Open-Access-Zeitschriften und Schriftenreihen der HSBI (Hochschule Bielefeld)
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Spinning Out: A Brief History of Artistic Research in the United States
Abstract dt.
In seinem Beitrag geht Timothy Ridlen der Akademisierung der Künste im Hochschulsystem der Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Zweiten Weltkrieg nach. Die künstlerische Forschung, die damit einsetzte, war anfangs vom Ansatz rationalen Problemlösens bestimmt. Zugleich wurden Kooperationen zwischen den Künsten und den Natur- und Ingenieurwissenschaften forciert, um einer als chaotisch begriffenen Umwelt eine klar lesbare Form zu geben. Exemplarisch dafür steht das am Massachusetts Institute of Technology unter der Leitung des ehemaligen Bauhäuslers György Kepes eingerichtete Center for Advanced Visual Studies. Ende der 1960er Jahre, mit dem Aufkommen von Gegenkulturen und der Konzeptkunst, erfolgte innerhalb der künstlerischen Forschung ein Paradigmenwechsel. An die Stelle des rationalen Problemlösens trat eine an Marcel Duchamp orientierte konzeptionelle ästhetische Forschung, die die Aporien, Paradoxien und Widersprüche zwischen der materiellen Welt und unseren Verstandeskategorien aufzudecken unternahm.
Abstract engl.
In his contribution, Timothy Ridlen explores the academisation of the arts in the higher education system of the United States after World War II. The artistic research that began at that time was initially determined by an approach based on rational problem solving. At the same time, cooperation between the arts and the natural and engineering sciences was encouraged in order to give a clearly legible form to an environment that was perceived as chaotic. A prime example of this is the Center for Advanced Visual Studies established at the Massachusetts Institute of Technology under the direction of former Bauhaus member György Kepes. At the end of the 1960s, with the emergence of counter-cultures and concept art, a paradigm shift took place within artistic research. Rational problem solving was replaced by conceptual aesthetic research oriented toward Marcel Duchamp, which sought to uncover the aporias, paradoxes, and contradictions between the physical world and our categories of understanding
Jahresbericht 2024 des InBVG
Der Jahresbericht 2024 des InBVG stellt die Aktivitäten und Ergebnisse aus den Projekten und den Gremien des Instituts dar
Antineutrale Gestaltung
Abstract dt.
Ausgehend vom Design Methods Movement der 1960er Jahre untersucht Jesko Feszer in seinem Beitrag, wie sich aus einer ersten größeren Diskussion um Entwurfsmethodiken in den Planungs- und Designdisziplinen ein zunehmendes Bewusstsein um die Situiertheit von Wissen auch in der Gestaltung entwickelte. Werteneutralität, rationale Wissenschaftlichkeit und absolute Objektivität, auf die sich Architektur und Design in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beriefen und die zugleich ihre gesellschaftliche Erziehungsfunktion legitimierten, erwiesen sich im Verlauf der 1960er und frühen 1970er Jahre als zunehmend problematisch. Verschiedene Protagonist:innen des Design Methods Movement begannen, die frühen, noch dem Leitbild der exakten Wissenschaften folgenden Entwurfsmethodiken einer Revision zu unterziehen. Einzelne Architekt:innen und Bewegungen wie die Anwaltsplanung setzten sich zudem mit den gesellschaftspolitischen Voraussetzungen wie Folgen von Gestaltung auseinander. Und sie bezogen diejenigen, für die sie planten und entwarfen, aktiv in die entsprechenden Prozesse mit ein. Daraus ergibt sich als aktuelles Plädoyer, anti-neutral, situiert, parteiisch und konfliktorientiert zu gestalten.
Abstract engl.
Starting with the Design Methods Movement of the 1960s, Jesko Fezer examines how an initial major discussion about design methodologies in the planning and design disciplines led to a growing awareness of the situatedness of knowledge in design. Value neutrality, rational academic method, and absolute objectivity—principles that architecture and design invoked in the first half of the 20th century and which simultaneously legitimized their social and educational function—proved increasingly problematic in the 1960s and early 1970s. Various protagonists of the Design Methods Movement began to rework early design methodologies that still followed the model of the exact sciences. Certain architects and movements, such as advocacy planning, also addressed the socio-political prerequisites and consequences of design and actively involved those for whom they were planning and designing in the relevant processes. This has led to a contemporary plea for anti-neutral, situational, partisan, and conflict-oriented design
Prozess als Gestaltung
Abstract dt.
Gestaltung als Prozess ist das Ergebnis einer Bewegung des Kommunikationsdesigns in Richtung Designforschung. Aus der Frage, wie sich die Prozesse der Gestaltungspraxis mit sprachlichen, grafischen und typografischen Mitteln beschreiben und verstehen lassen, entwickelte Sarah Fyrguth ein selbst prozessuales Buchprojekt. Es verbindet einen sprachlichen und einen visuellen Essay und setzt sich in beiden mit vier Dimensionen des Designprozesses auseinander: Raum, Zeit, Medien und Akteur*innen. Der gestalterische Teil dient dabei als Experimentierraum, in dem die Theorien der Design- und Prozessforschung angewendet und erprobt werden. Dieses Buch ist Prozess.
Abstract engl.
Design as process is the outcome of a shift in communication design towards design research. Sarah Fyrguth developed a process-oriented book project that addresses the question of how the processes of design practice can be described and understood using linguistic, graphic, and typographic means. The book combines a linguistic and a visual essay, both exploring four dimensions of the design process: space, time, media, and actors. The design element serves as an experimental space in which theories of design and process studies are applied and tested. This book is itself a process
Evaluating the Performance of LSTM Models for Approximating Physical Systems
Diese Arbeit untersucht den Einsatz von Long Short-Term Memory (LSTM)-Modellen zur Approximation komplexer physikalischer Prozesse. Aufgrund ihrer Fähigkeit, große Datensätze zu verarbeiten und verborgene Muster in sequenziellen Daten zu erkennen, eignen sich LSTM-Netzwerke besonders für diese Aufgabe. Die Studie konzentriert sich auf die Auswahl geeigneter Eingangsgrößen und die Optimierung des Lookback-Parameters, um sequentielle Abhängigkeiten effektiv zu erfassen und die Vorhersagegenauigkeit der Modelle zu steigern. Durch den Einsatz der Bayes\u27schen Optimierung zur Feinabstimmung der Hyperparameter wird die Modellgenauigkeit weiter verbessert und die Evaluierungszeit reduziert. Experimente an einer Heizstrecke zeigen, dass optimierte LSTM-Modelle präzise Vorhersagen liefern und effektiv eingesetzt werden können. Die Ergebnisse bieten wertvolle Einblicke in den Einsatz von LSTM-Modellen in technischen und industriellen Anwendungen.This study investigates the application of Long Short-Term Memory (LSTM) models to approximate complex physical processes. LSTM models, which are characterized by their ability to process large data sets and detect hidden patterns, are evaluated for their prediction capabilities. The research focuses on the advantages of LSTM models, such as accurate predictions, as well as challenges such as data dependency and the risk of overfitting. Experiments on a heating system show that LSTM models with optimized inputs and hyperparameters can be effectively used for predictive maintenance and improving operational efficiency in industrial applications. Bayesian optimization is used for hyperparameter optimization, which enables an improvement in model accuracy and a reduction in evaluation time. The results of this optimization and the knowledge gained from it offer valuable insights for the use of LSTM models in technical and industrial areas
Imagination and Reason: On the Dual Anthropological Nature
Abstract dt.
Im Bereich der philosophischen Ästhetik haben Versuche, die künstlerische Forschung zu definieren, allgemeine Fragen über die Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft aufgeworfen. Am Beispiel der Schriften Gaston Bachelards untersucht Kirsten Wagner diese Beziehung, die nicht statisch, sondern dynamisch ist. Erst mit dem Aufkommen der Moderne wurden Kunst und Wissenschaft in ihren jeweiligen materiellen Wissensformen nicht mehr als kompatibel angesehen. Während Bachelards zwei Werkgruppen, die sich mit der historischen Erkenntnistheorie in den Naturwissenschaften und der materiellen Imagination in der Literatur und den Künsten befassen, diesen Bruch offenbaren, zeigen sie gleichzeitig strukturelle Ähnlichkeiten zwischen beiden Wissensformen auf. Die jüngste Rezeption Bachelards in der Erkenntnistheorie hat diese Annäherung zwischen Wissenschaft und Kunst fortgesetzt. Für die künstlerische Forschung ist sie von grundlegender Bedeutung.
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Abstract engl.
In the field of philosophical aesthetics, attempts to define artistic research have raised general questions about the relationship between art and science. Kirsten Wagner uses Gaston Bachelard’s writings as an example to explore this relationship, which is not static but dynamic. It was only with the advent of modernism that art and science were no longer considered compatible in their respective material forms of knowledge. While Bachelard’s two bodies of work, one on historical epistemology in the natural sciences and the other on material imagination in literature and the arts, reveal this rupture, they simultaneously demonstrate the structural similarities between the two forms of knowledge. Recent epistemology’s reception of Bachelard has continued this rapprochement between science and art. For artistic research, it is foundational.
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Entworfenheit: Ein Entwurf vom Entwerfen
Abstract dt.
Einen Entwurf zu wagen, ist oft begleitet von der Sorge, nicht zu treffen. Sollte der Entwurf aber nicht vollkommen frei von Voraussetzungen sein? Entwürfe werden abseits von künstlerischer Forschung oft performativ eingesetzt, um Nützlichkeits- und Produktivitätssteigerungen zu rechtfertigen. In Entworfenheit wird versucht, durch die Gegenüberstellung von Text und Bild zu erörtern, wie stattdessen ein freies Entwerfen Möglichkeiten zur Begegnung schafft. Dieses transformierende und rhizomatische Entwerfen, das Subjekt und Objekt füreinander öffnet und Resonanzen möglich macht, kann so neue Perspektiven schaffen. Die Methode hat deshalb absichtlich keine starre Systematik, außer Assoziation und Intuition. Die Annäherung vollzieht sich wie ein Spaziergang im Wald. Ein Schritt nach dem anderen, über Ast und Wurzel. Die Umwelt ist maßgeblich. Wird Gegenüber-Sein nicht erst dann richtungsweisend, wenn ein Verständnis zwischen den Seiten geschaffen wird? Die Skizzen und Wortbilder versuchen diese räumliche wie zeitliche Zukunft zu entwerfen: eine Zukunft, die nicht vorgeschrieben ist.
Abstract engl.
Venturing to create a design is often accompanied by the worry of not getting it right. But shouldn’t design be completely free of preconditions? Outside of artistic research, designs are often used performatively to justify increases in utility and productivity. In Entworfenheit, the juxtaposition of text and image explores how free design can create opportunities for encounter. The method therefore deliberately has no rigid system other than association and intuition. The approach is akin to walking in the woods. One step after another, over branches and roots. The environment is crucial. Doesn’t a counterpart only become directional when an understanding has been established between the parties involved? The sketches and word images attempt to design this spatial and temporal direction, creating a future that is not predetermined
Speculating on Symmetries: Intersecting Epistemologies of Art, Science, and Design
Abstract dt.
Hannah Rogers gibt einen Einblick in die aktuelle Erweiterung der Science and Technology Studies um die Künste, woraus sich die Art, Science, and Technology Studies entwickelt haben. Im Gegensatz zur historisch überkommenen Trennung zwischen den Natur- und Ingenieurwissenschaften auf der einen und den Künsten auf der anderen Seite werden von den Art, Science, and Technology Studies die strukturellen Ähnlichkeiten zwischen den beiden Feldern der Wissensproduktion herausgestellt. Künste und Wissenschaften basieren beide auf materiellen Praktiken, symbolischen Repräsentationen, sozialen Netzwerken, institutionellen Rahmenbedingungen und experimentellen Forschungsmethoden. Eine Beziehung zwischen dem Design und den Natur- und Ingenieurwissenschaften besteht zudem in ihren auf die Zukunft und deren Transformation gerichteten Entwürfen und Hypothesen. Innerhalb der jüngeren Science and Technology Studies haben sich wie im Design spekulative Methoden etabliert. Wissenschaften, Künste und Design verbindet, dass sie anhand hybrider Objekte und Epistemologien über den Kosmos, soziokulturelle Konzepte, noch nicht belegte Theorien und Modelle spekulieren.
Abstract engl.
Hannah Rogers offers insight into the recent expansion of Science and Technology studies to include the arts, which has given rise to Art, Science, and Technology Studies. In contrast to the historically established division between the natural sciences on the one hand and the arts on the other, Art, Science, and Technology Studies emphasise the structural similarities between the two fields of knowledge production. Arts and sciences are both based on material practices, symbolic representations, social networks, institutional frameworks, and experimental research methods. A connection between design and the natural sciences also exists in their designs and hypotheses, which are focused on the future and its transformation. Speculative approaches have become established in recent Science and Technology Studies, as they have in design. Science, the arts, and design are united by their use of hybrid objects and epistemologies to reflect on the cosmos, sociocultural concepts, and as yet unproven theories and models.Beitra
Adaptively Refined Mesh for Collocation-Based Dynamic Optimization
Diese Arbeit befasst sich mit der effizienten, numerischen Lösung dynamischer Optimierungsprobleme auf Basis direkter Kollokation und unter Verwendung von Algorithmen zur adaptiven Meshverfeinerung. Eine neuartige h-Methode, eingebettet in ein neu entwickeltes Framework für dynamische Optimierung, wird vorgestellt. Das Framework basiert auf direkten Kollokationsmethoden mit gespiegelten Legendre-Gauss-Radau Punkten. Das adaptive Meshverfeinerungsverfahren zielt darauf ab, die Trajektorien der Steuervariablen auf Grundlage einer Steigungs- und Krümmungsanalyse in jedem Intervall durch sukzessive Bisektion zu homogenisieren. Unter Annahme der Konvergenz des Kollokationsansatzes für glatte Probleme kann die Terminierung des Verfahrens gezeigt werden. Der Algorithmus weist signifikante Vorteile im Bezug auf Laufzeit und Genauigkeit gegenüber traditionellen direkten Kollokationsmethoden auf. Zusätzlich ermöglicht das Framework eine zugängliche und ausdrucksstarke Modellierung und erweist sich bei einer Vielzahl von akademischen und realen Beispielproblemen als ausgesprochen effektiv. Die vorgeschlagene -Methode bietet jedoch Raum für Verbesserungen, da keine direkten Fehlerabschätzungen verwendet werden. Darüber hinaus wird gezeigt, dass die in dieser Arbeit untersuchte Problemklasse eine Erweiterung der Methode zu einer pseudospektralen Meshverfeinerungsmethode ermöglicht. Zusätzlich birgt die Integration des Algorithmus in eine moderne Modellierungs- und Simulationssoftware erhebliche Vorteile, da dies eine gesteigerte Performance, bessere symbolische Verarbeitung und eine Fehleranalyse sowie Validierung der Optimallösung bieten kann.This thesis deals with the topic of efficient numerical solutions to dynamic optimization problems using a direct collocation approach with adaptive mesh refinement. A novel h-method is proposed and implemented in a newly developed dynamic optimization framework that utilizes direct collocation with flipped Legendre-Gauss-Radau points. The mesh refinement algorithm aims to uniformize control trajectories by successive bisection based on slope and curvature analysis in each interval. For smooth problems and under suitable convergence, a termination guarantee is established. The algorithm has significant advantages over traditional direct collocation approaches without mesh refinement in terms of accuracy and computation time. The dynamic optimization framework allows for accessible and expressive modeling and proves to be very effective when applied to a variety of example problems, including academic and real-world physical applications. However, the proposed -method offers room for improvement since no direct error estimates are incorporated, and it is shown that the problem class studied in this thesis allows for an extension to the broad and advanced class of pseudospectral mesh refinement algorithms.Moreover, it is demonstrated that embedding the method in a modern modeling and simulation environment would greatly benefit in terms of performance, symbolic handling, and for error analysis as well as validation of optimal solutions