Namenkundliche Informationen (NI) (E-Journal)
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    Der Flussname Unstrut

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    In den Namenkundlichen Informationen 99/100 stellen Harald Bichlmeier und Andreas Opfermann – nach harscher Kritik an den Deutungen des Flussnamens Unstrut von Jürgen Udolph und Albrecht Greule – einen eigenen Vorschlag zur Etymologie des Namens vor. Sie greifen auf die traditionelle Segmentierung Un-strut zurück, fassen auch -strut im traditionellen Sinne auf (bieten allerdings auch zwei abweichende Erklärungsmöglichkeiten an). Der Unterschied zur klassischen Deutung des Flussnamens besteht vor allem in der Erklärung des Vorderglieds un-. Sie schlagen vor, un- als „das schwundstufige Allomorph von uridg. *(h1)en ‘in’“ aufzufassen. So bestehe „nun die Möglichkeit, urgerm. *un-strōdV- als sog. entheos-Kompositum zu interpretieren.“ Als die wahrscheinlichste Deutung für Unstrut schlagen sie vor: ‘Sumpfgebiet an sich habend’ bzw. ‘[der Fluss,] in/an dem [= an dessen Ufer] Sumpfgebiet/Gebüsch ist’ (Bichlmeier / Opfermann 2011: 179). Die von Bichlmeier / Opfermann angenommene Bildungsweise mag, vom Indogermanischen her gesehen, formal möglich sein. Ob allerdings das Germanische, dem sie den Flussnamen zuordnen, die Möglichkeit zur Bildung sogenannter entheos-Komposita überhaupt (noch) hatte, scheint doch sehr fraglich zu sein. Die Verfasser führen mit ae. umbor ‘Kind’ ein singuläres Beispiel an, um eine solche grammatische Erscheinung im Germanischen nachzuweisen. Eindeutig ist das Beispiel meines Erachtens keineswegs

    Rezension zu Die Stadt und ihre Namen 1, hg. von Dietlind Kremer und Dieter Kremer

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    Die Stadt und ihre Namen. Festkolloquium 20 Jahre Gesellschaft für Namenkunde e.V. 1. Teilband, hg. von Dietlind Kremer und Dieter Kremer (= Onomastica Lipsiensia 8), Leipzig: Leipziger Universitätsverlag 2012, 336 S. – ISBN: 978-3-86583-697-7, Preis: EUR 49,00.

    Rezension zu Ute Utech, Rufname und soziale Herkunft

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    Ute Utech: Rufname und soziale Herkunft. Studien zur schichtenspezifischen Vornamenvergabe in Deutschland (= Germanistische Linguistik. Monographien 25), Hildesheim-Zürich-New York: Georg Olms Verlag 2011, XXX, 303 S., 1 CD-ROM. ISBN: 978-3-487-14575-4, Preis: EUR 48,00 (DE), EUR 49,40 (AT).

    Rezension zu Deutsches Ortsnamenbuch, hg. von Manfred Niemeyer

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    Deutsches Ortsnamenbuch, hg. von Manfred Niemeyer, Berlin-Boston: De Gruyter 2012, 756 S. – ISBN 978-3-11-018908-7, Preis: EUR 129,95 (DE), EUR 133,60 (AT).

    Gegenwart und Zukunft der oberdeutschen Namenforschung: Peter Wiesinger zum 75. Geburtstag

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    This article is based on a speech delivered in Vienna on the occasion of Peter Wiesinger’s 75th birthday. It deals in four chapters with the current state of research on Upper German onomastics. Against the background of Peter Wiesinger’s extensive onomastic work, the article seeks on the one hand to evaluate onomastic basic research with its linguistic and interdisciplinary evaluation, and on the other hand attempts to promote the popularisation of what the world of scholarship knows today about place names

    Forschungsergebnisse zu Integrationsprozessen von Siedlungsnamen aus der Minderheitensprache Sorbisch im sorbisch-deutschen Sprachkontaktraum

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    The article gives a review about perceptional processes of proper names and its results after decades of exploration in the field of Sorbian-German contacts in everyday speech in the Middle ages. The toponymic material belongs to the region between the rivers Saale and Elbe in the West and the rivers Queis, Bober, Oder in the East of the considered regions. Phenomena recognized of systematical evidence are described in detail, i. e. phonematical, graphematical, morphematical, lexical, and semantical facts are performed. Phases of onymic integration, transsumption and transposition are exemplified. The process of integration is illustrated by variants of onyms as well as by processes of adaptation. Special attention is mentioned to the borrowing events of German place names in Sorbian language since the Middle ages

    Remote origins - the case of "Water towns", of Olbicella, and of root *alb-*

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    Dieser Artikel beschreibt einen neuen angewandten epistemologischen Aspekt der sogenannten Konvergenztheorie, die eine Homogenisierung der unterschiedlichen Ansätze auf dem Gebiet der indoeuropäischen Linguistik anstrebt. Es wird versucht, anhand von Ortsnamen in Verbindung mit der Wurzel *alb- und den semantischen Bedeutungsverschiebungen über Jahrhunderte ein europäisches und italienisches "Makro-Gebiet" (bzw. "Mikro- Gebiet") zu rekonstruieren. Es scheint, dass Paleo-Ligurische Ortsnamen wie Alba, alteuropäische Flussnamen wie Albis und ihre ablautenden Formen Olb- (> Orb- im Romanisch-Ligurischen) nicht direkt auf das Proto-Indoeuropäische Adjektiv *albho-, ‘weiß’ zurückgehen, sondern auf die weitere Prä-proto-Indoeuropäische Wurzel *Hal-bh-, ‘Wasser’, verwandt mit dem Sumerischen ḫalbia (> Akkadisch ḫalpium, ‘Quelle’, ‘Brunnen’, ‘Wassermassen’, ‘Wasserloch’). Eine weitere Analyse von *Hal-bh- führt zum Vergleich mit der Proto-Indoeuropäischen Wurzel *Hal-, ‘ernähren’. Das Proto-Indoeuropäische Suffix *HwaH-r-, ‘Wasser’, weist eine ähnliche Verbreitung auf

    Ausländer im Lissabon des 16. Jahrhunderts

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    Being a European world capital with an extraordinary wide range of historical documents, 16th century Lisbon is a (not at all exotic) paramount example for the naming practice at the time. The presence of numerous foreigners from many different origins and motivation makes their names research topics of high interest for a variety of disciplines. The present contribution compiles numerous examples of core demographic sources (church registers, tax lists); an index facilitates the access

    Neue Einsichten in die Struktur deutscher Familiennamen

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    Mit beeindruckender Regelmäßigkeit – bei Vorhaben dieser Art heute durchaus nicht der Normalfall – sorgen die Herausgeber des „Deutschen Familiennamenatlas“ (DFA) für die konsequente Realisierung ihres onomastischen Großprojekts und – nicht weniger bedeutsam – die Erweiterung ihres Mitarbeiterstabs durch systematische Förderung, Qualifizierung und Einbeziehung junger Wissenschaftler. Der im Abstand von einem Jahr nach den beiden Grammatik-Bänden (Graphematik und Phonologie der Familiennamen: Vokalismus, Konsonantismus) erschienene dritte Band des DFA ist der Morphologie der Familiennamen gewidmet, mithin einer Thematik, wie sie in dieser Gründlichkeit, Differenziertheit und Vielschichtigkeit bisher noch nie behandelt worden ist

    Rezension zu Kathrin Dräger, Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland

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    Kathrin Dräger, Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland (Regensburger Studien zur Namenforschung 7), Regensburg: Edition Vulpes 2013. 285 S., 69 farbige Karten, Namenlexikon auf CD-ROM. ISBN: 978-3-939112-06-8, Preis: EUR 32.00 (DE), 32.90 (AT)

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