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Adipositas bei Hunden
In einigen Ländern leiden bis zu 60% der Haushunde an Übergewicht. In Deutschland geht man aktuell von etwa 52% aus. Die Adipositas ist dabei kein rein ästhetisches Problem, sondern geht vielmehr mit schwerwiegenden Erkrankungen einher. Idealgewichtige Hunde leben durchschnittlich 2-3 Jahre länger als übergewichtige Artgenossen und besitzen dabei eine höhere Lebensqualität. Arthrose, Diabetes Mellitus, Atembeschwerden, Herz-Kreislauf-Probleme, Blasensteine, Leistungsinsuffizienz und sogar Neoplasien können die Folge von krankhaftem Übergewicht sein. Um den Tieren Leid zu ersparen, ist der Hundehalter deshalb in der Pflicht, das Körpergewicht seines Schützlings im Idealbereich zu halten. Insbesondere der sich im Lauf der Zeit veränderten Hund-Mensch-Beziehung fällt dabei eine tragende Rolle zu. So fällt es Tierhaltern oftmals schwer, kein Futter zu geben, wenn das Tier bettelt. Dieses Verhalten wird dabei oftmals als Ausdruck von Hunger wahrgenommen. Hundebesitzer empfinden deshalb oft Schuldgefühle, wenn sie daraufhin kein Futter anbieten. Durch die verminderte Futtermenge im Rahmen einer Reduktionsdiät wird dieses Gefühl oftmals noch verstärkt, was es schwerer macht einer Futtergabe zu widerstehen.
Um die Compliance des Tierhalters zu stärken und somit das konsequente Durchstehen einer Reduktionsdiät zu fördern, war es deshalb Ziel der hier vorliegenden Studie dem Tierhalter eine größere Menge an Futter zu suggerieren. Maßnahmen aus der humanmedizinischen Adipositastherapie legten nahe, dass die Gestaltung des Futternapfes hierfür genutzt werden könnte. So werden beispielsweise kleine und rote Näpfe beim Servieren mit einer geringeren Nahrungsmenge belegt als größeres oder weißes Geschirr. Ob dies auch auf die Fütterung von Hunden übertragen werden kann, war jedoch noch nicht erforscht.
Aus diesem Grund wurden 100 Probanden aufgefordert im Rahmen der vorliegenden Studie 11 verschiedene Näpfe mit der gleichen Futtermenge zu füllen. Diese unterschieden sich bezüglich des Oberen Öffnungsdurchmessers, des Volumens, der Tiefe, der Seitenwinkelung, der Farbe und Elementen im Inneren. Ein Abmessen der Futtermenge mittels Hand oder anderweitiger Messhilfen war untersagt. Um einzig das Abmessen per Augenmaß zuzulassen füllten die Probanden das Futter durch Schütten aus einem 3 Liter Eimer in den jeweiligen Napf. Alle Näpfe waren während des gesamten Versuchs von den Probanden einsehbar und Futter konnte wieder entnommen oder zusätzlich eingefüllt werden. Die Futtermenge pro Napf wurde anschließend gewogen und miteinander verglichen.
Die Auswertung der Daten ergab, dass Näpfe mit größerem oberem Umfang signifikant voller gefüllt wurden als Näpfe mit kleinerem Umfang. Auch konisch zulaufende Näpfe wurden voller gefüllt als solche mit senkrecht zum Boden verlaufender Seitenwand. Das Volumen und die Tiefe des Napfes nahmen dabei keinen Einfluss auf die Füllmenge. Elemente im inneren der Schale, wie sie bei Anti-Schling-Näpfen Verwendung finden, führten bei gleicher Seitenwandwinkelung und Durchmesser der oberen Öffnung ebenfalls zu einer erhöhten Napffüllung. Die Farbe des Napfes zeigte hingegen keinen Einfluss auf die Füllmenge.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass neben reduzierter Energiezufuhr und Steigerung der Bewegung auch durch flankierende Maßnahmen wie die adäquate Gestaltung des Futternapfes Einfluss auf den Erfolg einer Reduktionsdiät genommen werden kann. Im Rahmen von Reduktionsdiäten und zu Prophylaxe von Übergewicht sollten deshalb zukünftig möglichst kleine, an die Hundegröße angepasste Näpfe mit möglichst senkrecht zum Boden abfallenden Seitenwänden verwendet werden. Bei großen Futtermengen sollten tiefe Näpfe, solchen mit größerem oberen Öffnungsumfang vorgezogen werden.
Da die Studie zudem beweist, dass verschiedene Faktoren- hier beispielhaft der Futternapf- die verabreichte Futtermenge beeinflussen können, ist es ratsam das verabreichte Futter täglich abzuwiegen. Insbesondere bei der Verwendung von Anti-Schling-Näpfen sollte dies konsequent vor jeder Futtergabe erfolgen.In some countries up to 60% of domestic dogs suffer from obesity. In Germany, the current figure is around 52%. Obesity is not a purely aesthetic problem, but rather is associated with serious diseases. Ideal weighted dogs live on average 2-3 years longer than overweighted conspecifics and display a higher quality of life. Arthrosis, diabetes mellitus, breathing difficulties, cardiovascular problems, bladder stones, performance insufficiency and even neoplasia can be the result of morbid obesity. In order to spare the animals’ suffering, the dog owner is therefore obliged to keep the body weight of his protégé in the ideal range. In particular, the dog-human relationship, which has changed over time, plays a major role. It is often difficult for pet owners not to give food when the animal is begging. This behavior is often perceived as an expression of hunger. As a consequence, dog owners often feel guilty if they do not provide any food. This feeling is intensified by the reduced amount of food as part of a diet, which makes it even more difficult to resist a feed.
In order to strengthen the compliance of the animal owner and thus promote the consistent persistence of a diet, it was therefore the aim of the present study to suggest a larger amount of feed to the animal owner. Results from human medical obesity therapy indicate that changing the design of the feeding bowl could be adapted for this purpose. For example, small and red bowls will have a smaller amount of food in them when served than larger or white dishes. However, it has yet not been researched whether this can also be transferred to the feeding of dogs.
For this reason, as part of the present study, 100 subjects were asked to fill 11 different bowls, which include the same amount of food. These differed in terms of top opening diameter, volume, depth, side angle, color and elements inside. Measuring the amount of feed by hand or other measuring aids was prohibited. In order to only allow measuring by eye, the subjects filled the feed by pouring it from a three liter bucket into the respective bowl. All bowls could be seen by the subjects throughout the experiment and food could be added or removed. The amount of feed per bowl was then weighted and compared. The evaluation of the data showed that bowls with a larger top opening diameter were filled significantly more than bowls with a smaller circumference. The volume, the depth and the color of the bowl had no influence on the filling quantity. Also, conically tapering bowls were filled more than those with perpendicular sidewalls to the bottom. Elements inside the bowl, such as those used in anti-sling bowls, also resulted in an increased bowl filling for the same sidewall angulation and top opening diameter. The results of the study suggest that, in addition to reducing energy intake and increasing exercise, accompanying measures such as the appropriate design of the food bowl can influence the success of a diet. As part of diets and to prevent obesity, bowls that are as small as possible and adapted to the size of the dog should be used in the future, with side walls that slope down as vertically as possible to the bottom. With large amounts of food, deep bowls should be preferred to those with a larger top opening diameter. Since the study also proves that various factors -here for example the feeding bowlcan influence the amount of food given, it is advisable to weight the daily given food. This should be done consistently before each feeding, especially when using anti-sling bowls
Evaluierung von zwei Add-on-Therapiestrategien bei pharmakoresistenter idiopathischer Epilepsie des Hundes
Idiopathische Epilepsie ist die häufigste neurologische Erkrankung beim Hund und wird durch das Auftreten von Pharmakoresistenz bei ca. 20 – 30 % der Hunde verkompliziert. Insbesondere für diese Gruppe an Hunden besteht ein Bedarf an Verbesserung des medikamentösen Managements sowie an evidenzbasierten Daten von neuen medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapieansätzen.
In der vorliegenden prospektiven, open-label Studie wurden 26 Hunde mit idiopathischer Epilepsie mittels stratifizierter Randomisierung und unter Anwendung eines Matched-Pair-Designs einer von zwei Therapiestrategien zugeteilt. Die Zielgruppe waren Hunde mit mindestens einem generalisiert tonisch-klonischen Anfall pro Monat in den letzten 4 Monaten vor Studienbeginn (Baseline) trotz Vorbehandlung mit mindestens zwei Antikonvulsiva. Zwei gängige Therapiestrategien wurden hinsichtlich ihrer Effektivität und Verträglichkeit verglichen: Pregabalin Add-on 4 mg/kg zweimal täglich und eine 30 %ige Dosiserhöhung einer bereits vor Studieneinschluss verabreichten Levetiracetam Dauertherapie. Weiters wurde untersucht, ob Hunde mit Pregabalin 4 mg/kg zweimal täglich Wirkspiegel im therapeutischen Bereich für Menschen erreichen. Eine Verdreifachung des längsten interiktalen Intervalls während der Baseline auf mindestens drei Monate wurde als Therapieerfolg definiert. Der dritte Tag mit tonisch-klonischen Anfällen nach Titrationsphase wurde als individueller Studienendpunkt definiert, falls bis dahin keine mindestens 1,5-fache Verlängerung des interiktalen Intervalls im Vergleich zur Baseline eintrat. Die Studiendauer konnte freiwillig verlängert werden.
Vierzehn Hunde wurden der Pregabalin- und 12 Hunde der Levetiracetam-Gruppe zugeordnet. Die durchschnittliche monatliche Anfallsfrequenz der Hunde lag bei 4,0 (median 3,0). Alle Hunde hatten vorberichtlich Clusteranfälle. Die Levetiracetam Vorbehandlung in der Levetiracetam-Gruppe betrug im Durchschnitt 8,3 Monate. Jeder Hund verblieb in der Studie bis zum mindestens dritten Anfallstag, sodass alle Hunde ausgewertet werden konnten. Die Erfolgsrate beider Therapiestrategien war gering mit zwei Respondern in der Pregabalin-Gruppe (2/14; 14,3 %) und einem Responder in der Levetiracetam-Gruppe (1/12; 8,3 %). Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied in der durchschnittlichen Verlängerung des längsten interiktalen Intervalls (p = 0,681), in der Zeit bis zum dritten Anfallstag (p = 0,500), der individuellen Studiendauer (p = 0,323) oder der Anzahl an Hunden mit ≥ 50 % Anfallsreduktion in den ersten 56 Tagen der Studie (p = 1,000). Clusteranfälle stoppten für ≥ 6 Monate nur bei den drei Hunden mit Therapieerfolg. Das Follow-up zeigte jedoch bei allen Hunden ein Rezidiv monatlicher Anfälle nach spätestens 10 Monaten. Pregabalin Add-on 4 mg/kg führte bei 13/14 Hunden zu Wirkspiegel-Konzentrationen im therapeutischen Bereich für Menschen (Mittelwert 3,8 mg/L; Median 3,5 mg/L). Die Verträglichkeit beider Therapiestrategien war gut. Die Pregabalin-Therapie führte aber zu einem signifikanten Anstieg im Müdigkeitsscore dieser Gruppe (p = 0,011).
Die schlechte Erfolgsrate dieser Studie spiegelt sehr wahrscheinlich eine reale Situation in der Behandlung von Hunden mit pharmakoresistener idiopathischer Epilepsie wider. Das Studienprotokoll mit Anwendung eines individuellen Studienendpunktes vermied eine unnötig lange Exposition der Patienten mit einer ineffektiven Therapiestrategie und war begleitet von einer guten Haltercompliance. Für zukünftige Anwendungen von Pregabalin Add-on-Therapie beim Hund sollte eine Wirkspiegel-gestützte Dosiseskalation angedacht werden. Eine Dosiserhöhung der Levetiracetam-Dauertherapie um 30 % erscheint in den meisten Fällen zu gering, um einen relevanten Therapieerfolg zu erzielen
Vergleich von Auswertemethoden einer immunhistochemischen PD-L1-Färbung anhand eines Kopf-Hals-Tumor-Kollektivs
Evaluierung der Offenheitsraten von Venenbypässen an den unteren Extremitäten bei Patienten mit pAVK, Einfluss von Begleiterkrankungen und vergleichende Analyse von Literaturdaten
Designing passenger experiences for in-car Mixed Reality
In day-to-day life, people spend a considerable amount of their time on the road. People seek to invest travel time for work and well-being through interaction with mobile and multimedia applications on personal devices such as smartphones and tablets. However, for new computing paradigms, such as mobile mixed reality (MR), their usefulness in this everyday transport context, in-car MR remains challenging. When future passengers immerse in three-dimensional virtual environments, they become increasingly disconnected from the cabin space, vehicle motion, and other people around them. This degraded awareness of the real environment endangers the passenger experience on the road, which initially motivates this thesis to question: can immersive technology become useful in the everyday transport context, such as for in-car scenarios? If so, how should we design in-car MR technology to foster passenger access and connectedness to both physical and virtual worlds, ensuring ride safety, comfort, and joy? To this aim, this thesis contributes via three aspects:
1) Understanding passenger use of in-car MR —first, I present a model for in-car MR interaction through user research. As interviews with daily commuters reveal, passengers are concerned with their physical integrity when facing spatial conflicts between borderless virtual environments and the confined cabin space. From this, the model aims to help researchers spatially organize information and how user interfaces vary in the proximity of the user. Additionally, a field experiment reveals contextual feedback about motion sickness when using immersive technology on the road. This helps refine the model and instruct the following experiments.
2) Mixing realities in car rides —second, this thesis explores a series of prototypes and experiments to examine how in-car MR technology can enable passengers to feel present in virtual environments while maintaining awareness of the real environment. The results demonstrate technical solutions for physical integrity and situational awareness by incorporating essential elements of the RE into virtual reality. Empirical evidence provides a set of dimensions into the in-car MR model, guiding the design decisions of mixing realities.
3) Transcending the transport context —third, I extend the model to other everyday contexts beyond transport that share spatial and social constraints, such as the confined and shared living space at home. A literature review consolidates leveraging daily physical objects as haptic feedback for MR interaction across spatial scales. A laboratory experiment discovers how context-aware MR systems that consider physical configurations can support social interaction with copresent others in close shared spaces. These results substantiate the scalability of the in-car MR model to other contexts.
Finally, I conclude with a holistic model for mobile MR interaction across everyday contexts, from home to on the road. With my user research, prototypes, empirical evaluation, and model, this thesis paves the way for understanding the future passenger use of immersive technology, addressing today’s technical limitations of MR in mobile interaction, and ultimately fostering mobile users’ ubiquitous access and close connectedness to MR anytime and anywhere in their daily lives.Im modernen Leben verbringen die Menschen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit dem täglichen Pendeln. Die Menschen versuchen, die Reisezeit für ihre Arbeit und ihr Wohlbefinden durch die Interaktion mit mobilen und multimedialen Anwendungen auf persönlichen Geräten wie Smartphones und Tablets zu nutzen. Doch für neue Computing-Paradigmen, wie der mobilen Mixed Reality (MR), bleibt ihre Nützlichkeit in diesem alltäglichen Verkehrskontext, der MR im Auto, eine Herausforderung. Wenn künftige Passagiere in dreidimensionale virtuelle Umgebungen eintauchen, werden sie zunehmend von der Kabine, der Fahrzeugbewegung und den Menschen in ihrer Umgebung abgekoppelt. Diese verminderte Wahrnehmung der realen Umgebung gefährdet das Fahrverhalten der Passagiere im Straßenverkehr, was diese Arbeit zunächst zu der Frage motiviert: Können immersive Systeme im alltäglichen Verkehrskontext, z.B. in Fahrzeugszenarien, nützlich werden? Wenn ja, wie sollten wir die MR-Technologie im Auto gestalten, um den Zugang und die Verbindung der Passagiere mit der physischen und der virtuellen Welt zu fördern und dabei Sicherheit, Komfort und Freude an der Fahrt zu gewährleisten? Zu diesem Zweck trägt diese Arbeit zu drei Aspekten bei:
1) Verständnis der Nutzung von MR im Auto durch die Passagiere - Zunächst wird ein Modell für die MR-Interaktion im Auto durch user research vorgestellt. Wie aus Interviews mit täglichen Pendlern hervorgeht, sind die Passagiere um ihre körperliche Unversehrtheit besorgt, wenn sie mit räumlichen Konflikten zwischen grenzenlosen virtuellen Umgebungen und dem begrenzten Kabinenraum konfrontiert werden. Das Modell soll Forschern dabei helfen, Informationen und Benutzerschnittstellen räumlich zu organisieren, die in der Nähe des Benutzers variieren. Darüber hinaus zeigt ein Feldexperiment kontextbezogenes Feedback zur Reisekrankheit bei der Nutzung immersiver Technologien auf der Straße. Dies hilft, das Modell zu verfeinern und die folgenden Experimente zu instruieren.
2) Vermischung von Realitäten bei Autofahrten - Zweitens wird in dieser Arbeit anhand einer Reihe von Prototypen und Experimenten untersucht, wie die MR-Technologie im Auto es den Passagieren ermöglichen kann, sich in virtuellen Umgebungen präsent zu fühlen und gleichzeitig das Bewusstsein für die reale Umgebung zu behalten. Die Ergebnisse zeigen technische Lösungen für räumliche Beschränkungen und Situationsbewusstsein, indem wesentliche Elemente der realen Umgebung in VR integriert werden. Die empirischen Erkenntnisse bringen eine Reihe von Dimensionen in das Modell der MR im Auto ein, die die Designentscheidungen für gemischte Realitäten leiten.
3) Über den Verkehrskontext hinaus - Drittens erweitere ich das Modell auf andere Alltagskontexte jenseits des Verkehrs, in denen räumliche und soziale Zwänge herrschen, wie z.B. in einem begrenzten und gemeinsam genutzten Wohnbereich zu Hause. Eine Literaturrecherche konsolidiert die Nutzung von Alltagsgegenständen als haptisches Feedback für MR-Interaktion über räumliche Skalen hinweg. Ein Laborexperiment zeigt, wie kontextbewusste MR-Systeme, die physische Konfigurationen berücksichtigen, soziale Interaktion mit anderen Personen in engen gemeinsamen Räumen ermöglichen. Diese Ergebnisse belegen die Übertragbarkeit des MR-Modells im Auto auf andere Kontexte.
Schließlich schließe ich mit einem ganzheitlichen Modell für mobile MR-Interaktion in alltäglichen Kontexten, von zu Hause bis unterwegs. Mit meiner user research, meinen Prototypen und Evaluierungsexperimenten sowie meinem Modell ebnet diese Dissertation den Weg für das Verständnis der zukünftigen Nutzung immersiver Technologien durch Passagiere, für die Überwindung der heutigen technischen Beschränkungen von MR in der mobilen Interaktion und schließlich für die Förderung des allgegenwärtigen Zugangs und der engen Verbindung der mobilen Nutzer zu MR jederzeit und überall in ihrem täglichen Leben
Multidisziplinäre biopsychosoziale Therapie bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen in einer Tagesklinik
Ziel dieser naturalistischen, prospektiven Kohortenstudie war es, die Therapieeffekte eines 3-wöchigen multidisziplinären ganztägig ambulanten Therapieprogramms für Patienten mit chronischen Nackenschmerzen und prognostische Faktoren für ein besseres Therapieergebnis in Bezug auf Schmerz und Behinderung zu identifizieren. Dieses Therapieprogramm wurde in der Klinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation der Ludwig-Maximilians-Universität München, Standort Großhadern durchgeführt. Es erfolgte die Auswertung von Daten des Behandlungsschwerpunktes „Halswirbelsäule“ der Jahre 2005 bis 2012.
Bei multimodalen Rehabilitationsprogrammen steht der biopsychosoziale Aspekt im Mittelpunkt mit dem Ziel der funktionalen Wiederherstellung und Schmerzlinderung. Dieses soll mithilfe von somatischen, physikalischen, psychologischen oder psychotherapeutischen Therapieformen sowie von Patientenschulung erreicht werden.
In der ersten Veröffentlichung wurden zum einen die kurzfristigen Effekte des eingangs beschriebenen Programmes direkt nach Therapieende und zum anderen die Ergebnisse nach 12 Monaten untersucht. Grundlage hierfür waren international validierte Gesundheitsfragebögen, die von den Patienten ausgefüllt wurden. Diese beinhalteten den krankheitsspezifischen Fragebogen der North American Spine Society (NASS) zur Beurteilung von Schmerz, Funktion und neurologischen Symptomen, den Short Form-36 zur Beurteilung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, eine numerische Schmerzskala, die Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) zur Beurteilung von Angst und Depression sowie jeweils ein Fragebogen zu Komorbiditäten und zur Soziodemographie.
Das Therapieprogramm haben insgesamt 127 Patienten durchlaufen. Davon haben 113 Personen schriftlich ihr Einverständnis zur Teilnahme an dieser Studie und der Verarbeitung ihrer anonymisierten Daten abgegeben. Von 81 Patienten standen analysierbare periinterventionelle Daten zur Verfügung. Die Nachbeobachtungsrate betrug nach einem Jahr 79%.
Da bereits eine Erhebung zu einem Assessment vor Therapiebeginn erfolgte, war es möglich, die Veränderung des Gesundheitsstatus während der Wartezeit, entsprechend dem natürlichen Verlauf von chronischen Nackenschmerzen, mit der Veränderung zwischen Beginn der Therapie und dem ersten Follow-up intraindividuell zu vergleichen.
Veränderungen wurden mittels Effektstärkenberechnungen quantifiziert. Diese Effektstärke ergibt sich aus der durchschnittlichen Veränderung zwischen dem Behandlungsbeginn (T1) und dem Nachbeobachtungszeitpunkt (T2) geteilt durch die Standardabweichung der Ausgangswerte (T0). Es wurden zunächst grobe Veränderungswerte zwischen T1 und T2 sowie Effektstärken für T2 berechnet. Dann kontrollierten wir die Änderungswerte mithilfe von korrigierten Wartezeitänderungen, um die Auswirkungen zu erhalten, die auf das Rehabilitationsprogramm zurückzuführen sind.
Als Ergebnis konnte gezeigt werden, dass Patienten direkt nach der Intervention in Bezug auf den primären Endpunkt Schmerz und Behinderung des NASS-Fragebogens signifikant profitierten. Auch die sekundären Endpunkte wie neurologische Symptome, allgemeine Gesundheit und depressive Symptome zeigten eine signifikante Verbesserung. Weiterhin konnte belegt werden, dass diese Verbesserungen auch bis zu einem Jahr nach der Intervention anhielten. Folglich konnte demonstriert werden, dass dies ein effektives multidisziplinäres Therapieprogramm für Patienten mit chronischen Nackenschmerzen in Bezug auf Schmerz und Behinderung ist.
Im zweiten Artikel wurden prognostische Faktoren eines besseren Outcomes des o.g. multidisziplinären Therapieprogramms in Bezug auf Schmerz und Behinderung untersucht. Hierfür wurden zu den eben genannten Daten der Patientenfragebögen auch Ergebnisse eines standardisierten Testes der Halswirbelsäulenbeweglichkeit mit einem validen Messgerät (CROM-Messgerät) inkludiert. Zunächst konnte dargestellt werden, dass sich Patienten in Bezug auf die gesamte Beweglichkeit der HWS nach der Intevention signifikant verbesserten.
Mittels multivariater linearer Regression wurden anschließend verschiedene potentielle Faktoren untersucht. Hier wurde die Verbesserung im Vergleich zu den Ausgangswerten von Schmerz und Behinderung der NASS Scala als abhängige Variable zum Zeitpunkt des Endes der Therapie und nach 6 Monaten festgelegt. Unabhängige Variablen wurden anhand von bekannten prognostischen und Risikofaktoren aus vorangegangener Forschung und aus der klinischen Erfahrung ausgewählt. Es konnten folgende prognostische Faktoren direkt nach dem Therapieende nachgewiesen werden: Schlechtere Werte von Schmerz und Behinderung vor Behandlungsbeginn, höheres Alter, stärkere Verbesserung in der allgemeinen psychischen Gesundheit, bessere Baseline-Halswirbelsäulenbeweglichkeit und stärkere Verbesserung der Halswirbelsäulenbeweglichkeit.
Für das Follow-up nach 6 Monaten zeigten sich bis auf das höhere Alter die gleichen Faktoren als prognostisch für Verbesserung von Schmerz und Behinderung.
Zukünftige prognostische Modelle für das Behandlungsergebnis von chronischen Nackenschmerzen sollten demnach die Halswirbelsäulenbeweglichkeit und den psychischen Gesundheitsstatus berücksichtigen. Kenntnisse über prognostische Faktoren tragen dazu bei, Programminhalte für Patienten mit wahrscheinlich nur geringfügigem klinischem Ansprechen individuell anpassen zu können
Intensive AML-Therapie am Klinikum der Universität München 1999 – 2014
Das Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München ist eines der größten Studien- und Therapiezentren für die akute myeloische Leukämie (AML) in Süddeutschland und als Teil der German AML Cooperative Group (AML-CG) auch an der stetigen Weiterentwicklung der Therapiemöglichkeiten beteiligt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden retrospektiv die Daten von 518 AML-Patienten erfasst, die sich dort im Zeitraum zwischen 1999 und 2014 in stationärer Behandlung befunden haben. Von weiterem Interesse waren dabei die Patienten, die eine intensive Chemotherapie in kurativer Intention erhielten. Ihre Daten wurden auf verschiedene Gesichtspunkte hin untersucht.
Die allgemeine Rate an Frühtodesfällen bei intensiver Induktionstherapie bewegte sich mit 13% innerhalb der ersten 65 Tage ab Therapiebeginn auf einem Niveau, das dem in aktuellen Publikationen entspricht. Speziell das s-HAM-Regime, welches derzeit in der AML-CG-Studiengruppe den Standard für Induktionstherapie darstellt, zeichnete sich durch eine niedrige Frühtodesrate von 9,6% aus. Wie erwartet waren in der Mehrzahl der Fälle Infektionen die Todesursache, so dass vor allem Strategien zur Verringerung des Infektionsrisikos, sowie die Weiterentwicklung antiinfektiöser Therapien und Prophylaxe als Aufgaben für die Zukunft gesehen werden müssen, um das Auftreten von Frühtodesfällen weiter zu reduzieren.
Die Untersuchung des Langzeitüberlebens von Patienten, die keine allogene Stammzelltransplantation erhielten, bestätigt die Relevanz der Klassifikation des European LeukemiaNet bei der Planung der Postremissionstherapie: Für Patienten der Risikogruppe „Favorable“ war das geschätzte 5-Jahres-Überleben mit 53% bei rein chemotherapiebasierter Behandlung dem von Patienten mit allogener Stammzelltransplantation nicht signifikant unterlegen. Für die Risikogruppe „Adverse“ scheint eine konventionelle Postremissionstherapie jedoch keine effektive Alternative zur Stamm-zelltransplantation zu sein, da hier nur in seltenen Fällen ein langfristiges Überleben dokumentiert werden konnte. Für „Intermediate“ I und II zeichnete sich ein ähnlicher Trend ab, weitergehende Erkenntnisse sind diesbezüglich von aktuellen prospektiven randomisierten Studien zu erwarten. Nicht-leukämiebedingte Todesfälle traten bei Patienten ohne Stammzelltransplantation nur zu einem geringen Prozentsatz auf, folglich geht die größte Bedrohung bei einem Therapiekonzept ohne allogene Stammzelltransplantation erwartungsgemäß von einem Rezidiv der AML aus. Bezüglich der Induktionstherapie konnte kein eindeutiger Effekt der verschiedenen Protokolle auf das Langzeitüberleben dieser Patientengruppe ausgemacht werden.
Bei der Gegenüberstellung von Patienten, die im Rahmen einer Studie behandelt wurden und analog behandelten Nicht-Studienpatienten konnten Unterschiede in der Zusammensetzung der beiden Kollektive in Bezug auf das Patientenalter und das tumorgenetische Risikoprofil festgestellt werden, die bereits in anderen Studien zu dieser Fragestellung aufgefallen waren. Doch obwohl die Nicht-Studienpatienten insgesamt älter waren und eine ungünstigere Molekular- bzw. Zytogenetik aufwiesen, war ihr Gesamtüberleben vergleichbar mit dem der Studienpatienten, was einerseits für die externe Validität der in Studien gewonnen Erkenntnisse spricht, sowie dafür, dass zumindest am LMU-Klinikum für AML-Patienten kein Nachteil zu erwarten ist, wenn die Behandlung nicht im Rahmen einer Studie erfolgt. Dies wird unterstrichen durch die Ergebnisse der Subgruppenanalyse der mit s-HAM behandelten Patienten, in der kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, jedoch in beiden Gruppen eine identische Gesamtremissionsrate von 82% beobachtet werden konnte.
Im Vergleich der Induktionschemotherapieprotokolle s-HAM und TAD-HAM wurde die in den AML-CG Studien 2004 und 2008 bereits demonstrierte Verkürzung der Zytopeniedauer von Leuko- und Thrombozyten unter s-HAM um über zwei Wochen nochmals bestätigt. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass daraus ein signifikant geringerer Bedarf sowohl an Erythrozyten- als auch an Thrombozytenkonzentraten, sowie eine deutliche Verkürzung der Hospitalisationsdauer (38d vs. 54d) im Rahmen der Induktionstherapie resultieren. Faktoren, die für Patienten und Kostenträger gleichermaßen einen Benefit versprechen