Zeitgeschichte Open - Repositorium des IFZ
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Ideen von Europa in Deutschland zwischen Reichstradition und Westorientierung (1920 - 1970)
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland sehr unterschiedliche Vorstellungen von Europa. Erst in den späten fünfziger und sechziger Jahren setzte sich das Modell eines liberal-demokratischen, eines westlichen Europas durch. Die lange Zeit konkurrierenden Europakonzepte verortet Vanessa Conze sowohl politik- als auch sozialhistorisch. Nicht zuletzt geht sie der Frage nach, in welchem Verhältnis die unterschiedlichen Europaideen zum Nationalsozialismus und insbesondere den nationalsozialistischen Plänen einer europäischen Ordnung standen. Gerade in diesem Zusammenhang wird deutlich, dass die Identifikation von Europagedanken und freiheitlicher Demokratie erst das Ergebnis jüngerer politischer Entwicklungen ist und es in Deutschland bis weit in die Nachkriegszeit hinein dauerte, bis ältere antidemokratische, antiliberale oder antiwestliche Europavorstellungen überwunden waren.
Dr. Vanessa Conze (geb. Plichta), geboren 1970, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) am Sonderforschungsbereich "Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit" an der Universität Tübingen
Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1974
Hauptherausgeber: Hans-Peter Schwarz ;
Mitherausgeber: Helga Haftendorn, Klaus Hildebrand, Werner Link, Horst Möller und Rudolf Morsey ;
Wissenschaftliche Leiterin: Ilse Dorothee Pautsch ;
Bearbeiter: Daniela Taschler, Fabian Hilfrich, Michael PloetzDas Jahr 1974 brachte einen doppelten Führungswechsel in Bonn: Bundeskanzler Brandt mußte wegen der Agentenaffäre Guillaume zurücktreten und Außenminister Scheel übernahm das Amt des Bundespräsidenten. Fortan bestimmten Helmut Schmidt und Hans-Dietrich Genscher den außenpolitischen Kurs. Neben fortdauernden Spannungen in den transatlantischen Beziehungen, den Nachwirkungen der Energiekrise und der stagnierenden Europapolitik prägten weiterhin ungeklärte Probleme in den Beziehungen zur UdSSR, zu Polen und zur DDR die Außenpolitik der Bundesregierung. Weitere Schwerpunkte bildeten die KSZE und die MBFR-Verhandlungen
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) 1931 - 1945
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde im "Dritten Reich" als "Banner- und Willensträger des Motorisierungsgedankens der deutschen Nation" bezeichnet. Was sich hinter diesem Topos verbirgt, untersucht Dorothee Hochstetter in ihrer Studie über das NSKK. Sie legt die erste Gesamtgeschichte dieser Organisation vor, die zeigt, dass das NSKK nicht nur ein Exekutivorgan der NSDAP war, sondern in vielen Gesellschaftsbereichen Macht ausübte: im Motorsport, in der Automobilindustrie, im Vereinswesen und im Verkehr. Indem die Autorin die Beteiligung des NSKK an der Verfolgung und Ermordung der Juden und an Kriegsverbrechen nachweist, wird der Mythos des NSKK vom unpolitischen Kraftfahrertreff und von der unwichtigen, weil untergeordneten Parteigliederung zerstört.
Dorothee Hochstetter, geboren 1970, ist Historikerin und lebt in Berlin
Aufzeichnungen und Reflexionen zu Politik, Geschichte und Kultur 1940 bis 1963
Die hier vorgelegte Auswahledition der Bergengruenschen Aufzeichnungen trägt bei zur Vermittlung von Weltbildern und Werthaltungen der "inneren" und "äußeren" Emigration, wie dies von der zeithistorischen Forschung seit Erscheinen der "Tagebücher", Victor Klemperers (1995) und des "Geheimreports" Carl Zuckmeyers (2002) vielfach eingefordert wird. Frank-Lothar Kroll, geboren 1959, ist Inhaber des Lehrstuhls für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz und seit 1992 Präsident der Werner Bergengruen-Gesellschaft e.V
Sprach- und auswärtige Kulturpolitik 1923 - 1960
Ursprünglich auch als Wissenschaftsakademie gedacht, entwickelte sich die Deutsche Akademie in den dreißiger Jahren zur Pionierorganisation für die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland. Ihren größten Expansionsschub erhielt sie im Zweiten Weltkrieg, als das NS-Regime im Gefolge der Siege der Wehrmacht Deutsch zur führenden Weltsprache machen wollte. Die 1945 von der US-Besatzungsmacht aufgelöste Institution wurde ab 1951 als Goethe-Institut durch die Initiative ihres früheren Generalsekretärs Franz Thierfelder wiederaufgebaut. Eckard Michels untersucht erstmals die Kontinuitäten und Diskontinuitäten in der Geschichte der deutschen auswärtigen Kulturpolitik jenseits der Zäsuren von 1933 und 1945.
Dr. Eckard Michels ist seit 1997 Lecturer für deutsche Geschichte am Birkbeck College, University of London
Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland 1973
Hauptherausgeber: Hans-Peter Schwarz ;
Mitherausgeber: Helga Haftendorn, Klaus Hildebrand, Werner Link, Horst Möller und Rudolf Morsey ;
Wissenschaftliche Leiterin: Ilse Dorothee Pautsch ;
Bearbeiter: Matthias Peter, Michael Kieninger, Michael Ploetz, Mechthild Lindemann, Fabian Hilfrich1973 konnten die Bemühungen Bonns um eine Regelung der Beziehungen zu den östlichen Nachbarn durch Verträge mit der CSSR, Bulgarien und Ungarn erfolgreich abgeschlossen werden. Gleichzeitig begann für die Bundesrepublik durch den Beitritt zur UNO und die Teilnahme an der KSZE eine neue Phase der Multilateralisierung ihrer Außenpolitik. Weitere thematische Schwerpunkte der 426 erstmals veröffentlichten Dokumente sind die MBFR-Verhandlungen in Wien, der Besuch von Leonid Breschnew in Bonn und der Vorschlag Henry Kissingers, im Rahmen eines "Year of Europe" die westliche Wertegemeinschaft in einer transatlantischen Erklärung zu bekräftigen. Der Jom-Kippur-Krieg im Oktober und die sich anschließende Ölkrise zeigten die Grenzen der Entspannung auf und stellten die europäischen Staaten vor neue Herausforderungen