Saxon State and University Library Dresden

HSSS - Hochschulschriftenserver der SLUB
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    Funktionelle Analysen von Genveränderungen in DOCK4 bei Individuen mit Neuroentwicklungsstörungen

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    Mehr als drei Prozent aller Kinder weltweit sind von Neuroentwicklungsstörungen betroffen. Damit stellt dieses Krankheitsbild ein ernstes Gesundheitsproblem unserer Gesellschaft dar. Es umfasst Krankheiten, die zu einer abnormalen Gehirnfunktion führen und so die Fähigkeit einschränken, kognitive, emotionale und motorische Entwicklungsmeilensteine zu erreichen. Durch ihre hohe Prävalenz gehören Neuroentwicklungsstörungen zu den häufigsten Indikationen von genetischen Tests. Trotz der ständigen Verbesserungen der Sequenzierungstechnologien kann eine genetische Ursache nur in etwa 30 bis 50% der Fälle als Ursache für dieses Krankheitsbild gefunden werden. Ein Grund für die geringe diagnostische Ausbeute ist zum einen die große Heterogenität der Erkrankung, mit zum Teil noch unbekannten genetischen Ursachen, zum anderen erschweren Varianten unklarer Signifikanz die Diagnosestellung, bei denen ohne experimentelle Validierung eine Kausalität nichtbestätigt werden kann. Zur Identifizierung genetischer Ursachen beziehungsweise neuer Kandidatengene fürNeuroentwicklungsstörungen kommen primär Trioexom- oder Triogenomsequenzierungen zum Einsatz. Um eine Kohorte von Patienten mit ähnlichem Genotyp und Phänotyp zusammenzustellen, werden Gendatenbanken wie GeneMatcher verwendet und mit anderen Forschenden kommuniziert. Auf diese Weise konnte eine Kohorte von sieben Personen mit überlappenden Phänotypen von leichter bis schwerer Entwicklungsverzögerung zusammengestellt werden, bei denen seltene Varianten im Kandidatengen DOCK4 identifiziert wurden. Die Kausalität für eine Neuroentwicklungsstörung der identifizierten missense- und Nullvarianten war ohne funktionelle Bewertung jedoch unklar. Ein Ziel dieser Arbeit bestand darin, die Pathogenität der beschriebenen Varianten in DOCK4 zu überprüfen, um so DOCK4 als neue genetische Ursache für eine Neuroentwicklungsstörung erstmalig zu beschreiben. In der Kohorte der vorliegenden Arbeit wurden bei sieben Individuen (sechs Männer und eine Frau) insgesamt zehn klinisch relevante heterozygote Varianten in DOCK4, davon sieben missens- und drei Nullvarianten, identifiziert. Bei drei Individuen konnte eine de novo-missense-Variante nachgewiesen werden. Bei einer Person war eine Segregationsanalyse nicht möglich, da sie adoptiert wurde. Zwei Nullvarianten wurden mütterlicherseits vererbt, die Vererbung einer weiteren ist unbekannt. Klinisch präsentierten sich alle Individuen mit leichter bis schwerer globaler Entwicklungsverzögerung. Weitere überlappende Symptome, die bei den Personen der Kohorte beschrieben wurden, sind Koordinations- oder Gangstörungen, Mikrozephalie, unspezifische Hirnfehlbildungen, muskuläre Hypotonie und epileptische Anfälle. Um einen Einblick in den zugrunde liegenden Pathomechanismus von DOCK4 zu erlangen, wurde eine in-silico-Strukturmodellierung durchgeführt. Diese zeigte, dass alle Varianten die Stabilität des DOCK4 Proteins beeinträchtigen, was auf einen loss- of-function Mechanismus hindeutet. Zum besseren Verständnis der Auswirkung der Varianten wurde im Rahmen dieser Arbeit ein Neuritenauswuchs-Assay mit der murinen neuronalen Zelllinie Neuro-2A neu etabliert. Zur Einschätzung der missense-Varianten wurde ein Überexpressionsplasmid für ein Fusionsprotein aus DOCK4 und dem rot fluoreszierenden Protein generiert und mittels Mutagenese die identifizierten Varianten der Patienten (p.Pro253Leu, p.Val420Met, p.Thr982Ile, p.Val1042Ala, p.Met1044Thr, p.Ile1067Thr und p.Lys1962Asn) eingebracht. Als Positivkontrollen wurden zwei vorbekannte loss-of-function-Varianten p.Arg853His und p.Pro1718Leu und als Negativkontrolle die missense-Variante p.Pro1733Ala aus der klinisch unauffälligen Allgemeinbevölkerung verwendet. Nach Transfektion wurden die rot fluoreszierenden Zellen mittels FACS-Sortierung gesammelt, anschließend auf 96-Well-Platten ausgesät und in einem Differenzierungsmedium kultiviert. Nach 36 Stunden wurden die Neuritenlängen lichtmikroskopisch bestimmt und mit Hilfe von ImageJ und NeuronJ quantifiziert. Das Ergebnis jedes Assays pro Gruppe wurde durch mindestens zwei individuelle Experimente bestätigt und somit validiert. Es zeigte sich, dass alle untersuchten Varianten die Neuritenbildung in Neuro-2A-Zellen beeinträchtigen. Sowohl die Gesamtlänge als auch der längste Neurit waren signifikant kürzer. Die Positivkontrollen führten zu einem deutlich reduzierten Neuritenwachstum, während die Negativkontrolle p.Pro1733Ala nicht vom DOCK4-Wildtyp zu unterscheiden war. Ein weiteres Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob der Verlust von DOCK4 (Nullvarianten) auch den Neuritenauswuchs in Neuro-2A-Zellen beeinträchtigt. Dazu wurden mittels CRISPR/Cas9-System Neuro-2A-DOCK4-Knockout-Zellen erzeugt. Der Knockout wurde mittels Sanger-Sequenzierung und Western Blot bestätigt. Der Neuritenauswuchs-Assay zeigte, dass die Knockout-Klone im Vergleich zu Kontroll- und Wildtypzellen ebenfalls deutlich kürzere Neuritenlängen aufwiesen. Unsere Analysen, einschließlich der in-silico-Strukturanalyse und des Neuritenauswuchs-Assays, bestätigen eine schädigende Wirkung durch die bei den Individuen der Kohorte identifizierten Varianten auf das DOCK4-Protein. Außerdem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die missense-Varianten höchstwahrscheinlich einem loss-of-function-Mechanismus unterliegen. Dies untermauert einen ursächlichen Zusammenhang mit der Symptomatik der Individuen in der Kohorte. Eine Kausalität wird weiterhin dadurch unterstützt, dass das DOCK3, welches gemeinsam mit DOCK4 zur DOCKB-Unterfamilie gehört, mit einer Neuroentwicklungsstörung assoziiert ist. Beide, DOCK3 und DOCK4, tragen zur Entwicklung des Gehirns bei, indem sie das Wachstum von Neuriten und Axonen, sowie die Bildung dendritischer Stacheln fördern. Individuen mit einer DOCK3- assoziierten Neuroentwicklungsstörung weisen interessanterweise Überschneidungen der Symptome mit den Individuen unserer DOCK4 Kohorte auf [52]. Insbesondere Koordinations- und Ganganomalien, wie beispielsweise Ataxie, waren bei allen DOCK3-Individuen und bei fünf Personen in der vorliegenden Studie mit DOCK4- Varianten vorhanden. Eine weitere Fragestellung der Arbeit war, welchem Vererbungsmodus die DOCK4- assoziierte Neuroentwicklungsstörung unterliegen könnte. Da sowohl Varianten de novo entstanden sind, als auch von gesunden Eltern vererbt wurden, war dies unklar. Eine Annahme war, dass de novo-Varianten die Funktion von DOCK4 stärker beeinträchtigen, als vererbte Varianten. Demnach könnten de novo-Varianten einem autosomal dominanten Erbgang und vererbte Varianten einem autosomal rezessiven Erbgang folgen. Jedoch zeigte der Neuritenauswuchs-Assay keinen Unterschied zwischen de novo und vererbten missense-Varianten bezüglich der DOCK4 Funktion, was gegen diese Hypothese spricht. Des Weiteren konnte die Annahme getätigt werden, dass eine missense-Variante nur in Verbindung mit einer Nullvariante in trans zu Symptomen führt. Demnach wären die missense-Varianten hypomorph. Um dem nachzugehen, wurde in den Exomdaten der Individuen, welche Nullvarianten tragen, nach zusätzlichen DOCK4-Varianten gesucht. Wir konnten die kodierenden Einzelnukleotid-Polymorphismen p.Pro1733Ala und p.Val1914Ile nachweisen. Da jedoch die Variante p.Pro1733Ala, welche als Negativkontrolle genutzt wurde, keinen Einfluss auf die Funktion von DOCK4 hatte, konnte die Hypothese der hypomorphen missense-Varianten entkräftigt werden. Somit ist die Annahme eines autosomal dominanten Erbganges wahrscheinlicher. Die Kohorte unserer Studie legt die Vermutung nahe, dass es eine geschlechtsspezifische Ausprägung der Symptome bei der DOCK4 assoziierten Erkrankung gibt, denn sechs von sieben Individuen der Kohorte sind männlichen Phänotyps. Weiterhin hatte das einzige weibliche Individuum den mildesten Phänotyp. Vergleichbare Beobachtungen konnte bei einer Familie mit einer DOCK4-Deletion [33] und bei DOCK4-Knockout-Mäusen beobachtet werden [48]. All diese Ergebnisse liefern starke Hinweise für eine geschlechtsspezifische variable Expressivität der Symptomatik mit einem autosomal dominanten Erbgang für die DOCK4-assoziierten Entwicklungsverzögerungen. Um diese Annahmen jedoch zu bestätigen, ist eine größere Kohorte notwendig. Zusammenfassend beschreibt die vorliegende Arbeit das erste Mal eine Kohorte von Individuen mit einer Neuroentwicklungsstörung und seltenen Varianten in DOCK4. Die Ergebnisse zeigen anhand des überlappenden Phänotyps von den sieben Individuen der Kohorte und der in silico Analyse der missense-Varianten die nachgewiesenen Auswirkungen der Varianten auf den Neuritenauswuchs und damit die Rolle von DOCK4 im Zentralnervensystem. Heterozygote Nullvarianten und schädliche missense-Varianten in DOCK4 sind somit sehr wahrscheinlich eine neuartige monogenetische Ursache für eine Neuroentwicklungsstörung.:1 EINLEITUNG 1.1 AUFBAU UND FUNKTION VON NEURONEN 1.2 NEUROENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN 1.3 DIAGNOSTIK BEI NEUROENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN 1.4 DEDICATOR OF CYTOKINESIS (DOCK) 2 ZIELSTELLUNG DER ARBEIT 3 PUBLIKATION 4 ZUSAMMENFASSUNG DER ARBEIT 5 LITERATURVERZEICHNIS 6 ANLAGEN 7 DARSTELLUNG DES EIGENEN BEITRAGS 8 ERKLÄRUNG ÜBER DIE EIGENSTÄNDIGE ABFASSUNG DER ARBEIT 9 LEBENSLAUF 10 DANKSAGUN

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    Die vorliegende Broschüre enthält die Ergebnisse einer Studie zur Situation von Teilzeitbeschäftigten in Sachsen (Abschlussbericht sowie Kurzfassung). Die Studie „Teilzeit(falle)?! Echte Wahlfreiheit für Lebens- und Arbeitsmodelle' untersucht die Beweggründe von Teilzeitbeschäftigten in Sachsen für ihren aktuellen Erwerbsumfang und identifiziert Rahmenbedingungen, die entweder eine Erhöhung der Arbeitszeit unterstützen oder behindern. Dabei kombiniert sie qualitative und quantitative Methoden, um detaillierte Einblicke in die Motive von Teilzeitbeschäftigten zu erhalten. Zudem wird das zusätzliche Arbeitskräftepotenzial abgeschätzt, das sich aus den Arbeitszeitwünschen der Teilzeitbeschäftigten im aktuellen Status Quo sowie unter veränderten Rahmenbedingungen ergibt. Abschließend liefert die Studie praxisorientierte Handlungsempfehlungen, die zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine Erhöhung des Erwerbsumfangs auf politischer und betrieblicher Ebene beitragen sollen. Redaktionsschluss: 11.11.202

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