10509 research outputs found
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Annual Report 2021
Der Jahresbericht des Käte Hamburger Kollegs "Einheit und Vielfalt im Recht" an der Universität Münster berichtet über Aktivitäten, Fellows, Forschungsthemen, Veranstaltungen und Publikationen im Jahr 2021.The annual report of the Käte Hamburger Kolleg "Legal Unity and Pluralism" at the University of Münster provides information on activites, fellows, research topics, events, and publications in 2021
Annual Report 2022
Der Jahresbericht des Käte Hamburger Kollegs "Einheit und Vielfalt im Recht" an der Universität Münster berichtet über Aktivitäten, Fellows, Forschungsthemen, Veranstaltungen und Publikationen im Jahr 2022.The annual report of the Käte Hamburger Kolleg "Legal Unity and Pluralism" at the University of Münster provides information on activites, fellows, research topics, events, and publications in 2022
Konzeptforum Fraktalität
Dieser Band präsentiert die Ergebnisse des Konzeptforums Fraktalität. In Forschungen zum Alten Reich waren räumliche Strukturen bislang randständig. Indem sie den Raum des Reichs in einen direkten Zusammenhang mit seiner politischen und sozialen Ordnung bringen, suchen Falk Bretschneider und Christophe Duhamelle diese Lücke mit ihrem Konzept der „Fraktalität“ zu schließen. Die von der Mathematik inspirierte Metapher erlaubt es, die hohe Zahl der inneren Grenzen, das Fehlen eines Zentrums oder einer Hierarchie der Zuständigkeiten sowie das Ineinanderfließen der Handlungsebenen der Akteure hervorzuheben. Aus deutschen und französischen Traditionen entstanden, lädt die Methode dazu ein, allgemeine, Landes-, Reichs- und Sozialgeschichte gemeinsam zu denken. Basierend auf Falk Bretschneiders und Christophe Duhamelles Essay „Fraktalität. Raumgeschichte und soziales Handeln im Alten Reich“ (2016) nehmen acht Beiträge das Thema in den Blick. Der Band schließt mit einem Kommentar von Falk Bretschneider und Christophe Duhamelle.This volume presents the results of the Conceptual Forum Fraktalität. In research related to the Holy Roman Empire, spatial structures have been marginalised until now. Establishing a direct connection between the empire’s space and its political and social order, Falk Bretschneider and Christophe Duhamelle aim to bridge this gap with their concept of “Fraktalität”. This metaphor, inspired by mathematics, highlights the abundance of internal borders, the absence of a centre or hierarchy of responsibilities, and the interplay of actors’ levels of action. Emerging from both the German and the French tradition, this method invites us to consider general, regional, imperial, and social history together. Based on Falk Bretschneider’s and Christophe Duhamelle’s essay „Fraktalität. Raumgeschichte und soziales Handeln im Alten Reich“ [Fractality: Spatial History and Social Action in the Holy Roman Empire] (2016), eight contributions explore the topic. This volume concludes with final comments by Falk Bretschneider and Christophe Duhamelle
Conceptual Forum Concurrence of Norms and Cultural Ambiguity
Dieser Band präsentiert die Ergebnisse des Konzeptforums Normenkonkurrenz und kulturelle Ambiguität. Normenkonkurrenz – die Koexistenz unterschiedlicher, mitunter widersprüchlicher Handlungserwartungen – dürfte in praktisch allen menschlichen Gesellschaften zu finden sein. Hillard von Thiessen hat die europäische Frühe Neuzeit als Zeitalter der Ambiguität beschrieben, in der eine besonders ausgeprägte Form von Normenkonkurrenz einen kasuistischen Umgang mit Normen, mithin Ambiguitätstoleranz generiert habe. Die produktive Spannung zwischen Normenkonkurrenz als historischer Konstante bzw. kulturell ubiquitärem Phänomen einerseits und als Epochenmerkmal der europäischen Geschichte andererseits laden zu einem interdisziplinären und transepochalen Dialog zwischen Geschichte, Anthropologie und Rechtsgeschichte ein. Nach einem einleitenden Essay von Hillard von Thiessen nehmen sieben Beiträge das Thema in den Blick und werden abschließend kommentiert.This volume presents the findings of the Conceptual Forum Concurrence of Norms and Cultural Ambiguity. Concurrence of Norms – i. e. the coexistence of different, partially conflicting expectations of behavior – is most likely an ubiquitous phenomenon in human societies. However, Hillard von Thiessen characterised the Early Modern Age in Europe as a period of particularly pointed normative concurrence which resulted in casuistry and cultural ambiguity. The productive tension between concurrence of norms as a characteristic feature of a certain era in European history on the one hand and as an epoch-spanning and culturally pervasive phenomenon on the other hand is a suitable basis for an interdisciplinary and inter-epochal dialogue between the disciplines of history, anthropology and legal history. Following an introductory essay by Hillard von Thiessen, seven contributions delve into the topic and are subsequently commented upon
(Nicht-)Wissen erzählen: Das Modell Vorgeschichte in deutschsprachigen Erzähltexten des 19. Jahrhunderts
In Erzähltexten aus dem 19. Jahrhundert finden sich erstaunlich häufig eingeschobene Rückwendungen in die Kindheit oder Familiengeschichte einer Figur. Formal handelt es sich dabei um Analepsen, inhaltlich jedoch werden Vorgeschichten erzählt – Begebenheiten, die sich zeitlich vor dem Beginn der eigentliche Geschichte zugetragen haben und dennoch in einem Zusammenhang zu deren Verlauf stehen, der als kausaler ausgewiesen wird. Inwieweit die Vorgeschichten diese offensichtliche explikative Funktion tatsächlich erfüllen, auf welche zeitgenössischen Erklärungsmuster und Wissensgebiete sie dabei Bezug nehmen und wie sie diese literarisch codieren, untersucht die Studie in sechs exemplarischen Analysen zu kanonischen Texten von Kleist, Brentano, Gotthelf, Stifter, Storm und schließlich Freud. Wie generieren die einzelnen Vorgeschichten aus dem Spannungsfeld zwischen Erzählen und (Nicht-)Wissen ihr ästhetisches wie epistemisches Potential? Und wie positionieren sie sich damit innerhalb der Literatur- und Wissensgeschichte des 19. Jahrhunderts
Sterbe- und Trauerkultur in konfessionellen Alteneinrichtungen:Eine explorative Studie im Bistum Essen
Der Beitrag präsentiert Ergebnisse einer qualitativ-empirischen, explorativen Studie zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer in Altenhilfeeinrichtungen in katholischer Trägerschaft im Bistum Essen. Drei multiprofessionelle Fokusgruppen (2019/2022) erörterten Erfahrungen mit der Begleitung Sterbender und Trauernder, den Umgang von Bewohner*innen, Angehörigen und Personal mit Sterben, Tod und Trauer, institutionelle Bedingungen und Spezifika der Einrichtungskulturen sowie die Einschränkungen, aber auch die Erfahrung einer neuen Sensibilisierung für einen frühzeitigen Beginn der Sterbebegleitung während der COVID19-Pandemie. Das konfessionelle Profil einer Einrichtung soll durch eine achtsame Sterbe- und Trauerkultur geprägt sein; das Gelingen hängt nach Einschätzung der Teilnehmenden vor allem von der Leitungs- und der Teamkultur ab. Der Anspruch, der Verdrängung von Sterben und Tod aktiv entgegenzuwirken, müsse auch durch eine bessere Verankerung des Themas in der Aus- und Fortbildung unterstützt werden
Studium, Lehre und Forschung mit Fachliteratur und Fachinformationen versorgen
Die "klassische" Fachreferatsarbeit besteht aus der Trias "Fachliteratur erwerben, erschließen und vermitteln". Diese Kombination hat auch heute noch ihre Gültigkeit; sie wurde in den letzten Jahren aber im Zuge der digitalen Transformation um neue Publikations- und Informationstypen, Entscheidungskriterien und Vermittlungswege erweitert. Dieser Beitrag stellt das Arbeitsgebiet und die dafür benötigten Kompetenzen aus der Sicht des Fachreferats in einer großen Universitätsbibliothek dar
Subcellular function and regulation of INF2
Die dynamische Umstrukturierung des Aktin-Zytoskeletts ist grundlegend für viele zelluläre Prozesse und wird durch Aktin-bindende Proteine präzise reguliert. Inverted-formin 2 (INF2) kann zum Beispiel durch Kalziumeinstrom eine schnelle Umstrukturierung des F-Aktins auslösen, bekannt als Calcium-mediated Actin Reset (CaAR). Das Ausmaß und die Dynamik der CaAR-Reaktion deuten auf einen speziellen Regulationsmechanismus für INF2 hin und machen es zu einem potenziellen Modell für das Studium der zellulären Mechanismen der forminabhängigen Aktin-Polymerisation sowie der Kinetik ihres Regulationsmechanismuses. Die Analyse strukturgestützter INF2-Mutanten durch CaAR und Einzelmolekülmikroskopie zeigt, dass die Bindung von Calmodulin die Autoinhibition von INF2 unterbricht und INF2s N-Terminus seine Reinhibition durch Bindung an F-Aktin fördert. Die Untersuchung der mechanistischen Grundlagen von CaAR liefern Einblicke in die zelluläre Aktindynamik und den zellulären Mechanismus der forminabhängigen Aktin-Polymerisation
The plural turn: Legal pluralism in historical legal studies
Legal pluralism has been a concept used in legal research for over 50 years now. Initially, it influenced legal anthropology, then later other branches of jurisprudence too. In the last 20 years, it has been joined by terms such as legal variety, fragmentation, multinormativity and diversity. This essay diagnoses a fundamental change accompanying these pluralisms in the field of legal research. The upheavals in methodology which these pluralisms have brought about are not, however, restricted only to pluralistic perspectives or to the concept of law in legal history. They point to a fundamental plural turn. This plural turn first undergoes an historical preparation, for which the numerous "pluralisms of legal pluralisms" and other "multipluralisms" are reconstructed. The plural turn is then developed on the basis of these reconstructions.Seit über 50 Jahren bildet Rechtspluralismus einen Begriff der rechtswissenschaftlichen Forschung. Zunächst prägte er die Rechtsanthropologie, später auch andere Rechtswissenschaften. In den letzten 20 Jahren haben sich Begriffe wie Rechtsvielfalt, Fragmentierung, Multinormativität und Diversität zu ihm gesellt. Dieser Aufsatz diagnostiziert eine mit diesen Pluralismen einhergehende grundsätzliche Veränderung des rechtshistorischen Forschungsfeldes. Die von ihnen forcierten methodischen Umbrüche beschränken sich aber nicht allein auf pluralistische Perspektiven oder den Rechtsbegriff der Rechtsgeschichte. Sie zielen auf einen grundsätzlichen "plural turn". Dieser "plural turn" wird zunächst wissenschaftshistorisch vorbereitet. Dafür werden die zahlreichen "Pluralismen der Rechtspluralismen" und andere "Multipluralismen" rekonstruiert. Auf der Grundlage dieser Rekonstruktionen wird dann der "plural turn" entfaltet
Trust we lost: The Treuhand experience and political behavior in the former German Democratic Republic
We study whether the experience of losing one's job due to the Treuhand activities in the early 1990s affected long-term political behavior among citizens of the former German Democratic Republic. During the German Reunification process, the Treuhand coordinated the privatization of former GDR firms at the cost of massive job losses. We exploit individual and spatial variation in Treuhand layoffs between 1990 and 1994, based on micro-level survey data from the German Socio-economic Panel and firm data from the IWH Treuhand Database to examine the effects on various behavioral outcomes in later years. Our results suggest that former GDR citizens who have experienced a Treuhand layoff are significantly more likely to prefer a radical party, are less interested in politics and tend to have less trust in others. At the aggregate level, districts with relatively more layoffs exhibit higher radical left vote shares in federal elections. Investigating the underlying mechanisms, we find that the effects of Treuhand job losses are relatively stronger for respondents who stayed in East Germany after Reunification. Furthermore, it seems to be nostalgia and disappointment with the transition process which drive the effects, rather than financial grievances