cognitive Translation Studies investigates whether and how translation into a foreign language (L2) differs from translation into the native language (L1) in terms of the translation process, the effort and the product. The rationale behind the study was to investigate prejudices towards translation into the L2 that persist in Translation Studies, translation training and practice despite the fact that it is widely practiced and even is the main translation direction in many language communities. The study focuses on the German-English language pair, also in view of the continually high demand for translations into English in German-speaking countries.
As participants, qualified non-literary translators who are used to translating professionally both from their L1 German into their L2 English and vice versa performed two translation tasks under controlled conditions. The control groups consisted of professional translators who translate exclusively into their L1, i.e. either into German or into English.
Following a mixed methods approach, the main study investigated the translation processes using methods of translation process research: keystroke logging, screen recording, retrospective verbal protocol, eye tracking and interview. From the principal process activities writing, revising, information searching and pausing, process descriptors were derived, analysed and compared. By triangulating results with data from the target text analysis, indicators of translation effort were measured. For the vast majority of the process descriptors and effort indicators, the results showed no statistically significant differences with regard to translation direction. In the substudy, intended addressees of the English target texts assessed the texts’ acceptability based on their own criteria and without resorting to the source text. The results showed no statistically significant difference in target text quality with regard to translation direction. In summary, this study showed that translation direction clearly plays no significant role in the translation process, the product quality and the translation effort. It thus invalidates preconceptions about translation into L2.Diese empirische Arbeit in der kognitiven Translationswissenschaft geht der Frage nach, ob und wie sich das Übersetzen in eine Fremdsprache (L2) hinsichtlich des Arbeitsprozesses, des Aufwands und des Ergebnisses vom Übersetzen in die Muttersprache (L1) unterscheidet. Anlass dazu gab der Umstand, dass gegenüber dem Übersetzen in die L2 in der Übersetzungswissenschaft, Lehre und Berufswelt immer noch Vorurteile bestehen, obwohl diese Übersetzungsrichtung eine weit verbreitete und für manche Sprachgemeinschaften sogar unverzichtbare Praxis darstellt. Die Studie konzentriert sich auf das Sprachenpaar Deutsch-Englisch, auch im Hinblick auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Übersetzungen ins Englische im deutschsprachigen Raum.
Unter kontrollierten Bedingungen führten FachübersetzerInnen, die beruflich sowohl aus ihrer L1 Deutsch in ihre L2 Englisch als auch umgekehrt arbeiten, Übersetzungsaufträge aus. Als Kontrollgruppe fungierten FachübersetzerInnen, die ausschliesslich in ihre L1 übersetzen, d.h. entweder ins Deutsche oder ins Englische.
Gestützt auf den Mixed-Methods-Ansatz wurden in der Hauptuntersuchung die Übersetzungsprozesse mit Methoden der Translationsprozessforschung – d.h. mit Protokollierung der Tastenanschläge, Aufnahme des Computerbildschirms, Protokollierung retrospektiven Lauten Denkens, Blickerfassung und Interview – erfasst und ausgewertet. Abgeleitet von den Haupttätigkeiten Schreiben, Überarbeiten, Recherchieren und Pausieren wurden zahlreiche Prozessdeskriptoren analysiert und verglichen. Durch Triangulation mit Daten aus der Zieltextanalyse wurden Indikatoren für den Übersetzungsaufwand gemessen. Die Auswertung ergab für die überwiegende Mehrheit der Prozessdeskriptoren und der Aufwandindikatoren keine statistisch signifikanten Unterschiede aufgrund der Übersetzungsrichtung.
In der Nebenuntersuchung beurteilten intendierte Adressatinnen und Adressaten der englischen Zieltexte deren Angemessenheit anhand eigener Kriterien und ohne Rückgriff auf den Ausgangstext. Die Auswertung ergab keinen signifikanten Unterschied in der Zieltextqualität aufgrund der Übersetzungsrichtung.
Somit konnte diese Studie zeigen, dass die Übersetzungsrichtung offensichtlich keine bedeutsame Rolle beim Übersetzungsprozess, der Produktqualität und dem übersetzerischen Aufwand spielt. Damit entkräftet sie vorgebrachte Vorbehalte gegen das Übersetzen in die L2
Ageing and technologies – Creating a vision of care in times of digitization. Results of a fast-track process of the Joint Programming Initiative “More Years, Better Lives”
Demographic, epidemiological and societal changes are challenges to which all European countries are forced to find solutions. In addition, the so-called “digital transformation” is taking place, with digitization proceeding rapidly in all European countries, although with differing intensity and speed. With high expectations and hopes being placed on technical systems in health and social care, numerous innovations have been developed and piloted. However, for various reasons, many of these are not in regular use. Whereas technology is developing rapidly, policy, research and practice are advancing at a significantly slower pace, lagging behind the potential of technical innovations.
To maximize the current and future benefits of technological innovation in the field of care, the Joint Programming Initiative “More Years, Better Lives – The Potential and Challenges of Demographic Change” has initiated a review and synthesis of knowledge, in the form of a “fast-track” project. Bringing in experts and stakeholders to collect available knowledge in a short time. This process aims to develop a common vision of care in times of digitization and explore what contribution new and emerging technologies can make to good life bearing in mind the critical role of care, health and welfare services as people age. This is designed to help guide policy development, resource allocation and research efforts in this field.
Acknowledging the limited duration of the fast-track process, from March to October 2020, a pragmatic approach was taken. The project focuses on a challenge-driven perspective. The target audiences of this report are hence decision-makers in research policy, social policy and labour market policy, researchers and research funders addressing ageing, health and social care and technology, and tech companies active in that context.
The coordination of the overall fast-track project has been funded by the Department of Interactive Technologies for Health and Quality of Life at the German Federal Ministry of Education and Research (BMBF), and operationally supported by its funding agency VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. In addition, the participants and authors of Chapters are funded by their countries
Dokumente sammeln und verknüpfen. Ethnografische Such- und Analysestrategien
Der Beitrag zeigt auf, wie im Rahmen einer praxeologisch ausgerichteten Ethnografie Feldforschende mit Dokumenten forschen. Aus den Traditionslinien der Ethnografie heraus betrachtet ist es schon immer üblich, neben den Menschen die ‚Dingen‘, also auch Dokumente, mit denen Menschen hantieren, mit in die Beobachtungen und Analysen miteinzubeziehen. Diese dinglich-stillen Mit-Akteure fordern den Menschen auf, etwas Spezifisches zu tun (‚Aufforderungscharakter der Dokumente‘), zugleich sind sie Teil der Feldroutinen, womit sie schließlich auch die Eigenlogik des Feldes mitkonstituieren. Das ethnografische Forschen mit den Dokumenten zeigt der Beitrag schrittweise beispielhaft am Projekt „Professionelle Begleitung von Bildungs- und Lernprozessen in Kindertagesstätten“: Ausgehend von Beobachtungsverfahren bzw. -instrumenten, die in der Praxis der Kindertageseinrichtungen verwendet werden, untersucht der Beitrag sowohl die Dokumente, die verwendet werden (z. B. auszufüllende Bögen in blanko und ausgefüllt), als auch die Bearbeitungssituationen dieser Dokumente. Analytisch weisen die Beobachtungs- und Dokumentationsbögen einen instrumentellen Doppelcharakter auf, indem sie sowohl Handlungsschritte prozessieren als auch Ergebnisse oder Verläufe dokumentieren. In der analytischen Verknüpfung von Instrumenten- und Dokumentenanalyse und der Analyse der praktischen Herstellung von Dokumenten zeigt der Beitrag auf, wie die Suche des Ethnografen nach Dokumenten, ihre fallangemessene Auswahl und die verschiedenen Analysestrategien organisiert werden können. Dabei lässt sich diese systematische, fallangemessene Einbeziehung von Dokumenten als die Suche nach Verknotungen und Verbindungssträngen verbildlichen, oder abstrakter: im Sinne der Grounded Theory geht es in einem zirkulären Prozess des theoretischen Samplings darum, sich von den Dingen und Phänomenen im Feld, denen die Forschenden begegnen, ansprechen und ggf. auch irritieren zu lassen, um diese analytisch aufzubrechen und zu explizieren
Pädagogische Professionalität und Reflexivität im Umgang mit Gewalt und sexualisierter Gewalt in Macht-, Geschlechter- und Sorgeverhältnissen
Seit der Aufdeckung der Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule und in katholischen Internaten im Jahr 2010 rückt das Thema sexualisierte Gewalt in Abhängigkeits-, Macht-, Geschlechter- und Generationenverhältnissen sowohl in pädagogischen Einrichtungen, als auch im privaten, familiären Bereich verstärkt in den Fokus. Bei der Vermittlung von Wissen über Sexualität, der Gewährleistung sexueller Rechte und insbesondere bei der Aufdeckung, Prävention sowie Intervention von sexualisierter Gewalt tragen Pädagog*innen eine besondere Verantwortung. Um diesen Aufgaben in der pädagogischen Praxis gerecht werden zu können, müssen im Studium ein Basiswissen sowie Handlungskompetenzen vermittelt werden.
Das hier vorliegende Curriculum stellt Inhalte und Themen von Lehrveranstaltungen vor, in denen diese Kenntnisse vermittelt werden und gibt Hinweise zur Umsetzung. Es basiert auf Ergebnissen wissenschaftlicher Erhebungen und Studien, der Expertise von Fachberatungsstellen und wurde in der Hochschulpraxis erprobt und optimiert.
Dieses Curriculum richtet sich an alle Studiengänge, die für pädagogische Handlungsfelder der Erziehungswissenschaft, der Kindheits- oder Sozialpädagogik, der Sozialen Arbeit und für das Lehramtsstudium ausbilden
„Formular is’ aber ’n schweres Wort!“
Die Arbeit geht anhand einer qualitativen Studie der Frage nach, welche sprachlichen Phänomene in einem fach(sprach)lichen Text der Unternehmenskommunikation Adressat(inn)en mit Beeinträchtigung Probleme bei der Wahrnehmung und beim Verstehen bereiten. Es werden Aspekte verschiedener Disziplinen wie der Experten-Laien-Kommunikation, der Fachkommunikation, der Kognitionswissenschaft sowie der Sprachrezeptionsforschung hinsichtlich der Frage nach der Zugänglichkeit von Kommunikaten für Adressat(inn)en mit besonderem Anforderungsprofil dargestellt. In der Analyse wird eine Gruppe von Rezipient(inn)en mit geistiger Behinderung und unterschiedlichen weiteren Einschränkungen bei der Textbesprechung des Fahrgastrechteformulars der Deutschen Bahn AG in Bezug auf die Perzeptions- und Verstehensprobleme bei der Rezeption untersucht, um noch ausstehende Lösungswege und Forschungsdesiderate bezüglich der Textoptimierung für Adressat(inn)en mit besonderen Kommunikationsanforderungen aufzuzeigen
Anders krank? - Die Rolle von Kultur und kultureller Diversität bei Gesundheit und Krankheit
Deutschland ist ein Einwanderungsland, kulturelle Diversität spiegelt sich in vielen Lebensbereichen wider. Im Bereich der Gesundheitsversorgung können kulturell geprägte Erwartungen, Kommunikationsstile und Überzeugungen Behandelnde und Behandelte vor Herausforderungen stellen. Dieses Buch wirft aus Sicht der Gesundheitspsychologie einen Blick auf das Thema Kultur und Gesundheit. In eigenständigen Beiträgen wird dabei thematisiert, welchen Einfluss Kultur auf die Wahrnehmung und Kommunikation von Symptomen, auf Überzeugungen über Krankheitsursachen und auf Risiko- und Schutzfaktoren für Gesundheit haben kann. Es wird dargelegt, wie Migration und Gesundheit im Zusammenhang stehen und welche Aspekte in der Intervention und Prävention in einem Einwanderungsland besondere Aufmerksamkeit erfahren sollten
Bergbau- & Salzmuseum in der Saline Bad Salzdetfurth 2020
In diesem Bericht wird die Konzeption der neuen Dauerausstellung des Bergbau- und Salzmuseum in Bad Salzdetfurth vorgestellt; die Eröffnung der Dauerausstellung findet am Ende des Jahres 2020 in neuen Museumsräumlichkeiten der Saline Bad Salzdetfurth statt
Looking Back - Kindergarten and preschool in Europe since the late 18th century
This paper takes a comparative look at the development of preschools and kindergartens in Western Europe. Although preschool attendance has now become a normal part of children’s life-course over the whole of Western Europe, countries have taken different paths at varied speeds to reach this common point. Kindergarten pioneers as well as late developers are identified. Until the 1960s, the most powerful driver of preschool development was competition over pedagogical hegemony between State and Church