BJAS & JAIR (Journals)
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Disruptive Veränderungen im Risikomanagement durch eine Risikobewertung mit Monte-Carlo-basierter Aggregation? Ein anwendungsbezogener Methodenvergleich zwischen einem Aggregationsansatz und quantitativen Risiko-Erwartungswerten zur Umstellung des IDW PS 340:2020 n.F.
Nachhaltig positive Wertbeiträge zur Unternehmensführung durch aggregierte Gesamtrisikobewertungen und Risikotragfähigkeitsanalysen, unterstützt durch gesetzliche Konkretisierungen und eine Neufassung des IDW PS 340 im Jahr 2020, und trotzdem nutzen noch immer nur knapp ein Viertel der börsennotierten Unternehmen eine Monte-Carlo-basierte Aggregation als zentrales Werkzeug im Risikomanagement. Anhand von drei alltäglichen, teilweise industrietypischen Organisationsrisiken zeigt eine vergleichende Analyse, warum und an welchen Stellen die Risikoaggregation der Methodik der Schadenserwartungswerte überlegen ist und leitet hieraus eine mögliche Ursache für die nicht fortschreitende Nutzung der Aggregationsmethode in den Unternehmen ab: Der Innovationssprung von Schadenerwartungswerten und Risk Maps zur Monte-Carlo-Aggregation zeigt zahlreiche Elemente einer methodisch disruptiven Veränderung im Risikomanagement, die weit mehr beinhaltet als nur eine Toolerweiterung, zugleich aber enormes Potential im GRC Kontext für die Organisation bietet.Sustainable positive value contributions to corporate management through aggregated overall risk assessments and risk-bearing capacity analyses, supported by legal concretizations and a new version of IDW PS 340 in 2020, and yet still only just a quarter of listed companies use Monte Carlo-based aggregation as a central tool in risk management. Based on three common, partly industry-typical entrepreneurial risks, a comparative analysis shows why and where risk aggregation is superior to the loss expectation value methodology and derives from this a possible reason for the non-progressive use of the aggregation method in companies: The innovative leap from expected loss values and risk maps to Monte Carlo aggregation shows numerous elements of a methodologically disruptive change in risk management, which involves far more than just a tool extension, but at the same time offers enormous potential in the GRC context for the organization
Need for Research in Sustainability (CSR / ESG), Governance and Digitalization / AI: Editorial
Disruptive Umfeldentwicklungen wie Corona, neue Arbeitswelten, Digitale Transformation, Technologiewechsel, Nachhaltigkeitstrends, rechtliche und behördliche Anforderungen u.v.m. verlangen vom gewissenhaften Entscheider (Vorstand, Geschäftsführer, Aufsichtsrat), entsprechende Ziele, Strategien und Maßnahmen abzuleiten
Der europäische Patient ‒ Verordnungen können Verantwortung nicht ersetzen
Die Inanspruchnahme grenzüberschreitender Leistungen im Gesundheitswesen und ihre Honorierung ist in der EU auf zweifache Weise geregelt. Zum einen eröffnet das Europäische Sekundärrecht durch die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 einem Versicherten eine direkte Anspruchsgrundlage für die Inanspruchnahme ausgewählter Leistungen im europäischen Ausland. Zusätzlich ist durch die Umsetzung der Patientenrichtlinie 2011/24/EU in nationales Recht eine weitere Anspruchsgrundlage für Kostenerstattungen beim Import medizinischer Leistungen durch die Krankenversicherung geschaffen worden. Nicht unproblematisch ist, dass sich die beiden Regelungskreise zwar grundsätzlich unterscheiden, aber vor allem für Leistungen im ambulanten Bereich auch deutlich überlappen. Für den behandelnden Arzt, ist dabei nicht objektiv ersichtlich, auf Basis welcher Rechtsgrundlage sein Patient behandelt werden soll, er ist auf die ehrliche Selbstauskunft des Patienten angewiesen. Davon abhängig ist, ober er kostenlos Sachleistungen nach im Behandlungsland üblichem Leistungsumfang gewährt oder seine Leistungen nur gegen Rechnung an den Patienten erbringt.Nicht nur weil die Behandlung ausländischer Gastpatienten außerhalb nationaler Budgets erfolgen kann und daher auch Rationierungsverfahren wie Praxisbudgets oder Punktwertedegression für sie nicht greift, ist die Privatabrechnung für den Arzt die finanziell attraktivere Variante. Für den Leistungsempfänger ist dies mit dem Risiko verbunden, seinerseits nur einen Teil der Leistungsausgaben im Nachhinein von seiner Versicherung erstattet zu bekommen. Für den Patienten besteht daher im Gegenteil häufig ein Anreiz, in den Regelungskreis der Verordnung (EG) Nr. 883/2004 zu fallen, weil er hier für empfangene Sachleistungen nicht in finanzielle Vorleistung treten muss: Der behandelnde Arzt rechnet mit einer nationalen Versicherung als aushelfendem Träger ab, die ihrerseits wiederum mit der Heimatkrankenkasse des Patienten abrechnet.Zentral für das Funktionieren der grenzüberschreitenden europäischen Gesundheitsversorgung ist angesichts der diskretionären Entscheidungsspielräume daher das verantwortungsbewusste, regelkonforme Verhalten der Akteure. Die Rechtsgrundlage allein kann nicht verhindern, dass sich Einzelne – Ärzte oder Patienten – auf Kosten der Versichertengemeinschaft Vorteile verschaffen. Gerade vor dem Hinter-grund einer in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Zahl von Leistungsinanspruchnahmen im europäischen Ausland gewinnt dies eine wachsende Bedeutung für die Integrität der Versicherungssysteme. Ansonsten droht die Unterwanderung der nationalen Rationierungsbemühungen der Länder, die mit spezifischen Regelungen zur Begrenzung der abrechnungsfähigen Leistungen oder der Anzahl zugelassener Anbieter versuchen, eine Überinanspruchnahme von Leistungen im Gesundheitswesen zu verhindern.Cross-border health care services and their remuneration are regulated in two ways in the EU. On the one hand, European secondary law, through Regulation (EC) No. 883/2004, provides an insured person a direct entitlement for the use of selected services in other European countries. In addition, the implementation of the Patient Directive 2011/24 / EU into national law has created a further basis for claims for reimbursement of costs for the import of medical services by the health insurance company. It is problematic that the two regulatory circles differ, but also clearly overlap, especially for services in the outpatient area. For service providers, for example the treating resident doctor, it is not possible to objectively recognize the legal basis on which his patient is to be treated, he dependends on the patient\u27s honest self-disclosure. That determines whether he provides free benefits in kind or whether he provides his services to the patient for direct payments.Because the treatment of foreign guest patients can take place outside of national budgets and price degressions of medical services do not apply, treating foreign guest patients is frequently more attractive than treating national patients.For the patient, however, this is goes along with the risk of being reimbursed only for a part of his expenses by his insurance company. This is why from patient’s perspective there is often an incentive to fall within the scope of Regulation (EC) No. 883/2004. Here he does not have to make financial advance payments for benefits received in kind: the attending physician balances accounts with a national insurance as a helping out carrier, who in turn settles with the patient\u27s home health insurance company.In view of the discretionary scope for decision-making, the responsible, rule-compliant behavior of the actors is central to the functioning of cross-border European health care. The legal basis alone cannot prevent individuals - doctors or patients - from gaining advantages at the expense of the insured community. Given a significant increase in the number of benefit claims in other European countries in recent years, this is becoming increasingly important for the integrity of the health insurance system
Simulation methods for quantifying ESG risks
ESG-Risiken und -Chancen sind als Ursachen und Treiber für positive oder negative Szenarien mit erheblichen Auswirkungen auf die Reputation oder die immateriellen Vermögenswerte eines Unternehmens von hoher Relevanz. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit der Relevanz und Bewertung von ESG-Risiken in der Praxis. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erläuterung der Bedeutung stochastischer Simulationsmethoden, die eine quantitative Bewertung komplexer Systeme, wie z. B. Umweltsysteme oder soziale Systeme, ermöglichen. Die Quantifizierung der finanziellen Auswirkungen eines Umweltrisikos wird anhand des derzeit besonders wichtigen Themas der CO2-Emissionen veranschaulicht. Der Artikel zeigt, dass fortgeschrittene Werkzeuge der Stochastik und Probabilistik unser Wissen vielschichtiger und vielfältiger, aber nicht ungenauer machen.ESG risks and opportunities are highly relevant as causes and drivers for positive or negative scenarios with a significant impact on a company\u27s reputation or intangible assets. The following article deals with the relevance and assessment of ESG risks in practice. Special emphasis is placed on explaining the importance of stochastic simulation methods that enable a quantitative assessment of complex systems, such as environmental systems or social systems. The quantification of the financial impact of an environmental risk is illustrated using the currently particularly important topic of CO2 emissions. The article shows that advanced tools of stochastics and probabilistics makes our knowledge more multifaceted and diverse, but not inaccurate
Unternehmensführung 4.0: Wie viel Nachhaltigkeit steckt in GRC (Governance, Risk, Compliance)?
Nachhaltigkeit ist in aller Munde, doch was bedeutet dieser Megatrend eigentlich für Unternehmen und welche Auswirkung hat er auf deren Unternehmensführung?
Dieser Beitrag thematisiert, inwieweit Nachhaltigkeit / Corporate Social Responsibility (CSR) und Unternehmensführung 4.0 im Sinne von Governance, Risk, Compliance (GRC) deckungsgleich sind. Hierfür wurden für beide Ansätze verschiedenste Definitionen, Gesetzte, Standards, Studien und Nachhaltigkeitsberichte im Rahmen einer Masterarbeit analysiert, ihre Kernthemen herausgearbeitet und gegenübergestellt. Dabei wurde deutlich, dass nahezu jede Komponente aus dem GRC-Ansatz ebenso zu den Kernthemen von Nachhaltigkeit / CSR gehört. Hierzu zählen unter anderem eine nachhaltige, ethische Unternehmensführung, Compliance, Risikomanagement, Menschenrechte und Umweltmanagement. Festgestellt wurde auch, dass der GRC-Ansatz zumeist als lästige Pflicht verstanden wird, statt als wichtiges Steuerungs- und Entscheidungsinstrument. Hier bedarf es eines Umdenkens. Wer zukunftsfähig bleiben will, muss Unternehmensführung neu denken und Nachhaltigkeit / CSR in den Kern der Unternehmensstrategie rücken.Everyone is talking about sustainability. But what does this megatrend actually mean for companies and what impact does it have for the management of a company? This article addresses the extent to which sustainability / corporate social responsibility and corporate governance 4.0 (in the sense of governance, risk, compliance (GRC)) are compatible. For this purpose, a wide variety of definitions, laws, standards, studies and sustainability reports were analyzed for both approaches as part of a master\u27s thesis. Their core topics were identified and compared. It became apparent that almost every component of the GRC approach also belongs to the core topics of sustainability / CSR. These include, for example, sustainable, ethical corporate governance, compliance, risk management, human rights and environmental management. It was also noted that the GRC approach is, however, mostly understood as a burdensome duty instead of an important management and decision-making tool. A rethink is needed here. If you want to remain fit for the future, you have to rethink corporate governance and place sustainability and corporate social responsibility at the core of your corporate strategy
Die Verankerung von bereichsspezifischen QM-Systemen im Gesundheitswesen in deutschen und europäischen Rechtstexten und anzuwendenden QM-Normtexten
Im vorliegenden Beitrag werden die ersten Ergebnisse aus einem laufenden QM-Forschungsprojekt dargelegt. Die Forschungsfrage zu dieser Forschung lautet: „Welchen Einfluss hat die rechtliche Verankerung der QM-Systeme auf die Organisationen der QM-Systeme in fünf verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens?“ Dabei wurden Rechts- und Normtexte systematisch ausgewählt und nach vorher definierten Regeln analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass in den Rechtstexten nicht nur bereichsspezifische QM-Normen gefordert sind, sondern auch QM-Methoden, wie die Verantwortung der Organisationsleitung, Schulung, Fehler- und Verbesserungsmanagement und das Auditwesen. Die QM-Normen sind auf die rechtlichen Anforderungen abgestimmt und übernehmen die Fokussierung der Rechtstexte. Dabei werden prozessorientierte QM-Methoden, die auf das Organisationsziel gerichtet sind, ergänzt. Es wird nicht in allen Bereichen vor allem auf die Planung von Prozessen abgezielt, sondern auch auf die Art der Durchführung. Außerdem gibt es in den untersuchten Bereichen auch Produktionszweige, die ein QM-System nicht verbindlich implementieren müssen.This article presents the first results from an ongoing QM research project. The research question is:“What influence does the legal anchoring of QM systems have on the organizations on five different areas of healthcare“. Legal and normative texts pertaining to QM were systematically selected and analyzed according to predefined rules. The results show that not only area-specific QM standards are required in the legal texts, but also QM methods across systems such as the responsibility of the organizational management, training, corrective and preventive management and auditing. The QM standards are tailored to the legal requirements and take over the focus of the legal texts. Process-oriented QM methods that are aimed at the organizational goal are supplemented in the normative texts regulating QM. Not in all examined areas the primary focus of the regulations is on the planning of processes, in some cases also the way in which processes are carried out is considered within the legal texts. In addition, there are production sections in the examined areas that are not required to implement a binding QM system
Fit gegen Krisen im Zeitalter der Digitalisierung: Der "Ordentliche Kaufmann 4.0" und (ökonomische) Nachhaltigkeit: Der „Ordentliche Kaufmann 4.0“ und (ökonomische) Nachhaltigkeit
Die derzeitigen Megatrends „Digitalisierung, Globalisierung, Regulierung (Governance-, Risiko- und Compliancemanagement („GRC“)) und Fachkräftemangel“ stellen hohe neue Anforderungen an Governance-Strukturen des „Ordentlichen Kaufmanns“, um nachhaltig erfolgreich zu existieren, weshalb dieser im Zuge dessen derzeit eine Renaissance erlebt.
Im Artikel „Fit gegen Krisen im Zeitalter der Digitalisierung“ wird verdeutlicht, dass der „Ordentliche Kaufmann“ bereits die Pflicht hatte, sich angemessen um Analyse, Bewertung und Ableitung von Steuerungsmaßnahmen bzgl. der disruptiven Entwicklungen bei Digitalisierung und GRC zu kümmern – mit dem Ziel: Nachhaltige Unternehmenssicherung und Unternehmenswertsteigerung
Nachhaltigkeitsdiamant – Bewertungs- und Implementierungsmethode für eine nachhaltigkeitsorientierte Produktentwicklung
Im vorliegenden Beitrag wird eine Methode beschrieben, um Nachhaltigkeit in der Produkt- und Produkt-Service-System-Entwicklung zu bewerten. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der frühen Phase der Entwicklung, um im Gegensatz zu einer Vielzahl der bestehenden Bewertungsmethoden proaktiv und nicht reaktiv handeln zu können. Mithilfe der Methode wird der komplexe Sachverhalt der Nachhaltigkeit messbar und graphisch auf einfach verständliche Art und Weise dargestellt.The paper presents an assessment methodology to measure sustainability for product and product-service system development. The focus is on the early phase of the development to enable a proactive instead of a reactive approach. This contrasts with most of the existing assessment methodologies. By means of the methodology the complex issue of sustainability is made assessable and presented graphically in an easy and understandable manner
Kommunale Homepages zur nachhaltigen Bürgerkommunikation und -partizipation – ein Vergleich von Stadt und Land
Motiviert durch die aktuellen Trends in der digitalen Kommunikation hin zu interaktiven Homepages und Sozialen Medien, thematisiert dieser Beitrag das quantitative Angebot von digitalen Funktionen auf kommunalen Homepages im Vergleich von Stadt und Land. Dazu findet eine Sichtung von insgesamt 209 Homepages von Kommunen in Bayern mit unterschiedlicher Einwohnergröße und unterschiedlicher infrastruktureller Ausgangslage statt. Die Analyse unterscheidet dabei in die etablierten Bereiche des (1) Bürgerkontakts (Web 1.0) sowie in (2) Bürgerdialog und (3) Soziale Medien mit interaktiven und Web 2.0 Angeboten. Die Ergebnisse zeigen, dass ländliche Kommunen in den beiden ersten Kategorien mit den städtischen Kommunen auf Augenhöhe agieren, beim Einsatz Sozialer Medien aber bisher weit zurückbleiben. Gründe hierfür können sowohl mangelnde Kompetenzen im Umgang mit Sozialen Medien als auch die infrastrukturelle, personelle und finanzielle Ausstattung der Kommune sein. Dennoch bedarf es künftig einer proaktiven Herangehensweise der Kommunen, um diese Lücke zu schließen und moderne digitale Kommunikationsangebote im ländlichen Raum weiter zu stärken
Introduction - Sustainable Development Goals and their guidance function for applied sciences
Prof. Dr. Roland Zink, Prof. Dr. Bernhard Bleyer (Inhaltliche Redaktion)