Saxon State and University Library Dresden

HSSS - Hochschulschriftenserver der SLUB
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    Familienstruktur, sozioökonomischer Status und psychische Gesundheit im Kindesalter

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    Der Wandel der Familienlandschaft in den letzten Jahrzehnten, gekennzeichnet durch einen steigenden Anteil nicht-traditioneller Familienkonstellationen, hat die Notwendigkeit verstärkt, die Auswirkungen dieser Strukturen auf das Wohlergehen von Kindern zu erforschen. Diese Studie untersuchte die Unterschiede in der psychischen Gesundheit von Kindern aus verschiedenen Familienzusammensetzungen und wie diese durch den sozioökonomischen Status (SES) der Familie beeinflusst werden können. Die Daten wurden im Rahmen der LIFE Child-Studie erhoben. Zu den Teilnehmenden gehörten 2828 Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren. Diese wuchsen entweder in traditionellen Familien mit beiden biologischen Eltern im Haushalt auf, in Stieffamilien, in denen ein oder beide Partner aus vorherigen Beziehungen Kinder hatten, oder in Einelternfamilien, wo das Kind ausschließlich mit einem biologischen Elternteil lebte. Die psychische Gesundheit wurde anhand von externalisierenden und internalisierenden Verhaltensauffälligkeiten sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität untersucht. Dabei kamen der Strengths and Difficulties Questionnaire (SDQ) zur Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten, welcher die Domänen emotionale Symptome, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit, Beziehungsprobleme zu Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten abdeckt, sowie der KIDSCREEN-27-Fragebogen für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zum Einsatz. Letzterer setzt sich aus den Bereichen körperliches Wohlbefinden, psychisches Wohlbefinden, Beziehung zu den Eltern und häusliche Umgebung, Freunde und soziale Unterstützung sowie schulisches Umfeld zusammen. Die statistische Analyse erfolgte mit der Statistiksoftware R, Version 4.2.1. Die Auswertungen wurden getrennt für zwei Altersgruppen durchgeführt: für die 3- bis 10-Jährigen, bei denen die Fragebögen von den Eltern ausgefüllt wurden, und für die 11- bis 17-Jährigen, die sich selbst zu ihrem Verhalten und ihrer Lebensqualität äußerten. Lineare Regressionsmodelle wurden angewendet, um den Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status als abhängige Variable und der Familienstruktur als unabhängige Variable zu analysieren. Des Weiteren wurden Modelle verwendet, um die Beziehungen zwischen Verhaltensauffälligkeiten und Lebensqualität als abhängige Variablen mit der Familienstruktur und dem sozioökonomischen Status als unabhängige Variablen zu untersuchen. Abschließend erfolgte eine Moderationsanalyse, um die Wechselwirkungen zwischen der Familienstruktur und potenziell moderierenden Variablen im Kontext der psychischen Gesundheit zu erforschen. Kinder aus Einelternfamilien zeigten mehr internalisierende und externalisierende Verhaltensauffälligkeiten sowie eine geringere Lebensqualität im Vergleich zu ihren Altersgenossen aus traditionellen Familien. Bei Kindern aus Stieffamilien wurden vermehrt Verhaltensprobleme festgestellt, und sie berichteten über eine weniger positive Beziehung zu ihren Eltern im Vergleich zu Kindern aus traditionellen Familien. In anderen Dimensionen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, wie z. B. Freunde und soziale Unterstützung sowie schulisches Umfeld, zeigten sie jedoch keine signifikanten Unterschiede. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit unseren Hypothesen und sind konsistent mit den Befunden früherer Studien, die darauf hinweisen, dass Kinder aus Einelternfamilien eine besonders vulnerable Bevölkerungsgruppe darstellen. Dies könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, darunter finanzielle Belastung, elterlicher Stress und unzureichende elterliche Ressourcen. Die Studienergebnisse bezüglich der erhöhten Verhaltensprobleme bei Kindern aus Stieffamilien im Vergleich zu Kindern aus traditionellen Familien könnten durch die spezifischen Herausforderungen erklärt werden, die mit der Zusammenführung von Familien einhergehen. Die Abwesenheit eines Elternteils oder das Vorhandensein eines Stiefelternteils könnte ein anspruchsvolleres familiäres Umfeld schaffen, was zu erhöhtem Stress und emotionalen Schwierigkeiten für die Kinder führen könnte. Die Studienergebnisse betonen nicht nur die Rolle der Familienstruktur, sondern verdeutlichen auch die Relevanz des sozioökonomischen Status für die psychische Gesundheit von Kindern. Speziell wurde ein höherer SES signifikant mit einer geringeren Prävalenz von Verhaltensauffälligkeiten und einer höheren Lebensqualität in sämtlichen untersuchten Domänen in Verbindung gebracht. Dies unterstreicht die positiven Effekte finanzieller Ressourcen auf das Wohlbefinden der Kinder. Diese Resultate stimmen mit vorherigen Untersuchungen überein, die eine Verknüpfung zwischen sozioökonomischer Benachteiligung und einem erhöhten Risiko für psychische Probleme bei Kindern festgestellt haben. Die Studie zeigt ebenfalls auf, dass Familienstruktur und sozioökonomischer Status miteinander verknüpft sind, wobei nicht-traditionelle Familien einen deutlich niedrigeren SES aufweisen als traditionelle. Die finanzielle Belastung, die mit diesen Familienkonstellationen einhergeht, stellt für die Haushalte eine zusätzliche Herausforderung dar. Dies schafft wiederum ein anspruchsvolleres familiäres Umfeld und könnte möglicherweise zu vermehrten psychischen Problemen bei den Kindern führen. Nachdem wir sowohl die Familienstruktur als auch den sozioökonomischen Status gleichzeitig in den Regressionsmodellen berücksichtigt haben, haben einige Zusammenhänge zwischen Familienstruktur und psychischer Gesundheit an Signifikanz verloren. Im Gegensatz dazu blieben die Verbindungen zwischen SES und psychischer Gesundheit weiterhin bestehen. Das lässt darauf schließen, dass der sozioökonomische Status einen stärkeren Einfluss auf die psychische Gesundheit hat und zum Teil die Verbindung zwischen Familienstruktur und psychischer Gesundheit bei Kindern erklären kann. Dabei wird die Bedeutung wirtschaftlicher Ressourcen für das psychische Wohlbefinden von Kindern betont. Es ist jedoch zu beachten, dass trotzdem mehrere signifikante Unterschiede in den Ergebnissen zur psychischen Gesundheit in Bezug auf die Familienzusammensetzung bestehen blieben, insbesondere bei den 11- bis 17-Jährigen. Dies legt nahe, dass die Familienstruktur auch eine direkte Auswirkung auf die psychische Gesundheit von Kindern haben kann, die sich im Laufe der Zeit verstärkt, sodass sie bei älteren Kindern stärker ausgeprägt ist als bei jüngeren. Unsere Analyse ergab keine signifikanten moderierenden Effekte des Alters oder insbesondere des sozioökonomischen Status auf die Beziehung zwischen der Familienstruktur und der psychischen Gesundheit der Kinder. Dies legt nahe, dass die Auswirkungen der Familienstruktur auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Kinder über verschiedene Ebenen des sozioökonomischen Status hinweg konsistent bleiben. Obwohl Familienstruktur und sozioökonomischer Status miteinander verknüpfte Faktoren sind, die beide die psychische Gesundheit von Kindern beeinflussen können, ist es wichtig zu betonen, dass ihre Auswirkungen nicht zwangsläufig additiv sind. Einige der Auswirkungen der Familienstruktur können bereits durch den sozioökonomischen Status erklärt werden. Ebenso mildert ein hoher sozioökonomischer Status nicht zwangsläufig die Auswirkungen von 'ungünstigen' Familienkonstellationen und umgekehrt. Die oben beschriebenen Ergebnisse lassen insgesamt darauf schließen, dass die Auswirkungen der Familienstruktur auf die psychische Gesundheit zum Teil durch Unterschiede im sozioökonomischen Status zwischen den Familien erklärt werden können. Dies betont die Wichtigkeit der Bekämpfung sozialer Ungleichheit und Armut in der Gesellschaft. Ein Beispiel hierfür könnte die Bereitstellung kostengünstiger oder kostenloser Ganztagsangebote für Kinder sein, einschließlich Verpflegung und außerschulischer Aktivitäten wie Sport oder Musik, um ihre Gesundheit und Entwicklung zu fördern. Dennoch zeigt sich, dass die direkte Auswirkung der Familienstruktur auf das Wohlbefinden der Kinder nicht zu vernachlässigen ist. Es wird deutlich, dass die zugrundeliegenden Faktoren, die zu diesem Zusammenhang beitragen, wie die Qualität und Quantität der Beziehungen innerhalb der Familie, weiterhin sorgfältig untersucht werden müssen. Qualitative Forschung kann ein differenzierteres Verständnis dieser Faktoren ermöglichen. Dies wiederum kann die Entwicklung nuancierter, flexibler und umfassender Interventionen erleichtern, die die einzigartigen Bedürfnisse und Umstände von Familien berücksichtigen und es ihnen ermöglichen, individuell zugeschnittene Lösungen zu finden.:Abkürzungsverzeichnis............................................................................................... 4 Einführung................................................................................................................... 5 Familienstruktur......................................................................................................... 5 Familienstruktur im sozialen Wandel....................................................................... 5 Familienstruktur und Gesundheit............................................................................ 6 Erhebung der Familienstruktur in der LIFE Child-Studie......................................... 7 Sozioökonomischer Status........................................................................................ 8 Definition des sozioökonomischen Status............................................................... 8 Familiärer sozioökonomischer Status und Gesundheit von Kindern....................... 8 Erhebung des sozioökonomischen Status in der LIFE Child-Studie....................... 9 Psychische Gesundheit im Kindesalter................................................................... 10 Definition von psychischer Gesundheit................................................................. 10 Externalisierende und internalisierende Verhaltensauffälligkeiten........................ 10 Gesundheitsbezogene Lebensqualität.................................................................. 11 Erhebung von psychischer Gesundheit in der LIFE Child-Studie......................... 12 Studiendesign......................................................................................................... 13 Fragestellung und Hypothesen............................................................................... 14 Publikation.............................................................................................................. 15 Zusammenfassung der Arbeit................................................................................... 26 Literaturverzeichnis................................................................................................... 31 Ergänzung zur Publikation........................................................................................ 36 Darstellung des eigenen wissenschaftlichen Beitrags.............................................. 38 Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit........................................... 39 Lebenslauf................................................................................................................. 40 Danksagung.............................................................................................................. 4

    Effekte maschineller Beatmung nach den ARDS-Netzwerkschemata mit niedrigem und hohem PEEP gegenüber der Beatmung mit dem Open Lung Concept. Histologische Untersuchungen an Schweinelungen mit pulmonaler Kontusion.

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    Eine Lungenkontusion entsteht abseits militärischer Auseinandersetzungen überwiegend infolge eines stumpfen Thoraxtraumas, wie z. B. durch einen Verkehrsunfall oder Sturz aus großer Höhe. Durch Schädigung der Alveolarepithel- und Kapillarendothelzellen wird die alveolokapilläre Membran zerstört und die Surfactantsynthese und Ödem-Elimination gestört. Ein sich rasch entwickelndes Lungenödem, Parenchymblutungen und der Alveolarkollaps beeinträchtigen den Gasaustausch und reduzieren die Compliance der Lunge. Im geschädigten Lungengewebe werden pro- und anti-inflammatorische Prozesse angestoßen, welche sich über die beeinträchtigte Barriere der alveolokapillären Membran systemisch ausbreiten können. Eine invasive maschinelle Beatmung ist bei bis zu 75 % der Patienten mit stumpfem Thoraxtrauma vorrübergehend notwendig. Eine Lungenkontusion ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) und einer Pneumonie. Die zusätzliche Schädigung durch einen beatmungsinduzierten Lungenschaden (VILI) sollte während der Behandlung unbedingt vermieden werden. Die Auswirkungen verschiedener lungenprotektiver Beatmungskonzepte bei Patienten mit Lungenkontusion wurden bisher wissenschaftlich nicht hinreichend untersucht. Die Erkenntnisse über Beatmungseinstellungen, welche mit einer geringen Schädigung des Lungengewebes oder Reduktion der Mortalität assoziiert sind, stammen hauptsächlich aus Studien, die ein heterogenes ARDS-Patientenkollektiv betrachteten. Zu diesen Einstellungen zählen z. B. ein niedriges Tidalvolumen, ein niedriger Beatmungsdruck, die Anwendung eines positiven endexspiratorischen Druckes (PEEP) und ein niedriger Driving Pressure (ΔP). Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Pathophysiologie des Lungenschadens bei ARDS-Subtypen differiert. So zeigen sich bei den häufigsten Ursachen des ARDS, der Sepsis und der Pneumonie, andere Muster als bei posttraumatischem ARDS. Auch klinische Beobachtungen deuten darauf hin, dass die üblicherweise angewendeten lungenprotektiven Beatmungseinstellungen, besonders in der frühen Phase nach einem Trauma, die Gasaustauschstörung und Lungenbelüftung nicht optimal verbessern und z. B. bei einer begleitenden metabolischen Azidose oder einem Schädel-Hirn-Trauma aufgrund einer permissiven Hyperkapnie nicht vorteilhaft sind. In der vorliegenden Versuchsreihe wurden die Auswirkungen einer 24-stündigen maschinellen Beatmung mit einem von drei Beatmungskonzepten an 24 Schweinen mit experimentellem Thoraxtrauma verglichen. Das Tierversuchsvorhaben wurde durch die Tierschutzbehörde der Landesdirektion Leipzig nach §8 des Tierschutzgesetztes (Registriernummer TVV 38/11 und 38/11.1) genehmigt und unter Einhaltung der ARRIVE (Animals in Research: Reporting in Vivo Experiments)-Richtlinien für Tierversuche in der Klinik für Pferde der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig durchgeführt. Ein rechtsseitiges Thoraxtrauma wurde standardisiert durch ein fallendes Gewicht induziert. Diese Methode wurde durch die Arbeitsgruppe in vorangegangen Studien entwickelt und standardisiert. Anschließend wurden die Tiere dem ARDS-Netzwerkschema mit niedrigem PEEP (ARDSnet-low), mit hohem PEEP (ARDSnet-high) oder dem Open Lung Concept (OLC) randomisiert zugeteilt und über 24 Stunden entsprechend beatmet. Bei den Schemata des ARDS-Netzwerkes handelt es sich um volumenkontrollierte Beatmungskonzepte. Es wurde ein niedriges Tidalvolumen von 6 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht appliziert. Je nach Oxygenierung wurden der PEEP und die inspiratorische Sauerstofffraktion (FiO2) entsprechend einer Tabelle angepasst. Begonnen wurde mit einem niedrigen PEEP von 5 oder einem höheren PEEP von 12 cmH2O und jeweils einer FiO2 von 0,3. Das OLC ist ein druckkontrolliertes Beatmungskonzept. Zu Beginn wurde die Lunge mit einem Rekrutierungsmanöver eröffnet. Anschließend wurden ein extrinsischer PEEP von 10 cmH2O, ein inspiratorischer Spitzendruck von 20 cmH2O und eine Atemfrequenz (RR) von 80 pro Minute appliziert. Durch ein Inspirations- zu Exspirations-Verhältnis von 2:1 ergab sich ein intrinsischer PEEP, welcher sich zum extrinsischen PEEP addierte. Während der Phase der gruppenspezifischen Beatmung wurden zu neun definierten Zeitpunkten u.a. arterielle und gemischt-venöse Blutgasanalysen und eine endexspiratorische Computertomographie (CT) des Thorax durchgeführt sowie hämodynamische und atemmechanischen Parameter erhoben. Für die Diagnose eines ARDS wurde die Berlin Definition verwendet. Nach der 24-stündigen Beatmung wurden die Tiere euthanasiert und u.a. Lungengewebeproben für histologische Untersuchungen entnommen. Das histopathologische Korrelat einer Lungenkontusion, eines ARDS und eines VILI ist ein diffuser Alveolarschaden (DAD). Vielfältige Schädigungsmechanismen können diese unspezifische Reaktion des Lungengewebes durch die Schädigung von Alveolarepithel- und Kapillarendothelzellen hervorrufen. Auf exsudative und proliferative Prozesse kann eine Fibrose folgen. Im Rahmen der vorliegenden Dissertation wurden einige Merkmale der exsudativen Phase in Hämatoxylin-Eosin gefärbten Lungengewebeproben lichtmikroskopisch untersucht. Hierzu wurden Schweregrad und Ausbreitung von Ödem, Infiltration von Entzündungszellen und Hämorrhagie bewertet und in einem modifizierten semiquantitativen DAD-Score zusammengefasst. Das Auftreten von hyalinen Membranen wurde qualitativ bewertet. Die histologischen Merkmale wurden durch zwei, für Beatmungsstrategie und Lungenregion verblindete Beobachter erhoben und die Ergebnisse gemittelt. Mit nicht-parametrischen Tests (Mann-Whitney-Test) wurden einzelne Parameter nach 24-stündiger gruppespezifischen Beatmung. Die Ergebnisse werden im Folgenden als Median [25. – 75. Perzentile] angegeben. Als signifikant wurden p-Werte < 0,05 erachtet. Nach 24-stündiger maschineller Beatmung ergab sich für die ARDSnet-low-Gruppe im Vergleich zur ARDSnet-high-Gruppe ein signifikant höherer DAD-Score für alle drei Kriterien, sowie ein signifikant höherer kumulierter Score („cumulative DAD-Score“) aus der Summe der Kriterien. Alle Tiere der ARDSnet-low-Gruppe entwickelten nach der 24-stündigen Beatmung ein ARDS. In der ARDSnet-high-Gruppe trat bei keinem Tier ein ARDS auf. Unter der Beatmung mit ARDSnet-low ergab sich bei signifikant niedrigerem PEEP, geringerem funktionellen Lungenvolumen und geringerer Compliance ein signifikant höherer ΔP im Vergleich zu ARDSnet-high. Die Beatmung mit dem OLC mit einem höheren PEEP rekrutierte mehr Alveolen, führte zu einem signifikant höheren funktionellen Lungenvolumen und erlaubte die Beatmung mit einem signifikant niedrigeren ΔP, im Vergleich zu ARDSnet-high. Histopathologisch zeigte sich das OLC jedoch im Vergleich zu ARDSnet-high hinsichtlich des kumulierten DAD-Scores der gesamten Lunge nicht überlegen. In der OLC-Gruppe war die Infiltration mit Entzündungszellen in der linken Lunge signifikant stärker ausgeprägt. Ein Tier der OLC-Gruppe hatte nach der 24-stündigen Beatmung ein mildes ARDS entwickelt. Ein signifikanter Unterschied in der Oxygenierung zwischen den beiden Gruppen lag jedoch nicht vor. Unter einer Beatmung mit OLC war die Decarboxylierung, im Vergleich zu ARDSnet-high signifikant höher. Die Beatmung mit dem OLC mit einem höheren PEEP rekrutierte mehr Alveolen, führte zu einem signifikant höheren funktionellen Lungenvolumen und erlaubte die Beatmung mit einem signifikant niedrigeren ΔP, im Vergleich zu ARDSnet-high. Bei Schweinen mit einer experimentellen Lungenkontusion konnte eine maschinelle Beatmung mit ARDSnet-low die Entwicklung eines ARDS nicht abwenden und war mit einem höheren histologischen Lungenschaden als eine Beatmung mit ARDSnet-high assoziiert. Die Beatmung mit ARDSnet-high steigerte rasch das funktionelle Lungenvolumen, verbesserte den Gasaustausch, war mit einem geringeren histologischen Lungenschaden im Vergleich zu einer Beatmung mit ARDSnet-low assoziiert und verhinderte die Ausbildung eines ARDS. Die maschinelle Beatmung mit OLC führte zu einem höheren Grad der Rekrutierung von Alveolen und besseren Decarboxylierung als ARDSnet-high. Die Oxygenierung war vergleichbar gut. Der histologische Lungenschaden unter einer Beatmung mit dem OLC war jedoch nicht geringer, die Ergebnisse deuten eher auf schädigende Effekte hin. Die vorgestellten Daten entstammen einem Tierexperiment und können nicht uneingeschränkt auf den Menschen übertragen werden. Dennoch können die Ergebnisse Orientierung bei der Auswahl geeigneter Beatmungseinstellungen für Patienten in der frühen Phase nach Lungenkontusion geben. Die Auswirkungen einer maschinellen Beatmung mit ARDSnet-high in Kombination mit einem Rekrutierungsmanöver nach Lungenkontusion müssen durch weiterführende Untersuchungen evaluiert werden.:1 Abkürzungsverzeichnis 3 2 Vorbemerkung 4 3 Einführung 5 3.1 Lungenkontusion 5 3.1.1 Pathophysiologie der Lungenkontusion 5 3.1.2 Klinik und Diagnostik der Lungenkontusion 6 3.1.3 Therapie und Prognose der Lungenkontusion 6 3.1.4 Das Acute Respiratory Distress Syndrome als Komplikation der Lungenkontusion 7 3.2 Beatmungsinduzierter Lungenschaden 9 3.3 Herleitung der Methodik 10 3.3.1 Lungenprotektive Beatmungsstrategien 10 3.3.2 Diffuser Alveolarschaden 13 3.3.2.1 Probengewinnung und histologische Prozessierung 15 3.3.2.2 Diffuse Alveolar Damage Score 15 3.3.2.3 Regionale Analyse des Diffuse Alveolar Damage Scores 16 3.3.3 Das Schwein als Tiermodell 17 3.4 Wissenschaftliche Zielsetzung 19 4 Publikationsmanuskript 20 4.1 Supplemental Digital Content 1 32 4.2 Supplemental Digital Content 2 43 5 Zusammenfassung der Arbeit 46 6 Anlagen 50 7 Literaturverzeichnis 52 8 Anhang 59 8.1 Erklärung über die eigenständige Abfassung der Arbeit 59 8.2 Darstellung des eigenen wissenschaftlichen Beitrags 60 8.3 Teilnahmebescheinigung der Vorlesung: „Gute Wissenschaftliche Praxis“ der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig 63 8.4 Nachweis Grundkurs Versuchstierkunde 64 8.5 Wissenschaftlicher Lebenslauf 65 9 Danksagung 6

    Auswirkungen einer endoskopischen Nasennebenhöhlenoperation auf das Riechvermögen bei chronischer Rhinosinusitis mit nasalen Polypen

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    Hintergrund: Die CRS mit und ohne Polypen ist mit einer Prävalenz von ca. 10 % eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Europa, welche durch eine Vielzahl von Symptomen zu einer hohen individuellen Belastung der Betroffenen mit teilweise langen Therapieverläufen, Arbeitsausfällen und daraus resultierenden hohen klinischen und sozioökonomischen Herausforderungen gekennzeichnet ist. Ein Kardinalsymptom der CRS ist die Riechstörung. In dieser Studie wurde am Modell der Patientengruppe mit CRScNP die Auswirkungen einer FESS auf das Riechvermögen sowie die damit verbundene krankheitsspezifische Lebensqualität untersucht, insbesondere hinsichtlich Veränderungen der neuronalen Prozesse nach OP. Ziel war es, postoperative Veränderungen des Riechvermögens zu objektivieren und quantifizieren, um die neuronalen Funktionen vorhersagen zu können, die zu einer Verbesserung des Riechvermögens nach FESS führen und künftig individualisierte Therapieempfehlungen formulieren zu können. Methoden: 25 CRS-Patienten im Alter von 30 bis 64 Jahren (CRS-Gruppe) und 20 gesunde Kontrollpersonen im Alter von 23 bis 54 Jahren (Kontrollgruppe) wurden eingeschlossen. Beide Gruppen wurden an je 2 Terminen mit einem Abstand von 3 bis 6 Monaten untersucht, wobei der Ersttermin für die CRS-Gruppe wenige Tage vor OP stattfand. Zu den eingesetzten Testmethoden zählten Fragebögen (Anamnesefragebögen inkl. subjektiver Olfaktion und Nasenatmung, SNOT-20 GAV-Fragebogen), psychophysische Testverfahren zur Untersuchung des Riechvermögens (SDI) und der Nasenatmung (PNIF), elektrophysiologische Verfahren (ERP-Messungen und ZFA-Analyse), präoperative klinische Untersuchung und präoperative CT-Scans. Ergebnisse: 3 bis 6 Monate nach OP kam es bei der CRS-Gruppe zu deutlichen Ver-besserungen der subjektiven und objektiven Riechfunktion, Nasenatmung und Lebensqualität. Bei der Kontrollgruppe zeigten sich keine Verlaufsunterschiede. Die postoperativen Ver-besserungen konnten elektrophysiologisch nicht quantifiziert und objektiviert werden. Vielmehr wurden bei der CRS-Gruppe nach OP geringere Amplituden und Powers als präoperativ gemessen, was sich widersprüchlich zu den Erwartungen anhand bisheriger Studien präsentiert. Die geringe Fallzahl bei den elektrophysiologischen Messungen (11 paarige EEG-Datensätze für die CRS-Gruppe) limitieren die Aussagekraft der vorliegenden Ergebnisse. Fazit: Die meisten CRS-Patienten profitierten von der Operation in Bezug auf subjektives und objektives Riechvermögen, Nasenatmung sowie krankheitsbezogener Lebensqualität für den Zeitraum von 3 bis 6 Monaten nach dem Eingriff. Eine elektrophysiologische Quantifizierung ist nicht gelungen. Hierfür sollten weitere Studien mit größeren Fallzahlen durchgeführt werden

    Emotionale Kompetenzen bei Menschen mit chronifizierten Schmerzen: Ein Selbst- und Fremdbild

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    Fragestellung: Ziel der Studie ist es, den Status quo der emotionalen Kompetenz (EK) von Menschen mit chronifizierten Schmerzen zu erfassen. Wie erleben sich Patient*innen selbst hinsichtlich ihrer Fähigkeiten, Emotionen wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren? Und deckt sich diese Einschätzung mit der Beurteilung der EK durch psychologisches Fachpersonal? Methoden: Die Studie fand im Rahmen einer tagesklinischen interdisziplinären multimodalen Schmerztherapie an N= 184 erwachsenen deutschsprachigen Personen mit nichttumorbedingten, chronifizierten Schmerzen statt. EK wurde zum Therapieende mittels der Selbst- und Fremdbeurteilungsskalen (SB/FB) des Emotionale-Kompetenz-Fragebogens ermittelt. Die Fremdbeurteilung erfolgte durch das psychologische Team. Mithilfe der für den Fragebogen zur Verfügung gestellten Normstichprobe wurden Standardwerte erstellt. Diese wurden deskriptiv und inferenzstatistisch ausgewertet. Ergebnisse: Die EK wurde von den Patient*innen selbst als durchschnittlich wahrgenommen (MSB_Gesamt= 99,31; SD= 7,78). Die Psycholog*innen schätzten die EK der Patient*innen überwiegend statistisch signifikant niedriger ein (MFB_Gesamt= 94,70; SD= 7,81; F(1,179) = 35,73; p <0,001; η2= 0,17). Die emotionale Expressivität, als eine Komponente der EK, wurde als unterdurchschnittlich fremdbeurteilt (MFB_Expressivität= 89,14; SD= 10,33). Schlussfolgerung: Die Patient*innen mit chronifizierten Schmerzen bewerten sich selbst als nicht eingeschränkt hinsichtlich ihrer alltäglichen Fähigkeiten zur emotionalen Wahrnehmung, Expression und Regulation. Gleichzeitig schätzt das psychologische Fachpersonal dieselben Menschen als deutlich weniger emotional kompetent ein. Offen bleibt die Frage, inwiefern die divergierenden Einschätzungen mit Beurteilungsverzerrungen erklärt werden könnenResearch question: The aim of the study is to assess the status quo of emotional competence in people with chronic pain. How do patients experience themselves regarding to their ability to perceive, express, and regulate emotions? And does this assessment coincide with the assessment of emotional competence (EC) by mental health professionals? Methods: The study took place in the context of interdisciplinary multimodal pain therapy at an outpatient clinic in N= 184 adult German-speaking individuals with non-cancer-related chronic pain. EC was assessed at the end of therapy using the self- and third-party assessment scales of the Emotional Competence Questionnaire. The external assessment was performed by the mental health team. Standard scores were created using the norm sample provided by questionnaires. These were analyzed descriptively and inferentially. Results: Self-perceived EC was average (Mself_total= 99.31; SD= 7.78). The mental health professionals predominantly rated the emotional competence of the patients significantly lower (Mexternal_total= 94,70; SD= 7,81; F(1.179) = 35,73; p < 0.001; η2= 0.17). Emotional expressivity, as a component of EC, was externally rated as below average (Mexpressivity_external= 89.14, SD= 10.33). Discussion: Patients with chronic pain rate themselves as unimpaired in terms of their daily emotional awareness, expression, and regulation abilities. At the same time, mental health professionals rate these same individuals as significantly less emotionally competent. The question remains open as to what extent the divergent assessments can be explained by assessment bias

    Moving Surfaces: Calculus of Tensor Fields, Time Derivatives and Variations

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    Developing physical models on moving surfaces is no simple task, especially when physical quantities need to be described as tensor fields. Only a few mathematical tools for stationary spaces can be easily generalized to moving surfaces. In this work, we introduce the essential tools sufficient for this task, including time derivatives for tensor-valued quantities for instance. We place particular emphasis on observer-invariance, which, in principle, generalizes the covariance principle of coordinates-invariance to spacetime. For variational principles, it is often crucial that the considered degrees of freedom are independent of each other. We clarify what it means for tensor quantities to be independent of the surface on which they reside and that, in general, no such independence can exist uniquely. For developing equations of motion, we present the Lagrange-D’Alembert principle as our preferred variational principle and ultimately demonstrate that we can derive a general active Beris-Edwards model with it, which holds up well when compared to existing more specific models.Die Herleitung von physikalischen Modellen auf sich bewegenden Oberflächen ist keine einfache Aufgabe, vor allem wenn physikalische Größen als Tensorfelder beschrieben werden müssen. Nur wenige mathematische Werkzeuge für stationäre Räume können dabei auch auf sich bewegende Oberfläche verallgemeinert werden. In dieser Arbeit führen wir essentielle Werkzeuge ein die dafür geeignet sind, dazu gehören zum Beispiel Zeitableitungen für tensorwertige Größen. Wir richten unser Augenmerk hierbei besonders auf Beobachterinvarianz, welches im Grunde das Kovarianzprinzip der Koordinateninvarianz auf Raumzeiten verallgemeinert. Oft ist es entscheidend für Variationsprinzipien, dass die betrachteten Freiheitsgrade gegenseitig unabhängig sind. Wir klären was es für tensorielle Größen bedeutet unabhängig von der Oberfläche zu sein auf der sie leben, und dass solch eine Unabhängigkeit im Allgemeinen nicht eindeutig existieren kann. Für das modellieren von Bewegungsgleichungen stellen wir das Lagrange-D’Alembert-Prinzip als unser bevorzugtes Variationsprinzip vor, und zeigen schlussendlich, dass wir damit ein allgemeines Beris-Edwards-Modell herleiten können, welches den Vergleich mit existierenden wesentlichen spezielleren Modellen sehr gut standhält

    Postoperative Delirium after Reconstructive Surgery in the Head and Neck Region

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    Postoperative delirium (POD) is an acute and serious complication following extended surgery. The aim of this study was to identify possible risk factors and scores associated with POD in patients undergoing reconstructive head and neck surgery. A collective of 225 patients was retrospectively evaluated after receiving reconstructive surgery in the head and neck region, between 2013 to 2018. The incidence of POD was examined with regards to distinct patient-specific clinical as well as perioperative parameters. Uni- and multivariate statistics were performed for data analysis. POD occurred in 49 patients (21.8%) and was strongly associated with an increased age-adjusted Charlson Comorbidity Index (ACCI) and a prolonged stay in the ICU (p = 0.009 and p = 0.000, respectively). Analogous, binary logistic regression analysis revealed time in the ICU (p < 0.001), an increased ACCI (p = 0.022) and a Nutritional Risk Screening (NRS) score 6= 0 (p = 0.005) as significant predictors for a diagnosis of POD. In contrast, the extent of reconstructive surgery in terms of parameters such as type of transplant or duration of surgery did not correlate with the occurrence of POD. The extension of reconstructive interventions in the head and neck region is not decisive for the development of postoperative delirium, whereas patient-specific parameters such as age and comorbidities, as well as nutritional parameters, represent predictors of POD occurrence

    Explaining migrant health inequalities: The role of selection, measurement invariance and working conditions in native-migrant health differences

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    Die Untersuchung gesundheitlicher Ungleichheiten bei Migranten ist aufgrund der sozioökonomischen, institutionellen und kulturellen Heterogenität der Herkunftsländer und des Aufnahmelandes Deutschland ein komplexes Thema. Diese Dissertation untersucht die körperliche und psychische Gesundheit verschiedener Migrantengruppen in Deutschland und konzentriert sich dabei auf den Healthy Migrant Effect (HME) und dessen Variationen. Anhand von Daten des Sozioökonomischen Panels werden Migranten aus europäischen und außereuropäischen Ländern, Binnenmigranten und einheimische Deutsche miteinander verglichen. Die Ergebnisse deuten auf einen anfänglichen Gesundheitsvorteil für Migranten hin, der sich im Laufe der Zeit verringert und von ihren Herkunftsländern beeinflusst wird. Darüber hinaus wird die Messinvarianz des SF-12-Gesundheitssurveys zwischen diesen Gruppen über einen Zeitraum von 12 Jahren bewertet, wobei eine akzeptable Invarianz festgestellt wird, jedoch darauf hingewiesen wird, dass die Nichtberücksichtigung der skalaren Invarianz Gesundheitsvergleiche verzerren kann. Schließlich wird untersucht, wie sozioökonomische Herausforderungen, wie z. B. der berufliche Status, zu den gesundheitlichen Unterschieden zwischen Migranten und Einheimischen beitragen, wobei komplexe Wechselwirkungen zwischen anfänglichem Gesundheitszustand, Veränderungen im Laufe der Zeit, Herkunftsregion und Geschlecht aufgedeckt werden. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Notwendigkeit von Maßnahmen, die den Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Arbeitsbedingungen und den Zugang zum Arbeitsmarkt für Migranten verbessern, um gesundheitliche Ungleichheiten zu verringern. Nach einer kurzen Einleitung gebe ich einen Überblick über die in dieser Dissertation behandelten Forschungsfragen. Anschließend werde ich die thematischen und empirischen Verbindungen zwischen den Kapiteln zusammenfassen. In Kapitel 1 wird die Rolle der Selektion beim Healthy Migrant Effect untersucht. Kapitel 2 untersucht die longitudinale und kulturübergreifende Messinvarianz der physischen und psychischen Gesundheit. In Kapitel 3 wird untersucht, wie die berufliche Position Unterschiede im Gesundheitsverlauf zwischen Einheimischen und Migranten erklären kann. Abschließend fasse ich die Kapitel der Dissertation zusammen und diskutiere die Implikationen für Politik und Forschung

    Counterexamples in Cocommutative Comonoids

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    In this thesis, we consider two problems related to cocommutative comonoids. In the first part, we construct an example of a comonoid which is not cocommutative, yet whose endomorphism operad is a clone. In the second part, we provide a class of examples of algebras which are not smooth, yet whose rings of differential operators are cocommutative Hopf algebroids

    Towards ecosystem accounting in the forest sector: Linking forest function mapping and the Common International Classification of Ecosystem Services (CICES)

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    Global betrachtet bedecken Wälder etwa vier Milliarden Hektar der Landfläche und sind somit von besonderer Bedeutung für Biodiversität und die Bereitstellung einer Vielzahl von Ökosystemleistungen. Beispiele für Waldökosystemleistungen sind die Nahrungsbereitstellung in Form von Wildbret, Beeren oder Pilzen sowie die Holzbereitstellung zur stofflichen oder energetischen Nutzung. Darüber hinaus tragen Wälder zur Regulierung des Klimas und der Luftqualität bei und bieten Orte zur Erholung oder mit spiritueller Bedeutung. Jedoch sind Wälder, ihre Biodiversität und die bereitgestellten Ökosystemleistungen verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt. Dazu zählen unter anderem Waldflächenverlust und Flächenfragmentierung, beispielsweise aufgrund der Umwandlung von Wald in andere Landnutzungsarten oder zunehmend stärker werdende Einflüsse des Klimawandels wie beispielsweise häufiger auftretende Dürreperioden und Waldbrände. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Strategien initiiert, um Wälder zu schützen und den Zustand von Biodiversität, Ökosystemen und ihren Leistungen zu erhalten und zu verbessern. Ein prominentes Beispiel ist die EU-Biodiversitätsstrategie für 2020, die in Ziel 2, Maßnahme 5 unter anderem den Handlungsbedarf einer Kartierung und Bewertung von Ökosystemen und ihren Leistungen sowie die Berücksichtigung deren ökonomischer Werte in Rechnungslegungs- und Berichterstattungssystemen auf EU- und nationaler Ebene formuliert. Trotz der Veröffentlichung einer EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 ist die Umsetzung der oben genannten Ziele ein noch andauerndes Unterfangen. In der Forstbetriebsplanung verschiedener europäischer Länder hat sich mit der Waldfunktionenkartierung ein Ansatz etabliert, mit dem die gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald kartiert werden. Dies geht dabei über die Nutzfunktion von Wäldern hinaus und betrifft die Erfassung ihrer Schutz- und Erholungsfunktionen. Die Klassifizierung dieser Funktionen weist Ähnlichkeiten zum Ökosystemleistungskonzept auf, indem es in gewisser Weise mit den Versorgungsleistungen, Regulationsleistungen und kulturellen Leistungen des Millenium Ecosystem Assessments oder der Common International Classification of Ecosystem Services vergleichbar ist. Allerdings hat die Analyse verschiedener, deutscher Leitfäden zur Waldfunktionenkartierung ergeben, dass auch Unterschiede zwischen der Waldfunktionenkartierung und dem Ökosystemleistungskonzept bestehen. Beispielsweise werden die gesellschaftlichen Ansprüche an den Wald im Rahmen der Waldfunktionenkartierung nicht quantifiziert. Es wird auch nicht berücksichtigt, welche Waldfunktionen generell oder in welchem Umfang von Wäldern erbracht werden können, um diese Ansprüche zu erfüllen. Der Schwerpunkt dieser Dissertation liegt darin, eine konzeptionelle und methodische Grundlage zu schaffen, die Forstbehörden dabei unterstützen kann, ihre spezifischen Waldfunktionenkartierungen unter Beibehaltung der vorhandenen Informationen so weiterzuentwickeln, dass sie gleichzeitig um Fähigkeiten des Ökosystemleistungskonzepts ergänzt werden können. Darauf aufbauend soll diese Dissertation auch dazu beigetragen, Waldökosystemleistungen biophysisch zu quantifizieren und zu kartieren, um die Beiträge von Wäldern zum menschlichen Wohlergehen sichtbarer zu machen und deren Berücksichtigung in der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Auf dem Weg zur Zielerreichung wurden im Rahmen dieser Dissertation drei wissenschaftliche Fachartikel angefertigt, die jeweils auf eine konkrete Forschungsfrage abzielen. Der erste Fachartikel (Kapitel 2) stellt das konzeptionelle Rahmenwerk dar. In dieser Forschung wurde am Beispiel Deutschlands untersucht, wie die Waldfunktionenkartierung und das Ökosystemleistungskonzept in Übereinstimmung gebracht werden können. Dafür wurden verschiedene Richtlinien zur Waldfunktionenkartierung in einer Synthese harmonisiert. Dies beinhaltete sowohl individuelle Richtlinien, die auf Bundeslandebene gelten, als auch eine Richtlinie, die auf bundesweite Anwendung abzielt und bereits in einigen Bundesländern umgesetzt war. Anschließend wurde aus der Synthese zur deutschen Waldfunktionenkartierung und der Common International Classification of Ecosystem Services eine weitere Synthese erarbeitet, die in dem sogenannten customised CICES Framework mündete. Der zweite Fachartikel (Kapitel 3) stellt das methodische Rahmenwerk dar. In dieser Forschung wurde für eine Auswahl von sechs Ökosystemleistungen aus dem customised CICES Framework untersucht, wie das Potential, das Angebot, die Nachfrage und der Fluss von Ökosystemleistungen biophysisch quantifiziert und kartiert werden können. Auf Basis einer Literaturrecherche konnten 697 biophysische Ökosystemleistungsindikatoren identifiziert werden. Diese wurden in einem mehrstufigen Auswahl- und Anpassungsprozess hinsichtlich ihrer Relevanz zur Unterstützung einer biophysischen Quantifizierung und Kartierung von Waldökosystemleistungen bewertet und synthetisiert. Darüber hinaus wurde die Eignung der Indikatoren unter Berücksichtigung einer Verwendung im Kontext der Waldfunktionenkartierung geprüft. Daraus ergab sich ein Vorschlag von besonders vielversprechend erscheinenden Indikatoren, inklusive Maßeinheiten sowie Methoden und/oder notwendiger Datenquellen zur Anwendung der Indikatoren. Der dritte Fachartikel (Kapitel 4) ist eine Fallstudie mit dem Ziel, bereits im Rahmen dieser Dissertation einen konkreten Beitrag zur Quantifizierung und Kartierung von Waldökosystemleistungen zu leisten und zu zeigen, wie die nachfrageorientierte Waldfunktionenkartierung um eine Angebotsperspektive ergänzt werden kann. Für diesen Zweck wurde am Beispiel des Freistaates Sachsens, Deutschland das Ökosystemleistungsangebot waldbezogener Umweltbildung, als eine der am wenigsten untersuchten Ökosystemleistungen gewählt. Mittels Erreichbarkeitsanalysen wurde die absolute Bevölkerung und der Bevölkerungsanteil mit Zugang zu wald- und umweltpädagogischen Einrichtungen innerhalb einer bestimmten Reisedauer quantifiziert und kartiert. Dabei erfolgte eine Differenzierung nach Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Individualverkehr. Diese Erkenntnisse dieser Dissertation konnten zeigen, dass sich eine große Bandbreite an Waldfunktionen in das Ökosystemleistungskonzept übertragen lässt. Dies gilt besonders für Versorgungsleistungen. Jedoch existieren bei den Regulations- und Erhaltungsleistungen auch Ökosystemleistungen, die eine Anpassung der Common International Classification of Ecosystem Services erforderten. Die Erkenntnisse zeigen zusätzlich, dass in der Literatur eine Vielzahl an Indikatoren existiert, um Waldökosystemleistungen biophysisch zu quantifizieren und zu kartieren. In Hinblick auf die Anwendbarkeit auf Grundlage der Waldfunktionenkartierung hat sich gezeigt, dass nicht alle Indikatoren die nötigen Voraussetzungen erfüllen. Beispielweise wurden Indikatoren identifiziert, die nicht räumlich explizit sind. Zusätzlich konnte gezeigt werden, dass die gesamte Bevökerung im Freistaat Sachsen die Möglichkeit hat, in einer Reisezeit von maximal 90 Minuten die Ökosystemleistung waldbezogene Umweltbildung wahrzunehmen, wenn sie die Möglichkeit haben einen PKW zu nutzen. Bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hat vor allem die Bevölkerung der kreisfreien Städte Dresden und Leipzig sowie deren Umland Zugang zu waldbezogener Umweltbildung innerhalb einer 90-minütigen Fahrzeit. Herausforderungen wurden vor allem bei der Bestimmung eines angemessenen Detailgrades der maximalen Reisezeit, die verschiedene Besuchergruppen akzeptieren, identifiziert. Da diese Ökosystemleistung darüber hinaus teilweise kostenlos zur Verfügung gestellt wird und nicht in der Waldfunktionenkartierung des Staatsbetriebs Sachsenforst berücksichtigt wird, ist dies ein Beispiel dafür, wie die Leistungen des Waldes sichtbarer gemacht und die Waldfunktionenkartierung durch das Ökosystemleistungskonzept ergänzt werden kann. Im Ausblick wird das Transferpotential meiner Forschung hinsichtlich der Übertragbarkeit auf andere Staaten oder Regionen sowie Möglichkeiten einer Weiterentwicklung meiner Forschung in Richtung der Ökosystemgesamtrechnung aufgezeigt

    Assessing the value of demand response in a decarbonized energy system - A large-scale model application

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    This paper presents extensive insights on the value of applying demand response (DR) in a system perspective against the background of two strongly contrasting decarbonization pathways for a decentralized and centralized European energy system with a 100% renewable share and sector coupling. The pathways are characterized by structural differences concerning the combination of installed renewable capacities, the acceptance for activated demand response potentials and different electricity, heat and hydrogen demands. The objective is to determine the potential role of demand response and its impact on the optimal combinations of flexibility options in a decentralized vs. centralized scenario framework model-endogenously. Therefore, openly available data and hourly time series of country-specific demand response potentials are implemented into a large-scale linear optimization model. Sensitivities concerning varying shares of demand response availability are used to identify main influencing factors on selected components of the electricity system such as the capacity and generation mix, storage requirements, renewable integration and their market value factors, CO2 emissions and total system costs. Model results show a higher reduction of total system costs and CO2 emissions per activated demand response unit in the photovoltaic dominated decentralized scenario (–55 MEUR/GWDR, –0.045 MtCO2/GWDR), compared to the wind dominated centralized scenario (–39 MEUR/GWDR, –0.037 MtCO2/GWDR). The outcomes conclude that the daily photovoltaic feed-in characteristics have a higher correlation with the time pattern of load shifting and shedding demand response appliances than wind feed-in characteristics

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