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Einfluss der Sabbagh Universal Spring Apparatur auf dentale und skelettale Strukturen behandelter Patienten
Epigenetische Veränderungen in peripheren Blutzellen von alkoholabhängigen Männern während einer Entzugstherapie
Die Alkoholabhängigkeit ist eine schwere Suchterkrankung, welche etwa 3,5 Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Es rückt immer näher in das Interesse der Forschung, die genetischen sowie epigenetischen Hintergründe und Einflüsse von Alkohol besser zu verstehen. So beschäftigte sich die vorliegende Arbeit mit den epigenetischen Veränderungen im ADH1B-Gen, welches im Alkoholabbau eine große Rolle spielt, bei alkoholabhängigen Männern im Entzug. Ziel war es, herauszufinden, inwiefern sich die Methylierung, ein epigenetischer Mechanismus, des Promotors von ADH1B im Entzug über die Zeit verändert und ob es Unterschiede zu gesunden Kontrollprobanden gab.
Dabei wurden die alkoholabhängigen Probanden während des 14-tägigen stationären Entzuges rekrutiert. Es wurde mehrmals Blut abgenommen: bei Aufnahme (T1), nach 7 Tagen (T2), nach 14 Tagen (T3) und nach 6 Monaten (T4). Zusätzlich wurden gesunde, nicht alkoholabhängige Männer als Kontrollprobanden rekrutiert. Insgesamt konnten 60 Probanden und 51 Kontrollen in dieser Studie inkludiert werden.
Es konnte gezeigt werden, dass sich die prozentualen Methylierungswerte einer CpG-Stelle im ADH1B-Gen bei den Probanden bei Aufnahme (Mittelwert 43,5 Prozent) und Kontrollen (Mittelwert 39,7 Prozent) signifikant unterschieden (p < 0,001). Außerdem nahm der prozentuale Methylierungswert über die Zeit des stationären Entzuges (T1-3) signifikant ab (p = 0,004; n = 60). Unter Miteinbeziehen der letzten Visite T4 konnte keine signifikante Änderung beobachtet werden (p = 0,241; n = 7).
Damit liefert diese Studie Hinweise dafür, dass die Methylierung dieser CpG-Stelle im ADH1B-Gen unter Abstinenz bei alkoholabhängigen Männern schon nach kurzer Zeit rückläufig ist. Weitere Forschung, besonders zum Thema der Langzeitveränderungen, ist vonnöten
Development and optimization of early-heating advanced tokamak scenarios using a predictive model
Thermonuclear fusion offers access to green house gas emission free, safe, and sustainable energy, provided the challenges to confine hydrogen plasma at sufficient energy density can be overcome. The currently leading concept to achieve fusion is the tokamak, a torus-shaped device, confining the plasma by a helical magnetic field. Part of this field is generated by a current driven in the donut-shaped plasma. Conventionally, this current is induced by a transformer coil with the plasma acting as the secondary winding, thus inherently limiting the pulse duration.
Advanced tokamak scenarios reduce these limitations by exploiting additional current sources. In particular the bootstrap current, a self-generated current depending on the pressure gradient in the plasma and the safety factor, which is a measure of the helicity of the field, is of interest. The aim is therefore to maximize these quantities. The simplest way to enter a scenario conducive to a large bootstrap current fraction is to wait for the plasma to reach a stationary state and then to apply additional heating systems. This approach was used successfully in the past, but applicability to larger machines is questionable due to the slow response time of the plasma. Instead, applying the additional heating already during the early phase, while the plasma current is not yet fully established, allows for a direct entry into the desired regime. This also allows to limit flux consumption of the transformer coil in the phase before the desired scenario is reached. As this second approach is sensitive to actuator timings, hard to diagnose, and susceptible to plasma instabilities, fully empirical design usually requires many iterations.
In the present work a model was developed, which predicts the behavior of the quantities of interest for this second scenario, based on the density and heating setup as inputs. Using a fully analytical transport model with free parameters to achieve run times around a few minutes enables fast calculation of the iterations required for scenario design and testing between subsequent discharges, allowing for more informed decisions. A large part of the iterative process can thus be moved to the model. In order to validate the modeling system, it was used to design a new scenario for the ASDEX-Upgrade tokamak, which was tested on the device. After optimization of the pressure, a non-inductive current fraction of above 90 % could be demonstrated. A second scenario was optimized, using higher power and a different heating setup to achieve more reactor-relevant conditions. With a minor modification to a free parameter, the model is also applicable to this significantly different scenario. Comparison to a similar, albeit somewhat simpler model shows good agreement, strengthening the credibility of the model.
To investigate how well the model can be generalized, it was adapted to the larger tokamak JET, where it was found that again only a minor modification of the free parameters was needed to achieve a good description of the experimental findings.Thermonukleare Fusion ist der Schlüssel zu einer treibhausgasfreien, sicheren und nachhaltigen Energiequelle, sofern es gelingt, ein Wasserstoff-Plasma mit ausreichender Energiedichte einzuschließen. Das aktuell führende Konzept ist der Tokamak, eine torus-förmige Maschine, die das Plasma durch ein helikales magnetisches Feld einschließt. Letzteres wird durch einen Strom innerhalb des donutförmigen Plasmas generiert. Konventionell wird dieser durch eine Transformator Spule induziert, bei der das Plasma als Sekundärwindung fungiert, wodurch allerdings inhärent die maximale Pulsdauer limitiert wird.
”Advanced Tokamak” Szenarien reduzieren diese Limitierung durch Hinzuziehen von zusätzlichen Stromquellen. Von besonderem Interesse ist der Bootstrap-Strom, ein selbstgenerierter Strom, der von Druckgradienten und Sicherheitsfaktor abhängt, letzterer ein Maß für die Helizität des Plasmas. Die Herausforderung besteht somit darin, diese Größen zu maximieren. Im einfachsten Fall werden, nachdem das Plasma einen stationären Zustand erreicht hat, zusätzliche Heizsysteme eingesetzt, um optimale Bedingungen für einen hohen Bootstrap-Strom zu generieren. Dieser Ansatz wurde in der Vergangenheit erfolgreich verwendet, seine Anwendbarkeit bei größeren Maschinen ist jedoch aufgrund der langsameren Reaktionszeit des Plasmas fragwürdig. Alternativ ermöglicht die Anwendung der zusätzlichen Heizsysteme bereits während der transienten Phase, ehe der Plasmastrom sein Gleichgewicht erreicht hat, eine direkte Steuerung in das gewünschte Szenario. Dies erlaubt gleichzeitig, den höheren Flussverbrauch der Transformatorspule in der Phase bevor das gewünschte Scenario erreicht ist zu limitieren. Da dieser Ansatz jedoch empfindlich vom Timing der Aktuatoren abhängt, schwer zu diagnostizieren und anfällig für Plasmainstabilitäten ist, erfordert ein rein empirisches Vorgehen in der Regel zahlreiche Iterationen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde ein Modell zur Bestimmung der für diesen zweiten Ansatz interessanten Parameter, mit Plasmadichte und verwendetem Heizszenario als Input, entwickelt. Die Verwendung eines vollständig analytischen Transportmodells mit freien Parametern, um Rechenzeiten von nur wenigen Minuten zu erreichen, ermöglicht die schnelle Berechnung der zahlreichen für Design des Szenarios erforderlichen Iterationen und erlaubt besser informierte Entscheidungen zwischen aufeinander folgenden Entladungen. Ein großer Teil des iterativen Einstellungsprozesses kann so in das Modell verschoben werden. Um dieses zu validieren, wurde ein neues Szenario für den ASDEX Upgrade Tokamak entwickelt und an der Maschine getestet. Nach Optimierung des Druckes konnte ein nicht-induktiver Anteil des Plasmastroms von mehr als 90% demonstriert werden.
Ein zweites Szenario mit höherer Leistung und einem anderen Heizformat, um näher an Reaktor-relevante Bedingungen heranzureichen, wurde optimiert. Mit einer kleineren Änderung eines freien Parameters konnte das Modell auch auf dieses, deutlich unterschiedliche Szenario, angewendet werden. Der Vergleich mit einem ähnlichen, wenn auch etwas einfacheren Modell zeigt eine gute Übereinstimmung, was die Glaubwürdigkeit des in dieser Arbeit entwickelten Modells untermauert.
Um zu untersuchen, wie gut das Modell verallgemeinert werden kann, wurde es an den größeren Tokamak JET angepasst. Wiederum war nur eine geringfügige Änderung der freien Parameter erforderlich, um eine gute Beschreibung der experimentellen Ergebnisse zu erreichen
Activation of translocator protein by XBD173 ameliorates cognitive deficits and neuropathology in an Alzheimer’s mouse model
One of the most prevalent forms of dementia among elderly patients, Alzheimer's disease (AD) affects millions of people worldwide and brings a huge burden to the individual as well as the global economy. Accumulation of β-amyloid peptide (Aβ) is a major characteristic feature of AD. Previous clinical studies suggest that depression is a common antecedent of AD and may be an early manifestation of dementia, suggesting biological mechanisms that are partly similar in both these disorders. Targeting the molecular mechanism behind these connected disorders can be an excellent therapeutic strategy. The mitochondrial translocator protein (18 kDa) (TSPO) plays an essential role in neurosteroidogenesis and TSPO ligands are neuroprotective in several neurodisorders. We hypothesized that XBD173 since it induces rapid anxiolysis, may have early (neuro) protective effects in AD pathophysiology. Additionally, previous studies concerning XBD173 show a lower side-effect profile compared to benzodiazepines.
Both in-vitro electrophysiological recordings, as well as the cognitive performance of the mice, were accessed to unravel the effect of XBD173 on the pathophysiology of AD. First from the CA1-Long Term Potentiation (CA1-LTP) recordings, we observed that 90 min incubation of Aβ1-42 (50 nM) to murine hippocampal slices, prevented the CA1-LTP development after tetanic stimulation of the Schaffer collaterals. Additionally, there was a reduction in the total spine density of CA1 pyramidal neurons. XBD173 (300 nM) restored LTP deficit as well as spine density in the presence of Aβ1-42. XBD173 incubation recovered mushroom and thin spines, as well as overall spine density, as reflected by Imaris dendritic spine rendering. Interestingly, the incubation of XBD173 did not restore the LTP deficit resulting from Aβ1-42 incubation in a global TSPO knockout (KO) mouse model, suggesting a TSPO-mediated action for XBD173.
Chronic administration of TSPO-dependent XBD173 (1mg/kg every second day for 3 months) improves the cognitive performance in 9 months ArcAβ (transgenic AD) mice accessed by the water cross maze. Analyzing the brains of these mice showed that chronic XBD173 treatment reduced plaque load (Methoxy-04 staining) and total Aβ1-42 levels (ELISA) in the cortex. Additionally, we found that chronic treatment with XBD173 reduces astrocytic synaptic pruning in the hippocampus and cortex, which in AD mice was exacerbated. Given, the important role of complement proteins in advancing the pathophysiology of AD, we focused on complement protein C1q which acts as an “eat-me” tag for the neurons to be destroyed. We found that astrocytes in transgenic AD mice contain more C1q engulfment compared to the wild-type. Chronic XBD173 treatment reduces this aberrant astrocytic engulfment of C1q tags. It was interesting to observe that amyloid plaques colocalize with C1q aggregates and these C1q aggregates are reduced in XBD173-treated mice compared to their transgenic counterparts. Additionally, we observed that the activation of TSPO by XBD173 in a chronic-treatment model elevates the levels of the neurosteroids including allopregnanolone, dihydrodeoxycorticosterone (DHDOC), and 3ꞵ5α THDOC in the cortex and hippocampus.
We further studied whether neurosteroids could potentially be the main players behind the effectiveness of XBD173 treatment in AD. From the CA1-LTP experiment, we found that 3α5α THDOC (100 nM) and 3ꞵ5α THDOC (100 nM), similar to XBD173 (300 nM), restored the LTP deficit in Aβ1-42 treated slices. However, both XBD (300 nM) and 3α5α THDOC (100 nM), could not prevent the CA1-LTP impairments in GABA delta KO mice. These findings highlight a TSPO-mediated increase in neurosteroidogenesis by XBD173, which, upon release, elevates GABAA receptor activity containing the GABA delta subunit. Allopregnanolone (100 nM) prevents the LTP deficits resulting from Aβ1-40 incubation but not Aβ1-42 incubation. Taken together, the present study highlights the beneficial effects of XBD173 against Aβ-derived pathophysiology. Chronic XBD173 treatment improves cognition and appears to have a disease-modifying effect when applied early in the course of AD. This hypothesis is supported by the reduction of soluble Aβ levels, plaque load, and synaptic pruning by XBD173. In conclusion, our work shows that XBD173, in a TSPO-dependent manner provides neuroprotective benefits in a rodent Alzheimer model evident from both the in vitro as well as in vivo behavioral studies. This study paves the way for further advancements in AD treatments and research and provides a possible effective intervention for AD pathophysiology
Induktion antitumoraler Immunmechanismen durch Radiotherapie
Es ist das wichtigste Ziel der Strahlentherapie, Tumorzellen abzutöten. Darüber hinaus kann Strahlentherapie auch als eine Art Tumor-In-situ-Vakzinierung fungieren, indem sie dem Immunsystem Tumorantigene zugänglich macht und Adjuvantien in Form von Gefahrensignalen (DAMPs) zur Verfügung stellt, die eine erfolgreiche Immunantwort gegen den Tumor stimulieren. Hierbei sind sowohl die Form des Tumorzelltodes als auch die Zusammensetzung der freigesetzten DAMPs von großer Bedeutung, da sie die anfängliche Phase der Immunaktivierung, das Priming, bestimmen. Das Ausmaß der stimulierten Immunantwort kann jedoch stark variieren und die optimale Dosierung und Fraktionierung der Bestrahlung bleiben weiterhin zu großen Teilen umstritten.
Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden mit dem Fokus auf triple-negativen Brustkrebs die initialen Schritte einer antitumoralen Immunantwort durch Strahlentherapie anhand von verschiedenen Bestrahlungsregimen (20 Gy, 4x2 Gy, 2 Gy, 0 Gy) sowohl in vitro als auch in vivo untersucht. In Vorarbeiten hatte unsere Arbeitsgruppe bereits gezeigt, dass besonders eine einmalige Hochdosis¬bestrahlung mit 20 Gy eine verzögerte Form der primären Nekrose, mit den Charakteristika der mitotischen Katastrophe und Desintegration der Plasmamembran, in triple-negativen Brustkrebszellen induzieren kann.
Die in dieser Arbeit erhobenen Daten zeigen, dass Protein-DAMPs, die von bestrahlten, sterbenden Brustkrebszellen freigesetzt werden, die sequentielle Rekrutierung von neutrophilen Granulozyten und Monozyten in vivo stimulieren können. Hierbei scheinen Endothelzellen eine Schlüsselfunktion innezuhaben, da sie unter Einwirkung der Überstände bestrahlter Brustkrebszellen in einen Aktivierungszustand übertreten, der durch eine hohe Oberflächenexpression von Adhäsionsmolekülen sowie die Produktion und Freisetzung eines spezifischen Zytokin- und Chemokinprofils gekennzeichnet ist. Darüber hinaus haben diese von bestrahlten Brustkrebszellen freigesetzten Protein-DAMPs die Differenzierung und Maturierung von DCs verstärkt, was anhand einer erhöhten Expression von kostimulatorischen Molekülen ersichtlich war. Dies führte wiederum zu einer besseren T-Zell-Aktivierung, insbesondere für CD8+ T-Zellen.
Die untersuchten immunologischen Prozesse folgten durchwegs einem wiederkehrenden Muster: Die stärksten Effekte konnten mit Überständen von Brustkrebszellen beobachtet werden, die mit 20 Gy bestrahlt wurden. Das Priming einer antitumoralen Immunantwort durch Strahlentherapie wird, zumindest bei der Betrachtung von triple-negativen Brustkrebszellen, offensichtlich besonders durch eine einmalige Hochdosis-Bestrahlung stimuliert
Beeinflussung der diabetischen Nephropathie durch den atypischen Chemokinrezeptor 2
Die diabetische Nephropathie gehört zu den bedeutendsten Pathologien der Nephrologie mit hoher klinischer Relevanz. Inflammatorische Prozesse mit leukozytärer Infiltration in das renale Gewebe spielen eine wichtige pathophysiologische Rolle, tragen zur Gewebeschädigung bei und verstärken den Nierenfunktionsverlust. Die Leukozyteninfiltration wird durch Chemokine und deren Rezeptoren gesteuert. CCL2 ist ein klassisches proinflammatorisches Chemokin, das vor allem lokal im Gewebe produziert zur Pathologie beiträgt. Seit einigen Jahren sind atypische Chemokinrezeptoren wie der atypische Chemokinrezeptor 2 (ACKR2) bekannt. Diese vermitteln nicht wie die typischen Chemokinrezeptoren eine Signaltransduktion nach Ligandenbindung, sondern internalisieren vielmehr die gebundenen Chemokine und können zu deren Abbau führen. Daher wird den atypischen Chemokinrezeptoren vor allem eine lokale Beeinflussung des Entzündungsgeschehens zugeschrieben. So kann der ACKR2 durch seine Chemokin-abbauende Funktion auch in Tiermodellen verschiedener Nierenerkrankungen renale Entzündung, Gewebeschädigung und Fibrose limitieren und damit der Entwicklung eines chronischen Nierenfunktionsverlusts entgegenwirken. Ziel dieser Arbeit war daher, zunächst erfolgreich einen durch Streptozotocin-Injektionen induzierten Diabetes mellitus im Tiermodell auszulösen und anschließend die Beeinflussung der sich entwickelnden diabetischen Nephropathie durch den atypischen Chemokinrezeptor ACKR2 zu untersuchen. Dieser Arbeit lag die Hypothese zugrunde, dass bei Fehlen des entzündungsbegrenzenden Effekts von ACKR2 die diabetische Nephropathie in den Versuchstieren verschlechtert wird. Zur Untersuchung dieser Annahme wurde der Verlauf der diabetischen Nephropathie in Wildtyp-Mäusen (C57BL/6J) und Ackr2-Knockout-Mäusen (Ackr2-/-) im gleichen genetischen Hintergrund verglichen. Zur Induktion des diabetischen Nephropathiemodells wurde zunächst in beiden Mausgruppen eine unilaterale Nephrektomie durchgeführt, um eine für den Diabetes charakteristische Hyperfiltration in der verbliebenen Niere auszulösen und die nachfolgende diabetische Nierenschädigung zu akzelerieren. Anschließend wurde durch Streptozotocin-Injektionen in den Mäusen der Diabetes induziert und nachfolgend die sich entwickelnde diabetische Nephropathie bis Woche 25 im Vergleich zu unbehandelten Kontrolltieren charakterisiert. Hierbei wurden funktionelle Parameter wie Albuminurie und glomeruläre Filtrationsrate bestimmt. Am Versuchsende wurden strukturelle Veränderung des Nierengewebes wie Mesangiumexpansion und renale Fibrose analysiert und das Ausmaß der Nierenentzündung, insbesondere die renale Leukozyteninfiltration und der renale Gehalt proinflammatorischer Chemokine, erfasst. Im ersten Teil der Arbeit konnte erfolgreich ein Diabetes mit erhöhten Blutzuckerwerten und erhöhtem HbA1c in Wildtyp-Mäusen induziert werden. Die erhobenen funktionellen Parameter wiesen auf eine diabetische Nierenschädigung hin, mit im Verlauf zunehmender Albuminurie und abnehmender GFR. Auch konnte strukturell in den Glomeruli eine vermehrte Mesangiumexpansion mit vermehrter Leukozyteninfiltration gezeigt werden. Desweiteren wurde der Phänotyp der diabetischen Versuchstiere beider Genotypen miteinander verglichen. Hier zeigten sich zunächst keine Unterschiede in der Entwicklung des Diabetes in Wildtyp- und Ackr2-defizienten Mäusen. Der Diabetes hatte sich somit unbeeinflusst von einer Ackr2-Defizienz entwickelt. Es konnte eine erhöhte Konzentration des proinflammatorischen Chemokins CCL2 im Plasma vor allem der Ackr2-/--Tiere nachgewiesen werden. Im Vergleich zum Wildtyp zeigte sich in Ackr2-defizienten diabetischen Mäusen auch eine vermehrte Rekrutierung von proinflammatorischen Leukozyten in das Nierengewebe, ebenso wie eine erhöhte Leukozytenzahl im Blut und in der Milz. Desweiteren fielen im Knochenmark der diabetischen Ackr2-/--Mäuse eine erniedrigte Leukozytenzahl und eine Reduktion inflammatorischer Makrophagen auf, was für eine verstärkte Chemokin-vermittelte Mobilisation von Leukozyten aus dem Knochenmark in peripheres Gewebe bei Ackr2-Defizienz spricht. Funktionelle und strukturelle Marker der diabetischen Nierenschädigung waren allerdings in Wildtyp- und Ackr2-/--Mäusen zu Woche 25 der diabetischen Nephropathie nicht signifikant unterschiedlich, wobei sich eine tendenzielle, nicht statistisch signifikante Verschlechterung dieser Parameter in Ackr2-/--Tieren zeigte.
Zusammenfassend konnte in der vorliegenden Arbeit ein signifikanter Einfluss von ACKR2 auf die inflammatorischen Prozesse der diabetischen Nephropathie gezeigt werden, der sich allerdings zumindest im Verlauf bis Woche 25 nur auf eine signifikant verstärkte renale Leukozyteninfiltration in Ackr2-defizienten Tieren beschränkte, die nicht mit einer signifikanten funktionellen Verschlechterung oder einem vermehrten renalen Gewebeschaden einherging. Allerdings fand sich ein nicht signifikanter Trend zu einem verstärkten glomerulären Schaden bei Ackr2-Defizienz. Die vorliegende Arbeit zeigt somit, dass im hier untersuchten Streptozotocin-induzierten Diabetes-Modell mit insgesamt geringer renaler Entzündungsaktivität der entzündungsbegrenzende Effekt von ACKR2 den auftretenden Nierenschaden im Gegensatz zu anderen renalen Krankheitsmodellen nicht vermindert. Dass ACKR2 die renale Leukozyteninfiltration bis Woche 25 des Modells begrenzt, könnte jedoch darauf hinweisen, dass bei längerem Verlauf des Krankheitsmodells ein nephroprotektiver Effekt von ACKR2 nachgewiesen werden könnte, mit zunehmend verschlechterten funktionellen und strukturellen Markern der Nierenschädigung in diabetischen Ackr2-/--Mäusen.Because of its clinical relevance, diabetic nephropathy is one of the most significant pathologies in nephrology. Controlled by chemokines and their receptors, leukocyte infiltration into renal tissue contributes to functional and structural inflammatory renal damage. The proinflammatory chemokine CCL2, secreted locally in tissues, contributes to the pathology of diabetic nephropathy. In recent years, atypical chemokine receptors like the atypical chemokine receptor 2 (ACKR2) became known. In contrast to typical signal transduction after binding, these receptors rather internalize bound chemokines and can promote their degradation. Thus, atypical chemokine receptors like ACKR2 can influence local inflammatory processes by degradation of e.g. CCL2 and may therefore limit structural and functional renal damage. Aim of this dissertation was first to induce diabetic disease in mice by injection of streptozotocin and further to analyze effects of ACKR2 on the development of diabetic nephropathy, hypothesizing that lack of ACKR2 leads to accelerated renal damage. The development of diabetic nephropathy was compared between wildtype mice and Ackr2 knockout mice. To accelerate diabetic kidney injury by promoting renal hyperfiltration, unilateral nephrectomy was performed in all experimental animals before diabetes was induced by streptozotocin injection. Diabetic mice were observed for 25 weeks. Functional parameters including albuminuria and glomerular filtration rate were determined. Finally, structural renal damage, renal leukocyte infiltration and abundance of proinflammatory chemokines were analyzed. In the first part of this study, diabetes mellitus was induced successfully in wildtype mice. Blood sugar levels and HbA1c were elevated and functional parameters reflecting renal damage like albuminurie and reduced GFR were present. In addition, structural damage could be observed in glomeruli, with mesangial matrix expansion and increased leukocyte infiltration. Diabetic disease developed similarly in wildtype and Ackr2-deficient mice. Some differences in inflammatory responses were noted between the two genotypes. These included elevated leukocyte levels in renal tissue and blood , increased mobilization of bone marrow cells and a higher CCL2 levels in plasma of diabetic Ackr2 knockout mice. However, no difference in structural and functional renal damage could be observed comparing diabetic wildtype and Ackr2 knockout mice.
In summary, this study demonstrates a significant influence of ACKR2 on inflammatory responses in diabetic nephropathy. ACKR2 apparently limits leukocyte infiltration into renal tissue until week 25 of diabetic nephropathy. However, despite increased renal leukocyte infiltration Ackr2 deficiency did not result in more severe functional or structural renal damage until week 25 of this streptozotocin-induced diabetic mouse model. An extended observational time could possibly show stronger nephroprotectic effects of ACKR2 in this model